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Prolog...


Beschäftigt man sich mit der Geschichte eines Landes, einer Region oder der eigenen Heimatstadt, wird man bald mit einem steten Wechsel einziger Wahrheiten, unantastbarer Autoritäten und herrschender Gewalten konfrontiert. Auf zentral gelegenen Plätzen, vor historischen Gebäuden oder entlang der Allee hinauf zu einem alles überragenden Schloss verharren auf ihren steinernen Sockeln die Helden früherer Epochen:

Stolze Gestalten, von Mut und Tapferkeit beseelt, die für ihre Ideale Opfer brachten und Entbehrungen erduldeten; sich als Held "über den gemeinen Stand derer Menschen erhoben" (lokaler Link 1). Klingende Namen, aus verworrenen Stamm-Bäumen gewachsen und mit gewichtigen Titeln bestückt, die über Generationen gepriesen und mit Ruhm und Ehre bedacht wurden. Damit verbunden Taten, die von der gottgegebenen Macht von Kaisern und Königen, Fürsten und Herzögen, Grafen und all der anderen ritterlichen Raub-Mörder zeugten und deren Folgen im Rahmen einer hehren, selbst verfassten und so auch legitimierten "Werte-Gemeinschaft" sanktioniert und so veredelt wurden. Daraus gedichtet Geschichten, schön, strahlend und blendend, aus denen Geschichte wurde, die mit übermenschlicher Schaffenskraft, großherzigem Benefiz und genialer Weisheit prahlt.

Letztendlich Legenden des Untergangs, die im eingeprügelten Untertanengeist unserer Großeltern zu verklärten Glaubensbildern gediehen und dafür Sorge trugen, dass es nichts erstrebenswerteres gibt, als in Reih und Glied und auf dem Feld der Ehre für die glorreiche Sache zu sterben.

Mit Gott für Kaiser und Vaterland...

Für Führer, Volk und Vaterland...

Für Frieden, Recht und Freiheit...

Burgen und Festungen, Zeughäuser und Altäre, einst von scheinbar ewig gegebener Allmacht errichtete Tempel zur Konservation all der von Dynastien errungenen Siege, dienten gleich den monumentalen Götter-Bildern der Antike einzig der Sicherung des eigenen Machtanspruchs. Fahnen-Paraden, Trophäen-Triumphe und Trommel-Umzüge, inszenierte Zeremonien, instrumentalisierte Folklore und traditionelles Brauchtum, dies alles macht vergessen, dass es immer die einfachen Menschen sind, die für all die tausend-jährigen Reiche mit Haus und Hof und Leib und Leben haften müssen. Und es sind nach wie vor die einfachen Menschen, denen man von den Kanzeln in den Kirchen und den Pulten in den Schulen in die Köpfe predigt, dass es zur Errichtung eines Himmelreichs auf Erden einzig und allein ihrer Opfer verlangt, die dann - getreu der hehren "Werte-Gemeinschaft" - die Schatzkammern, Handels- und Bankhäuser der Weltenlenker füllen.

Wieviel Unheil haben Religion und Ideologie schon über die Welt gebracht?

In diversen mythischen Epen, nationalen Hymnen und diversen illuster illustrierten Sonntagsblättern, deren Nachbildungen imbezile Zeit-Genossen noch heute im Schatten ihrer idyllischen Gartenlauben durchblättern, wurde der Glanz der Waffen gepriesen und ein festes Feind-Bild geprägt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass man 1894 in der ῭Moskauer Zeitung΅ erfuhr: "In insgesamt 3358 Jahren, vom Jahr 1496 vor unserer Zeitrechnung bis ... 1861, hat es 227 Friedensjahre gegeben und 3130 Jahre Krieg. Das ist 1 Jahr Friede auf 13 Jahre Krieg." (lokaler Link 2).

Sicherlich kann dieses Projekt auch als Verherrlichung von Krieg und Militarismus verstanden werden. Doch leider ist die Geschichte dieser Welt nach wie vor eine Geschichte der Kriege. Vielleicht sollten wir unsere Aufmerksamkeit mehr dem Streben der hinter den von uns gewählten Volks-Vertreter stehenden Mächte widmen. Denn dem Handel mit Waffen folgt in der Regel das Händeln mit Waffen. Gleich welcher Art...

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Über dieses Projekt...

