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   Eine ► Abteilung der ► "Freiwilligen Jäger" des ► 1ten Pommerschen Infanterie-Regiments Nr. 2 im Vorposten-Gefecht (Montage)   

feuer Lexikon - achen bis xt

AAC

Aachen

Stadt an den Quellen der Wurm im heutigen Nordrhein-Westfalen; römische Siedlung des 1. Jahrhunderts u.Z.


... mehr dazu lokaler Link "Aquae Granni"


Im frühen interner Link Mittelalter Residenz des Karolinger-Königs "Karl der Große" (auch bekannt als "Charlemagne"; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA), ab dem 9. Jhd. Reichs-Stadt dann Pfalz und Krönungs-Stätte der deutschen Könige.

Auf den Fundamenten der baufälligen Königshalle der Kaiserpfalz begannen im Jahr 1349 auf Drängen der Aachener Bürgerschaft die Bauarbeiten des Rathauses, dessen große und prunkvoll ausgestattete Säle für größere Zusammenkünfte optimale Voraussetzungen boten.


Der "Erste Friedensschluss von Aachen", geschlossen am 2. Mai 1668, beendete den spanisch-französischen Krieg von 1667 bis 1668 um die Spanischen Niederlanden; der "Zweite Frieden von Aachen" am 18. Oktober 1748 brachte eine Einigung im Österreichischen Erbfolgekrieg von 1740 bis 1748 (siehe dazu interner Link "Kriege in der absolutistischen Epoche".

Im Jahr 1794 wurde Aachen von den Franzosen besetzt und mit Frankreich vereint. Von 1802 bis 1825 war die Stadt Bischofssitz; 1815 dann samt der s.g. Rhein-Provinz dem Königreich Preussen angeschlossen.

Im Protokoll des Aachener Kongresses – 29. September bis 22. November 1818 – erklärten die vier Siegermächte Russland, Preussen, Österreich und England ihre Entschlossenheit, die in Frankreich wieder eingesetzte Bourbonen-Monarchie mit allen Mitteln schützen. Die Beitrittserklärung des restaurierten Königreichs Frankreichs zur interner Link "Heiligen Allianz" machte den sofortigen Abzug der seit 1814 im Land stehenden alliierten interner Link Besatzungs-Truppen möglich. Die noch ausstehenden Reparationen von 280 Millionen Francs, die 1815 auf insgesamt 700 Millionen Francs festgesetzt worden waren, wurden auf 265 Millionen Francs gesenkt.


Schlacht im II. Weltkrieg. Erbitterter Straßen- und Häuser-Kampf zwischen amerikanischen und deutschen Truppen vom 2. bis 21. Oktober 1944, der mit der Niederlage der Wehrmacht und erheblichen Zerstörungen der Stadt endete.


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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Rathaus von Aachen
Das Rathaus von Aachen.
Gemälde um 1800 von Johann Peter Scheuren (1774-1844).
Quelle ► Online-Präsenz des Aachener Rathauses.

AAR

Aarau

Kleinstadt und interner Link strategisch wichtiger Kreuz-Weg im Kanton Argau (Schweiz) an der von Süd-West nach Nord-Ost führenden Handels- und Verkehrs-Verbindung von Lausanne, Avenches, Solothurn, von da aus nach Augst und Basel den Rhein entlang, oder über Olten, Windisch, Baden hinauf in den Schwarzwald bzw. nach Westen über Zürich, Winterthur und Kontanz ins Allgäu.


Schon im 1. Jahrhundert u.Z. war Aarau ein bedeutender römischer Verkehrs-Knotenpunkt (siehe dazu externer Link "Google-Maps"). Über die hier verlaufenden interner Link "Römer-Straßen" begann die Unterwerfung der interner Link Provinzen von interner Link "Germania Superior" und interner Link "Raetia".

Von einem unbefestigten, jedoch hoch frequentierten Alpen-Pass ("Alpis Graia", heute als Grosser St. Bernhard bekannt) kommend, führte eine Römer-Straße vom Handelsplatz interner Link "Forum Claudii Vallensium", (heute Martigny) über das damalige wirtschaftliche und kulturelle Zentrum lokaler Link "Aventicum" (heute Avenches) zur keltisch-römischen Siedlung interner Link "Saludurum" (heute Solothurn). Hier überspannte eine von den interner Link Römern gebaute Brücke die Aare und führte weiter zum großen Militär- und Verwaltungs-Standort interner Link "Vindonissa" (heute Windisch), das zwischen den Jahren 14 bis 100 u.Z. nacheinander interner Link Garnison der "Legio XIII Gemina", dann der "Legio XXI Rapax" und der "Legio XI Claudia" war (siehe dazu interner Link Legion).

Über eine weitere Brücke bei lokaler Link "Aqua Helveticae" (heute Baden) ging es weiter in Richtung interner Link "Turicum" (heute Zürich), das anfänglich nur eine Zoll-Station war und später zum interner Link Kastell ausgebaut wurde.

Von "Aqua Helveticae" aus führte eine weitere Römer-Straße vorbei am Bodensee über interner Link "Brigantium" (heute Bregenz) nach interner Link "Cambodunum" (heute Kempten), damals Hauptstadt der Provinz "Raetia", ebenfalls interner Link Legions-Lager und wichtige Etappe auf dem Weg zum Raetischen interner Link "Limes".

Aus südöstlicher Richtung über interner Link "Lucerna" (heute Luzern) kommend, führte eine zweite Römer-Straße über Aarau hinauf zum Rhein und von da aus westlich nach lokaler Link "Augusta Raurica" (heute Augst), lokaler Link "Arialbinnum" (heute Basel) zum Obergermanischen Limes.


... siehe auch: interner Link Römische Siedlungen (Liste)


... mehr zum Thema: interner Link ROM - von Provinzen & Siedlungen


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ABM

Abmarsch

Im allgemeinen Sinn bezeichnet der Abmarsch das Abrücken einer militärisch organisierten interner Link Einheit vom Ort der aktuellen Position hin zu einem befohlenen Ziel bzw. zur nächsten bestimmten interner Link Marsch-Etappe, wobei zur Aufrechterhaltung der Ordnung üblicherweise eine interner Link Marsch-Formation gebildet wird. Im Fall eines drohenden interner Link bewaffneten interner Link Konflikts geht dem Abmarsch häufig der lokaler Link Ausmarsch aus der angestammten interner Link Garnison im Rahmen der interner Link Mobilisierung voraus.

Hingegen bezeichnet der Abmarsch im militär-taktischen Sinn im Gegensatz zum lokaler Link Aufmarsch den Übergang oder das Einschwenken einer militärischen Einheit aus einer interner Link linearen Gefechts- oder Inspektions-Aufstellung in die interner Link kolonnen-artige Marsch-Formation.

Organisatorisch bezeichnet der Abmarsch etwa ab den 18. Jahrhundert die kleinste Unterteilung einer interner Link Eskadron der interner Link Kavallerie, die in der Regel aus zwei interner Link Kompanien gebildet wurde. Jede Kompanie teilte sich wiederum in je zwei zweigliedrige interner Link Züge, die – um die gesamte Marsch-Kolonne nicht zu lang werden zu lassen – nach Möglichkeit in der üblichen Marsch-Formation "zu Vieren nebeneinander" ritten. Hintereinander bildeten diese Doppel-Paare den ersten, zweiten, dritten etc. Abmarsch. Marschierte die Eskadron infolge einer nach interner Link Beritten befohlenen dreigliedrigen Ordnung "zu Dreien nebeneinander" (bspw. zum Aufmarsch "en Parade"), so bildeten auch diese Reiter ähnlich der interner Link Rotte einen Abmarsch.

Zweck dieser Einteilung war es, während eines Marsches schnell eine geeignete Anzahl von Kavalleristen für operativ-taktische Aufgaben – bspw. zur Bildung einer lokaler Link Aufklärungs-Patrouille oder einer interner Link Eskorte, zur Verfolgung feindlicher interner Link Späh-Trupps oder zur Sicherung der Flanken, von Brücken, Furten oder Kreuzungen – aus der Marsch-Formation herauslösen und abkommandieren (abmarschieren lassen) zu können.


... siehe dazu auch externer Link WIKIPEDIA


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"zu Vieren nebeneinander"
Marsch-Formation der "Garde du Corps" auf der Berliner Friedrichstraße/Ecke Mauerstraße Nr. 95 um 1900.
Gut zu erkennen die Formation "zu Vieren nebeneinander"
(Quelle: ► "KUNSTKOPIE.DE")

ABS

Absolutismus

"L’État, c’est moi!"


Dieses Motto, das sich mit "Der Staat bin ich" übersetzen lässt, wurde lange Zeit dem französischen König Ludwig XIV. (1638-1715; besser bekannt als der "Sonnenkönig"; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) zugeschrieben, konnte jedoch nie belegt werden. Hingegen dürfte der französische Staats-Rat mehr als irritiert gewesen sein, als der junge König der Überlieferung nach am 9. März 1661 und damit am Tag des Todes seines "Leitenden Ministers" Kardinal Mazarin verkündete, dass er von nun an sämtliche Regierungs-Geschäfte selbst entscheiden werde. Als er daraufhin die meisten Minister seiner Regierung aus ihren Ämtern entließ, waren die Herren für einen kurzen Moment sicher um das eigene und vielleicht auch um Frankreichs Wohl ernsthaft besorgt, aber sich einig, dass der erst 22-jährige König bald wieder nach ihren Diensten verlangen werde.

Ein großer Irrtum...

Hingegen fasst der voran-gestellte Leitsatz sämtliche wesentlichen Merkmale des – in der Regel – von einem Monarchen in Form einer uneingeschränkten Alleinherrschaft bestimmten Regierungs-Systems bestens zusammen: Auf Lebenszeit steht der – "von Gottesgnadentum erhobene" – Monarch unangetastet an der Spitze einer von ihm persönlich geregelten und personell besetzten Ämter-Hierarchie. Seine Person repräsentiert den Staat (das König-Reich) nach innen und außen; sein Wille ist Gesetz; sein Wort ist entscheidend. Der Monarch ist damit oberster Richter, oberster Befehlshaber von lokaler Link Armee, interner Link Flotte und interner Link Polizei sowie in vielen Fällen auch oberster Priester. Er bestimmt über Land und Leute; er vergibt oder entzieht Ämter, Titel und Würden; er verfügt über das Münz-Recht und die Staats-Einnahmen; er entscheidet über interner Link Krieg und interner Link Frieden. Die Regentschaft selbst wird damit beinahe ausschließlich von den individuellen Wünschen, persönlichen Interessen und Befindlichkeiten sowie den aktuellen Ziel-Setzungen des jeweils amtierenden Herrschers charakterisiert. Da der absolutistisch regierende Monarch in all seinem Handeln, Wirken und Streben sich auf selbst verfasste Gesetze berufen kann -, bestenfalls die gott-gegebenen Gebote oder die Bedenken seiner Ratgeber zu berücksichtigen hat und auf die Belange seiner Untertanen wenig Rücksicht nehmen muss, ist die Regierungs-Form häufig von staatlich-politischer Willkür gekennzeichnet.

Als Weiterentwicklung der absoluten Monarchie und damit progressivere bzw. gegensätzliche Herrschafts-Form gilt die interner Link konstitutionelle Monarchie. Das Ende der absoluten Monarchie wurde mit der Französischen Revolution von 1789 – insbesondere mit der Hinrichtung des französischen Königs Ludwig XVI. (1754-1793; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) am 21. Januar 1793 – eingeleitet.


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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Familie von Ludwig XIV.
"Die göttliche Familie von Ludwig XIV."
Gemälde von Jean Nocret (1615-1672) im Schloss Schloss Versailles
(Quelle und Erklärungen: ► Wikipedia)

ABS

Abstands-Waffen

Abstands-Waffen bilden neben interner Link Kontakt-Waffen und interner Link Distanz-Waffen den zweiten Bereich der interner Link Blank-Waffen und gehören somit zum Gebiet der interner Link Gebrauchs- oder interner Link Nahkampf-Waffen.

Als Abstands-Waffen kommen alle Arten von interner Link Waffen oder waffenähnliche Gegenstände in Betracht, die in ihrer Konstruktion dazu bestimmt bzw. als Behelfs-Mittel geeignet sind, im Rahmen einer physischen Auseinandersetzung bzw. eines interner Link Zwei-Kampfes oder im Kampf "Mann gegen Mann" die lokaler Link Angriffs- oder interner Link Verteidigungs-Aktion einer Person nicht aus nächster Nähe und so mit einem messbaren Abstand zu unterstützen.

Einstufungs-Kriterium ist die interner Link effektive Reichweite, die bei einer Abstands-Waffe durch die Griff-, Schaft- oder Stangen-Länge zzgl. der eigentlichen Waffen-Länge (bspw. einer interner Link Klinge) bestimmt wird.


... mehr zum Thema: interner Link KATEGORISIERUNG der Waffen


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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Landeszeughauses Graz
Stangen-Waffen (Hellebarden, Piken, Spieße u.v.m.)
Ansicht aus der umfangreichen Sammlung des ► Landeszeughauses Graz
(Quelle: ► Universalmuseum Joanneum, 4. Obergeschoß, Foto: N. Lackner)

ABT

Abteilung

(engl.: Detachment; franz.: Détachement; russ.: Деташемент)

Im militärischen Sinn versteht man unter einer Abteilung allgemein eine zeitweilige und/oder zweckbestimmte Zusammenstellung von interner Link Soldaten und/oder interner Link Einheiten (in Teilen oder in Gänze) zu einer gesonderten bzw. gemischten Formation, die je nach personeller Stärke, interner Link Struktur und interner Link Gliederung, interner Link Bewaffnung und lokaler Link Ausrüstung mit speziellen militärischen Aufgaben betraut werden kann. Die Abteilung beschreibt also eine militärische Organisationsform, für die es in der Hierarchie militärischer interner Link Verbände und Einheiten keine offizielle Bezeichnung bzw. keine reglementierte Organisationsstruktur gibt. Zu unterscheiden sind spezielle und gemischte, interner Link operative, interner Link taktische und interner Link strategische Abteilungen.

Bspw. steht die lokaler Link "Armee-Abteilung" für eine strategische Formation, die zwischen einer lokaler Link Armee als übergeordneter interner Link Truppen-Teil und den einzelnen lokaler Link Armee-Korps als Teil-Verbände dieser Armee eingeordnet wird. Für die Bildung einer Armee-Abteilung werden bestimmte Einheiten der einzelnen Armee-Corps ausgewählt, von diesen "abgeteilt" und zu einem neuen Verband zusammengestellt, der für die Erfüllung eines speziellen strategischen Auftrages geeignet ist.

Taktische Abteilungen können hingegen kurzfristig aus Teilen bestehender und/oder aus Abgaben unterschiedlicher Einheiten gebildet (und somit aus verschiedenen interner Link Truppen- und/oder interner Link Waffen-Gattungen gemischt) werden oder Bezeichnung einer speziellen Abteilung sein. Taktische Abteilungen können somit auch Teile strategischer Abteilungen sein. Für interner Link Kommando-Unternehmen, interner Link Stoß- oder Späh-Trupps (und damit für operative Zwecke) werden in der Regel eine Anzahl von Spezial-Kräfte unterschiedlichster Waffen-Gattungen abkommandiert (somit zeitweilig dem Kommando ihrer Einheit entbunden) und für die Dauer der Unternehmung unter Befehl des mit der Führung der Abteilung beauftragten interner Link Offiziers gestellt. Handelt es sich dabei um eine überschaubare Abteilung bis zur Stärke eines interner Link Zuges, kann mit dem Kommando auch ein interner Link Unteroffizier betraut werden, der zu diesem Zweck zu einem "Vorgesetzten mit besonderem Aufgabenbereich" (siehe dazu militärische interner Link Vorgesetzte) ernannt wird.

Im Besonderen werden eine ganze Reihe militärischer Einheiten als Abteilung bezeichnet, deren militär-historische Herausbildung aufgrund technischer und organisatorischer Hintergründe nicht mit den Entwicklungsphasen der klassischen Truppen-Teile eines interner Link Heeres einherging.

Erste gesicherte Berichte über die Aufstellung von strukturierten Abteilungen, die für einen bestimmten Zweck oder für die Dauer eines besonderen Einsatzes aus dem übergeordneten Truppen-Teil herausgelöst oder aus verschiedenen Einheiten gebildet wurden, stammen aus dem 1. Jahrhundert v.u.Z.: Wiederholt zogen die lokaler Link römischen Legionen einzelne Einheiten aus ihrem Verband heraus und stellten diese Mannschaften unter Befehl eines "Centurio Supernumerarius" (siehe dazu lokaler Link "Centurio") zu neuen Abteilungen unterschiedlichster Stärke zusammen, die nach dem ihnen verliehenen lokaler Link Feldzeichen als lokaler Link "Vexillatio" bezeichnet und mit der Ausführung von militärischen als auch zivilen Aufgaben beauftragt wurden. Und bestand die lokaler Link Artillerie einer interner Link spätmittelalterlichen Streitmacht noch aus einzelnen interner Link Geschützen unterschiedlichster Typen, die im wahrsten Sinne "Stück für Stück" hergestellt -, als kostspielige Einzel-Stücke samt Bedienung angemietet - und somit "abgeteilt " von den interner Link Regimentern der interner Link Infanterie- und interner Link Kavallerie eingesetzt wurden, wandelten sich Status und Einordnung durch die zunehmende Verbreitung von Artillerie-Waffen in Folge der vorindustriellen Fertigung in interner Link Manufakturen bzw. professionellen Kanonen-Gießereien. Nach interner Link Kaliber genormte Geschütze samt zugehörigen interner Link Bedienungen wurden alsbald in s.g. interner Link Batterien zusammengefasst, deren personelle Stärke sich an der Größe einer interner Link Kompanie der Infanterie orientierte. Noch heute werden (nur im deutschen Sprach-Raum) zwei bis vier feuernde Batterien als Abteilung bezeichnet, die organisatorisch einem interner Link Bataillon entspricht. Führer einer derartigen Abteilung ist ein Offizier in der interner Link Dienst-Stellung Bataillonskommandeur; meist ein interner Link Stabsoffizier im interner Link Rang eines interner Link Majors oder interner Link Oberstleutnants.

Eine vergleichbare Entwicklungsgeschichte weisen interner Link pionier- bzw. ingenieur-technische Truppen und die interner Link Panzer-Waffe auf, deren Regimenter ebenfalls in mindestens zwei -, in der Regel drei bis maximal vier Abteilungen zu je drei bis vier Kompanien untergliedert sind (wobei Panzer ab dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts auch in Bataillone zusammengefasst werden).

Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden in allen europäischen Massen-Heeren (bedingt durch divers Konfrontationen bzw. Koalitionen, vor allem aber durch die sogenannte industrielle Revolution) beinahe zeitgleich eine Reihe von unterstützenden Formationen und versorgenden bzw. rückwärtigen Diensten, die meist auf der Ebene einer interner Link Division etabliert wurden. Neben interner Link Transport- (später Kraftfahr- oder Nachschub-), interner Link Sanitäts-, Instandsetzungs- bzw. Reparatur-Abteilungen sind hier vor allem die Abteilungen der interner Link Nachrichten-Truppe erwähnenswert. Wurden die Möglichkeiten der optischen interner Link Telegrafie von den konservativen Monarchen der Allianz gegen das revolutionäre Frankreich vollkommen ignoriert, so hatte Napoleon Bonarparte (1769-1821; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) die Vorteile einer schnellen und relativ sicheren Kommunikation schon als junger Offizier erkannt, deren Ausbau als Konsul gefördert und als Imperator praktisch genutzt. Im amerikanischen Bürgerkrieg (1861 – 1865; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) und vor allem in den folgenden Indianer-Kriegen (siehe dazu ebenfalls externer Link WIKIPEDIA) stellte die interner Link US-Army diverse Nachrichten-Abteilungen auf, die unter verlustreichen Kämpfen Anlagen für die elektrische Telegrafie errichteten (die – mit etwas modernerer Verdrahtung - teilweise noch heute genutzt werden). Und obwohl die interner Link neupreussische Armee bereits 1830 innerhalb der Pionier-Truppe auch einzelne Telegrafen-Einheiten aufgestellt hatte, wurden reguläre Abteilungen erst 1899 errichtet.

Erwähnenswert sind die preussischen interner Link Jäger- und interner Link Schützen-Abteilungen, die 1821 durch Teilung der bestehenden interner Link Linien-Bataillone entstanden waren und bis 1848 wieder auf die Soll-Stärke eines Bataillons verstärkt worden waren; dementsprechend auch wieder als Bataillone bezeichnet wurden.

Bei der aufkommenden interner Link Luft-Streitkräften des frühen 20. Jahrhunderts erfuhren vor allem die fliegenden lokaler Link "Luft-Schiffer"-Abteilungen (Zeppeline) höchste Popularität. Weniger Beachtung fanden die luftfahrzeug-technischen Abteilungen, die als graue Truppe am Boden die eigentlichen Voraussetzungen für die spektakulären Auftritte der Luft-Schiffe und interner Link Flug-Geräte schufen.


... siehe dazu übersichtlich: interner Link Truppen-Teile


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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 Taktisches Zeichen:

Siehe dazu ausführlich
Taktische Zeichen

Symbol Artillerie-Abteilung
Zeichen einer Abteilung
der ► Artillerie

MG-Kompanie
Deutsche MG-Abteilung, marschbereit, Sommer 1914
(Quelle: ► Blog "Klassik-Stiftung-Weimar")

ADJ

Fangschnur
Fangschnur; Flügel-Adjutant (Preussen)

Adjutant

(engl.: Adjutant; franz.: Adjudant; russ.: Адъютант; von lat.: adiuvare; helfen, unterstützen)

Der Adjutant (vermutlich von lat.: "ad-ditaementum": die Zugabe oder das Anhängsel; auch "ad-disco": in Begleitung lernen) ist in der Regel ein interner Link Offizier, der auf der jeweiligen Kommando-Ebene einem kommandierenden bzw. befehlshabenden Offizier als aktiver Gehilfe zur Seite steht. Die interner Link Dienst-Stellung ist nicht zu verwechseln mit der interner Link Ordonnanz.

Hauptsächlich ist der Adjutant mit der Führung des Schrift-Verkehrs betraut. Dazu gehört u.a. die Erstellung von Berichten und die Verfassung, Überbringung und Ausführungs-Kontrolle von Befehlen bzw. die Bestätigung von empfangenen Befehlen. Darüber hinaus steht es in der Verantwortung eines Adjutanten, den Kontakt zu sämtlichen unterstehenden oder in einer Front benachbarten interner Link Einheiten zu halten und den Kommandeur über das Geschehen innerhalb der Truppe zu informieren. Ziel ist es, den Adjutanten mit seiner Tätigkeit in die internen Organisations-Abläufe bei der Truppen-Führung und in die Pflichten und Verantwortungen eines Offiziers einzuführen. In Ausnahme-Fällen können erfahrene Adjutanten auch die Befehls-Gewalt über Einheiten übernehmen, die ihrem kommandierenden Offizier unterstehen.

Zu unterscheiden sind Truppen-, Generalstabs- und sogenannte Flügel- oder General- bzw. persönliche Adjutanten eines Monarchen.

Auf der Ebene eines interner Link Bataillons oder eines interner Link Regiments kommt der Adjutant aus der interner Link Rang-Klasse der jungen Truppen-Offiziere (auch als Junior-, Feld- oder interner Link Subaltern-Offiziere bezeichnet). Hier gewinnt er an der Seite eines Truppen-Stabsoffiziers Erfahrungen in der einfachen Truppen-Führung und ist u.a. für die Einsatz-Stärke, die Aufstellung und Überwachung von Dienst- und Ausbildungs-Plänen sowie die Durchsetzung der Disziplinar-Vorschriften zuständig.

Auf interner Link Brigade- oder interner Link Divisions-Ebene kommen die Adjutanten aus der Rang-Klasse erfahrener Truppen-Stabsoffiziere, die einem höheren General-Stabsoffizier (siehe militärischer interner Link Stab) oder direkt einem interner Link General unterstehen. Als potentieller General-Stabsoffizier bekommt der Adjutant konkrete Einblicke in die taktisch-operative Führung (siehe dazu interner Link Taktik) größerer militärischer interner Link Verbände und wird so auf eine eigene Führungs-Position vorbereitet bzw. auf seine Eignung geprüft. Der einzelne Adjutant verantwortet hier bspw. materiell-technische, personelle oder finanzielle Bereiche, fungiert als Berater in logistisch-taktischen Aufgaben-Stellungen und erstellt oder bearbeitet umfangreiche Befehls-Listen.

General-, Flügel- (auch lokaler Link "Aide-de-camp") oder persönliche Adjutanten haben auf Stabs- oder General-Stabsebene selbst jahrelange Erfahrungen gesammelt. Sie entwickeln strategisch-taktische Konzepte (siehe dazu interner Link Strategie) und beraten den Oberbefehlshaber bei der Führung größerer lokaler Link Armee-Verbände.

Die Verbindungen zu unterstehenden Verbänden oder verbündeten Armeen zu garantieren war Aufgabe der Flügel-Adjutanten, die während eines Feld-Zuges oder in der Schlacht die Befehle des Oberkommandierenden an die jeweiligen operativ-taktischen Verbände und Truppen-Teile übermittelten und im Bedarfs-Fall auch Kommando-Hoheit hatten.

Persönliche Adjutanten standen (und stehen) in der Regel einem Herrscher, einem Kriegs-Minister oder dem Chef eines General-Stabes zur Verfügung und fungierten hier als Berater bzw. vertraten die jeweilige Autorität vor Ort. Im diplomatischen Dienst finden persönliche Adjutanten noch heute Verwendung.


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Knoetel: Preussen 1810 - Adjutanten
Preussen um 1810
General- & Flügel-Adjutanten;
Band XVI. Blatt-Nr. 51 aus der
"Uniformenkunde" von
Prof. Richard Knötel
(Quelle: eigene Sammlung)

Knoetel: Preussen 1822 - Adjutant
Preussen um 1822
Persönlicher Adjutant;
Band XIV. Blatt-Nr. 35 aus der
"Uniformenkunde" von
Prof. Richard Knötel
(Quelle: eigene Sammlung)

ADL

Waigel-Chip
Revers-Seite einer 5 D-Mark- Münze von 1998 mit dem "Pleite-Geier"

Adler

(engl.: Eagle; franz.: Aigle; griech.: Aetos; lat.: Aquila)

Der Adler ist ein bereits in der lokaler Link antiken Mythologie oftmals beschriebener Greif-Vogel, dem häufig überlegene Charakter-Züge zugeschrieben wurden. Nach seinem Vorbild entwickelten sich so phantastische Gestalten wie der Greif oder die Harpyien. Bei den Griechen König der Tiere; Zeus wählte den Adler zu seinem interner Link Feld-Zeichen; in der römischen Legende Verkünder der Könige, und damit erstes Symbol der Republik. Etwa seit 100 v.u.Z. auch höchstes Feld-Zeichen einer römischen interner Link Legion (siehe lokaler Link "Aquila").

Im christlichen Mitteleuropa wurde der Adler mit Attributen wie mutig und wehrhaft, weitblickend, frei und tapfer belegt und ist seit Karl dem Großen (747 - 814; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) meist verbreitetes interner Link Wappen-Tier in der interner Link Heraldik. Kaum ein Rittergut oder ein Herzogtum, ein König- oder Kaiser-Reich, dessen Banner, Wappen oder Schild nicht von einem stilisierten Adler geziert wurde. Noch heute "flattert" ein Adler (pop.: "Pleite-Geier") als hoheitliches Emblem über der Bundes-Republik Deutschland, dessen Abstammung auf den brandenburgisch-preussischen Adler zurückgeht. Aber auch Amerika, Mexiko und Kolumbien, Russland, Albanien und Montenegro, Österreich, Polen und Moldawien seien hier beispielhaft für die prächtige Gestaltung ihrer interner Link Wappen genannt.

Besondere Popularität erfuhren die von Napoleon Bonaparte (1769-1821; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) nach dem Vorbild der römischen Legion wieder eingeführten lokaler Link "Aigles", die anfänglich an jedes interner Link Bataillon bzw. jede interner Link Eskadron der interner Link kaiserlich-französischen Armee verliehen und von diesen als höchstes Status-Symbol mit Stolz geführt und erbittert verteidigt wurden.


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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Menzel: Garde du Corps
Standarten-Träger der
"Garde du Corps"
handcolorierte Lithografie von
Adolph von Menzel in
"Die Armee Friedrichs des Großen in ihrer Uniformierung"

AER

franz. Aeronauten
6. Bataillon der Jäger zu Fuß (Pontoniere und Luftschiffer) in Straßburg.
"Generalmajor und Stabskapitän inspizieren den Start eines Luftschiffes"
Illustration von Frédéric Régamey für "Les garrisons d'Alsace au 19e siècle" (Elsässer Garnisonen im 19. Jahrhundert) von Fritz Kieffer.

Aeronaut/Aeronautik

(aus dem Griech.: Luft-Schiffer; Luft-Schifffahrt)

Der Aufstieg heißluft-betriebener Ballons ist bereits im kaiserlichen China etwa zur Zeiten-Wende nachgewiesen. Im europäischen Raum wurde diversen Quellen nach etwa ab dem interner Link Mittel-Alter mit Ballon-Fluggeräten experimentiert, doch konzentrierte sich im Allgemeinen hier die Forschung mehr auf die Erfindung von mechanischen Konstruktionen, die den Vogel-Flug nachzuahmen versuchten.

Mit den ersten – noch unbemannten – öffentlich veranstalteten Starts heißluft-gefüllter Ballons (umgangssprachl. auch Fessel-Ballons) im Jahr 1783 durch die Brüder Montgolfier (siehe dazu externer Link WIKIPEDIA)) stellte sich neben der Vielzahl spekulativer und relativ wahrscheinlicher Katastrophen-Szenarien bald auch die Frage nach realen und damit praktischen Möglichkeiten der Verwendung. Anfänglich als Attraktion auf Jahrmärkten zur "sensationellen Fernaussicht" genutzt, war es naheliegend, Ballon-Schiffe auch militärisch – bspw. zur Erkundung der Bewegung oder der interner Link Stellung gegnerischer interner Link Truppen – einzusetzen.

Der Beginn der militärischen "Observation de l'air" (siehe dazu lokaler Link Luft-Aufklärung) – und damit die Entwicklung einer vollkommen neuen interner Link Streitkraft – datiert auf den 2. Juni 1794: Während der Kämpfe um die Bastionen von Mauberge ließ die erst am 2. April errichtete "Compagnie d'aérostiers" der interner Link französischen Revolutions-Armee erstmals einen Fessel-Ballon aufsteigen, von dem aus die Stellungen der Österreichisch-Holländischen interner Link Belagerungs-Artillerie ausgemacht werden konnten. Zur Erkundung und Beobachtung der gegnerischen interner Link Aufstellung tauchte der "Entreprenant" benannte Ballon dann noch einmal am 26. Juni 1794 vor der Schlacht bei Fleurus auf. Und obwohl Napoleon Bonaparte (1769-1821; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) seinen Aeronauten auf Grund der Menge der nur umständlich zu transportierenden lokaler Link Ausrüstung, den aufwendigen Vorbereitungen für einen Ballon-Start und letztendlich den Abhängigkeiten von meteorologischen Bedingungen nur wenig Eignung für interner Link Kriegszwecke zusprach, gab er im Herbst 1803 den Befehl, im Rahmen der Vorbereitungen für die geplante Invasion Englands und angesichts der britischen Flotte nicht nur Möglichkeiten zu prüfen, den Kanal zwischen Calais und Dover mittels eines von den interner Link Genie-Truppen anzulegenden Tunnels zu "unterwandern", sondern auch zu beurteilen, ob Teile der rund 250.000 Mann umfassenden "Armée des côtes de l'Océan" (später auch "Armée d'Angleterre", ab 1805 dann interner Link "Grande Armée") die bei Niedrigwasser etwa 20 Kilometer messende Distanz mit Hilfe einer Ballon-Flotte überqueren können. Die Entscheidung gegen den Bau einer Ballon-Flotte fiel in Erinnerung an die Schlacht um Würzburg am 3. September 1796, in deren Verlauf der Beobachtungs-Ballon "Intrépide" durch österreichische Truppen abgeschossen und erbeutet wurde (das hervorragend erhaltene Stück ist heute im Heeresgeschichtlichen Museum Wien zu besichtigen und gilt als ältestes, noch erhaltenes Zeugnis militärischer Luft-Fahrt). Allein die Vorstellung, welch hervorragendes Ziel eine Flotte von Tausenden nah beieinander fliegender Ballons bieten würde, ließen die sicher mutigen und ambitionierten Pläne und hoch gestellten Ziel-Setzungen der französischen Ballon-Pioniere sprichwörtlich unter den Karten-Tisch Napoleons fallen. Kurios dabei: Etwa zur gleichen Zeit prüfte die britische lokaler Link Admiralität Möglichkeiten, mindestens eines ihrer im Kanal patrouillierenden Kriegs-Schiff mit einem Ballon auszurüsten, von dem aus die Vorbereitungen bzw. schlimmsten Falls auch der Beginn der französischen Invasion beobachtet und gemeldet werden könnte.

Der erste "moderne" Luft-Angriff der Militär-Geschichte wurde während des Revolutions- und Unabhängigkeitskrieges 1848/49 durch die interner Link österreichische Armee gegen die "Repubblica di San Marco" (siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) ausgeführt: Im Rahmen der Belagerung von Venedig starteten am 2. Juni 1849 die ersten 14 Ballon-Bomben, die jedoch infolge eines plötzlichen Umschlagens der Wind-Richtung vom Kurs abtrieben. Genau einen Monat später – am 2. Juli – explodierte dann die erste Bombe. Und obwohl die Zerstörungen relativ gering waren, genügte die psychologische Wirkung, die dem Anblick neuerlich aufsteigender Ballons unmittelbar folgte, dass die Stadt 2. August 1849 kapitulierte.

Als Ballon-Bomben werden unbemannte, ungelenkte Ballons bezeichnet, die eine Brand- oder Spreng-Ladung transportieren konnten. Gezündet wurden diese Ladungen anfänglich durch Batterie-Schlösser (siehe dazu lokaler Link Schloss-Systeme), die durch chemisch-physikalische Prozesse oder durch eine Reiß-Leine ausgelöst wurden; auch mechanische Zünder erwiesen sich als wenig verlässlich. Als Waffe fanden Ballons bei militärischen Auseinandersetzungen keine erwähnenswerte Verwendung.

Zur Beobachtung von Truppen- und Schiffs-Bewegungen, zur Aufklärung der gegnerischen Stellung oder zur Sicherung von Brücken oder Fluß-Furten, aber auch zur Erkundung des Terrains zur Vorbereitung von Märschen durch unerschlossenes Gebiet wurden Aeronauten während des amerikanischen Bürgerkrieges (1861 - 1865; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) von beiden Parteien eingesetzt.


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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Schlacht bei Fleurus
26. Juni 1794: Der Fessel-Ballon der Mosel-Armee bei Fleurus (Le Ballon captif de l´Armée de la Moselle á Fleurus).
Postkarte von Maurice Toussaint (1882-1974)
(Quelle: ► eigene Sammlung)

Invasion Englands
"Die Invasion Englands durch Napoleons Armée d'Angleterre"
Radierung um 1804
(Quelle: eigene Sammlung)

Civil War ballooning
31.05.1862: Schlacht bei Fair Oaks (Va.); Einsatz des Ballons "Intrepid" zur Beobachtung
(Quelle: Library of Congress; in ► "Air Balloons in the Civil War")

preus. Luftschiffer
Manöver einer preussischen Luftschiffer-Abteilung.
Illustration der "Werner Company" (Akron, (Ohio) für "Encyclopedia Americana" (dito ► "Encyclopaedia Britannica").

AGE

Agent

(lat.: Handelnder; Beauftragter)

Von einer Autorität zur Beschaffung bestimmter Informationen ausgesandte oder vor Ort gewonnene Person. Offiziell bspw. im diplomatischen, wirtschaftlichen oder kriminalistischen Dienst tätig und der Gegen-Seite bekannt bzw. von dieser akkreditiert. Bei inoffizieller Nachrichten- oder Objekt-Beschaffung und/oder ausgestattet mit einer sogenannten "Legendierung" (nachvollziehbare und beweisbare, jedoch falsche Lebens-Geschichte) spricht man auch von Spionage-Tätigkeit, die in der Regel von Gegen-Agenten zu verhindern bzw. aufzudecken versucht wird.


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AGE

Agentes in rebus

Die "Agentes in rebus" (lat.: mit einer besonderen Mission beauftragte Gesandte; kurz: Spione) waren Staats-Beamte des Römischen Reiches (siehe dazu interner Link "Imperium Romanum") bzw. Bedienstete des jeweils amtierenden interner Link Kaisers mit besonderen Hoheits-Rechten.

Erstmals urkundlich erwähnt wurden die "Agentes in rebus" im Jahr 319 u.Z., doch lassen diverse Quellen darauf schließen, dass es bereits zur Zeit der ersten Kaiser ein militärisch organisiertes und mit Sonder-Rechten ausgestattetes Corps berittener Boten gab.

Haupt-Aufgabe der geschulten Beamten, die in fünf Rang-Stufen dienten, war die Überbringung kaiserlicher Befehle oder das Einholen von Informationen, womit die Agenten mit königlichen lokaler Link Adjutanten vergleichbar wären.

Tatsächlich waren diese kaiserlichen Beamten wohl mehr geheime Agenten des Kaisers, der die Mitglieder dieses zuverlässigen Dienstes zur Kontrolle der interner Link Statthalter und interner Link "Quaestoren" einsetzte.

Die im offiziellen Dienst uniformierten und bewaffneten Agenten waren wegen ihrer guten Schulung und ihrer Macht-Fülle bei den römischen Regierungs-Stellen gefürchtet. Die Agenten rekrutierten sich aus der unteren Schicht der römischen Bürger, durchliefen eine mehrjährige Schulung, bis die interner Link Elite als "mittlere" Verwaltungs-Beamte im interner Link Heer ihren Dienst antraten (siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA). In dieser Position diente der junge Agent als reitender interner Link Bote. Annehmbar knüpften die Beamten hier bereits erste Kontakte zur jeweiligen Provinz-Verwaltung. Auf der nächsten Rang-Stufe (siehe interner Link Centuriones) bezogen sie eine Schlüssel-Position zwischen Militär- und Zivil-Verwaltung, was ihnen erste Einblicke in das Finanz- und Rechnungs-Wesen einer Provinz eröffnete. Als "gehobene" Verwaltungs-Beamte kontrollierten die gut bezahlten Agenten schließlich Finanzen, Haushalt und Verwaltung einer Provinz, wobei jedoch genau darauf geachtet wurde, dass der Beamte hier keinerlei familiäre Bindungen hatte.


... mehr zum Thema: interner Link ROM - Recht & Gesetz


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AGE

Ager

Als "Ager" (lat.: Feld, Land als hoheitliches Gebiet) wurde das Staats-Gebiet des Römischen Reiches (siehe dazu interner Link "Imperium Romanum") bezeichnet. Zu unterscheiden sind drei Bereiche:

1. Stadt und Staat von Rom samt Senat und Volk von Rom (siehe interner Link "SPQR") und den Bewohnern des direkten Umlandes, die das Bürger-Recht durch Geburt erhielten.

2. das Siedlungs-Gebiet der zwischen dem 5. und 1. Jahrhundert v.u.Z. unterworfenen Völker der Italiker, die erst in Folge des Bundesgenossen-Krieges von 90 bis 88 v.u.Z. (siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) nach dem Prinzip "divide et imimpera" (teile und herrsche) das römische Bürger-Recht durch Verleihung erhielten. Und beschrieb der Begriff interner Link "Provinz" (lat.: "Provincia") noch bis zum 1. Jahrhundert v.u.Z. einen konkreten Amts-Bereich in der Stadt Rom, wurde diese Verwaltungs-Einheit alsbald auf den ländlichen Raum in der Umgebung der Stadt -, dann auf ganz Italien übertragen und schließlich zum Synonym aller von Rom eroberten und verwalteten Gebiete.

3. die von interner Link Statthaltern im Namen Roms regierten Provinzen, deren Bewohner nach diversen Kriterien des römischen Rechts eingestuft wurden.


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AGR

Agraffe

Agraffe (frz.: Agrafe; Haken)

Zierendes, meist ornamental überfrachtetes Schmuck-Stück zum Verschluss, dem Zusammen-Haken oder Fixieren von Kleidungs-Stücken. Annehmbar hervorgegangen aus der bronze-zeitlichen Gewand-Nadel (Fibel). In der Regel vier-, sechs- oder acht-passförmig (siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA). Mit dem Aufkommen breitkrempiger Hüte nach spanischer und schwedischer Mode gingen die Träger alsbald dazu über, anfänglich eine Seite der Krempe hochzuschlagen und mit Nadeln oder Knöpfen, Schleifen oder Kokarden zu fixieren. Als Status-Symbol trugen höhere interner Link Offiziere anfänglich sogar Broschen (Damen-Schmuck), aus denen findige Juweliere dann die "Hut-Nadel für den Herren" entwickelten.

Mit der Verbreitung von Drei- oder interner Link Zwei-Spitz-Hüten (siehe dazu militärische interner Link Kopf-Bedeckungen) im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Agraffe Bestandteil der interner Link Uniform, wobei die Kopf-Bedeckungen der Mannschaften oder die Feld-Hüte der Offiziere in der Regel von gestickten Attrappen, Bommeln oder Schleifen verziert waren.


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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Agraffe
Agraffe


AIG

Aigle ("impériale" oder "de drapeau")

Nach seiner Wahl zum Ersten interner Link Konsul auf Lebens-Zeit (2. August 1802) und in Vorbereitung seiner Selbst-Erhebung zum interner Link Kaiser aller Franzosen (2. Dezember 1804) erließ Napoleon Bonaparte (1769-1821; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) im Rahmen seiner Militär-Reformen im Mai 1804 ein Dekret, das den lokaler Link Adler (franz.: Aigle) zum interner Link heraldischen Emblem der französischen Republik (und des späteren Kaiser-Reichs) bestimmte. Napoleon verband diesen Akt nicht nur mit der Begründung, das vielerorts noch prangende interner Link Lilien-Wappen der gestürzten Bourbonen-Dynastie (siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) mit einem klassischen und somit populären Symbol zu ersetzen, das die Abschaffung der Monarchie versinnbildlichte, sondern war vor allem bestrebt, die interner Link Soldaten und interner Link Offiziere der interner Link französischen Armee mittels eines ehrenvollen interner Link Feld-Zeichens an seine Person zu binden und damit auf die Position des von ihm angestrebten Kaiser-Amtes einzuschwören. Ab Sommer 1804 verlieh Napoleon den "Adler der Republik Frankreich" - später den "Adler des Kaisers" - in einem sakral-ähnlichen Ritual nach dem Vorbild der römischen Imperatoren (siehe dazu auch lokaler Link Aquila) als höchste Auszeichnung an sämtliche französischen interner Link Garde- und interner Link Linien-Truppen, die sich in den Kriegen um die Verteidigung der Revolution (1789-1799; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) verdient gemacht hatten.

Der prestige-trächtige "Aigle de drapeau" (Adler der Fahne), der ab dem Jahr 1805 die interner Link standarten-artigen interner Link Regiments-Fahnen (franz.: Drapeau) der meisten interner Link Bataillone und interner Link Eskadronen zierte und anfänglich auch im Feld präsent war, wurde in stilisierter Pose aus Bronze gegossen brachte ein Stück-Gewicht von rund zwei Kilogramm auf die Fahnnen-Stange. In Vorbereitung des interner Link Feld-Zuges gegen Preussen erließ Napoleon im Jahr 1806 jedoch die Weisung, das die interner Link Husaren und die interner Link Jäger zu Pferd sämtliche Adler im interner Link Depot zu belassen hatten, die interner Link Dragoner nur einen -, die interner Link Kürassiere drei Adler im Feld zeigen sollten. Dem entgegen beanspruchten diverse interner Link Regimenter der leichten interner Link Kavallerie die gleichen Rechte wie Dragoner und Kürassiere, überhörten den Befehl und führten mindestens einen Adler weiterhin voller Stolz (und wohl wie von Napoleon beabsichtigt) auch im s.g. externer Link Halbinsel-Krieg.

Im Dezember 1811 erging dann die Weisung, dass pro Regiment nur noch ein Adler gezeigt werden sollte, der stets vom ersten Bataillon bzw. von der ersten Eskadron geführt wurde (wobei bereits viele Adler durch Teilungen bzw. Abgaben auch an neu errichtete interner Link Einheiten abgegeben worden waren).

In Vorbereitung des Feld-Zuges gegen Russland erging dann per Dekret vom 1. März 1812 der strikte Befehl, sämtliche Fahnen in der Heimat zu belassen (was in Teilen wohl erneut "überhört" wurde, denn nachweislich waren diverse Fahnen der interner Link Kaiser-Garde in den Schlachten bei Smolensk (17./18. August 1812; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) und Borodino (7. September 1812; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) gesehen worden, wobei der Überlieferung nach kein Adler verloren ging; vielmehr wurde mindestens eine Fahne der Garde verbrannt, der Adler gerettet).

Offiziell waren einzig die von interner Link Unteroffizieren (Porte-Fanion) getragenen farbigen, in der Regel unverzierten (von vielen interner Link Obristen jedoch nach eigenem Gutdünken gestalteten) Bataillons- bzw. Eskadrons-Fanions erlaubt, wobei die zweite Einheit regulär weiß, in weiterer Reihen-Folge rot, blau – und sofern vorhanden - grün und gelb zeigte. Dieses Dekret führte zur kuriosen Situation, dass bspw. die Regimenter der interner Link Mittleren und der interner Link Jungen Garde, die entweder dem interner Link Grenadier- oder Jäger-Corps angehörten und noch nicht über einen Adler verfügten, bis 1813 ausschließlich farbige Fanions führten, wobei die vorgenannten Bataillons-Farben hier auf die Regimenter übergingen (bspw. war dem Regiment interner Link "Fusiliers-Grenadiers" der Mittleren Garde anfänglich ein Stück von blauer -, nach Aufnahme der interner Link holländischen Grenadiere in die Garde von roter Farbe befohlen worden, die interner Link "Voltigeurs" der Jungen Garde trugen rote -, die interner Link "Tirailleurs" weiße; allgemein im Kanten-Maß von sechsundfünfzig Zentimetern Breite und fünfundsechzig Zentimetern Höhe.