Vieles gerät über die Jahrhunderte in Vergessenheit, verfällt der Zeit oder verschwindet aufgrund bzw. infolge vergangener oder währender politischer und ideologischer, religiöser und zunehmend "post-faktischer" Wirrungen in einer Art "Librorum Prohibitorum"; gerät damit aus den Augen und somit früher oder später aus dem Sinn. Engagierte Journalisten werden mehr und mehr in der neutralen Bericht-Erstattung behindert; Zeitungen und Fernseh-Sender werden zunehmend in privat-wirtschaftliche Abhängigkeiten gedrängt und stehen anschließend unter der Einflussnahme von Lobbyisten; Format, Anspruch und Reputation werden durch Populismus, Ressentiments und Verschwörungstheorien ersetzt. Selbst die wissenschaftliche Erforschung der Geschichte sieht sich angesichts des Wiederaufkommens "mythischer Urkräfte", "überirdischer Gewalten" und "schicksalhafter Vorbestimmung" in den Traditionen nationalistisch-fanatisierender Propaganda zunehmend mit dem Phänomen konfrontiert, dass Fakten von Meinungsbildern -, Realitäten von Idealisierungen – Wissen durch Glauben verdrängt werden. Museale Sammlungen stehen immer öfter nicht nur vor dem Dilemma, unzählige Archivalien oder antiquarische Nachlässe aus Kosten-, Personal- und Platz-Gründen weder sichten -, einordnen noch erfassen zu können, sondern sind auch immer öfter gezwungen, historische Artefakte infolge von Bereinigungen in Depots einlagern oder gar verramschen -, wenn nicht gar vernichten zu müssen.

Der Erfolg amtierender Autokraten oder Despoten, Diktatoren und Oligarchen basiert primär auf dem Talent, auf komplexe Fragen einfache Antworten geben zu können, die in der Regel in einem einenden Feindbild Begründung finden. Und so die Bekämpfung dieses Feindes noch mit einer göttlichen Mission einhergeht, die wenigstens einen Allmachtsanspruch - zumindest einen Auserwählten-Status - verspricht, liegt die Weltherrschaft greifbar nahe (bspw. ist der größte Feind des Anhängers gleich welcher Religion nicht der Andersgläubige sondern der Atheist, der jeden Glauben infrage stellt.




Dieses Projekt konzentriert sich darauf, möglichst detaillierte Informationen über die Geschichte epochaler Konflikte, der daran beteiligten Parteien und militärischen Formationen zusammenzutragen. Es wäre jedoch vermessen, dass wir in den folgenden Haupt-, Neben- und Unter-Verzeichnissen dieser Internet-Projekts jemals sämtliche Informationen erfassen bzw. einordnen werden können, die zur jeweiligen Thematik auf dieser Welt verfügbar wären oder gegeben sind. Hingegen sind wir bemüht, Vorhandenes nach Möglichkeit zu publizieren, Unansehnliches mittels gegebenen Grafik-Programmen wieder herzustellen und Fehlendes wenigstens zu erfassen.


Hierbei ist jede Art von Hilfe und Unterstützung, Zuarbeit, Zusendung oder Kooperation, aber auch Kritik und Korrektur willkommen (für den direkten Kontakt empfehlen wir Ihnen unser interner Link eMail-Kontakt-Formular).




Nachfolgend bieten wir dem interessierten Besucher eine Übersicht neuester Einträge in den Haupt-Rubriken dieses Projekts...




HINWEIS: Für einige Haupt-, Neben- und Unter-Verzeichnisse dieses Internet-Projekts ist Java-Skript erforderlich.

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NEU in den interner Link SAMMLUNGEN...

... Holz-Stiche und Chromo-Lithografien aus Lexika der "Éditions Larousse".

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Quelle: »Larousse du XXe siècle« in 6 Bänden 1928-1933.

Costume civil I bis IV
(aus Band II von 1929)









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NEU im interner Link LEXIKON...

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GEW

Gewehr

Im Unterschied zum interner Link Geschütz wurden im deutschen Sprach-Raum unter dem Begriff Gewehr bis etwa zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) sämtliche militärischen interner Link Gebrauchs-Waffen zusammengefasst, die am Mann getragen bzw. von diesem transportiert und ohne die Hilfe bzw. Unterstützung eines weiteren oder mehrerer Kameraden zum Zweck des interner Link Angriffs oder zur interner Link Verteidigung in der Hand zum Einsatz gebracht werden konnten, womit neben den s.g. interner Link Trutz-Waffen auch interner Link Schutz-Waffen (wie bspw. das interner Link Schild) in Betracht kommen.