Im Jahr 1813 wurde das bereits im April 1812 befohlene neue Fahnen-Modell in der Truppe eingeführt: Zwar blieb die quadratische Grund-Form der Fahne mit einem Kanten-Maß von achtzig Zentimetern für die Kavallerie und hundert Zentimetern für die interner Link Infanterie erhalten, doch wurde das von den Bourbonen übernommene weiße Feld, das gegen Ende der Revolutions-Kriege in den Kanten mit roten und blauen Drei-Ecken verziert worden war, durch die bis heute geführte interner Link "Trikolore" ersetzt.

Träger des Adlers (bzw. der ca. zweihundertfünfzig Zentimeter langen Fahnen-Stange) war in allen Regimentern in der Regel ein zum Offizier beförderter Soldat (Porte-Aigle) mit mindestens zehn Dienst-Jahren, der in wenigstens vier Schlachten mit Auszeichnung gekämpft hatte. Ihm standen zwei interner Link Sergeanten (zweiter und dritter Adler-Träger) zur Seite, die den Adler mit interner Link Hellebarden deckten. Diese Stücke waren mit Fanions von sechzig Zentimetern Länge und zwanzig Zentimetern Breite geschmückt waren. Der rechte Sergeant trug den Wimpel in rot mit weißem Regiments-Titel oder dem Schrift-Zug NAPOLEON, der linke weiß mit rotem Titel. Verstärkt wurde die Eskorte von weiteren sechs Unteroffizieren im Rang eines interner Link "Fourriers", in der Schlacht häufig auch von den interner Link "Sappeurs".


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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Aigle d'infanterie de ligne
"Aigle de drapeau" (vor 1812)
Adler der Linien-Infanterie
unbekannter Künstler
(Quelle: ► "1812-war.com")

Vernet: Aigle-de-drapeau
"Aigle de drapeau" (ab 1812)
Adler der Linien-Infanterie
Abbildung aus der Serie:
"La Grande Armée" von
Carle Vernet

Vernet: Battailon-fanions
Bataillon-Fanions
Fanions der Linien-Infanterie
Abbildung aus der Serie:
"La Grande Armée" von
Carle Vernet

Aigle d'infanterie de ligne
"Aigle de drapeau"
Adler der Linien-Infanterie
unbekannter Künstler
(Quelle: ► "warflag.com")

ALA

Ala

Im militärischen Sinn verstand man unter einer "Ala" (lat.: der Flügel, Plural: "Alae") zur Zeit der römischen Könige und der frühen Republik eine lokaler Link Abteilung von bewaffneten interner Link Kriegern, die anfänglich von den jeweiligen Verbündeten des Stadt-Staates von interner Link Rom gestellt und überwiegend vom "Fuß-Volk" formiert wurden. Aufgeteilt über beide Flügel der interner Link Schlacht-Ordnung einer römischen interner Link Legion war es Aufgabe der beiden "Alae", die interner Link Flanken der lokaler Link Aufstellung zu decken ("Ala sinistra"; der linke Flügel bzw. "Ala dextra"; der rechte Flügel). Mit dem Übergang zur Konsular-Republik um 510 v.u.Z., dem Aufkommen der s.g. "Reiter-Völker" bzw. der Bildung berittener Truppen (wobei domestizierte Pferde im lokaler Link antiken Europa militärisch bis dahin beinahe ausschließlich als Zug-Tiere für die Streit-Wagen Verwendung fanden), der erfolgreichen territorialen Expansion in die latinischen und italischen Gebiete und der Einteilung der römischen Bürger in Standes-Schichten ging der Begriff auf die römische interner Link Reiterei über, die anfänglich ausschließlich von der römischen Ober-Schicht (dem Stand des s.g. "Equester Ordo", lat.: der reitende Stand; siehe dazu interner Link "Equites", die Reiter; daraus allg. interner Link "Ritter") gebildet wurde. Zum Ende der Republik und in der Kaiser-Zeit wurde die "Ala" dann Bezeichnung für eine strukturierte und hierarchisch gegliederte interner Link Einheit der regulären römischen interner Link Kavallerie, gleich ob diese von Mannschaften römischer oder nicht-römischer Herkunft gebildet wurde.

Schon die klassische griechische interner Link Phalanx wurde ab dem 6. Jahrhundert v.u.Z. in der Regel an den Seiten der Aufstellung von Reiter-Formationen gedeckt, die als schnell bewegliche interner Link Reserven hauptsächlich die Aufgabe hatten, mögliche lokaler Link Umfassungs-Angriffe des Gegners abzuwehren, verstärkend an den Brenn-Punkten einer interner Link Schlacht einzugreifen oder selbst lokaler Link Attacken zu reiten. Darüber hinaus wurde die Reiterei mit der lokaler Link Aufklärung und der Deckung der interner Link Marsch-Ordnung beauftragt und hatte die Verfolgung eines geschlagenen Gegners zu übernehmen.

Der frühe Stadt-Staat von Rom konnte wohl schon im Jahr 750 v.u.Z. (nach der Vereinigung der "Hügel- und Berg-Römer") ein interner Link Miliz-Heer von etwa neunzig bis hundert interner Link Zenturien aufbieten, die von Bürgern des ersten Aufgebots im Alter zwischen achtzehn und sechsundvierzig Jahren formiert wurden. Hier entwicklete sich die berittene römische "Ala" aus der Klassen-Einteilung der römischen Bürger, die zur Mitte des 5. Jahrhunderts v.u.Z. für die Wahl-Berechtigung in der Volks-Versammlung, der Heeres-Versammlung und der Festsetzung der direkten Besteuerung (Zensus) nach Herkunft und Stand, Alter und Besitz in Standes-Gruppen zusammengefasst worden waren ("Comitia Centuriata"; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA). Die hier erfassten Daten wurden ebenfalls Grundlage für eine Aufteilung sämtlicher waffenfähigen Bürger Roms in sechs Vermögens-Gruppen, von denen die unterste Klasse etwa zweitausendvierhundert leichtbewaffnete interner Link Veliten und die mittleren vier Klassen rund sechstausend schwerbewaffnete interner Link Hopliten für das römische interner Link Heer aufboten. Die Ober-Schicht der vermögenden Bürger bildete etwa sechs Hundertschaften, die zu Pferd und verteilt auf die beiden Flügel einer zum Kampf formierten Legion auch hier die ungeschützten Flanken deckten. Etwa im Jahr 500 v.u.Z. und so mit dem Beginn der Republik und den damit verbundenen Kriegen gegen die Völker der Italiker (bzw. Etrusker) wurde die Flanken-Deckung den Kontingenten der von Rom gewonnenen interner Link Vasallen übertragen. Anfänglich stand der Begriff "Ala" hier zusammenfassend für sämtliche interner Link Infanterie- und Kavallerie-Einheiten der Bundes-Genossen. Mit der Vergabe des römischen Bürger-Rechts an die Völker der italischen interner Link Provinzen und der Eingliederung der Krieger in die reguläre römische Legion, ging die Bezeichnung "Ala" auf die Reiterei der nicht-römischen Hilfs-Truppen über, die bevorzugt unter den Stämmen geworben wurden, die mit dem momentanen Gegner Roms verfeindet waren (siehe dazu lokaler Link "Auxilia").

Eine frühe Beschreibung der römischen Reiterei etwa zwischen dem 3. und 2. Jahrhundert v.u.Z. ist mit der Universal-Geschichte "Historai" des griechisch-römischen Geschichts-Schreibers Polybios (etwa 200 - 150 v.u.Z.; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) überliefert: Hier unterteilte sich eine "Ala" von nunmehr etwa dreihundert Reitern in zehn interner Link "Turmae" ("Turma"; lat.: der Schwarm) zu je drei interner Link "Decuriae" (von "decem"; lat.: zehn, somit die Zehner-Schaften). Diese Formation wird auch in den Quellen bzgl. der Militär-Reformen des Gaius Marius (um 158 - 86 v.u.Z.; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) bestätigt.

Über die interner Link Struktur und interner Link Gliederung der Reiter-Einheiten zu Zeiten der mittleren und späten Republik ist wenig bekannt. Nach gegenwärtigen Quellen verfügte die s.g. "Konsular-Armee", ein interner Link Verband, der in der Regel befristet bzw. für die Dauer eines Feldzuges aus mindestens zwei Legionen gebildet und dem Kommando eines interner Link "Konsuls" unterstellt wurde (siehe dazu interner Link Konsular-Legion), über eine Reiter-Einheit von insgesamt etwa eintausend "Equites", die entweder über die beiden Legionen verteilt oder geschlossen eingesetzt werden konnten. Diese "Ala milliaria" (von "militare"; lat.: Kriegsienst leisten, was vermuten lässt, dass es sich hier um eine Einheit römischer oder römisch-latinischer Kriegsdienst-Leistender handelte) gliederte sich in vierundzwanzig "Turmae", von denen zwanzig den jeweils zehn interner Link Kohorten der beiden Legionen beigegeben waren, und vier interner Link Elite-Turmae ("Equites extraordinarii"), die beinahe ausschließlich für Aufklärungs- und interner Link Eskorten-, interner Link Boten- und vor allem interner Link Leib-Wachen-Dienste bereit standen (siehe dazu auch interner Link "Speculatores"). Zusammen mit den beiden ersten bzw. den Elite-Kohorten der zwei Legionen ("Pedites extraordinarii") entwickelten sich hier die Anfänge der legendären interner Link Prätorianer-Garde.

Gaius Iulius Caesar (100 – 44 v.u.Z.; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) verstärkte seine Legionen grundsätzlich mit Auxiliar-Truppen, die ausschließlich von leicht- und/oder schwer-bewaffneten Reitern nicht-römischer Herkunft gebildet wurden. Diese "Ala quingenaria" ("quinaria"; lat.: fünf enthaltend) der "Auxilia" umfasste rund fünfhundert Reiter, die in sechzehn "Turmae" zu jeweils drei "Decuriae" aufgeteilt waren. Somit hatte die "Ala" etwa zur Zeiten-Wende eine planmäßige Mannschafts-Stärke von insgesamt vierhundertachtzig Reitern und war damit ebenso stark wie eine Kohorte der römischen Infanterie.

In der Übergangs-Phase der späten Republik zur Kaiser-Zeit, insbesondere ab der Herrschaft des Augustus (63 v.u.Z. – 14 u.Z.; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) und dem Auf- bzw. Ausbau eines interner Link "Stehenden Heeres" , muss es verschiedene Strukturen und Gliederungen der Reiter-Formationen gegeben haben. Gesichert ist, dass Augustus jeder Legion die Aufstellung von Reiter-Abteilungen befohlen hat, wobei einige Quellen eine Formation von vier "Turmae" mit insgesamt einhundertzwanzig Reitern nennen, die jedoch nur in Ausnahmen im Rahmen einer Schlacht eingesetzt wurden, sondern vielmehr mit den voran beschriebenen Elite-Diensten betraut waren (in wieweit diese vier "Turmae" identisch mit den vorbeschriebenen vier Elite-Einheiten der "Equites extraordinarii" sind, ist fraglich, retrospektiv jedoch naheliegend). Hingegen beschreibt Publius Flavius Vegetius Renatus, ein Kriegs-Theoretiker des 4. Jahrhunderts (Daten unbekannt, siehe dazu externer Link WIKIPEDIA), in seinem Haupt-Werk "Epitoma rei militaris", dass Augustus jeder Legion seiner lokaler Link Armee eine Truppe von siebenhundertsechsundzwanzig "geharnischten Reitern" zur Seite gestellt hat. Diese Legions-Reiterei ("Equites Legionis") untergliederte sich in zweiundzwanzig "Turmae" zu je dreißig "Equites", die je von einem interner Link "Decurio" geführt wurden. Als interner Link Standarte zeigte jede "Turma" annehmbar ein eigenes interner Link "Vexillum"; die "Ala" selbst führte als interner Link Feldzeichen ein interner Link "Signum". Kommandeur der "Ala" war ein interner Link Offizier im Rang eines interner Link "Praefectus Cohortis", der in der Regel in der römischen Legion zuvor als interner Link Zenturio ausgebildet und vom Kaiser aufgrund seiner Verdienste befördert worden war. Andere Quellen nennen als Führer der Legions-Kavallerie einen interner Link "Tribunus semestris" (lat.: halbjährlich, was ein wechselndes oder zumindest befristetes Kommando vermuten lässt). Als Stellvertreter fungierte der "Decurio Princeps" (lat.: der Erste), der die "Ala" im täglichen Dienst -, in der Schlacht-Ordnung annehmbar den linken Flügel der Aufstellung befehligte (Polybios nennt hier auch den interner Link "Optio", ein Titel, der jedoch mehr eine Dienst-Stellung als eine Rang-Klasse bezeichnet). Darüber hinaus wird in späteren Quellen noch ein interner Link "Curator" erwähnt, der annehmbar in der Stellung eines interner Link Feldwebels diente. Dazu mindestens noch zwei interner Link Trompeter (siehe dazu interner Link "Tubicen"), die für die interner Link Signal-Gebung nach diversen Quellen einen interner Link "Lituus" verwendeten.

Die Gliederung der "Ala" in elf Doppel-"Turmae" bietet Raum für eine These: Standardmäßig unterteilte sich eine römische Legion von der späten Republik bis zur hohen Kaiser-Zeit in zehn Kohorten, deren erste Kohorte vielen Beschreibungen nach (spätestens ab Augustus) doppelt so stark war, wie die übrigen Einheiten. Dem gegenüber stand jedoch die Praxis vieler römischer interner Link Feldherren, interner Link Legaten und interner Link Statthalter, nach dem Vorbild ihres interner Link Imperators eine eigene Leib-Garde (Praetorianer) zu errichten, die als Elite-Kohorte in der jeweiligen Residenz Wach- oder Eskorten-Dienste verrichtete bzw. während eines interner Link Feldzuges als zusätzliche Kohorte in die reguläre Legion eingereiht wurde (und so die erste Kohorte verstärkte). Neben diesen "Garden zu Fuß" werden auch Reiter-Truppen erwähnt, die als "Equites singulares" bezeichnet und als "Garden zu Pferd" beschrieben wurden, die einzig dem Befehl des Kaisers bzw. Statthalters oder Legaten unterstanden. So sich die reguläre Legion zur Kaiser-Zeit in zehn "Linien"- und eine Elite-Kohorte untergliedern würde, kämen auf jede Kohorte zwei "Turmae", womit die Struktur der gesamten Legion wieder dem von den Römern angestrebten Ideal eines leicht zu übertragenden, unkompliziert zu berechnenden und somit allgemeingültigen Schemas folgen würde. Darüber hinaus wird diese These auch durch die Tatsache unterstützt, dass die Errichtung eines Stand-, Marsch- oder interner Link Kohorten-Lagers ("Castellum" siehe dazu auch interner Link "Castra") nach einem festen Prinzip erfolgte, und das Kohorten-Lager selbst ab Mitte des 1. Jahrhunderts von einer Kohorte samt der beiden ihr zugehörigen "Turmae" belegt wurde (siehe dazu ausführlich die interner Link "These zur 11. Kohorte").

Im 2. Jahrhundert wurde die vorbeschriebene Gliederung der Reiterei wieder aufgegeben. Die einzelnen "Alae" wurden mehr und mehr nach der jeweils verwendeten Haupt-Waffe (bspw. interner Link Bogen-Schützen (siehe dazu interner Link  "Sagittarius"); leichte bzw. schwere interner Link Lanzen-Reiter, siehe dazu interner Link "Hastilarius") oder nach der Art der Panzerung (siehe dazu interner Link "Clibanarius" bzw. interner Link "Catafractarius") geordnet und in Friedens-Zeiten in eigenen Kohorten-Lagern stationiert, die in regelmäßigen Abständen entlang des interner Link "Limes" lagen. Hier waren die Reiter mit interner Link Patrouillen- bzw. Aufklärungs-Diensten beauftragt, konnten aber im Fall eines Einsatzes auch schnell zu einer größeren Streit-Macht zusammengezogen werden.

Zum gegenwärtigen Stand konnten auf dem Gebiet des ehemaligen römischen Imperiums etwa achtzig "Ala quingenaria" und sieben "Ala milliaria" nachgewiesen werden.


... mehr zum Thema: interner Link ROM - von Legionären & Legionen


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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römische Reiterei
Römische Reiterei
Relief auf der "Traianssäule"
(Quelle: ► Wikipedia)

römische Reiterei
Römischer Auxiliar-Reiter
Reiter-Grabmal, Köln
Römisch-Germanisches Museum der Stadt Köln
(Quelle: ► Wikipedia)

römische Reiterei
Reiter-Schlacht
Relief auf dem Reiter-Grabmal, Glanum, Frankreich
Mausoleum Glanum
(Quelle: ► Wikipedia)

römische Reiterei
"Eques Romanus"
Rekonstruktion eines römischen Reiters zur Kaiser-Zeit
Römisches Museum in Canterbury, Kent
(Quelle: ► Wikipedia)

AND

Dreispitz
Dreispitz aus der Zeit des amerikanischen Unabhängigkeits-Krieges.
Quelle: ► National Park Museum, Morristown

"Androsman"

Als "Androsman" wird eine hybride Form des interner Link drei- bzw. zwei-spitzigen Hutes ("Cocked Hat") bezeichnet, dessen abgerundete Vorderseite beidseitig rückwärts gebogen und mäßig nach unten geschwungen zur steifen und gerade aufgeschlagenen Hinterseite verlief. Die Art des Krempen-Aufschlages kam etwa zur Mitte des 18. Jahrhunderts unter interner Link Offizieren der interner Link Britischen Armee auf und wurde schnell von Offizieren anderer europäischer lokaler Link Armeen übernommen. Populärstes Modell dieses Typs ist der s.g. "Napoleon-Hut", der allgemein als interner Link Zweispitz eingeordnet wird. Aktuell tragen noch die italienischen interner Link Carabinieri eine interner Link Kopf-Bedeckung dieser Art.


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Nelsos Hut
Hut des Admirals Horatio Nelson.
Quelle: ► Sammlung "Westminster Abbey"

ANG

Angriff

(engl.: Attack; franz.: Attaque; russ.: Атака)

In der Betrachtung gewaltsamer zwischen-menschlicher Konflikte sind semantisch grundsätzlich zu unterscheiden:

In der Betrachtung historischer Konflikte ist der Umstand beachtenswert, dass dem militärischen Angriff oftmals ein verbaler oder physischer Angriff auf eine Person oder eine Personen-Gruppe vorausging, wobei der militärische Angriff bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Detail wiederum überwiegend durch physische Angriffe im Rahmen von Kämpfen "Mann gegen Mann" gekennzeichnet wurde.

In archaischen bzw. autokratisch-patriarchalischen Kulturen führte (und führt) die "Beleidigung" von bestimmenden ideellen Ehr-, Moral-, Wert- und/oder Religions-Auffassungen häufig zu "Rache-Zwängen", die in der Regel nur in Form einer gewaltsamen Auseinandersetzung "befriedigt" werden konnten (und können). Vorbereitung und Verlauf derartiger Konflikte werden dabei nach wie vor von rituell zelebrierten Drohungen und Verwünschungen bzw. gezielten demagogischen Diffamierungen, Verleumdungen und Verhetzungen unterstützend begleitet und werden in Folge oftmals über Generationen durch die s.g. "Blut-Rache" bzw. die "Erb-Feindschaft" weiter getragen. Hintergründe gewaltsamer Auseinandersetzungen sind jedoch nur im seltensten Fall ideelle Interessens-Gegensätze, die von den Konflikt-Parteien lediglich zur ideologischen Beeinflussung missbraucht werden. Tatsächlich liegen die Ursachen der meisten gewaltsamen Konflikte im Vormacht-Streben einzelner Personen bzw. von Personen-Gruppen mit sich ergänzenden Interessen.

Wissenschaftlich werden die vielfältigen Ursachen und Begründungen gewaltsamer Auseinandersetzungen in der Konflikt-Forschung analysiert. Bemerkenswert ist dabei der Umstand, dass Kriterien, die in der Kriminalistik im Bereich "Grund des tätlichen Angriffs" angeführt werden, beinahe identisch mit den Kategorien sind, in die die militär- bzw. kriegsgeschichtliche Forschung die Ursachen kriegerischer Auseinandersetzungen einzuordnen versucht (siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA).

 

Achilles vs. Hector
"Achilles vs. Hector"
antike Vasen-Malerei zum Trojanischen Krieg
The British Museum, London
(Quelle: ► British Museum, Collection)

Ritter-Kampf
Ritter-Kampf
Post-Karte

Angriff (physischer Art)

Im juristischen Sinn versteht man unter einem physischen Angriff in erster Hinsicht eine Tätlichkeit (Gewalttat), die von einer Person gegen eine andere Person im Rahmen eines "interpersonalen Konflikts" (einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen mindestens zwei Personen) ausgeübt wird. Dazu zählen in erster Linie alle Arten von Schlägen und Tritten sowie Verletzungen, die infolge des Einsatzes s.g. interner Link Gebrauchs-Waffen zustande kommen. Strafrechtlich relevant ist dabei primär die Frage, ob eine Tätlichkeit im Rahmen eines Angriffes oder einer interner Link Verteidigung zur Abwehr eben dieses Angriffs erfolgte bzw. als Gegen-Angriff zu werten ist, wobei in Fällen einer Notwehr wiederum zu klären ist, ob die hier ergriffenen Maßnahmen zur Abwehr eines Angriffs gerechtfertigt und angemessen waren.

Allgemein ist ein physischer Angriff die Eröffnung oder ein Bestandteil eines interner Link Zwei-Kampfes, der unbewaffnet oder bewaffnet ausgeführt werden kann. Praktisch wird die Ausführung eines spezifischen Angriffs im Rahmen einer sportlichen Übung einstudiert oder im Verlauf einer militärischen lokaler Link Ausbildung vermittelt und in s.g. "Figuren" methodisch exerziert bzw. "gedrillt".

Für den interner Link Nah-Kampf wurden schon in der interner Link ritterlichen Kampf-Schule neben den klassischen Kampf-Sportarten wie das Ringen oder der Faust-Kampf vielfältige Methoden des Angriffs oder der Verteidigung mit diversen Arten von interner Link Blank-Waffen geübt. Hervorzuheben ist das Phänomen, dass gerade ein Zwei-Kampf im "finsteren" interner Link Mittelalter von einer Vielzahl von Regeln bestimmt wurde, deren Missachtung zu einer schwerwiegenden Ächtung des Verursachers führen konnte und die unter heutigen Aspekten unter dem zusammenfassenden Begriff "Fairness" fallen würden (und bis in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts Geltung in jeder Schulhof- oder Kneipen-Schlägerei hatten). Friedliche Vergleichs-Möglichkeiten waren und sind bspw. im Verlauf sportlicher Wett-Kämpfe oder kriegerischer Kampf-Spiele wie dem interner Link Turnier oder dem interner Link Manöver gegeben. Einem besonderen interner Link Reglement unterlagen die Angriffe bei s.g. "Ehren-Händeln" (auch Duell, im Sinne eines Zwei-Kampfes).

In Deutschland wird grundsätzlich jeder Angriff, der die körperliche (physische und psychische) Unversehrtheit einer Person beeinträchtigt oder schädigt, strafrechtlich verfolgt (Körper-Verletzung, wobei auch mündliche Beleidigungen oder sonstige Verunglimpfungen als Angriff auf die Person gewertet werden können). Strafrechtlich verschärfende Umstände treten ein, wenn ein Angriff aus dem Hinterhalt und/oder unter Zuhilfe-Nahme von interner Link Waffen oder waffenähnlichen Gegenständen eingeleitet bzw. ausgeführt wird, da hiermit bereits der Vorsatz zur eigentlichen Tätlichkeit als erfüllt gesehen werden kann (gefährliche Körper-Verletzung). Straf-verschärfend sind ebenfalls s.g. "Präventiv-Angriffe", die mit dem Vorsatz erfolgen, eine wahrgenommene oder angenommene Bedrohung bereits vor einem möglichen Angriff abzuwehren bzw. alle Arten von Tätlichkeiten, die unter der Rechtfertigung einer s.g. "Selbst-Justiz" erfolgen, da für alle Fälle der Gefahren-Abwehr in Deutschland grundsätzlich Autoritäten zuständig sind, die vom Staat dazu ermächtigt sind, die öffentliche Ordnung und Sicherheit auf der Basis des geltenden Rechts zu wahren bzw. durchzusetzen. Besondere Umstände gelten somit für Angriffe und alle Arten von Selbst-Verteidigung, die unter dem Tat-Vorwurf des "Widerstands gegen die Staatsgewalt" zur Anzeige kommen. Darüber hinaus können auch gewaltsame Aktionen als Angriff gewertet werden, die gegen s.g. "Rechts-Güter" gerichtet sind (Sach-Beschädigung).

 

Talhoffers Fechtkunst
"Das Ist der Notstand wen zwen über ain Sind"
Fechtbuch von Hans Talhoffer
um 1467
(Quelle: ► Wikipedia)

Le duel à l'épée
Le duel à l'épée (Degen-Duell)
Stich von Jacques Callot
(Quelle: ► Wikipedia)

Ausfall-Stich
Bajonett-Fechten um 1914
(Quelle: ► Wikipedia)

Angriff (militärischer Art)

... auch interner Link Offensive

Im militärischen Sinn versteht man unter einem Angriff allgemein eine offensiv-taktische interner Link Operation zur gewaltsamen Durchsetzung strategischer Ziele (siehe interner Link Strategie und Taktik). Zielsetzung eines Angriffs ist in erster Linie die Erweiterung des eigenen politischen und wirtschaftlichen, kulturellen und/oder religiösen, militärischen und/oder hoheitlichen Einfluss-Bereiches bei gleichzeitiger Festsetzung, Schwächung, Entmachtung oder Vernichtung gegnerischer Kräfte, wobei der Gegner einen Angriff bis zur Mobilisierung der eigenen lokaler Link Armee mit hinhaltenden Defensiv-Operationen (siehe dazu interner Link Verteidigung) abzuwehren versucht.

In der Regel wird ein militärischer Angriff von interner Link Einheiten und Verbänden einer Armee vorgetragen, die damit dem Ideal eines Einsatzes interner Link "Verbundener Waffen" folgt. Diverse Quellen aus der Geschichte belegen jedoch auch Angriffs-Operationen paramilitärischer oder irregulärer Einheiten eines Gegners oder einer noch verdeckt agierenden dritten Partei, die mit ihrem Wirken (Anschläge und Attentate, Sabotage und Diversion) bestrebt waren, günstigere Voraussetzungen für den dann erfolgenden eigentlichen militärischen Angriff zu schaffen.

Zu unterscheiden sind Angriffe als...

  • ... strategische Operation einer Armee zu Beginn eines interner Link Krieges (s.g. "Ideal-Fall" der militärischen Aggression, die auf die überraschende Invasion und die damit verbundenen Vorteile setzt).
  • ... zeitlich terminierte Operation einzelner lokaler Link Armee-Korps im Verlauf und/oder als Teil eines interner Link Feldzuges (im Sinn eines taktischen Manövers, das auf den Gewinn der Initiative und die Paralyse des Gegners zielt; siehe interner Link Kampagne).
  • ... räumlich begrenzte Operation während einer begonnenen Offensive oder eines währenden Feldzuges (Bewegungen, die auf die Eroberung, Bindung, Umfassung oder Vernichtung ausgewählter gegnerischer Kräfte oder Einrichtungen - bzw. auf die Vertreibung gegnerischer Kräfte aus der gegenwärtig bezogenen Stellung zielen).
  • ... als taktische Operation innerhalb einer interner Link Schlacht oder eines interner Link Gefechts, die von einzelnen Einheiten, interner Link Verbänden oder interner Link Truppen-Teilen eines oder mehrerer Armee-Korps vorgetragen wird (Bombardements, Durchbruchs- bzw. Sturm-Angriffe, aber auch lokaler Link Attacken einzelner oder verbundener Artillerie-, Infanterie- oder Kavallerie-Einheiten, die unter Ausnutzung eigener Stärken, gegnerischer Schwächen oder territorialer Besonderheiten erfolgen).
  • ... als Kommando-Aktion einzelner interner Link Elite-Soldaten, die die Aufklärung oder Behinderung gegnerischer Kräfte, die Einbringung von Gefangenen bzw. Informationen oder die Störung oder Vernichtung ausgewählter kriegswichtiger Ziele bezwecken.
  • ... als Operation zur Abwehr, Verhinderung oder Ablenkung von Aktionen des Gegners mit dem Ziel, gegnerische Planungen zu stören bzw. Kräfte des Gegners zu schwächen bzw. andernorts zu binden (Schein- oder Stör-, Entlastungs- oder Gegen-Angriff).
  • ... als sogenannte "Präventiv-Maßnahme" im Sinne der Vorwegnahme einer angenommenen, wahrgenommenen oder ansonsten vom Gegner geplanten oder möglicherweise erfolgenden Angriffs-Operation.

Darüber hinaus ist in den letzten Jahren mehr und mehr das Phänomen militärischer Angriffe unter der Direktive "Durchsetzung demokratischer und freiheitlicher Grundwerte" oder "Schutz von nationalen Minderheiten" zu beobachten.

Einem militärischen Angriff gehen in der Regel umfangreiche Vorbereitungen und Planungen auf der Ebene der nächst höheren Hierarchie voraus. Dazu gehören:

  • Formulierung der politischen und militärischen Zielsetzungen
  • Spionage- bzw. lokaler Link Aufklärungs-Operationen
  • Feststellung der gegnerischen Truppen- und Reserve-Stärken
  • Erfassung der gegnerischen Standorte und Stellungen
  • Anfertigung von topografischen Karten
  • Herausstellung territorialer Besonderheiten
  • strategisch-taktische und logistische Planungen
  • Bestimmung von Stoß-Richtungen
  • Festlegung von Entfaltungs-Räumen
  • Bestimmung und Schaffung von Aufmarsch-Räumen
  • Erstellung von Mobilmachungs-, Marsch- und Etappen-Plänen
  • Einweisung der Armee- und Truppen-Stäbe
  • Erstellung von Alarmierungsplänen (X-Zeiten)
  • Bereitstellung von Transport-Kapazitäten
  • Umstellung von Wirtschaft und Industrie auf die Herstellung militärischer bzw. kriegswichtiger Güter und Produkte
  • Anlage bzw. Auffüllung von lokaler Link Arsenalen, Depots, Magazinen und Reserven (Verpflegung, interner Link Bekleidung und lokaler Link Ausrüstung, interner Link Munition und sonstigen Ersatz, sowie interner Link Sanitäts- und Lazarett-Diensten)
  • Truppen-Verlegungen bzw. –Massierungen

In der Ausführung eines militärischen Angriffs unterscheidet man den:

  • ... Frontal-Angriff,
    wobei sich beide Fronten parallel zueinander gegenüberstehen und die angreifende Seite direkt und in ganzer Front auf die gegnerische Aufstellung stößt,
  • ... Stoß- oder Durchbruchs-Angriff,
    wobei der Angreifer darauf zielt, die gegnerische Stellung durch einen massiven Vorstoß auf einen Punkt zu durchbrechen, somit zu teilen und die gegnerische Front von den dadurch neu einstehenden Flanken her aufzurollen,
  • ... Flanken- oder Flügel-Angriff,
    wobei der Angreifer darauf zielt, die gegnerische Stellung durch einen konzentrierten Vorstoß auf einen oder gleichzeitig (und damit doppelt) auf beide Flügel von den Flanken her aufzurollen,
  • ... Umfassungs-Angriff,
    wobei der Angreifer darauf zielt, den Gegner durch Teile seiner Streitmacht zu binden, während dem weitere Teile seiner Streitmacht die gegnerische Aufstellung in einer ausholenden Zangen-Bewegung umgehen und schließlich in einem "Kessel" einschließen, um ihn letztendlich von allen Seiten anzugreifen bzw. zur Kapitulation zu zwingen,
  • ... Schein-Angriff,
    wobei eine der vorgenannten Angriffs-Arten zur Täuschung mit der Ziel-Setzung vorgetragen wird, den Gegner zu verleiten, die scheinbar bedrohte Aufstellung mit Teilen seiner Streit-Macht zu verstärken, um dann den eigentlichen Angriff überraschend gegen die dann geschwächte Aufstellung auszuführen.

Auf einen militärischen Angriff erfolgen in der Regel verschiedene Defensiv-Maßnahmen, die unter dem Oberbegriff Verteidigung zusammengefasst werden.

Ging dem eigentlichen militärischen Angriff noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts in der Regel eine "Kriegs-Erklärung" voraus, sind gegenwärtig zunehmend Angriffe auf souveräne Staaten zu beobachten, die als "Schläge" (mehrheitlich s.g. "Luft-Schläge", überwiegend mit modernen Kampf-Flugzeugen bzw. Drohnen ausgeführt) bezeichnet werden, wobei der völker- bzw. kriegs-rechtliche Status derartiger Operationen oftmals zweifelhaft gesehen wird.


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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Germanen-Angriff
Varus-Schlacht (idealisiert)
Angriff der verbündeten Germanen auf die einmarschierenden Römer
Gemälde von Otto Albert Koch
Landesmuseum Detmold
(Quelle: ► Wikipedia)

Infanterie-Angriff
Waterloo, Angriff auf Plancenoit
Gemälde von
Adolf Northen
Hamburger Kunsthalle, Hamburg
(Quelle: ► Wikipedia)

ANS

Anscheinswaffe

Als Anscheinswaffe werden sämtliche Gegenstände bezeichnet, die auf Grund ihrer Form oder Gestaltung augenscheinlich die Merkmale einer typischen interner Link Waffe aufweisen bzw. "auf den ersten Blick" mit einer Waffe verwechselt werden können. Dazu zählen primär Nachbildungen (Repliken), die zwar nicht im funktions- und/oder kampf-technischen Sinn als Waffe gelten, jedoch dem Erscheinungs-Bild einer Waffe entsprechen oder täuschend ähnlich sind, sowie Prunk- oder Dekorations- bzw. Zier-Waffen (Sammler-Stücke), die zwar ursprünglich als Waffe gefertigt -, jedoch in ihrer technischen Funktion oder in ihrem physischen Effekt unbrauchbar gemacht wurden, jeoch noch über eine psychische Wirkung verfügen (Bedrohung, Einschüchterung etc.). Sekundär gelten auch sogenannte Theater- oder Spielzeug-Waffen (insbesondere s.g Softair-Waffen) als Anscheinswaffen, wenn sie eine der vorgenannten Bedingungen erfüllen. Schein- oder Anscheinswaffen dürfen in der Öffentlichkeit bzw. außerhalb eines befriedeten Besitztums nur "... in einem verschlossenen Behältnis, nicht zugriffs- und nicht schussbereit, transportiert werden" (siehe dazu externer Link § 42a Nr.1 Waffengesetz).

Besondere Ausnahmen bestehen für sogenannte Brauchtums- oder Knall-Waffen, die nur mit vorher einzuholender Erlaubnis im Rahmen von Veranstaltungen (siehe interner Link Reenactment) in der Öffentlichkeit vorgeführt werden dürfen.


... mehr zum Thema: interner Link KATEGORISIERUNG der Waffen


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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Anscheinswaffe
Anscheinswaffe (Polizei-Foto), Replik einer "Smith & Wesson"
(Quelle: ► Presseportal der Polizei-Direktion Lübeck)

ANT

Antike

Der Begriff Antike (von lat.: "Antiquus"‚ alt, altertümlich, vorherig) bezeichnet einen etwa 1.500 Jahre währenden Zeit-Abschnitt in der Entwicklungs- und Kultur-Geschichte der Menschheit, in dem bestehende Einzel-Kulturen mit eigenen ethnischen, religiösen und kulturellen Traditionen ineinander aufgingen oder von einer benachbarten, bestimmenden Zivilisationen assimiliert oder in diese integriert wurden; der somit als Höhepunkt des Altertums gesehen wird. Historisch liegen hier der Ursprünge der s.g. abendländischen Kultur. Räumlich-territorial umfasste bzw. prägte die Antike weitestgehend sämtliche Mittelmeer-Anrainer und den Großraum Vorder-Asiens; zeitlich erstreckte sich die Epoche etwa vom sog. archaischen Zeitalter mit Beginn des 8. Jahrhunderts v.u.Z. bis zur zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts u.Z. (Untergang des West-Römischen Reiches im Jahr 480).

Bestimmt wird diese Spanne u.a. von:

  • ... der Herausbildung von Kultur- und Volks-Gruppen.
  • ... der Expansion hegemonialer Stadt-Staaten; Städte-Bündnisse.
  • ... der Prägung politischer Begrifflichkeiten (Demokratie).
  • ... der Koalition von Stadt-Staaten zu Territorial-Staaten.
  • ... der Bildung von Militär-Staaten mit strukturierten Miliz-Heeren.
  • ... der Gründung von Stütz-Punkten und Handels-Kontoren.
  • ... der zielgerichteten Kolonisation mit zunehmender Immigration.
  • ... oft langfristigen Kriegen um die wirtschaftliche Vorherrschaft.
  • ... dem organisierten Sklaven-Handel und der Sklaven-Arbeit
  • ... der zunehmend seriellen Fertigung von Waffen und Rüstungen.
  • ... der Entwicklung von Kriegs- und Belagerungs-Maschinen.
  • ... dem Ausbau von Märkten und festen Handels-Routen.
  • ... der Prägung zeit- und regional-typischer Bau- und Mode-Stile.
  • ... die Verbreitung des Ware-Geld-Handels; Münz-Prägung.
  • ... der Förderung von Wissenschaft und Forschung.
  • ... den grundsätzlichen Erkenntnisse in Mathematik und Physik.
  • ... der Verdrängung der Demokratie durch die Oligarchie.
  • ... dem Festigung von sozialen Klassen, Schichten und Hierarchien.
  • ... der Herausbildung und Etablierung dynastischer Systeme.
  • ...

... mehr zum Thema: interner Link Rubrik "Epochen" (Antike)...


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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Weltkarte des Pomponius
Karte des Pomponius der um 44 u.Z. bekannten Welt
(Quelle: ► WIKIPEDIA)

ANT

Antrete-Ordnung

Form der militärischen lokaler Link Aufstellung, die eine interner Link Einheit auf interner Link Befehl eines kommandierenden interner Link Offiziers zur Realisierung einer bestimmten Maßnahme einnimmt bzw. formiert.

In der Regel wird die Antrete-Ordnung im offiziellen interner Link Exerzier-Reglement einer lokaler Link Armee angeordnet, da detailliert beschrieben und im Rahmen der interner Link Grund-Ausbildung vorgestellt, vermittelt und regelmäßig geübt (exerziert), bis die hierfür einheitlich festgesetzten Normen (Zeiten und Formationen) erreicht werden. Die einzelnen Antrete-Ordnungen bestimmen den Ort, an dem eine Einheit anzutreten hat, und die jeweilige Position, die jedes Mitglied einer Einheit je nach interner Link Rang-Klasse, interner Link Dienst-Stellung, -Alter oder -Jahr, aber auch interner Link Bewaffnung bzw. lokaler Link Ausrüstung oder Größe des einzelnen interner Link Soldaten einzunehmen hat. Ebenfalls haben Besatzungen oder Bedienungen von interner Link militärischem Gerät vorgeschriebene Positionen, die sie im Rahmen einer Antrete-Ordnung an der jeweiligen Technik einzunehmen haben.

Die jeweilig befohlene Antrete-Ordnung ist primär abhängig von der beabsichtigten Zielsetzung (bspw. die Präsentation einer Einheit im Rahmen der Vorbereitung oder Ausführung einer interner Link Parade, der Vornahme einer interner Link Inspektion, die Erteilung von Befehlen oder Instruktionen bzw. die Vorführung einer Demonstration im Rahmen der Ausbildung), sekundär von der Anzahl der Soldaten, die in der befohlenen Ordnung antreten. Kleinere Einheiten in der Stärke von einer interner Link Gruppe von 10 bis 12 Soldaten treten allgemein in der "Linie zu einem Glied" oder in "Reihe" (siehe dazu interner Link Linear-Aufstellung) an – größere lokaler Link Abteilungen bis zur Stärke eines interner Link Zuges oder einer interner Link Kompanie formieren die "Linie zu drei Gliedern" oder die interner Link "Marsch-Ordnung".

Einheiten ab der Größe eines interner Link Bataillons treten in der Regel im offenen interner Link Karree an; das interner Link Regiment formiert die sogenannte "Breit-Kolonne" (siehe dazu interner Link Kolonnen-Taktik).


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ZDV-Bund_Formationen I
Antrete- und Marsch-Ordnung
Illustration aus der ZDV 3/2 der Bundeswehr von 1987
(siehe taktische Zeichen)

Bataillon zur Parade
Zur Inspektion angetretene Züge einer Ausbildungskompanie der Hauptkadettenanstalt in Berlin-Lichterfelde um 1911
(Quelle: ► Wikipedia)

APP

Appell

Im militärischen Sinn versteht man unter einem Appell eine Form der organisierten Versammlung, zu der eine interner Link Einheit in Teilen oder in Gänze auf interner Link Befehl eines kommandierenden interner Link Offiziers in Vorbereitung bzw. zur Einweisung oder zur Realisierung einer bestimmten Maßnahme zusammengerufen wird. Historisch ist der Appell (von franz.: Appelle; der Ruf) eine Art der lokaler Link Alarmierung, der die Angehörigen von Einheiten oder interner Link Verbänden eines interner Link Heeres, einer interner Link Miliz oder die interner Link Bedienung(en) von militärischem interner Link Gerät bzw. die interner Link Besatzung eines interner Link Schiffes auf eine besondere Situation vorbereitet und an fest bestimmten Sammel-Punkten zusammenruft. Traditionell wird der Appell durch ein bestimmtes melodisches Fanfaren-, Trompeten- und/oder rhythmisches Trommel-, ab dem 19. Jahrhundert zunehmend auch Pfeifen-Signal (siehe dazu auch militärische interner Link Signale) eingeleitet. Auch wurden und werden Truppen, die sich infolge von militärischen interner Link Operationen im Gelände zerstreut haben, mittels visueller oder akustischer Signale zum Sammeln gerufen. In der Regel treten die Angehörigen einer Einheit mit dem Eintreffen am Sammel-Punkt bzw. in Vorbereitung des Appells in einer bestimmten, hierarchisch gegliederten lokaler Link Ordnung zusammen (siehe dazu auch lokaler Link Aufstellung), die im Rahmen der lokaler Link Ausbildung eingeübt bzw. interner Link einexerziert wurde.

Mit dem Aufkommen der s.g. interner Link "Stehenden Heere" im 17. Jahrhundert und der damit einhergehenden Einquartierung in Form von interner Link Garnisonierung oder interner Link Kasernierung wurde der Appell mehr und mehr zum Begriff der morgendlichen Versammlung zur Kontrolle der Vollzähligkeit.

Im Rahmen eines Appells hat der Kommandeur einer Einheit Gelegenheit, bspw.:

  • Befehle auszugeben und Instruktionen zu erteilen
  • Dienste zu beauftragen und Mannschaften einzuteilen
  • Anzahl, Verfügbarkeit bzw. Vorhandensein oder Vollständigkeit von Teilden der interner Link Bewaffnung und/oder lokaler Link Ausrüstung zu kontrollieren bzw. ergänzende Stücke zu verausgaben
  • Mannschaften für interner Link Wach-Dienste zu vergattern (siehe interner Link Vergatterung)
  • neue interner Link Rekruten zu vereidigen (siehe interner Link Vereidigung)
  • die interner Link Fahnen der Einheit zu präsentieren (siehe dazu auch interner Link Trooping the Colour)

Im militärischen Alltag eröffnet üblicherweise der Morgen-Appell den Tages-Ablauf. Zur Bekanntgabe des Tagesdienst-Planes versammeln sich hierzu sämtliche interner Link Soldaten, interner Link Unteroffiziere und Offiziere einer bestimmten Einheit auf einer festgelegten Fläche (in der Regel der Appell-Platz) in der jeweils befohlenen Antrete-Ordung. In der Regel wird hier eine Aufstellung gewählt, die es jedem Dienstgrad (siehe militärische interner Link Rang-Klassen) aus der Distanz ermöglicht, ihre jeweils vorgesetzten Offiziere zu sehen und die von ihnen übermittelten Meldungen und Befehle zu hören. Kleinere Einheiten bis zur Stärke eines interner Link Zuges werden hierfür die "Linie zu drei Gliedern" formieren (siehe dazu interner Link Linear-Taktik), wobei die kommandierenden Offiziere vor der Front der Truppe stehen. Größere interner Link Abteilungen ab Stärke einer interner Link Kompanie (bzw. interner Link Batterie oder interner Link Eskadron bzw. interner Link Schwadron) treten im offenen interner Link Karree an, wobei hier die kommandierenden Offiziere entweder im Zentrum oder an der offenen Seite der Aufstellung stehen. Zu einem Regiments-Appell werden die einzelnen Kompanien in interner Link Marsch-Ordnung herangeführt, schwenken in Marsch-Kolonne auf den Appell-Platz und bilden hier eine sogenannte "Breit-Kolonne" (siehe dazu interner Link Kolonnen-Taktik), in der sämtliche Kompanien mit ihren Offizieren an der Spitze in einer Front nebeneinander stehen.


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Appell-Formation
Appell-Formation
Vereidigung auf dem Schloßhof Osnabrück am 25. Juli 1915
(Quelle: ► Medienzentrum Osnabrueck [NLA Sta Os, Dep 3b III, Nr.588])

Appell-Formation
Appell-Formation
Feldgottesdienst im Schlosshof Weimar, 7. August 1914
(Quelle: ► "blog.klassik-stiftung-weimar.de" [© Foto-Atelier Louis Held])

AQU

Aqua Helvetica

(heute Baden im Kanton Aargau - Schweiz)

Römische Siedlung des 1. Jahrhunderts u.Z. und Thermal-Bad des Militär- und Verwaltungs-Standorts interner Link "Vindonissa" (heute Windisch; siehe dazu externer Link "Google-Maps").