Der Begriff Gewehr ist auf das althochdeutsche Wort "weri" zurückzuführen, was im frühen interner Link Mittelalter gleichsam Befestigung aber auch Verteidigung bedeutete.

Zu unterscheiden sind:

Mit der zunehmenden Verbreitung der interner Link Feuer-Waffen im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts wurde der Begriff dann Sammel-Bezeichnung für alle Arten von langläufigen interner Link Hand-Feuerwaffen. Anfänglich noch als "Feuer-Gewehr" vom Ober- und Unter-Gewehr abgegrenzt, erfasste die Kurzform "Gewehr" mit der Verdrängung der interner Link Stangen-Waffen und der Einführung des interner Link Bajonetts bald gleichermaßen interner Link Flinten und interner Link Büchsen, Kombinationen aus beiden (siehe interner Link Jagd-Gewehre), als auch interner Link Karabiner und interner Link Stutzen. Heute steht der Begriff als Ober-Bezeichnung für sämtliche Arten von Hand-Feuerwaffen, zu deren Führung und Betätigung beide Hände benötigt werden (interner Link Mehrlade- und alle Arten von interner Link Repetier-Gewehren, interner Link Sturm-Gewehre, interner Link Maschinen-Karabiner als auch interner Link Maschinen-Gewehre etc.; siehe dazu auch interner Link Lang-Waffen).

Die interner Link Pistolen - insbesondere die kurzläufigen interner Link Maschinen-Pistolen aller Art - werden als interner Link Waffen zum Selbstschutz nicht zu den Gewehren gerechnet.


... mehr zum Thema: interner Link KOMPENDIUM der Waffenkunde - Gewehr


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


... zurück zum interner Link Register





Gewehr
Zur "Wehr" verwendete Hand-Waffen (Montage);
von oben nach unten:
♦ römisches Kurz-Schwert (Gladius), 1. Jhd. u.Z.
♦ Rapier, 16./17. Jhd.
♦ Pike oder Spieß, 15. Jhd.
♦ Hellebarde, 16. Jhd.
♦ "Bowie Knife"
♦ Cavalry Saber, US-Army, 1840
♦ Fusil de Chasse M 1728
   mit...
♦ Bajonett M 1728/54
♦ Suhler Doppelflinte (Simon)
♦ Gewehr 98 (Mauser M98)
   mit...
♦ Seitengewehr M 98/05
♦ Sturmgewehr 44
♦ Remington 870
   "HARDWOOD HOME DEFENSE"
♦ Parade-Offiziers-Säbel, NVA
(Quelle u.a.: ► WIKIPEDIA)

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DEMNÄCHST im interner Link SHOP-ANGEBOT...


Musketiere des preussischen 1ten Pommerschen Infanterie-Regiments Nr. 2 (zur interner Link Einheitsgeschichte)


1tes Pommersches Infanterie-Regiments Nr. 2
Oberst Johann C. J. von Schon
1tes Pommersches Infanterie-Regiments Nr. 2
Offizier & Fähnrich
1tes Pommersches Infanterie-Regiments Nr. 2
Korporal & Trommler
1tes Pommersches Infanterie-Regiments Nr. 2
Musketiere
1tes Pommersches Infanterie-Regiments Nr. 2
Musketiere

Das 1678 errichtete und um Stettin garnisonierte interner Link Regiment entging der Katastrophe von interner Link Jena und Auerstedt und damit dem Untergang der alten interner Link preussischen Armee im Jahr 1806. Mit den interner Link A.K.O.´s vom 7. Und 14. September bzw. 16. und 20. November 1807 wurde die Neuaufstellung der interner Link Armee in sechs interner Link "Truppen-Brigaden" -, die Bezeichnung der Regimenter nach Nummern und Provinz und eine neue interner Link Strukturierung befohlen. Am 1. November 1808 wurde das Regiment der pommerschen Brigade unterstellt.

Die hier dargestellten Figuren können in interner Link Marsch- oder interner Link Schlacht-Ordnung formiert werden; die weiße Klappen- und Abzeichen-Farbe des hier gewählten Regiments der interner Link Linien-Infanterie bietet die Option der farblichen Änderung, womit die dargestellte interner Link Einheit auch zu einem anderen preussischen Provinzial-Verband (bspw. Brandenburg, Schlesien, Ost- oder West-Preussen) umgestaltet werden kann.