... siehe auch: interner Link Römische Siedlungen (Liste)


... mehr zum Thema: interner Link ROM - von Provinzen & Siedlungen


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AQU

Aquae Granni

(lat.: Bäder des Granus)

Römische Siedlung des 1. Jahrhunderts u.Z., die von den Römern nach dem keltischen Gott "Granni" (Bewahrer der Gesundheit und Förderer der Heilung) benannt wurde. Der ursprünglich keltische Name der Siedlung Ahha (sprich Acha) bedeutet Quelle und nimmt damit Bezug auf die vielen heißen Quellen, für die Aachen (siehe dazu externer Link "Google-Maps") schon in der lokaler Link Antike europaweit bekannt war. Mit dem Vorstoß der römischen interner Link Legionen zur Rhein-Grenze wurde auch die Region zwischen Maas, Eifel und Ardennen Teil der Provinz "GERMANIA MAGNA" (siehe interner Link römische Provinzen) und damit hoheitliches Gebiet des interner Link "Imperium Romanum".

Um die unterworfenen Völker wenigstens in religiösen Belangen friedlich zu stimmen (wohl auch für den Fall des Falles), übernahmen die Römer einfach die Götter-Welt ihrer neuen Untertanen und setzten sie mit Gestalten ihrer eigenen Mythologie gleich. Durch die Gleichsetzung Granns mit Apollon (auch Phoebus, dem schönen, jungen griechischen Gott des Lichts), begegneten sich in Aachen Germanen, Kelten und Römer friedlich.

Als Thermal-Bad wurde Aachen besonders von den Römern geschätzt. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurde die Stadt attraktives Zentrum für Handel und Gewerbe. Im 8. Jahrhundert erhob Karl der Große Stadt und Umgebung zur Pfalz.


... siehe auch: interner Link Römische Siedlungen (Liste)


... mehr zum Thema: interner Link ROM - von Provinzen & Siedlungen


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Fresko im Rathaus
Römer entdecken die heißen Quellen bei Aquae Granni
Fresko von
Alfred Rethel
Wand-Malerei im
Rathaus von Aachen
(Quelle: ► Wikipedia)

AQU

Aquila

Die "Aquila" (lat.: der lokaler Link Adler) ist das wohl populärste interner Link Feld-Zeichen (siehe dazu auch interner Link "Signum") einer römischen interner Link Legion. In Anlehnung an die griechische Mythologie, in der der Adler Begleiter und Bote des Gottes Zeus war, wurde der Adler in der römischen Religion Symbol des obersten Gottes Jupiter; in der Legion somit zum göttlichen Schutz-Heiligtum.

"Von allen uns bekannten Vögeln ist der Adler der edelste und wegen seiner Kraft ungewöhnlichste", erklärte der römische Geschichts-Schreiber Plinius (siehe dazu externer Link WIKIPEDIA die Wahl des Vogels zum Symbol und interner Link Wappen-Tier der römischen Staats-Macht. Der göttliche Greif-Vogel versinnbildlichte die durch Jupiter gewährte Macht und Stärke und somit den Anspruch interner Link Roms auf die von den Göttern gewollte Vorherrschaft des Stadt-Staates. Belegt mit Attributen wie mutig und wehrhaft, weitblickend, frei und tapfer wurde das Abbild des Adlers gegen Ende des 2. Jahrhunderts v.u.Z. vom römischen Militär-Reformer Gaius Marius (um 158 - 86 v.u.Z.; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) auch als Feld-Zeichen des interner Link Heeres eingeführt, zwischen 104 und 102 v.u.Z. erstmals verliehen und anfänglich neben den vier bereits bestehenden göttlichen Tier-Symbolen (Wolf, Minotaurus, Pferd und Eber) als richtungsweisendes Signum der interner Link Marsch- oder interner Link Schlacht-Ordnung voran getragen. Mit dem Aufstieg der Republik (siehe dazu interner Link "Imperium Romanum") wurde dem Adler offensichtlich immer größere Bedeutung beigemessen. Annehmbar blieben die übrigen Tier-Symbole von nun an im Lager zurück (zumindest werden Abbildungen auf den erhaltenen Reliefs immer seltener). Gesichert ist, dass zu Ehren sämtlicher Feld-Zeichen in der interner Link Garnison oder im interner Link Feld-Lager (siehe dazu auch interner Link "Castra") ein tempel-artiger Bau errichtet wurde ("Aedes signorum" oder "Domus signorum"; siehe dazu interner Link Fahnen-Heiligtum), in dem der Adler der Legion als höchstes Heiligtum neben dem interner Link "Imagio" mit sämtlichen interner Link "Vexilla" der interner Link Kohorten, interner Link Manipel und interner Link Zenturien bzw. den "Signa" der lokaler Link "Ala" und der lokaler Link "Auxilia" samt der interner Link Truppen- bzw. Kriegs-Kasse aufbewahrt wurden und die neuen interner Link Rekruten ihren Treue-Schwur (siehe interner Link Vereidigung) leisteten. Umgangssprachlich wurde der interner Link Dienst in der römischen Legion von den interner Link Legionären als "Sub aquila" bezeichnet, was mit "unter dem Adler" übersetzt werden kann.

Geweiht wurde das Feld-Zeichen annehmbar im Rahmen eines religiös-zeremoniellen Rituals. Anschließend wurde es vom Senat bzw. später vom Kaiser persönlich an den zum interner Link Legaten erhobenen interner Link "Tribun" übergeben, der es symbolisch seiner Legion anvertraute, in dem er aus der Gruppe der tapfersten interner Link "Immunes" oder interner Link "Principales" einen Mann zum Träger des Adlers erhob. Das Amt des lokaler Link "Aquilifer" (lat.: Adler-Träger), der als interner Link "Duplicarius" doppelten interner Link Sold erhielt, somit annehmbar zu den interner Link Unteroffizieren gehörte, innerhalb der Legion jedoch das gleiche Ansehen wie die höchsten interner Link "Centuriones" genoss, war somit für die Mannschaften Ansporn und höchste Auszeichnung zugleich. Der Tag, an dem die Legion ihren Adler erhalten hatte, wurde als "Dies natalis aquilae" (lat.: Geburtstag des Adlers) jährlich gefeiert.

Geführt wurde der Adler stets bei der ersten Kohorte, die annehmbar die interner Link Elite einer Legion bildete. Der Verlust des Feld-Zeichens galt als größte Schande für die gesamte Legion, weswegen nicht nur jeder Legionär es als oberste Pflicht sah, einen Angriff auf das Feld-Zeichen (und somit auf Rom) abzuwehren, sondern dem Adler-Träger selbst noch eine Leib-Wache zur Seite gestellt wurde (siehe interner Link "Exubatio ad signa"), die den Adler samt Adler-Träger mit ihrem Leben verteidigten bzw. das Feld-Zeichen weiter führten.

Obwohl bislang keine originalen Stücke überliefert sind, gibt es diverse Quellen, die Aussehen und Größe eines römischen Adlers darstellen bzw. beschreiben. In der Regel thronte der aus Gold oder Silber bzw. Bronze gefertigte (und in dieser Art anschließend vergoldete) Adler auf einem Blitz-Bündel bzw. auf einem Donnerkeil; beides Stücke, die in der römischen Mythologie die Haupt-Waffen des Kriegs-Gottes Mars darstellen. Es ist anzunehmen, dass die Skulpturen im Hohlguss-Verfahren hergestellt wurden oder als Hohl-Figuren gearbeitet waren, denn neben dem ideellen Wert hätte eine Ganz-Metall-Figur aus Gold ein Gewicht von mindestens vier bis sechs Kilogramm (etwa eintausend interner Link "Solidi", heute rund zweihunderttausend Euro), was bei allem Prestige für den Träger auf Dauer eine ziemliche Belastung gewesen wäre. Der Überlieferung nach waren einige Modelle mit einem Lorbeer-Kranz geschmückt oder auch ausgezeichnet, wobei die eigentlichen Auszeichnungen (siehe dazu interner Link "Dona militaria") an den Feld-Zeichen der Kohorten bzw. Zenturien gezeigt wurden. Die Skulpturen wurden auf einer hölzernen Schäftung montiert, die mit zwei Hand-Griffen für den Träger und einem Lanzen-Schuh für das Einrammen im Boden ausgestattet war. Annehmbar konnte diese Konstruktion auch in einen sogenannten "Fahnen-Schuh" eingeschoben bzw. an einem interner Link Bandoliers getragen werden, was dem Adler-Träger während des Marsches eine deutliche Erleichterung verschafft hätte.

Abgelöst wurde der Adler als Feld-Zeichen der römischen Legion der Legende nach im Jahr 312 u.Z. durch das sogenannte interner Link "Labarum". Vom lokaler Link antiken Rom ausgehend, wurde der Adler als heraldisches Wappen-Tier bald zum Staats-Symbol unzähliger Territorial-Mächte.

Das Ritual der persönlichen Verleihung eines "Adlers" wurde von Kaiser interner Link Napoleon Bonaparte im Jahr 1804 wiederbelebt.


... mehr zum Thema: interner Link ROM - von Legionären & Legionen


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Adler
Rekonstruktion eines Adlers der römischen Legion
(Quelle: ► Wikipedia)

Adler
Adler der römischen Legion
(Illustration aus: "Meyers-Konversationslexikon"; 7. Auflage, 1924)

Adlerträger
Adler-Träger
(Illustration aus: "Meyers-Konversationslexikon"; 7. Auflage, 1924)


ARC

Arcuitus

Römischer interner Link Bogen-Schütze (siehe dazu interner Link  Sagittarius).


... mehr zum Thema: interner Link ROM - von Legionären & Legionen


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röm. Bogen-Schütze zu Fuß
"Sagittarius" um 150 v.u.Z.
(Quelle: ► Free cliparts)


ARI

Arialbinnum

Ausgrabungsgebiet am Stadtrand von Basel.

Das Gebiet des heutigen Basel (siehe dazu externer Link "Google-Maps") ist nachweisbar schon seit rund 300.000 Jahren besiedelt. Etwa um 150 v.u.Z. errichteten hier interner Link keltische Rauriker eine befestigte Siedlung. Im Verlauf der römischen Expansion nach Norden bzw. im Rahmen der römisch-gallischen Kriege ab dem Jahr 52 v.u.Z. bzw. der raurisch-norisch-germanischen Kriege ab dem Jahr 25 v.u.Z. (siehe dazu interner Link "Imperium Romanum") wurde die Siedlung zur Rast- und Zoll-Station (siehe dazu interner Link "Mansio") ausgebaut und Etappe der West-Ost-Verbindung "Arialbinnum" (Basel-Illzach) über das nahe lokaler Link "Augusta Raurica" (Augst) nach interner Link "Turicum" (Zürich) und von dort nach interner Link "Iuvavum" (Salzburg), sowie der nach Norden führenden Verbindung von "Augusta Raurica" über Basel-Illzach hoch zur rechts-seitigen römischen Rhein-Straße nach interner Link "Lopodunum" (Heidelberg-Ladenburg) und weiter nach interner Link "Mogontiacum" (Mainz).

Beide Verbindungen waren damit direkt an die römischen Alpen-Pass-Straßen "Via Claudia Augusta" bzw. "Via Raetia" angeschlossen (siehe dazu auch interner Link "Römer-Straßen").


... siehe auch: interner Link Römische Siedlungen (Liste)


... mehr zum Thema: interner Link ROM - von Provinzen & Siedlungen


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ARK

Arkebuse

Die Arkebuse (vom lat.: Arcus; der Bogen und Pyxis; die interner Link Büchse, im Rätoromanisch-Schwizerdütschen "Arkbusse"; somit wörtlich die "Bogen-Büchse", davon im Schwizerdütschen "Arkbräst"; anfänglich volkstümlich-schwizer Bezeichnung für die lokaler Link Armbrust) ist eine interner Link Schuss-Waffe aus dem Bereich der interner Link Nahbereichs-Waffen, Klasse der frühen interner Link Feuer-Waffen, Ordnung der interner Link Hand-Feuer-Waffen, Kategorie der kolben-schaftigen interner Link Hand-Rohre, Gruppe der einschüssigen, glatt-läufigen interner Link Vorder-Lader (siehe dazu auch interner Link Kategorisierung der Waffen), System Lunten-Bügel- oder Lunten-Schnappschloss-Zünder (siehe dazu interner Link Schloss-Systeme), zu deren Wirkung ein interner Link Projektil als interner Link Geschoss und eine abgemessene Menge interner Link Schwarzpulver als interner Link Treibladung Bedingung ist.

Grund-Modell der Arkebuse ist die im 15. Jahrhundert wohl in Deutschland entstandene interner Link Haken-Büchse, aus der zu Beginn 16. Jahrhunderts in Frankreich und in den Niederlanden leichtere interner Link Gewehre mit zunehmend längeren Läufen entwickelt wurden. Aufgrund der mit den Gewichts-Reduzierungen einhergehenden Verringerungen von interner Link Kaliber, Geschoss-Gewicht und benötigter Pulver-Menge wurde die Waffe im deutschen Gebiet anfänglich umgangssprachlich auch als "Halber Haken" bezeichnet.

Aus der Arkebuse gingen Ende des 16. Jahrhunderts die schweren interner Link Musketen für die interner Link Infanterie und Anfang des 17. Jahrhunderts die leichten interner Link Karabiner der interner Link Kavallerie hervor.


... mehr zum Thema: interner Link KOMPENDIUM der Waffenkunde - Arkebuse


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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Hand-Feuer-Waffen
Hand-Feuer-Waffen aus dem 15., 16. und 17. Jahrhundert (Montage);
von oben nach unten:
♦ zwei Haken-Büchsen
♦ vier Arkebusen
♦ frühe Muskete mit Gabel-Stock
(Quelle u.a.: ► "Винтовки и автоматы"; russ.: Gewehre und Maschinengewehre)

ARK

Zeug der Arkeley
Zeug der "Arkeley"
Wurf-, Schleuder- und Stoß-Zeug von der Antike bis zum Mittelalter.
Torsions-Geschütze, Katapulte und Rammen (Montage)
Illustrationen u.a. von E. Guillaumot aus "Grundlegendes Wörterbuch der französischen Architektur vom 11. bis 16. Jahrhundert" von Eugène Viollet-le-Duc.
(Quelle: ► Bayerische Staatsbibliothek;)

Waffen der Artillerie
Waffen der Artillerie
Tafel aus
"Enzyklopädisches Wörterbuch von Brockhaus und Efron"; siehe dazu:
"Энциклопедическiй Словарь Брокгауза и Ефрона, 1890—1907"
(Quelle: ► Wikipedia)

Arkeley

Unter dem Begriff "Arckeley" wurden im deutschen Sprach-Raum zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert sämtliche schweren Maschinen, technischen Konstruktionen und mechanische Gerätschaften zusammengefasst, die in irgendeiner Art oder Weise im Rahmen der interner Link Krieg-Führung - ortsfest oder mobil - offensive oder defensive, provisorische oder zweckbestimmte Verwendung gefunden haben oder zum Einsatz gebracht werden konnten (siehe dazu auch interner Link Belagerungs- und interner Link Kriegs-Gerät). Aufgrund einer Vielzahl handwerklicher Gewerke, die hier miteinander oder im Einzelnen zum Einsatz kamen, galt die Arkeley innerhalb des interner Link mittelalterlichen interner Link Heeres-Wesens als eigene interner Link Zunft, deren Angehörige anfänglich den Status von "Nicht-Kombattanten" hatten und dem entsprechend nur in Ausnahmen in direkte bzw. persönlich ausgetragene interner Link Nah- oder interner Link Zwei-Kämpfe verwickelt wurden.

Bspw. gehörte die interner Link Bedienung einer interner Link Blide der Zunft der Blidner an; das von ihnen bediente interner Link Wurf-Zeug wurde neben dem interner Link Schleuder- und dem interner Link Stoß-Zeug dem lokaler Link "Antwerk" zugeordnet.


Mit zunehmender Verwendung der feuernden lokaler Link Artillerie im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts wurden auch diese interner Link Waffen der Arkeley zugeordnet. In kürzester Zeit erwiesen sich interner Link Geschütze, interner Link Kanonen, interner Link Haubitzen und interner Link Mörser in der Art zweckdienlich, dass der größte Teil des herkömmlichen Kriegs-Geräts verschwand und der Begriff anfänglich auf die neue interner Link Truppen-Gattung überging; im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) dann von der französischen Bezeichnung lokaler Link "Artillier" (altfranzösisch: mit Kriegs-Gerät ausrüsten) komplett verdrängt wurde, aus dem sich der deutsche Ausdruck "Artillerie" ableitet.

Vorsteher der Arkeley war der interner Link Gezeug-Meister, der etwa ab dem 15. Jahrhundert bzw. in den späten interner Link Ritter- und bald darauf folgenden interner Link Landsknecht-Heeren eine interner Link "Bestallung" erhielt und als Oberst- oder Feld-Zeugmeister offiziell in den Dienst des jeweiligen Landes- oder eines von diesem bestimmten interner Link Feld-Herren genommen wurde. Und obwohl die Arckeley des 16. Jahrhunderts damit zwar objektiv dem Kommando eines regulären interner Link Offiziers unterstand, waren die einzelnen interner Link Geschütz-, interner Link Büchsen- und/oder interner Link Stück-Meister (siehe dazu auch interner Link Konstabel) subjektiv nach wie vor freie Meister ihrer zunftmäßigen Künste und verfügten samt den interner Link Stück- und Schanz-Knechten (siehe dazu interner Link Pioniere) über eine ganze Reihe von finanziellen, rechtlichen und organisatorischen Privilegien, um die sie von den einfachen interner Link Waffen-Knechten zwar häufig beneidet -, die ihnen jedoch nicht strittig gemacht wurden, sah man das Gewerk doch als "schwarze Kunst", als Zauberei und Teufels-Werk, mit dem man sich besser nicht anlegen wollte. Zwar war den interner Link Kanonieren die Teilnahme an den üblichen Plünderungen strengstens untersagt, doch erhielten allein die interner Link "Schneller" (Lade-Kanoniere) mindestens das "Anderhalp" (von althochdeutsch "ander": das Zweite; somit "anderhalb": das Zweite zur Hälfte), und damit den anderthalb-fachen interner Link Sold eines altgedienten Lands-Knechtes, der monatlich zwischen 3 bis 4 Gulden empfing. Darüber hinaus wurden sie auch bei der Verpflegung bevorzugt und bekamen im interner Link Lager einen eigenen, abgeteilten Bereich. Diese Abgrenzung begründet sich nicht nur in dem Umstand, dass das mitgeführte interner Link Schiess-Pulver im Brand-Fall unabsehbare Folgen für das gesamte Heer darstellte, sondern auch in der Tradition, dass die Artilleristen über eine eigene Gerichtsbarkeit verfügten und der interner Link Heeres- oder General-Profos bzw. der interner Link Ordinarius eines interner Link Regiments oder der lokaler Link Auditeur hier keine Rechts-Hoheit oder Straf-Befugnis hatten. Praktisch kam diese Regelung dem kirchlichen Asyl-Recht gleich und hatte zur Folge, dass ein interner Link Söldner, der als Verdächtigter, Beschuldigter oder Angeklagter einer Straf-Tat galt, unter dem Schutz der Kanonen stand, so es ihm gelang, ein Stück zu berühren. Mit diesem "Schwur" auf die Kanone war der Delinquent für maximal drei Tage Angehöriger der Artillerie, unterstand damit der dort geltenden Gerichtsbarkeit und konnte auf einen neuerlichen "Subsidiaritäts-Akt" (Ermittlung und Erforschung des Sachverhalts) hoffen.

Aufgrund seines Fach-Wissens, seiner Erfahrung und seines bewiesenen Könnens besaß der Geschütz-Meister (später interner Link Artillerie-Hauptmann) entsprechendes Ansehen und damit höchste Autorität. Er befehligte die Bedienung einer oder mehrerer Kanonen; er bestimmte die Pulver-Ladungsmenge; er war für das Zielen bzw. Richten der Kanonen zuständig; er gab den Feuer-Befehl. An zweiter Stelle stand der Zeug-Wart, dem die Munition und die Fuhr-Werke des interner Link Artillerie-Trosses -, später auch die interner Link Protzen samt Zug-Tieren unterstanden. Die Herstellung bzw. Bevorratung, Lagerung und Bereitstellung des Schiess-Pulvers oblag der Verantwortung des interner Link Feuer-Werkers, dessen Gehilfe in der Regel auch die zur Zündung nötigen interner Link Lunten fertigte.

Um einen zügigen und eingespielten -, dabei möglichst effektiven und vor allem sicheren Ablauf der einzelnen Schritte bis zur Feuer-Bereitschaft einer interner Link Batterie gewährleisten zu können, wurden den "Schnellern" oder "Stück-Knechten" bereits in den Anfangs-Jahren der Artillerie konkrete Tätigkeiten zugewiesen, aus denen sich mit der Zeit die speziellen Funktions-Bezeichnungen entwickelten, die tw. noch heute gebräuchlich sind. Unter dem Befehl des "Maître Cannonier" (später Geschütz-Führer im Rang eines interner Link Unteroffiziers), der die Abläufe kommandierte und überwachte, standen in der Regel drei bis vier Lade-Kanoniere, die nacheinander das Auswischen bzw. die Reinigung des Rohres von nachglimmenden Pulver-Rückständen -, die Ladung mit Schieß-Pulver -, das Stopfen der Ladung -, die Ladung des interner Link Geschosses und das neuerliche Stopfen erledigten. Die Vorausrichtung des Geschützes übernahm der Richt-Kanonier, der häufig auch stellvertretend als Geschütz-Führer fungierte. Dazu kamen noch mindestens drei bis vier Munitions-Kanoniere, die Geschoß- und Treib-Ladungen aus den eingebunkerten Zwischen-Lagern herbeizuschaffen hatten. Abschließend prüfte der Geschütz-Führer die Ausrichtung, brachte die Zünd-Ladung oder –Lunte in das Zünd-Loch des Rohres ein, meldete die Feuer-Bereitschaft und führte dann auf Befehl des Batterie-Chefs die Zündung – den Feuer-Befehl und damit das Abfeuern selbst – aus.

Der Transport der einzelnen Geschütze zur oder aus der Feuer-Stellung – so erforderlich auch die Zerlegung oder Montage der Geschütze – war Aufgabe des Geschirr-Meisters. Die Anlage der Geschütz-Stellung(en) und der Bau der interner Link Lafetten -, die Befestigung, interner Link Sicherung, und interner Link Bedeckung mit interner Link Palisaden und interner Link Pavesen, interner Link Schanz-Körben und –Wällen, mit interner Link Unterständen, improvisierten Feld-Befestigungen, interner Link Bastionen oder sonstigen interner Link Boll-Werken, war Sache des Schanz-Meisters und seiner Schanz-Knechte, die üblicherweise von den Tross-Knechten und dienst-verpflichteten oder angeworbenen Schaufel-Bauern unterstützt wurden.


Mit der Errichtung der s.g. interner Link "Stehenden Heere" in der interner Link Frühen Neuzeit und der damit einhergehenden Formation erster militärisch interner Link reglementierter Artillerie-Einheiten verloren die Zünfte der Arkeley ihren Zweck und damit auch ihre Sonderstellung.


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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Zeug der Arkeley
Zeug der "Arkeley"
Büchsen, Stücke und Feuer-Rohre vom Mittelalter bis zur frühen Neuzeit.
Geschütze, Kanonen und Mörser; Belagerungs-Turm, Pavesen und Schanz-Körbe (Montage)
Illustrationen u.a. von E. Guillaumot aus "Grundlegendes Wörterbuch der französischen Architektur vom 11. bis 16. Jahrhundert" von Eugène Viollet-le-Duc.
(Quelle: ► Bayerische Staatsbibliothek;)

Gabions oder Schanz-Körbe
Gabions oder Schanz-Körbe
Illustration von E. Guillaumot aus "Grundlegendes Wörterbuch der französischen Architektur vom 11. bis 16. Jahrhundert" von Eugène Viollet-le-Duc.
(Quelle: ► Bayerische Staatsbibliothek;)

Werkzeuge zur Kriegskunst
"Werkzeuge zur Kriegskunst"
(Quelle: ► Württembergische Landesbibliothek Stuttgart, Sammlung Nicolai)

ARM

v.o.n.u.: Waffen, Ausrüstung und persönl, Gegenstände eines
Hastings 1066
... "Huscarl" (Leib-Gardist skandinavischer Könige) bei Hastings (1066)
Jerusalem 1244
... Ritters zu Pferd während der Belagerung von Jerusalem (1244)
Agincourt 1415
... engl. Lang-Bogen-Schützen in der Schlacht von Agincourt (1415)
(Projekt "Soldiers Inventories" von Thom Atkinson
Quelle: ► Thom Atkinson)

Armatur

Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts umfasste die Armatur (lat.: armare; bewaffnen, ausrüsten, rüsten) die Gesamtheit der interner Link Angriffs- und interner Link Schutz-Waffen samt allem zur Funktion gehörigen und/oder für die Verwendung nötigen Zubehör bzw. sämtliche Stücke oder Teile, die für das Tragen -, die Reinigung, Wartung und Pflege sowie zur Gewährleistung der Einsatz-Bereitschaft oder zur Montage erforderlich waren. Art und Umfang der militärischen Armaturen gingen dabei stets mit technischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen einher: Dem Aufkommen einer innovativen Angriffs-Waffe folgte in der Regel zeitnah die Einführung einer geeigneten Schutz-Waffe.

Die Errichtung eines dauerhaft interner Link "Stehenden Heeres", wie bspw. der interner Link römischen Legion(en), setzte eine umfängliche Ausstattung und eine dem entsprechend kontinuierliche Belieferung mit Kleidung, Waffen und interner Link Rüstung voraus, was wiederum den Aufbau einer zunehmend spezialisierten interner Link Rüstungs-Wirtschaft erforderlich machte. Die hier entstandene vereinheitlichte Massen-Fertigung ermöglichte bald nicht nur weitaus günstigere Beschaffungs-Kosten, sondern setzte auch diverse Standards, in deren Ergebnis die lokaler Link Armee u.a. auch ein einheitliches Erscheinungs-Bild erhielt.

Mit der Erfassung sämtlicher Einzel-Teile einer Armatur war es seit der lokaler Link Antike möglich, die Gesamt-Kosten zu kalkulieren, die bspw. der Rat eines archaischen Stadt-Staates oder die Mitglieder interner Link mittelalterlicher Landes-Stände, ein interner Link Feldherr oder ein von diesem beauftragter interner Link Obrist für die Bewaffnung und lokaler Link Ausrüstung in Vorbereitung zur Errichtung einer neuen militärischen interner Link Einheit aufzubringen hatte. Die Armatur umfasst somit die Gesamtheit der persönlichen Ausrüstung von interner Link Kriegern, interner Link Söldnern oder interner Link Soldaten.

Dazu gehören bspw.:


Mit dem europa-weiten Übergang von den Söldner- und interner Link Landsknechts-Heeren des Dreißigjährigen Krieges zu den National- oder Territorial-Armeen der frühen interner Link Neuzeit ging der Begriff im bald aufkommenden und schnell immer weiter untergliederten Heeres-Beschaffungswesen mit diversen Bewaffnungs-, Bekleidungs- und Ausrüstungs-Diensten unter.


... mehr zum Thema: externer Link "Was Soldaten mit sich herumschleppen" (SZ)


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v.o.n.u.: Waffen, Ausrüstung und persönl, Gegenstände eines
Yorksman 1485
... "Man-at-Arms" (Waffen-Knecht), House of York; englischer Bürger-Krieg (1485)
Tilbury 1588
... "Caliverman" (Arkebusier) zur Tilbury-Rede der englischen Königin Elizabeth I. (1588)
Naseby 1645
... Musketiers der "New Model Army" in der Schlacht von Naseby (1645)
(Projekt "Soldiers Inventories" von Thom Atkinson
Quelle: ► Thom Atkinson)

ARM

Armbrust (auch Baleste oder Balester)

Die Armbrust (im Rätoromanisch-Schwizerdütschen anfänglich "Arkbusse", vom lat.: Arcus; der Bogen und Pyxis; die interner Link Büchse, somit wörtlich die "Bogen-Büchse", davon im Schwizerdütschen volkstümlich "Arkbräst"; anfänglich schwizer Bezeichnung für die Armbrust, ursprünglich lokaler Link "Arcubalista"; vom lat.: Arcus; der Bogen und griech.: Ballein bzw. lat.: Ballista; werfen, somit eigentlich "Bogen-Werfer", daraus im gallo-romanischen Französisch "Arbalète", daraus wiederum im Mittelhochdeutschen ab dem 15. Jahrhundert lokaler Link "Arbaleste", auch Baleste oder Balester), ist eine interner Link Schuss-Waffe aus dem Bereich der interner Link Distanz-Waffen, Klasse der interner Link Spann- und Vorspann-Waffen, Ordnung der interner Link Sehnen-Arm-Spanner, Kategorie säulen-schaftige interner Link Bogen-Schleudern, Gruppe der einschüssigen, schaft-rinnigen Einlege-Lader (siehe dazu auch interner Link Kategorisierung der Waffen), zu deren Wirkung ein interner Link Geschoss (in der Regel ein interner Link Bolzen, seltener eine Kugel; siehe dazu interner Link Projektile) Bedingung ist, das über die plötzliche Entspannung einer geeigneten interner Link Sehne einen Impuls erhält.

Als eine Weiterentwicklung des interner Link Bogens war die Armbrust bereits im lokaler Link antiken China und im archaischen Griechenland (hier etwa seit dem 5. Jahrhundert v.u.Z.; siehe dazu interner Link Gastraphetes) bekannt. Im Unterschied zum Bogen wurde bei der Armbrust der waffen-haltende bzw. -führende Arm des interner Link Schützen durch einen horizontalen Schaft (bei der Armbrust auch Säule genannt, daher engl. auch "Crossbow"; der Kreuz-Bogen) ersetzt, der mit einer Führungs-Rille für den Bolzen (Geschoss-Lager), einer Abzugs- und bald auch einer Spann-Vorrichtung versehen war.

Im europäischen Raum ist die Armbrust seit dem frühen interner Link Mittelalter verbreitet und hier - erst als interner Link Jagd- dann zunehmend als interner Link Kriegs-Waffe - im Gebrauch, fand zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch als interner Link Granat-Werfer Verwendung und wird heute überwiegend im sportlichen Wett-Kampf benutzt. Vor allem in den Alpen-Ländern waren und sind sogenannte "Preis-Schießen" kulturelle Tradition und beliebte Attraktion eines Jahr-Marktes bzw. der Kirmes.


... mehr zum Thema: interner Link KOMPENDIUM der Waffenkunde - Armbrust


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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Spann- und Vorspann-Waffen
Spann- und Vorspann-Waffen aus zwei Jahrtausenden (Montage);
von oben nach unten:
♦ primitiver Pfeil-Bogen
♦ griechische Gastraphetes
Armbrüste aus dem 12. bis 16. Jahrhundert
♦ "Geißfuß"-Armbrust
♦ Komposit-Armbrust
♦ Arbaleste
(Quelle u.a.: ► "Академик"; russ. Online-Bibliothek, unter Verwendung alter russischer und deutscher Enzyklopädien)

ARM

Armee

Umgangssprachlich versteht man unter der Bezeichnung Armee (von lat.: Arma, die Bewaffnung; Armata, Bewaffnete; armete, Arm - als verlängertes Macht-Mittel eines Herrscher, früher auch interner Link Heer) die Gesamtheit aller bewaffneten interner Link Teil-Streitkräfte eines Landes bzw. nationalen Territorial-Staates zu Wasser, zu Lande und zu Luft.

Militär-wissenschaftlich beschreibt der Begriff einen militärischen Groß-Verband (siehe militärische interner Link Verbände und Truppenteile) unterschiedlicher interner Link Truppen- und interner Link Waffen-Gattungen. Als Teil einer interner Link Heeresgruppe unterstand die Armee direkt dem strategischen Oberbefehl der interner Link Heeres-Führung bzw. -Leitung. Führungskommando einer Armee war der Armee-Stab (siehe militärischer interner Link Stab); als Oberkommandierender einer Armee wird in der Regel ein interner Link General im Rang eines interner Link Generaloberst benannt.

Eine Armee wird üblicherweise für die Dauer einer militärischen interner Link Operation formiert. Zur Errichtung einer Armee werden durchschnittlich zwei bis vier lokaler Link Armee-Korps zusammengezogen, die innerhalb eines abgesteckten Einsatz-Gebietes operieren. Die Zusammensetzung des Verbandes richtet sich dabei primär nach den strategischen Ziel-Setzungen (siehe interner Link Strategie und Taktik), sekundär werden im Rahmen der Zusammenstellung auch die Stärke des Gegners, das Gefechts-Feld bzw. das jeweilige Terrain samt Infra-Struktur und Klima-Bedingungen berücksichtigt. Neben den eigentlichen Kampf-Verbänden besteht eine Armee aus interner Link Spezial-Truppen, interner Link Versorgungs-Einheiten aller Art und interner Link rückwärtigen Diensten, die im Zusammenwirken sämtlicher Einheiten (siehe militärische interner Link Einheiten und Verbände) in einem fest umrissenen Einsatz- oder Manöver-Gebiet zusammen strategisch-taktische Operationen durchführen. Darüber hinaus werden einer Armee noch starke Sicherungs- und Ordnungs-Truppen (siehe dazu bspw. interner Link Feld-Gendarmen bzw. Militär-Polizei oder Sicherungs-Division), interner Link Nachrichten- und interner Link Pionier-Truppen, Verwaltungs-, Transport- und Logistik- sowie diverse zivile Verwaltungs-Einheiten samt Feld-, Besatzungs- oder Ortskommandanturen angegliedert. Bspw. verfügten die Armeen der deutschen Wehrmacht neben der regulären Luftwaffe noch bis zur Mitte des II. Weltkrieges über eigene Heeres-Fliegerkräfte samt Luftabwehr-Abteilungen.

Militär-historisch tauchte der Begriff erstmals in Spanien gegen Ende des 16. Jahrhunderts auf: Die lokaler Link "Armada" (span.: die Bewaffnete) stand hier jedoch erst einmal für die interner Link Kriegs-Flotte des spanischen Königs Philipp II. (1527 - 1598; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA). Etymologisch wurde das Sinnbild einer "bewaffneten Macht" dann zur Mitte des 17. Jahrhunderts auf die interner Link französische Armee übertragen. Hier verstand man unter der "Armé" anfänglich eine unbestimmte Anzahl bewaffneter Krieger verschiedener Waffen-Gattungen der interner Link Land-Streitkräfte, die von König Ludwig XIII. (1601 - 1643; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) bzw. seinem ersten Minister, Kardinal Richelieu (1585 - 1642; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA), in die diversen Konflikte und Auseinandersetzungen um den "wahren Glauben" entsandt wurden (franz.: "les Armées du Roi", die Waffen des Königs). Während des externer Link Dreißigjährigen Krieges bezeichnete die "Armée" dann die Gesamtheit aller bewaffneten Streitkräfte, die dem regierenden Monarchen als "Inhaber" bzw. dem vom Monarchen berufenen und damit in seinem Namen kommandierenden Oberbefehlshaber unterstanden. Der Begriff wandelte sich jedoch, als einzelne Parteien bspw. im Verlauf des externer Link Siebenjährigen Krieges gezwungen waren, ihre Armee auf Grund eines Zwei- oder Mehrfronten-Krieges auf anderen Schauplätzen in Teil-Armeen bzw. Truppen-Kontingente umzubilden. Die Armee eines Territorial-Staates gliederte sich von nun an mehr und mehr in eine Haupt-Armee, die am Haupt-Schauplatz eines Konflikts zum Einsatz kam, und einem oder mehreren kleineren Armee-Korps, die an den Neben-Schauplätzen mit der Durchführung hinhaltender oder abwehrender Operationen beauftragt waren. Mehrere dieser Armee-Korps konnten nun wieder zu einem Groß-Verband zusammengefasst werden, der bspw. als "Ost-" oder "West-Armee" bezeichnet wurde oder einfach den Namen des jeweiligen Oberbefehlshabers erhielt.

Als erster Vorläufer einer operativ-taktischen Armee kann die von Frankreich ab 1794 errichtete "Armee zur Verteidigung der Revolution" gesehen werden. Nach dem Vorbild dieses schlagkräftigen und relativ schnell beweglichen Verbandes entstanden 1812 in Russland aus den drei eiligst zusammengestellten "West-Armeen" im Verlauf der Feldzüge im interner Link "Vaterländischen Krieg" und in den anschließenden interner Link "Befreiungskriegen" effektive, teilweise multi-nationale Armee-Verbände, deren strategische Zielsetzungen in einem alliierten General-Stab "erstritten" wurden.

In Preussen bzw. den Staaten des interner Link Norddeutschen Bundes konnte die Gliederung des Heeres in Armee-Korps, die mit der Mobilisierung je nach Operations-Richtung in Armeen zusammengefasst werden sollten, erst nach dem Krieg von 1866 gegen Österreich durchgesetzt werden (siehe interner Link preussische Armee; Neuorganisation des Heeres; A.K.O. vom 7. Dezember 1867).


... siehe dazu übersichtlich: interner Link Truppen-Teile


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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Thiele: Zeithainer Lager
"Lager der sächsischen Armee bei Zeithain, 1730"
Gemälde um 1730, von
Johann Alexander Thiele
Standort unbekannt
(Quelle: ► Wikipedia)

ARM

Armee-Korps

Militär-wissenschaftlich versteht man unter einem Armee-Korps (auch Corps; franz.: Körper oder Körperschaft, einheitliches Ganzes, Gesamtheit; von lat.: Corpus, der Körper) einen Teil-Verband (siehe militärische interner Link Verbände und Truppenteile) einer lokaler Link Armee. Herausgelöst aus der Gesamtheit einer Armee ist das Korps zwar der strategischen Planung (siehe interner Link Strategie und Taktik) des Armee-Oberkommandos unterstellt, operiert taktisch jedoch weitgehend selbstständig.

Schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts bezeichnete man Verbände, die zeitweilig bzw. für die Dauer eines interner Link Feldzuges oder für eine bestimmte taktische interner Link Operation aus verschiedenen Truppen- und/oder interner Link Waffen-Gattungen samt erforderlichen interner Link Versorgungs- und Unterstützungs-Einheiten zusammengestellt und einem gemeinsamen strategischen Oberbefehl unterstellt wurden, als Korps, das zusammen mit mindestens zwei oder mehreren struktur- und stärkemäßig vergleichbaren Formationen eine Armee bildete.

Mit der Herausbildung der sogenannten interner Link "Stehenden Heere" in Folge des externer Link Dreißigjährigen Krieges, der Bildung von Massen-Heeren im Verlauf der externer Link Kabinetts-Kriege in der Mitte des 18. Jahrhundert und der interner Link Koalitions-Kriege zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das Armee-Korps mehr und mehr zu einem Begriff, der hauptsächlich nationalen bzw. territorialen Bezug hatte.

Die von interner Link Napoleon Bonaparte errichtete interner Link "Grande Armée" gliederte sich auf dem Höhepunkt der napoleonischen Epoche in zwölf Armee-Korps, die sich aus rein französischen interner Link Einheiten, Truppen des interner Link Rheinbundes und Kontingenten der Verbündeten zusammensetzen. Dazu kamen noch einige Hilfs- und Unterstützungs-Korps, die im interner Link Besatzungs- oder interner Link Garnisons-Dienst standen bzw. der interner Link Reserve zugerechnet wurden. Das einzelne Armee-Korps bestand in der Regel aus mindestens zwei bis vier interner Link Divisionen von interner Link Kavallerie- und interner Link Infanterie-Einheiten, die nach der Abkehr vom verlustreichen System der Halb-Brigaden (siehe dazu interner Link "Demi-brigades") zu mindestens zwei bis maximal sechs interner Link Bataillone der Infanterie bzw. zwei bis sechs interner Link Eskadronen der Kavallerie ab dem Jahr 1803 wieder aus zwei vollwertigen interner Link Brigaden gebildet wurden, die jedoch in Stärke und Gliederung keiner festen Struktur unterworfen waren, im Durchschnitt jedoch aus zwei bis drei interner Link Regimentern bestanden. Dazu kam noch die aus mehreren interner Link Batterien bestehende interner Link Korps-Artillerie, die samt dem Fuhrpark (Bagage, Munition, Feldwerkstätten etc.) und diversen Ersatz-Einheiten der Korps-Reserve zugeordnet wurde.

Die interner Link preussische Armee, die sich in den diversen Feldzügen des externer Link Siebenjährigen Krieges zu einer der effektivsten, am besten "gedrillten" und dem entsprechend respektiertesten Armeen Europas profiliert hatte, wies jedoch den großen Nachteil auf, dass die einzelnen Bataillone und Eskadronen bei jeder Mobilisierung erst umständlich in Armee-Verbände "arrangiert" werden mussten. Mit den interner Link Reformen von 1807/08 wurde die gesamte Armee umstrukturiert und nach dem Vorbild der schlag-kräftigen Klein-Armeen Frankreichs neu aufgestellt. Die wenigen Einheiten, die die Katastrophe von 1806 (siehe interner Link Doppelschlacht von Jena und Auerstedt) überstanden hatten, wurden über die sechs preussischen interner Link Provinzen verteilt bzw. in Garnison gelegt oder dort zur Bildung von jeweils erst einmal einer gemischten Brigade verwendet. Nach dem interner Link Krümper-System wurde die Provinz bzw. der Standort neuer interner Link Ausbildungs- bzw. Ergänzungs-Bezirk der jeweiligen Truppe, wodurch zwischen 1808 und 1812 eine starke Armee-Reserve geschaffen werden konnte. Mit all diesen mehr oder weniger verdeckt formierten Reserve-Einheiten und interner Link Landwehr-Verbänden konnte die preussische Armee bei der Mobilisierung von 1813 mit einer Stärke von rund dreihundert-tausend Soldaten und Offiziere überraschen: Schon 1809 unterteilte sich die reguläre preussische Armee in drei – ab 1815 dann in acht Armee- und einem Garde-Korps (siehe interner Link preussisches Garde- und Grenadier-Korps), die ab 1813 jeweils aus vier gemischten Brigaden gebildet wurden. Da die so verteilten Kavallerie-Regimenter jedoch nur schwerlich zur Bildung größerer interner Link Angriffs-Verbände zusammengezogen werden konnten, wurden die gemischten Brigaden Mitte 1813 in reine interner Link Truppen-Brigaden zu je zwei Regimentern Infanterie bzw. Kavallerie umgewandelt. In den Staaten des interner Link Norddeutschen Bundes wurden derartige Korps anfänglich aus den interner Link Wehrkreisen gebildet, die im Fall der Einberufung aller interner Link Reservisten bzw. der Mobilisierung des interner Link Landsturms auf die Stärke einer Armee gebracht werden konnten. Neben den unterstellten Divisionen und zusammengefassten Versorgungs-Einheiten verfügte das Korps noch über eigene Artillerie-, interner Link Nachrichten- und interner Link Pionier-Truppen, die in der Regel in der Stärke eines Regiments vertreten waren. Üblicherweise wurde das Korps von drei Divisionen gebildet, aber auch Korps zu zwei bis fünf Divisionen sind belegt. Bis 1914 wurden insgesamt fünfundzwanzig Armee-Korps aufgestellt, die eine Gesamt-Friedensstärke von rund achthundert-tausend Mann hatten. Während die Truppen der interner Link bayrischen, interner Link sächsischen und interner Link württembergischen Armee im Frieden unter Kommando und Verwaltung ihrer eigenen interner Link Kriegs-Ministerien standen, hatten die kleineren deutschen Länder, deren Armeen nicht zur Aufstellung eines eigenen Verbandes in Korps-Stärke genügten, sich dem interner Link preussischen Kriegs-Ministerium unterstellt.

In den Armeen Englands, Schottlands und Irlands (siehe dazu interner Link britische Armee) bildeten sich schon zu Zeiten der englischen Bürger-Kriege (siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) Einheiten, die bereits mit einem Armee-Korps vergleichbar wären. König Charles II. (1630 - 1685; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) warb in seinem holländischen Exil im Jahr 1656 bspw. englische, schottische und irische Truppen, mit denen er gegen die bürgerlich-republikanischen Parlaments-Truppen (siehe dazu interner Link "New Model Army") des Lordprotektors externer Link Oliver Cromwell zog. Beide verfeindeten englischen Parteien stellten jedoch gemeinsame Truppen gegen die Aufstände in Schottland und Irland. Und um das Durcheinander perfekt zu machen, kämpften Engländer, Schotten und Iren in Übersee gemeinsam gegen Franzosen und Holländer, die dem angehenden Empire die gewinnbringenden Kolonien neideten. Aus diesen Gründen wurden weltweit eine Vielzahl von regulären und irregulären Besatzungs-, interner Link Expeditionen- und Kolonial-Korps stationiert, zu deren Bildung neben geworbenen interner Link Söldnern und Freiwilligen auch Eingeborenen-Truppen (bspw. Bengalen, Sepoys, Gurkhas u.a. im Sold der externer Link "Ostindischen (Handels-) Kompanie"), angemietete Fremd-Truppen (Hessen, Braunschweiger u.a.; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA: Deutsche Beteiligung am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg) und Truppen der Krone herangezogen wurden, wobei die britischen Truppen in regelmäßigen Abständen nach einem geregelten Rotationsprinzip von anderen Heimat-Truppenteilen abgelöst wurden. Bsph. genannt sein hier das 1664 errichtete Korps der "His Majesty's Marine Forces" (besser bekannt als interner Link Royal Marine-Corps; nach dessen Vorbild 1798 das interner Link United States Marine Corps gebildet wurde), das Expeditionskorps des Generals John Bourgoyne (1722 - 1792; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) gegen die aufständischen Untertanen im externer Link Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg oder das Expeditionskorps interner Link Wellingtons im s.g. externer Link Halbinsel-Krieg von 1807 bis 1814.


... siehe dazu übersichtlich: interner Link Truppen-Teile


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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ASB

Asberg

Stadt-Teil von Moers am Niederrhein im heutigen Nordrhein-Westfalen (siehe dazu externer Link "Google-Maps").

Ende des 1. Jahrhunderts noch am linken Rhein-Ufer gelegen, wurde das Territorium um das Jahr 16 v.u.Z. Standort verschiedener befestigter Römer-Lager (siehe dazu interner Link "Castra") samt Militär-Siedlung (siehe dazu interner Link "Vicus").

Seit der Entdeckung im Jahr 1981 finden im Stadt-Teil Asberg immer wieder Ausgrabungen statt, in deren Ergebnis bislang eine Vielzahl militär-historisch wertvoller Artefakte zum Lager- und Siedlungs-Leben gefunden werden konnten.


... siehe dazu ausführlich externer Link CASTRAASCIBURGIUM e. V.