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NEU im interner Link PROJEKT...


Sachsen, Wappen der Wettiner

Wappen von Polen-Litauen unter Herrschaft Sachsens bis 1763

SACHSEN
Kurfürstentum & Königreich

Sachsen, Wappen der Wettiner
Wappen von Sachsen
v.l.n.r.: ab 1423, 1806, 1827, bis 1873
Sachsen, Wappen der Wettiner
Wappen des Königreichs von Sachsen von 1898 bis 1918

NEU in der interner Link WAFFENKUNDE...

Infanterie-Gewehr M/1740 (... auch "Kuhfuß-Muskete" genannt)

interner Link Hand-Feuer-Waffe aus der Gruppe der interner Link flinten-artigen interner Link Vorder-Lader, Art der interner Link Musketen, mit interner Link Steinschloss-Zündung. Das friderizianische Modell mit dem ausgeprägten Kolben, das somit für den interner Link Bajonett-Kampf optimiert war und in den interner Link Kriegen um Schlesien und auf den Schauplätzen des interner Link Siebenjährigen Krieges zum Einsatz kam. Von kleineren Modifikationen abgesehen, diente das Modell bis 1787 als interner Link Standard-Gewehr und fand noch nach 1806 Verwendung.

Infanteriegewehr M/1740
Infanterie-Gewehr Modell 1740; oben: s.g. interner Link "Trophäen-Schilde" für interner Link Munitions-Taschen, daneben interner Link "Daumenblech" mit den Initialen "FR", dem Monogram des preussischen Königs interner Link Friedrich II., dass die Muskete zu einer "Waffe des Königs" erhob und bei einem Regierungswechsel durch das Stück des Nachfolgers ersetzt wurde; unten eine kürzere Version des interner Link Bajonetts M/1740.


Vorläufer:
lokaler Link Infanterie-Gewehr Modell 1723/40
Nachfolger:
lokaler Link Infanterie-Gewehr Modell 1740/73

Schon kurz nach seinem Regierungs-Antritt (31. Mai 1740) verfügte interner Link Friedrich II. (1712 – 1786, besser bekannt als "Der Große König") eine ganze Reihe von Reformen, die neben der Justiz und der Religion, der Wirtschaft und der Verwaltung auch das Militär – insbesondere die interner Link Taktik und die Verwendung der interner Link Waffen – betrafen. So sollte die interner Link Kavallerie von nun an (und bald ausschließlich) mit interner Link Degen, interner Link Säbel oder interner Link Pallasch "agieren"; die interner Link Infanterie exerzierte neben dem interner Link Salven-Feuer vor allem den interner Link Sturm-Angriff mit dem interner Link Bajonett und das interner Link Bajonett-Fechten ("Bajonettieren"). Aus diesen u.a. Gründen waren die interner Link Läufe der bereits verausgabten lokaler Link Musketen vom Modell 1723 an Länge deutlich reduziert worden, was nicht nur den Vorteil hatte, dass die Waffen etwas leichter wurden, vielmehr konnte der durchschnittlich gewachsene preussische interner Link Musketier beim interner Link Lade-Vorgang auf die Mündung seiner Waffe herabschauen und den ab 1730 standartmäßig eingeführten eisernen interner Link Ladestock einfacher händeln; das interner Link Gewehr war schneller geladen, damit schneller feuer-bereit; womit letztendlich die interner Link Kadenz gesteigert werden konnte.

Besonders auffällig an den ab Herbst 1740 neu ausgegebenen Infanterie-Gewehren war der klobige Kolben, der den Musketen den eigentümlichen Spitznamen "Kuhfuß" gab: Der relativ dünne Kolben-Hals des 23er-Modells, der für die Beanspruchungen beim Bajonettieren nicht robust genug schien bzw. sich im interner Link Nah-Kampf als Schwachpunkt erweisen könnte, wurde auf Befehl des Königs verstärkt. Auch war die abgewinkelte Neigung von Kolben-Hals und Kolben hin zur Schäftung für die Haltung des Gewehrs im Bajonett-Kampf bzw. für eine kraftvolle Stoß-Bewegung, wie etwa beim Ausfall-Stich oder dem s.g. Nach-Stoß (auch "Riposte"; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) unpraktisch. Im Ergebnis bildeten bei den ab 1740 gefertigten Modellen Schaft und Kolben-Rücken in der gedachten Flucht eine durchgehende Linie, der Kolben-Hals wurde deutlich weniger abgewinkelt, dafür verstärkt, der Kolben selbst fiel plump und massiv und entsprechend gewichtig aus und war somit ganz offensichtlich auch für Schläge und/oder Stöße ausgelegt. Änderungen, die je nach Art des für die Schäftung verwendeten Holzes wieder eine Gewichts-Zunahme bedeuteten (etwa zweihundert Gramm bei Nussbaum; etwa fünfhundert Gramm für Buchen-Holz, das infolge des Mangels abgelagerter Nussbaum-Hölzer auf dem Höhepunkt des interner Link Siebenjährigen Krieges als Ersatz Verwendung fand) und den Schwerpunkt des Gewehrs nach hinten verlagerten, was wieder Folgen für den Rückstoß im Moment des Abschusses hatte.