... mehr dazu lokaler Link "Asciburgium"


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Stadtmuseum Duisburg
Sonder-Ausstellung im ► Kultur- und Stadt-Historischen Museum Duisburg (2014)
(Quelle: ► "CASTRA ASCIBURGIUM e. V.")

ASC

Asciburgium

Heute lokaler Link Asberg, siehe dazu externer Link "Google-Maps"; Stadt-Teil von Moers; Nordrhein-Westfalen)

Römische Militär-Siedlung (siehe dazu interner Link "Vicus") Ende des 1. Jahrhunderts v.u.Z. an einer Schleife des damals links-seitigen Rhein-Ufers, die von den Römern mit großer Wahrscheinlichkeit nach den germanischen Bezeichnungen "Askaz" (die Esche oder auch Eschen-Holz) und "Burg" (für eine befestigte Anlage; von lat. "Burgus", die Burg) benannt wurde.

"Asciburgium" wurde um das Jahr 16 v.u.Z. als römisches interner Link Feld- oder Marsch-Lager bzw. als befestigter Außen-Posten (siehe dazu interner Link "Castra") des bedeutenden interner Link Legions-Lagers interner Link "Novaesium" errichtet. Die anfänglich interner Link strategisch günstige Lage an der links-seitigen Rhein-Straße (siehe dazu interner Link Römer-Straßen) zwischen interner Link "Colonia Ulpia Traiana" (Xanten) und dem großen Lager für zwei interner Link Legionen "Apud Aram Ubiorum" (beim Tempel der Ubier; daraus später interner Link "Colonia Claudia Ara Agrippinensium"; Köln) bzw. auf einer s.g. Rhein-Terrasse, die die Anlage nicht nur vor Überflutungen infolge von Hochwasser-Ständen bewahrte, bot die Möglichkeit zum Bau einer Hafen-Anlage, von der aus die vorgeschobenen Beobachtungs-Posten gedeckt und maritime interner Link Patrouillen entlang des Rheins und interner Link Expeditionen über die Ruhr in östlich gelegenen germanischen Stammes-Gebiete (siehe dazu interner Link Germanen) unternommen werden konnten.

Archäologische Ausgrabungen, Vermessungen und Luft-Bilder belegen, dass die Dimensionen der Anlagen als Standort einer interner Link Kohorte gedient haben. Insgesamt konnten bislang fünf Lager nachgewiesen werden, die zwischen der Zeiten-Wende und dem Jahr 70 u.Z. in der typischen Erdwall-Graben-Palisaden-Weise errichtet worden waren und anfänglich annehmbar nur als saisonale Außen-Lager bzw. als interner Link Garnison für Truppen der lokaler Link "Auxilia" genutzt wurden. Das sogenannte "Lager V", das wohl im ersten Drittel des 1. Jahrhunderts Standort der hauptsächlich in Syrien rekrutierten "Cohors Silaucensium" war, wurde Mitte des Jahrhunderts erweitert, mit etwa 3 Meter hohen Lehm-Mauern befestigt und Garnison einer interner Link Reiter-Einheit (siehe dazu lokaler Link "Ala"), die wohl in der Region des heutigen Lüttich aus damals dort heimischen germanischen Tungerern geworben worden war. Parallel zu den jeweiligen Militär-Lagern wuchs eine typisch römische Militär-Siedlung, die zur Zeiten-Wende etwa eintausend-fünfhundert Einwohner umfasst haben dürfte.

Die Verlandung der Rhein-Schleife bzw. die Änderung des Fluss-Verlaufes führten im letzten Drittel des 1. Jahrhunderts u.Z. erst zur Aufgabe des Hafens, zwischen den Jahren 83/85 u.Z. dann zum Ende der militärischen Nutzung.


... siehe auch: interner Link Römische Siedlungen (Liste)


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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ATT

Attacke

Die Attacke (franz.: Attaque, der Angriff oder die Offensive) ist eine Form des militärischen lokaler Link Angriffs und beschreibt einen schnellen, überraschenden Stoß auf einen Schwach-Punkt der gegnerischen lokaler Link Aufstellung bzw. eine ohne Verzögerung aus der Bewegung eingeleitete interner Link Offensive, die dem Gegner keine oder wenig Zeit zur Einleitung von koordinierten Abwehr-Operationen (siehe dazu interner Link Verteidigung) lässt. In der Regel wird die Attacke von interner Link Einheiten oder interner Link Verbänden einer interner Link Armee vorgetragen. Im deutschen Sprach-Raum versteht man unter der Attacke mehrheitlich eine gezielt ausgeführte Angriffs-Form der interner Link Kavallerie.

Attacken organisierter interner Link Reiter-Einheiten sind schon aus lokaler Link Antike und hier von Völkern Asiens, Afrikas und Europas überliefert, die das Pferd als Reit- oder Transport-Tier nutzten. Bsph. genannt sein hier Reiter-Völker wie Skythen, Sarmaten und Hyksos, Parther oder Numidier. Mit dem Aufkommen der antiken Groß-Mächte wurden diese Reiter-Völker geworben und als interner Link Söldner bzw. lokaler Link Auxilia Teil der interner Link Heere Mazedoniens oder interner Link Roms. Mit seinem Werk "Über die Reitkunst" verfasste der griechische Historiker und Kriegsbericht-Erstatter Xenophon (um 450 bis um 350 v.u.Z.; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) das erste uns bekannte Lehr-Buch für die Kavallerie. Und in der Abhandlung "Hipparchikos" beschrieb er detailliert Anforderungen und Aufgaben eines Reiter-Kommandanten. In beiden Schriften werden interner Link Manöver für Kavallerie-Verbände beschrieben, die die praktische Organisation und Durchführung von geschlossenen Angriffs- oder Rückzugs-Bewegungen in strukturierten Einheiten vermitteln.

Mit dem Vordringen des Reiter-Volks der Hunnen nach Ost- und Mittel-Europa und der damit beginnenden Völker-Wanderung (siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) wurden erstmals in Europa massive interner Link Schlachten größerer Reiter-Verbände ausgefochten. Hier attackierten mit Lanzen, Beil oder Schwert (siehe interner Link Kalt-Waffen) bewaffnete slawische und germanische Reiter die mongolischen interner Link Bogen-Schützen Attilas.

Auf den Schlacht-Feldern des frühen, hohen und späten interner Link Mittelalters trafen die legendären interner Link Ritter-Heere aufeinander, deren Angehörige in der Regel der adeligen Ober-Schicht entstammten. Hier entwickelte sich wohl auch aus dem italienischen Begriff "Cavaliere" (Reiter; von ital.: "Cavallo" bzw. lat.: "Caballus"; das Pferd) die Bezeichnung "Kavallerie" bzw. der Titel "Chevalier" (franz.: Ritter). Die in dieser Epoche geführten Attacken dürften in der Realität jedoch allein schon aufgrund der für die schweren Ritter nötigen Pferde recht gemächlich vorangegangen sein, gehörten die "Schlacht-Rösser" doch zu den Kaltblütern und waren damit nichts anderes als unsere heutigen – zwar kräftigen und ausdauernden jedoch sehr langsamen – Arbeitspferde (siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA).

Wurden die Kavallerie-Angriffe in der Antike und im Mittelalter hauptsächlich von massierten Reiter-Verbänden ausgeführt, die mehr oder weniger in geschlossener interner Link Linien- oder interner Link Haufen-Formation operierten, so konnten mit der spanischen und französischen Reitschule des 16. und 17. Jahrhunderts und der einhergehenden "Abrüstung" der Ritter zu interner Link Kürassieren Manöver erprobt und instruiert werden, die ursprünglich von den orientalischen und osteuropäischen Reitern vorgetragen wurden. So entwickelten sich unter dem Hauptbegriff "Attaque" nicht nur verschiedene Angriffs-Formen für die Kavallerie sondern auch neue interner Link Waffen-Gattungen wie interner Link Dragoner bzw. interner Link Karabiniers, interner Link Husaren, interner Link Lanciers oder interner Link Ulanen, interner Link Jäger interner Link Chevau-Legers.

Von nun an unterschied man die "Attaque...

  • ... en colonne" (der Kolonnen-Angriff der schweren Reiterei)
  • ... en muraille" (der zwei-gliedrige Linien-Angriff)
  • ... en échelon" (von einem Flügel ausgehender Linien-Angriff)
  • ... en échiquir" (im Karreé oder im Schachbrett)
  • ... en foule" (der Schwarm-Angriff der leichten Reiterei)
  • ... en débande" (Angriff in aufgelöster Formation)

Die letzte Attacke eines militärischen Kavallerie-Verbandes fand in Europa am 1. September 1939 im Gefecht bei Krojanty infolge des deutschen Überfalls auf Polen statt (siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA). Das letzte Gefecht zwischen gegnerischen Kavallerie-Einheiten wurde am 23. September 1939 zwischen polnischen Ulanen und deutschen Reitern geführt (siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA).

Militär-geschichtlich erwähnenswerte Kavallerie-Attacken sind:


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Zorndorf - 1758
Zorndorf, 25. August 1758
Attacke der preussischen Kavallerie
Gemälde von
Emil Johannes Hünten
(Quelle: ► Wikipedia)

Fère-Champenoise - 1814
Fère-Champenoise, 25. März 1814
Attacke der russischen Kavallerie
Grafik von
Oleg Parkhaev
(Quelle: ► "pro100mica" [russ.])

Waterloo - 1815
Waterloo, 18. Juni 1815
Attacke der französischen Kavallerie
Gemälde von
Louis-Jules Dumoulin im
Panorama-Museum Waterloo
(Quelle: ► Wikipedia)

AUF

04.08.1804: boulogne
Plan zum Aufmarsch der zur Invasion Englands im Lager von Boulogne zusammengezogenen "L’Armée des côtes de l'Océan" für die Inspektion durch den Ersten Konsul Napoleon am 15. August 1804.
(Quelle: »Histoire de Boulogne-sur-Mer« von Alain Lottin)

Aufmarsch

Im allgemeinen Sinn bezeichnet der Aufmarsch die organisierte Bewegung militärischer interner Link Truppen hin zu einem interner Link befohlenen interner Link Bereitstellungsraum. In diesem Areal belegen die am Aufmarsch beteiligten interner Link Einheiten in der Regel vorbestimmte bzw. zugewiesene Abschnitte.

Als interner Link strategischen Aufmarsch bezeichnet man die planmäßige Bewegung bzw. Verlegung aktiver militärischer interner Link Verbände und Truppenteile unmittelbar vor dem Beginn eines interner Link bewaffneten Konflikts hin zu einem festgelegten (grenz-nahen) Aufmarsch-Gebiet. Bis zum Beginn der interner Link operativen Phase verbleiben die gesammelten Kontingente im Status der s.g. interner Link Gefechts- und Einsatz-Bereitschaft. Die Konzentration gegebener interner Link Streit-Kräfte erfolgt zu dem Zweck, nach Abschluss der Sammlung aus einer möglichst vorteilhaften interner Link Ausgangs-Stellung konkrete lokaler Link Angriffs- oder interner Link Verteidigungs-Manöver nach dem Ideal der interner Link "Verbundener Waffen" im Operations-Gebiet einleiten zu können.

Dem strategischen Aufmarsch geht in der Regel die interner Link Mobilmachung voraus.

Als interner Link taktischen Aufmarsch bezeichnet man die möglichst vorteilhafte Positionierung bzw. lokaler Link Aufstellung von interner Link Regimentern und Einheiten verschiedener interner Link Truppen- und interner Link Waffen-Gattungen in Vorbereitung einer unmittelbar bevorstehenden interner Link Schlacht, wobei die interner Link Heer-Führer der modernen interner Link Territorial-Heere noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts bestrebt waren, nach Möglichkeit klassische interner Link Schlacht-Ordnungen zu formieren, die zwar relativ übersichtlich doch mit Gefechts-Beginn nur noch unter erheblichen Risiken zu korrigieren waren.

Als Teil eines militärischen Zeremoniells hat der Aufmarsch den Zweck, die aufmarschierenden Truppen möglichst eindrucksvoll zu präsentieren. Im Unterschied zur interner Link Parade, bei der ausgewählte Truppen-Teile in Form eines "Vorbei-Marsches" vor führenden und/oder befehlshabenden Eliten defilieren, formieren die am Aufmarsch beteiligten Einheiten in einem ausgewählten Areal – bspw. innerhalb eines abgegrenzten interner Link Manöver-Geländes – und hier auf abgesteckten Parzellen eine interner Link reglementierte Aufstellung in breiter interner Link Front (auch "Breit-Kolonne" genannt). In dieser Formation bietet der Aufmarsch die Möglichkeit, die dann stehenden Truppen samt ihrer interner Link Bewaffnung und lokaler Link Ausrüstung ausgiebig und im Detail zu interner Link inspizieren. Öffentliche interner Link Defilees zur Aufstellung oder lokaler Link Ablösung von Wach-Posten oder zur Bildung eines Ehren-Spaliers werden allgemein als lokaler Link Aufzug bezeichnet.

Die Abläufe für Aufmärsche bis zur Ebene des Regiments werden üblicherweise im Rahmen der interner Link Exerzier-Ausbildung in der interner Link Garnison bzw. auf dem interner Link Kasernen-Gelände vermittelt; ab interner Link Brigade- oder interner Link Divisions-Ebene bzw. in Planung oder Vorbereitung einer Mobilmachung erfolgen Übungen bzw. Prüfungen im Verlauf von Manövern.

Die Auflösung eines Aufmarsches erfolgt durch den lokaler Link Abmarsch.


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Aufmarsch der französische Armee...
05.08.1805: Austerlitz
... zur "Dreikaiserschlacht" bei Austerlitz
(2. Dezember 1805)
(Quelle: ► Wikipedia)
14.10.1806: Jena
... zur Schlacht bei Jena
(14. Oktober 1806)
(Quelle: ► Wikipedia)

AUF

Aufstellung

Allgemein versteht man unter einer militärischen Aufstellung eine Auflistung, die die aktuelle interner Link Struktur bzw. interner Link Gliederung aller militärischen interner Link Teil-Streitkräfte bzw. die interner Link Truppen- und interner Link Waffen-Gattungen eines souveränen Staates samt Stärke und Standorte veranschaulicht. Gleichsam versteht man unter der Aufstellung einerseits einen Plan, der in Vorbereitung einer unmittelbar bevorstehenden interner Link Feld-Schlacht die Anordnung gegebener bzw. verfügbarer interner Link Einheiten und interner Link Verbände zu einer interner Link Front-Linie bestimmt (auch interner Link "Ordre de bataille" genannt; siehe dazu auch interner Link Linear-Taktik), sowie andererseits auch die Übersicht, die die aktuelle Zusammensetzung eines Groß-Verbandes erfasst, der regional interner Link operativ-taktisch aktiv ist oder sich direkt vor dem Beginn eines Kampf-Einsatz befindet.

Im militärischen Alltag verallgemeinert der Begriff umgangssprachlich die Art der interner Link Antrete-Ordnung, die eine militärische Einheit für einen bestimmten Zweck zu formieren hat.

Um eine größere Menge von Soldaten zu informieren bzw. zu kommandieren, zu inspizieren oder zu präsentieren ist es naheliegend, die Ansammlung in einer bestimmten Ordnung aufzustellen. Unter militärischen Aspekten wird hierzu durch eine Einheit eine hierarchisch geordnete Formation gebildet, die den kommandierenden interner Link Offizier je nach Art der Aufstellung in die Lage versetzt, bspw.:

Neben den vorgenannten Beispielen liegt der Zweck einer militärischen Aufstellung in den sich daraus eröffnenden Bewegungs-Optionen: Grundsätzlich sollte es möglich sein, aus einer stehenden Aufstellung eine Marsch-Ordnung formieren - und aus dieser wiederum direkt in eine Schlacht-Ordnung einschwenken zu können (und umgekehrt), wobei die organisierte Bewegung militärischer Einheiten hin zu einer Aufstellung als lokaler Link Aufmarsch bezeichnet wird.

Darüber hinaus wurde bzw. wird auch die interner Link Werbung, Errichtung oder Zusammenstellung einer neuen militärischen Einheit als Aufstellung bezeichnet.

Letztendlich orientiert sich auch die Ausgangs-Aufstellung der Figuren im Schach- oder im Dame-Spiel an einer militärische Aufstellung.


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Ehren-Formation
Aufstellung Ehren-Formation
in: "Fahnen-Weihe 1808"
Lithografie von
Richard Knötel
Illustration aus der "Chronik des Ersten Garde-Regiments zu Fuß und dessen Stamm-Truppen 1675-1900";
i.A. des Regiments, 1902
(Quelle: befreundeter Sammler)
Ehren-Formation
Aufstellung Ehren-Formation
in: "Parade im Lustgarten 1894"
Gouache von
Carl Röchling
Illustration aus der "Chronik des Ersten Garde-Regiments zu Fuß und dessen Stamm-Truppen 1675-1900";
i.A. des Regiments, 1902
(Quelle: befreundeter Sammler)

AUG

Augusta...

Römischer Titel (lat.: Augusta bzw. Augustus; die bzw. der Erhabene; siehe lokaler Link Augustus), später Vorname

Als Vorsatz eine Reihe von Städte-Gründungen:


... siehe auch: interner Link Römische Siedlungen (Liste)


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AUS

v.o.n.u.: Waffen, Ausrüstung und persönl, Gegenstände eines
Malplaquet 1709
... Private Sentinel (Stabs- oder Haupt-Gefreiter) in der Schlacht von Malplaquet (1709)
Brooklyn 1776
... Gefreiten der "Continental Army"; Schlacht von Brooklyn (1776)
Waterloo 1815
... Gefreiten zur Schlacht von Waterloo (1815)
Alma 1854
... Scharf-Schützen der "Rifle Brigade"; Schlacht von Alma (1854)
Gettysburg 1863
... Sergeant, Union Army; Schlacht von Gettysburg (1863)
Somme 1916
... Gefreiten im I. WK; Schlacht an der Somme (1916)
(Projekt "Soldiers Inventories" von Thom Atkinson
Quelle: ► Thom Atkinson)

Ausrüstung

Mit dem Übergang vom interner Link Landsknechts- bzw. interner Link Söldner-Heer des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) zum interner Link "Stehenden Heer" der frühen interner Link Neuzeit erhielten die mehr und mehr lokaler Link absolutistisch regierenden Landes-Potentaten Europas ein Macht-Mittel, das ihre Vormacht-Stellung nunmehr unabhängig von der Gefolgschaft ihrer interner Link Vasallen oder interner Link Lehensmännern auch gegen innere Feinde sicher stellte; dessen Unterhalt jedoch infolge der nun dauerhaft anfallenden interner Link Sold-Zahlungen -, insbesondere den erheblichen Aufwendungen zur Finanzierungen der Aufrechterhaltung von lokaler Link Ausbildung und interner Link Einsatz-Bereitschaft, weitaus höhere Kosten verursachte, als die temporäre interner Link Anwerbung s.g. interner Link "Obristen-Regimenter". Zwar führten die mit dem Aufbau einer lokaler Link Territorial-Armee einhergehenden Anforderungen an die interner Link Rüstungs-Wirtschaft bald zu Vereinheitlichungen in der interner Link Montierung bzw. interner Link Uniformierung und Standardisierungen in der interner Link Bewaffnung, was wiederum weitaus effizientere und effektivere Möglichkeiten der Herstellung eröffnete, doch erwies es sich mit dem Aufkommen bzw. der Errichtung immer spezialisierterer interner Link Waffen-Gattungen im zunehmenden Maß als notwendig, diese interner Link Einheiten auch immer spezieller auszustatten bzw. auszurüsten.

Im Unterschied zur lokaler Link Armatur lokaler Link antiker und interner Link mittel-alterlicher interner Link Krieger bildet die militärische Ausrüstung neben der Uniformierung und der Bewaffnung mit persönlich geführter interner Link Ordonnanz-Waffe (incl. eines Kampf-Satzes zugehöriger interner Link Munition) den dritten Komplex von militärischen Gegenständen, die ein interner Link Soldat einer bestimmten Waffen-Gattung, dessen Einheit, übergeordneter interner Link Truppen-Teil oder interner Link Verband zur Erfüllung eines interner Link Operations-Befehls -, im Fall eines interner Link Kampf-Einsatzes oder einer interner Link kriegerischen Auseinandersetzung zur Erfüllung der jeweiligen interner Link Gefechts-Aufgabe grundsätzlich, direkt und unmittelbar benötigt oder bereitzuhalten hat, wobei sämtliche Stücke, Teile oder Güter infrage kommen, die eigens zu militärischen Zwecken konzipiert oder für militärische Zwecke angepasst wurden bzw. entsprechend beschafft werden können.

Primär gehören sämtliche Stücke zur persönlichen Ausrüstung, die im Wesentlichen den Zwecken des alltäglichen Gebrauchs dienen; die sich in 2.000 Jahren Militär-Geschichte u.U. im verwendeten Herstellungs-Material -; in Form und Vielfalt, Zweckmäßigkeit, Beschaffenheit und Strapazierfähigkeit geändert haben, jedoch nach wie vor ihre Funktion erfüllen. Dazu gehören:

  • ... Feld-Flasche, Besteck und Koch-Geschirr samt Feld-Kocher.
  • ... interner Link Zelt-Plane incl. Zelt-Besteck, ggfs. Iso-Matte und/oder Schlaf-Sack, ngfs. Insekten-Netz.
  • ... spezielle Arten von Gefechts-Helmen bzw. Sturm-Hauben incl. interner Link Visier und ngfs. Tarn-Netz; Knie- und Schienbein-, Ellenbogen- und sonstige interner Link Protektoren; Schnittschutz-Handschuhe (Quarzsand); Kugel- und/oder Splitter-Schutzweste.
  • ... Brot- bzw. interner Link Proviant-Beutel oder sonstige Taschen für den Transport von Proviant als auch interner Link Sanitäts- und Hygiene-Artikel oder Artikeln des persönlichen Bedarfs bzw. Verbrauchs; interner Link Tornister, Rucksack oder Marsch-Gepäck, taktische Einsatz-Weste oder Gurt-Zeug (Chest Rig) mit Gürtel- oder Schulter-Gepäck-Taschen, ggfs. einer Munitions-Reserve, Pfeffer-Spray, Hand-, Rauch- und/oder Nebel-Granaten.
  • ... Leib-Koppel samt Gürtel-Gepäck wie Munitions- und sonstige Taschen; interner Link Feld- bzw. Klapp-Spaten, interner Link Faschinen-, interner Link Kampf-,Taschen- oder Mehrzweck-Messer, interner Link Dolch, auch interner Link Machete.
  • ... lokaler Link ABC-Schutzausrüstung incl. Atemschutz-Maske, Schutz-Handschuhe und -Anzug.
  • ... Einmann-Packungen Verpflegung und/oder Not-Ration, Erst-Hilfe-Set bzw. medizinisches Schutz- oder Schnellspritzen-Pack (Auto-Injektoren) mit Adrenalin zur akuten Bekämpfung eines anaphylaktischen Schocks, Opiate (Dolcontral) oder Morphine zur schnellen Linderung von starken und unerträglichen Schmerzen, Metoclopramin bei Übelkeit und oder Erbrechen/Brechreiz, Obidoximchlorid bei Vergiftungen mit Phosphaten/Phosphiten, Atropinsulfat bei Vergiftungen mit Insektiziden und Herbiziden; Wasser-Entkeimungs-Tabletten.
  • ... ngfs. Kompass (Bussole oder Sitometer), Navigations- bzw. GPS-Gerät.
  • ... ngfs. Staub- und/oder Sonnenschutz-Brille, Taschen-Lampe, Feldstecher, Entfernungsmess-, Strahlungsmess-, Nachtsicht- bzw. Wärmebild-Gerät, Nachtsicht- bzw. Wärmebild-Ziel-Gerät, Feuer-Leitgerät, Helm-Display, Kommunikations- oder Head-Set, UHF-Gruppen- oder VHF-Führungs-Funkgerät, Gehör-Schutz, tragbarer Führungs-Rechner.
  • ... Seil, Karabiner-Haken, ngfs. Bergsteiger- oder Taucher-Ausrüstung.
  • ... Hand-Schellen oder Kabel-Binder.
  • ... Reinigungs-, Pflege- und Putz-Zeug (Schuhe bzw. Waffen).