Obwohl der Kolben des 40er-Gewehrs die sehr einfach gestaltete Kolben-Backe des 23er-Modells weitestgehend übernommen hatte, erwies sich die beinahe geradlinig durchgehende Schäftung nun wieder beim Anlegen als hinderlich. Da beim Schießen jedoch das interner Link Peloton- oder Salven-Feuer bevorzugt wurde - der Infanterist mehr über den Lauf des vorgehaltenen Gewehrs peilte als tatsächlich zielte -, gab es keinen Anlass, die Stabilität der Waffen zu Gunsten des Zielens mit ungewisser Treffer-Quote abzuändern. Aus welchen Gründen aber die Läufe der neuen Gewehre im Vergleich zu den gekürzten Vorgänger-Modellen wieder um etwa ein halbes interner Link Berliner Zoll verlängert wurden, konnte bislang nicht geklärt werden. Dem entgegen beschreiben einzelne Quellen auch die Produktion einer um etwa einen Zoll kürzeren 40er-Musketen-Version für die ab 1723 bzw. ab 1740 errichteten interner Link Füsilier-Regimenter, in die nunmehr die kleiner gewachsenen interner Link Soldaten eingereiht wurden und die aus diesem Grund in der interner Link Schlacht-Ordnung das zweite interner Link Treffen bildeten. Der Rede nach soll der hintere Riemen-Bügel dieses Gewehrs bereits am Abzugs-Bügel befestigt worden sein, was mehr auf ein lokaler Link Dragoner-Gewehr vom Modell 1726 aus der Fertigung nach 1763 schließen ließe. Die These, dass die kleineren Füsiliere ab 1740 grundsätzlich ein modifiziertes Dragoner-Gewehr geführt haben könnten, wäre auch dahingehend plausibel, so man die Länge des hier beschriebenen Modells – abzüglich eines Zolls – mit der durchschnittlichen Länge des Dragoner-Gewehrs M/1726 vergleicht: Beide Typen messen exakt fünfundfünfzig Zoll (was wiederum die These zulässt, dass es grundsätzlich nur ein leichteres bzw. kürzeres Modell gegeben haben könnte, das in zwei Versionen gefertigt wurde)...

Strittig ist nach wie vor die Frage, wann das s.g. Schwärzen der Schäfte (das Auftragen einer Beize aus Eisenschwärze [ein Azetat, das aus der Reaktion von rostigen Eisen-Spänen in Essig-Säure entsteht]) aufkam: Constantin Kling nennt die Zeit nach dem Siebenjährigen Krieg, wobei es jedoch naheliegend wäre, dass bereits die aus hellem Buchen-Holz gefertigten Schäfte der Einheitlichkeit halber mit dem dunklen "Berliner Blau" (siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) gebeizt wurden, das dem Untergrund nach mehrfachen Auftragen eine tief-dunkelblaue bis blau-schwarze Tönung verleiht.