Darüber hinaus erhalten:

Sekundär umfasst die Ausrüstung auch alle Arten von Transport-Tieren, -Mitteln oder -Geräten und -Maschinen wie bspw. Pferde und Wagen; somit in weiterer Hinsicht interner Link Militär-Fahrzeuge aller Art, interner Link Kriegs-Schiffe und interner Link -Flugzeuge, die ebenfalls wieder eine zweckmäßige und entsprechend umfangreiche Ausrüstung benötigen.

Im weitesten Sinne gehören damit auch sämtliche Arten von interner Link Waffen-Träger-Systemen zum lokaler Link Angriff oder zur interner Link Verteidigung -, Anlagen und allg. Konstruktionen zur interner Link Beobachtung und Kontrolle, lokaler Link Aufklärung und Überwachung, Sicherung und Abwehr sowie sämtliche Mittel und Einrichtungen, die zum Antrieb und/oder Betrieb -, zum Einsatz -, zur Instandhaltung bzw. Wiederherstellung der Kampf-Bereitschaft -, zur Wartung, interner Link Instandsetzung oder Reparatur erforderlich sind. Indirekt gehören dazu auch lokaler Link Arsenale für die Ein- oder Zwischen-Lagerung von Waffen- und Munitions-Reserven -, Lager für die Bereitstellung von Treib- und Betriebs-Stoffen, Ersatz-Teilen und Magazine mit Bevorratungen an Gütern von kriegswichtiger Bedeutung, wie bspw. Proviant, bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts auch interner Link Fourage und Sanitäts-Material.

Die Ausstattung einer interner Link Befestigung zur Verteidigung wird lokaler Link Armierung genannt.


... mehr zum Thema: externer Link "Was Soldaten mit sich herumschleppen" (SZ)


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v.o.n.u.: Waffen, Ausrüstung und persönl, Gegenstände eines
Arnhem 1944
... Lance Corporal, brit. Fallschirm-Jäger; Schlacht um Arnhem (1944)
Market Garden 1944
... Gefreiter, US-Fallschirm-Jäger; Operation Market Garden (1944)
Vietnam 1968
... Machine Gunner, US-Marine-Corps; Vietnam (1968)
Falklands 1982
... Corporal, Royal Marine Commando; Falkland-Inseln (1982)
Golf-Krieg 2003
... Golf-Krieg (2003)
Afghanistan 2014
... Close Support Sapper, Royal Engineers; Helmand Afghanistan (2014)
(Projekt "Soldiers Inventories" von Thom Atkinson
Quelle: ► Thom Atkinson)

AUX

Auxilia

Als "Auxilia" (von lat.: "Auxilium", Beistand, Hilfe, Beihilfe; auch "Fortis Auxiliari", Hilfskraft oder Hilfsmacht) werden primär sämtliche bewaffneten Hilfs-Truppen bezeichnet, die als interner Link Alliierte an der Seite bzw. im militärischen Dienst des Römischen Reiches (siehe dazu interner Link "Imperium Romanum") standen.

Auxiliar-Einheiten wurden beinahe ausnahmslos aus interner Link Kriegern nicht-römischer Herkunft gebildet. Schon bei der Unterwerfung der Völker der interner Link Italiker zwischen dem 5. und 1. Jahrhundert v.u.Z. und den interner Link Punischen Kriegen zwischen dem 3. und 1. Jahrhundert v.u.Z. wurden bevorzugt Stämme geworben, die mit dem momentanen Gegner Roms verfeindet waren.

Mit der Heeres-Reform des Gaius Marius (um 158 - 86 v.u.Z.; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA übernahm der römische Staat die Kosten seiner interner Link Legionen; mit den Aufgaben der interner Link Veliten wurden die d"Auxiliari" (lat.: die Gehilfen bzw. Angehörige der Auxilia) betraut. Seit Kaiser interner Link Augustus waren die interner Link Einheiten der "Auxilia" dann fester Teil einer römischen Legion, deren Krieger nun auch unter den Völkern befreundeter, verbündeter oder unterworfener interner Link Provinzen rekrutiert und nach einer gewissen Dienst-Zeit in fernen Provinzen – dort durch den engen Kontakt mit den national-römischen Truppen romanisiert – nahe der Heimat stationiert wurden. So belegt die Lebens-Geschichte des germanischen Stammes-Fürsten interner Link Arminius beispielhaft, wie Krieger nicht-römischer Herkunft "im Sinne Roms erzogen" werden sollten; auch konnte an der Rhein-Grenze mindestens eine interner Link Garnison) ausgemacht werden, deren Besatzung bspw. aus der Provinz "Syria" kam.

Schon mit den Alpen-Feldzügen um das Jahr 25 v.u.Z. gegen die interner Link raetischen und interner Link keltischen Gebirgs-Stämme standen den regulären römischen Truppen Einheiten zur Seite, die überwiegend aus den italischen Provinzen des expandierenden Reiches stammten und noch zweihundert Jahre zuvor gleichsam mit Rom und den Alpen-Völkern verfeindet waren. Mit der Unterwerfung Nord-Italiens um das Jahr 250 v.u.Z., der darauf folgenden Romanisierung der Bevölkerung und letztendlich der Vergabe der römischen Bürger-Rechte um das Jahr 90 v.u.Z. sahen sich die Provinz-Bewohner als privilegiert und gleichberechtigt mit den Römern. Geblieben war die alte Feindschaft mit den als räuberisch und kriegerisch beschriebenen "Raeti"; optimale Voraussetzungen für die Römer zur Eroberung einer neuen Provinz...

Keine fünfzig Jahre später standen dann die raetischen und keltischen Krieger zusammen mit den interner Link Legionären aus Italia an der Seite der Römer und gemeinsam entlang der Donau- und Rhein-Grenze (siehe dazu interner Link Limes) gegen die ost-rheinischen Stämme der interner Link Germanen.

Nach römischen Vorbild interner Link bewaffnet und interner Link ausgerüstet, interner Link ausgebildet und interner Link diszipliniert, waren die "Auxiliari" den Legionären in der interner Link Schlacht durchaus gleichwertig. Darüber hinaus zeichneten sich die Krieger durch individuelle bzw. regional-typische Kampf-Techniken aus. Erwähnenswert sind bspw. die Kreter, die als besonders gute interner Link Bogen-Schützen bewertet wurden, die balearischen interner Link Stein-Schleuderer oder sie skythischen interner Link Reiter. Germanische Auxiliar-Truppen wurden besonders als Späher und Kundschafter eingesetzt (siehe dazu interner Link "Exploratores"). Infolge des einheitlichen und strengen römischen interner Link Exerzier-Reglements gingen jedoch eben diese traditionellen Kampf-Techniken zunehmend verloren, womit gegen Ende des 1. Jahrhunderts u.Z. zwischen den regulären römischen interner Link "Miles Legionis" bzw. den interner Link "Eques Legionis" und den interner Link "Miles Cohortis" bzw. den interner Link "Eques Alae" kaum noch Unterschiede bestanden.

In der Regel verfügte jede römische Legion über einen in etwa gleichstarken Auxiliar-Verband, der in interner Link Kohorten und interner Link Zenturien der interner Link Infanterie bzw. interner Link "Turmae" der interner Link Kavallerie (siehe dazu auch interner Link "Equites") gegliedert und somit ähnlich einer Legion bzw. einer lokaler Link "Ala" strukturiert war (siehe dazu auch interner Link Struktur und Gliederung). Es kamen aber auch gemischte Einheiten vor, die gleich einer regulären Kohorte einer Legion über eine eigene Kavallerie-Bedeckung verfügte.

Nach gegenwärtigen Quellen konnten bislang folgende Formationen ausgemacht werden:

  • "Cohortes Quingenariae" - Auxiliar-Kohorte zu sechs Zenturien nach römischen Vorbild mit rund fünfhundert "Milites Cohortis"; Kommandeur: "Praefectus Cohortis" (Bestand im Jahr 100: mindestens einhundertdreißig Einheiten)...
  • "Cohortes Miliariae" - Auxiliar-Kohorte zu zehn klassischen Hundertschaften mit rund eintausend "Milites Cohortis"; Kommandeur: "Tribunus Cohortis" (Bestand im Jahr 100: etwa zwanzig Einheiten)...
  • "Alae Quingenariae" - Auxiliar-Kohorte der Kavallerie zu sechzehn "Turmae" mit rund fünfhundert "Equites Alae"; Kommandeur: "Praefectus Cohortis" (im Jahr 100 mindestens achtzig Einheiten)...
  • "Alae Miliariae" - Auxiliar-Kohorte der Kavallerie zu zweiunddreißig "Turmae" mit rund eintausend "Equites Alae"; Kommandeur: "Tribunus Cohortis" (im Jahr 100 mindestens zehn Einheiten)...
  • "Cohortes Equitatae" (auch "Cohors Equitana" genannt) – teilberittene Auxiliar-Kohorte mit rund fünfhundert "Milites Cohortis" und zwei beigegebenen "Turmae" zu jeweils dreiunddreißig "Equites Alae"; Kommandeur: "Tribunus Cohortis"
  • "Cohortes Equitatae Quingenariae" - gemischte Auxiliar-Kohorte mit rund fünfhundert "Milites Cohortis" und vier beigegebenen "Turmae" zu jeweils dreiunddreißig "Equites Alae"; Kommandeur: "Tribunus Cohortis" (im Jahr 100 rund achtzig Einheiten)...
  • "Cohortes Equitatae Miliariae" - gemischte Auxiliar-Kohorte mit rund eintausend "Milites Cohortis" und vier bis acht beigegebenen "Turmae" zu jeweils dreiunddreißig "Equites Alae"; Kommandeur: "Tribunus Cohortis" (im Jahr 100 über zwanzig Einheiten)...

Legt man die bekannten Mannschafts-Stärken regulärer römischer Kampf-Einheiten zu Grunde, dürfte sich die Gesamt-Stärke aller vorbeschriebenen Einheiten somit um mindestens einhunderttausend Infanteristen und mehr als fünfundzwanzigtausend Kavalleristen bewegt haben und würde damit annähernd der Stärke der zu dieser Zeit gegebenen römischen Legionen entsprechen. Somit verfügte das römische interner Link Heer auf dem Zenit der lokaler Link Antike über mindestens zweihundertfünfzig-tausend Bewaffnete, was für die damalige Epoche eine immense Anzahl war. Noch beeindruckender wird diese Zahl, so man bedenkt, dass diese interner Link Streitmacht genügte, ein Imperium zu decken, das sich weit um den Mittelmeer-Raum erstreckte.

Befehligt wurden die Einheiten der "Auxilia" beinahe ausschließlich durch Angehörige des römischen interner Link Ritter-Standes, die als interner Link "Centuriones" bereits erste Führungs-Erfahrungen gesammelt hatten und in der Position des Kommandeurs einer Auxiliar-Einheit auf den Dienst als interner Link Offizier im interner Link Stab einer Legion ("Tribunus Angusticlavius") vorbereitet wurden. In der Regel wurden die Auxiliar-Kommandeure vom Kaiser bestimmt oder zumindest bestätigt, wobei die Doppel-Kohorte der Infanterie von einem "Tribunus Cohortis" -, die Doppel–"Ala" der Kavallerie von einem " Tribunus Alae" befehligt wurde (siehe dazu interner Link Tribun); die einfache Kohorte von einem "Praefectus Cohortis" -, die "Ala" dementsprechend vom "Praefectus Alae" kommandiert wurde (zur späten Kaiser-Zeit kurz "Praepositus" genannt, von lat.: "praeponere", voransetzen; somit der Vorgesetzte; siehe dazu auch interner Link Präfekt).

Innerhalb der einzelnen Auxiliar-Einheiten orientierten sich die Dienstgrade der interner Link Subaltern-Offiziere und der interner Link Unteroffiziere wohl weitestgehend an der Hierarchie der regulären Truppe, womit in den einzelnen Zenturien der Infanterie die verschiedenen Rang-Klassen der "Centuriones" samt interner Link "Optio" und den diversen interner Link "Principales" vertreten waren; die "Turmae" der Kavallerie entsprechend von interner Link "Decuriones" geführt wurden. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurden sämtliche vorgenannten Ränge bewusst mit Angehörigen aus der jeweiligen nationalen Einheit besetzt, was den einfachen Mannschaften nicht nur eine erkennbare Perspektive eröffnete, sondern vor allem die Bindung an die römische Vormacht-Stellung festigte. Nach etwa fünfundzwanzig Jahren im aktiven Dienst einer Auxilia wurden die interner Link Veteranen u.a. mit dem römischen Bürger-Recht ausgezeichnet (ein Privileg, dass ab dem 2. Jahrhundert u.Z. sämtlichen nicht-römischen Truppen zuteil wurde).

Primäre Aufgabe der Auxiliar-Einheiten war vor allem die Befriedung, Sicherung und Überwachung der römischen Provinzen. Aus diesem Grund wurden die Kohorten im Gegensatz zu einer Legion nicht massiert in einem Legions-Lager untergebracht (siehe dazu interner Link "Castra"), sondern in kleineren Kastellen stationiert (siehe dazu interner Link "Castellum", die in der Art voneinander entfernt lagen, dass einzelne Einheiten einander unterstützen bzw. schnell zusammengezogen und somit gemeinsam operieren konnten (wie bspw. die Anlage der s.g. interner Link Kohorten-Kastelle entlang des "Limes" belegt). Darüber hinaus begleiteten Auxiliar-Einheiten die römischen Legionen auch im Rahmen von Kampf-Einsätzen und interner Link Feldzügen.


... mehr zum Thema: interner Link ROM - von Legionären & Legionen


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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Auxiliari
"Miles Cohortis"
Rekonstruktion eines römischen Auxiliar-Kriegers der Infanterie zur Kaiser-Zeit
Römisches Museum im Kastell Saalburg
(Quelle: ► Wikipedia)

Auxiliari
"Eques Alae"
Rekonstruktion eines römischen Auxiliar-Kriegers der Kavallerie zur Kaiser-Zeit
Valkhof Museum (Nijmegen, Niederlande)
(Quelle: ► Wikipedia)

Auxiliari
Thrakischer Speer-Werfer im Dienst der römischen Auxilia
(Lehrbuch-Illustration)

Auxiliari
Balearischer Stein-Schleuderer im Dienst der römischen Auxilia
(Lehrbuch-Illustration)

Auxiliari
Skythische Reiter im Dienst der römischen Auxilia
(Illustration aus "Die Skythen" von Hermann Parzinger; Verlag C.H.Beck, München 2004)

AVE

Ave

Lateinisch-römische Gruß- und Segens-Form (lat.: Gruß, Heil, Segen). Ursprünglich Auftakt römischer Gebete in der Epoche der lokaler Link Antike, mit der die interner Link Römer diverse Gestalten ihrer vielfältigen und stetig wachsenden Götter-Welt grüßten. Mit der Kaiser-Zeit und der hier aufkommenden göttlichen Abstammungs-Legende der interner Link Caesaren wurde die Gruß-Form Ausdruck der Verehrung: "Ave Caeser - Heil dir, Caeser."

Infolge der Übernahme in die christliche Lithurgie ist die Gruß- und Segens-Form noch heute gebräuchlich: "Ave Maria - Gegrüßet seiest du, Maria."

Zu Beginn der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde der s.g. "Römische Gruß" zur rituellen Begrüßung der italienischen Faschisten und anschließend auch von den deutschen National-Sozialisten übernommen (siehe dazu externer Link WIKIPEDIA).


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AVE

Aventicum

Heute Avenches, Schweiz (siehe dazu externer Link "Google-Maps")

Helvetische Siedlung aus dem ausgehenden 1. Jahrhundert v.u.Z. nahe des Murten-Sees. Der Name "Aventicum" ist annehmbar eine Romanisierung der helvetischen Quell-Göttin "Aventia", der nach Überlieferung die nahe gelegene Quelle der Buydère (auch Buderou) geweiht war.

Verkehrsgünstig an der bald zur interner Link Römer-Straße ausgebauten Verbindung nahe des hochfrequentierten Alpen-Passes "Alpis Graia" (heute als Großer St. Bernhard bekannt) zum großen Militär- und Verwaltungs-Standort interner Link "Vindonissa" (heute Windisch) oder nach lokaler Link "Augusta Raurica" (Augst) entwickelte sich "Aventia" innerhalb weniger Jahre zu einem politischen, religiösen und wirtschaftlichen Zentrum der interner Link Helvetier, was wiederum das Interesse der interner Link Römer und die damit einhergehende Urbanisierung begründet: Noch heute zeugen Aquädukt, Tempel-Bauten und ein Theater vom kulturellen Zentrum, in dem Helvetier und Römer friedlich miteinander Handel trieben.

Nach dem römischen Geschichts-Schreiber Tacitus (um 58 - 120 u.Z.; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) wurde der Ort im Jahr 69 u.Z. zur Hauptstadt der Helvetier erklärt ("Civitas Helvetiorum", auch "Caput Gentis") und schon im Jahr 70 u.Z. als "Aventicum" in den Rang einer Kolonie römischen Rechts erhoben (siehe dazu interner Link "Vicus").

Im 3. Jahrhundert soll die Stadt mit Wall-Anlagen, Toren und Wach-Türmen über zwanzigtausend Einwohner gezählt haben, die hauptsächlich in gemauerten Häusern wohnten. Verständlich, dass eine derart reiche Stadt Ziel diverser Raub-Züge wurde. Wiederholt wurde die Stadt von räuberischen lokaler Link Alamannen ausgeplündert. Die Brandschatzung des Jahres 354 u.Z. führte schließlich zum Untergang der Stadt...


... siehe auch: interner Link Römische Siedlungen (Liste)


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AXT

Streitaxt
Normannische Streitaxt auf dem Teppich von Bayeux
(Quelle: ► Wikipedia)

Axt (auch Streit- oder Kampf-Axt)

Die Axt (wohl von griech.: "Axine", davon lat.: "Ascia", germ.: "Akwes"; daraus altdeutsch "Ackus" oder "Ackes"; daraus später Hacke) ist in der kriegerisch-militärischen Verwendung eine interner Link Blank-Waffe aus dem Gebiet der interner Link Gebrauchs-Waffen, Bereich der interner Link Kontakt-Waffen, Klasse der interner Link Hand- oder Faust- Waffen, Abteilung der interner Link gefährlichen Werkzeuge (vormals auch interner Link Kalt-Waffen), Ordnung der interner Link Hieb-Waffen, Kategorie der spaltenden interner Link Waffen. In der Waffen-Kunde werden Äxte, die ausschließlich für den kriegerischen Gebrauch gefertigt wurden, als "Streit-Axt" bezeichnet (siehe dazu auch interner Link Kategorisierung der Waffen).

Die Axt entwickelte sich in der sog. Bronze-Zeit aus der vielfältigen Palette der Stein-Beile, deren Grund-Modelle sämtlich auf den Faust-Keil zurückzuführen sind (siehe dazu externer Link WIKIPEDIA). Als Werkzeug und Waffe kam die relativ schnell und einfach herzustellende Axt in diversen Größen, Formen und Typen schon in den lokaler Link früh-antiken chinesischen, mesopotamischen und ägyptischen Kulturen zum Einsatz und diente überwiegend zur interner Link Bewaffnung der breiten Masse von einfachen interner Link Kriegern eines interner Link Heeres, die wenig Erfahrung im Kampf bzw. im Umgang mit Waffen hatten, womit häufig einfache oder umgearbeitete Haus- oder Feld-Werkzeuge zum Hauen oder Schlagen Verwendung fanden (siehe dazu interner Link Hacken). Aus der Axt entwickelte sich etwa im 2. Jahrtausend v.u.Z. das interner Link Sichel-Schwert, einem der Vorläufer aller Arten von interner Link Hieb- und Stich-Waffen. Da die Fertigung von interner Link Schwertern jedoch aufwendig und somit teuer war, die Handhabung im interner Link Zweikampf eine gründliche lokaler Link Ausbildung voraussetzte, blieben Äxte bis ins interner Link Mittelalter bevorzugte und verbreitetste Waffe der einfachen Krieger. Hingegen wurden die Streit-Äxte neben dem Schwert bald zum Status-Symbol der interner Link Ritter.

Eine Sonder-Form der Axt ist die seit dem 3. Jahrtausend v.u.Z. in Vorder-Asien und im Raum der östlichen Mittelmeer-Anreiner belegte Doppel- oder "Amazonen"-Axt (auch "Labrys" genannt; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA), die wohl überwiegend zeremoniell-religiösen Zwecken diente. Hingegen ist die Verwendung schwerer interner Link Wurf-Äxte spätestens in der römischen interner Link Legion (sog. "Securis Missalis") nachgewiesen, gleichwertige Stücke wurden aber auch von interner Link Kelten, interner Link Galliern und interner Link Germanen ("Francisca" oder "Franca") geführt. Im Gegensatz zum kleineren und kürzeren interner Link Beil zeichnet sich die Axt durch eine wesentlich längere interner Link Schaftung aus und wird aus diesem Grund in der Regel beidhändig geführt. Beidhändig geführte Äxte mit manns-langer Schaftung, einer Spitze in Schaft-Richtung und einem Wieder- oder Reiß-Hacken gegenüber der interner Link Klinge werden den interner Link "Hellebarden" (auch Helmbarden) zugeordnet.


... mehr zum Thema: externer Link Mittelalter Wiki


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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Streit-Äxte
Streit- bzw. Kampf-Äxte aus fünf Jahrtausenden (Montage);
von oben nach unten:
♦ steinzeitl. Keulen-Axt
♦ ägypt. Axt; ca. 3000 v.u.Z.
♦ s.g. "Fenster-Axt", 2000 v.u.Z.
♦ röm. "Securis", 1. Jhd. u.Z.
♦ fränk. "Franziska", ca. 6. Jhd.
♦ russ. "Berdysch", ca. 14. Jhd.
♦ Hand-Rohr mit Axt, um 1395
♦ Inka-Streit-Axt, um 1500
♦ arab. Streit-Axt um 1520
♦ sächs. Prunk-Axt um 1575
♦ poln. Streit-Axt, 17. Jhd.
♦ indian. "Tomahawk", 18. Jhd.
♦ franz. Sappeur-Axt, 19. Jhd.
(Quelle u.a.:
"Академик"; russ. Online-Bibliothek, unter Verwendung alter russischer und deutscher Enzyklopädien)
"Классная библиотека"; russ. Online-Bibliothek, unter Verwendung alter russischer und deutscher Enzyklopädien)




Letzte Änderung 12.04.2021: Eintrag Axt

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