Fakt ist, dass das 40er Modell in Anlehnung an das Vorgänger-Modell produziert wurde, womit es aufgrund von Nach- oder Umarbeitungen auf den ersten Eindruck schnell zu Verwechslungen kommen kann. Erstes mögliches Identifizierungs-Merkmal eines Modells von 1741 ist die auf dem Schlossblech geänderte Gravur, die nach David Splitgerbers (1683 – 1764) Rückzug aus dem Waffen-Geschäft im Jahr 1741 die alleinige Führung der interner Link "Königlich Preussischen Gewehrfabrique" durch Gottfried Adolph Daum (1679 – 1743) besiegelte und für "Splitgerbers Erben" stehen sollte ('DSE'; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA). Das Blech selbst flach, wie es für sämtliche ab 1740 produzierten Teile Standard wurde, die sich jedoch noch in geschwungen oder spitz auslaufenden Enden unterschieden. Beide Versionen dieses Steinschlosses fanden auch in leicht kürzerer Version beim lokaler Link Husaren-Karabiner vom Modell 1742 Verwendung. Auch der Kolben wurde zwischen 1745 und 1780 in mehreren Schritten wieder reduziert und rückenseitig stärker abgewinkelt; letzte Fertigungen zeigen wieder eine wesentlich elegantere Form-Gebung. Ansonsten erfuhr das Modell von 1740 in den siebenundvierzig Jahren seiner Produktion eine ganze Reihe von kleineren Modifikationen. Genannt sein hier das Modell...

  • lokaler Link M 1740/73 (größeres Kaliber, zylindrischer Ladestock)
  • lokaler Link M 1740/80 (konisches Zündloch und Feuer-Schirm)

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Hersteller-Angaben
Entwickler: "Gewehrfabrique Potsdam"
Fabrik (Gravur): Potsdam 'POTSDAMMAGAZ'
Hersteller (Gravuren): Daum &Splitgerbers Erben 'DSE'
Produktionszeit: 1740 bis 1787
produzierte Stückzahl: keine Angaben
Verbreitung: Preussen, Braunschweig, Mecklenburg

Kategorisierung (allg.): siehe interner Link Muskete

Segmentierung
Gruppe: Vorder-Lader
Bereich: Nahbereichs-Waffe
Reichweite (effektiv): 75 bis 150 m (max. 300 m)
Sektion: glattläufige, flintenartige (Gewehre)
Art: Muskete
System: Steinschloss-Zünder
Kadenz: 3 bis 4 Schuss pro Minute
Typ: Infanterie-Gewehr
Modell: M/1740
Die folgenden Angaben sind Orientierungs-Werte, die je nach Einzel-Stück erheblich schwanken können (Angaben in Klammern benennen entweder Mittel-Werte verfügbarer Exponate oder beschreiben explizit das hier vorgestellte Beispiel). Die angeführten alten Maß-Angaben sind im Eintrag interner Link Maße und Einheiten erklärt...
technische Angaben
Gesamt-Länge: ca. 56,0 Berliner Zoll; 1.440,0 – 1.455,0 mm
Lauf-Länge: ca. 40,5 Berliner Zoll; 1.045,0 – 1.047,0 mm
Lauf-Befestigung: Stifte
Kaliber: ca. 0,70 Berliner Zoll (18,3 mm)
Kugel-Durchmesser: ca. 0,68 Berliner Zoll (17,5 mm)
Gewicht: 4.300 – 5.000 g (Buche 4.960 g)
Schlossblech-Länge: 178 mm
Schaft: Nussbaum- oder Buche-Vollschaft
Kimme: nein
Korn (Messing): Ovalkorn etwa 10 cm hinter der Mündung
Modifikation: lokaler Link Infanterie-Gewehr Modell 1740/73
lokaler Link Infanterie-Gewehr Modell 1740/80

Ansichts-Exemplar
Sammlung: externer Link Deutsches Historisches Museum, Berlin

Schloss M 1740
Detail-Ansicht: Steinschloss des Modells 1740



... zu den interner Link neupreussischen Feuer-Waffen (nach 1806 bis 1870)


... zurück zur interner Link Übersicht preussische Feuer-Waffen


... zurück zum interner Link KOMPENDIUM der Waffenkunde - Verzeichnis




NEU in der interner Link GALERIE...

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BUR

Burger, Ludwig

Deutscher Maler, Zeichner und Illustrator; Uniformenkundler.

* 19. September 1825 in Krakau; † 22. Oktober 1884 in Berlin


... mehr zum Thema: interner Link KARTEI der Historien-Malerei


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


... zurück zum interner Link Register





Burger
Ludwig Burger
Fotografie um 1862

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(1) Aus: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste; Band 12, Leipzig 1735, Spalte 1214 f.

(2) Aus: Leonard Haas: Kritische Zwischenbilanz über Europa; in: Schweizer Rundschau Nr. 5/1975

Letzte Änderung 12.01.2022: Éditions Larousse

Besuche seit dem 01. Dezember 2015

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