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 Fahnen-Eskorte der ► sächsischen "Leib-Grenadier-Garde" um 1812 im Hof des ► Dresdener Zwingers (Montage; Bildquelle: ► Wikipedia

feuer Lexikon - äbel bis ubaltern

SAE

sächsisch-polnische Infanterie-Fahne um 1700
Fahne eines kurfürstlich-sächsischen, königlich-polnischen Infanterie-Regiments nach 1697
(Quelle: ► Online-Sammlung des ► Schwedischen Armee-Museums, Stockholm)

Sächsische Armee (Intro)

Die sächsische Armee war die interner Link Land-Streitkraft des Territorial- bzw. deutschen Klein-Staates Sachsen (siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) in seinen jeweiligen Grenzen. Die interner Link Armee bestand als kurfürstlich-sächsische bzw. königlich-sächsische lokaler Link Streitmacht in wechselnder interner Link Organisation, lokaler Link Struktur und interner Link Gliederung offiziell von 1612 bis 1918.


... siehe dazu weiterführend interner Link Die sächsische Armee (Einleitung)


... mehr zum Thema interner Link Sachsen - Armee, Verbände und Einheiten


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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Fahne III/1IR Nr. 100
Fahne III. Bataillon Königlich Sächsisches 1. (Leib) Grenadier-Regiment Nr. 100 um 1900
(Quelle: eigene Sammlung der Postkarten-Serie "Fahnen und Standarten"; Schild-Verlag München, 1980)

SAE

Kurfürstlich-Sächsisches Wappen
Wappen des Kurfürsten von Sachsen als König von Polen-Litauen (Montage)

Sächsische Könige und Kurfürsten

Mit der Erhebung der "Askanier" (heute mehr oder weniger bekannt unter dem Titel "Haus Anhalt"; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) in den Stand der Reichs- bzw. Kurfürsten durch König Karl IV. von Luxemburg (1316 - 1378; ab 1355 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nationen; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA), der baldigen Vereinnahmung oder Gewinnung, Übertragung oder Vererbung umliegender bzw. benachbarter Ländereien, begann im Jahre 1356 der Aufstieg des Herzogtums von Sachsen-Wittenberg zum Kurfürstentum von Sachsen. Der eigentliche Aufschwung Sachsens begann jedoch mit dem Beginn der Herrschaft der Wettiner (siehe dazu externer Link WIKIPEDIA), die u.a. - temporär - die Mark Meißen, den Leipziger Kreis und die Grafschaft Thüringen in die Besitzung einbrachten.

Militär-historisch interessant wird die Zeit ab der Regentschaft des Kurfürsten interner Link Johann Georg III. (1647 - 1691; genannt der "Sächsische Mars"), mit dem der Aufbau des sächsischen interner Link "Stehenden Heeres" begann.

Prunkvollste Epoche ist zweifellos die Zeit des Kurfürsten interner Link Friedrich August I. (1670 - 1733, besser bekannt als "August der Starke", ab 1697 als August II. König von Polen und Großherzog von Litauen).

Kennzeichneten Aufstieg und Fall schon die Herrschaft von interner Link Friedrich August II. (1696 - 1763, seit 1733 Kurfürst von Sachsen und als August III. auch König von Polen und Großherzog von Litauen), so war die Erhebung zum Königreich unter interner Link Friedrich August III. (1750 - 1827, seit 1763 Kurfürst und ab 1806 als Friedrich August I. König von Sachsen) vielversprechend. Keine zehn Jahre später hatte Sachsen jedoch infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses (siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) knapp die Hälfte seines Territoriums, seiner Bevölkerung und damit seiner interner Link Armee verloren.

Mit den legendären Abschiedsworten "Nu, denn machd doch eiern Drägg alleene" nahm interner Link Friedrich August III. (1865 - 1932, ab 1904 König von Sachsen) am 13. November 1918 seinen Abschied, legte Krone und Amt nieder, entband sämtliche Offiziere und Soldaten von ihrem Eid und zog sich nach Schlesien zurück. Mit ihm endete die Ära der Kurfürsten, Herzöge und Könige von Sachsen; das Bundesland wurde Freistaat.


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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Königlich-Sächsisches Wappen
Wappen des Königs von Sachsen bis 1918
(Quelle: ► WIKIPEDIA)

Christian II.
(* 23.09.1583 - † 23.06.1611)
Johann Georg I.
(* 05.03.1585 - † 08.10.1656)
Johann Georg II.
(* 20.06.1613 - † 22.08.1680)
Johann Georg III.
(* 20.06.1647 - † 12.09.1691)
Johann Georg IV.
(* 18.10.1668 - † 27.04.1694)
Friedrich August I.
(August II. von Polen)

(* 12.05.1670 - † 01.02.1733)
Friedrich August II.
(August III. von Polen)

(* 17.10.1696 - † 05.10.1763)
Friedrich Christian I.
(* 05.09.1722 - † 17.12.1763)
Friedrich August III.
(König Friedrich August I.)

(* 23.12.1750 - † 05.05.1827)
Anton I.
(* 27.12.1755 - † 06.06.1836)
Friedrich August II.
(* 18.05.1797 - † 09.08.1854)
Johann I.
(* 12.12.1801 - † 29.10.1873)
Albert I.
(* 23.04.1828 - † 19.06.1902)
Georg I.
(* 08.08.1832 - † 15.10.1904)
Friedrich August III.
(* 25.05.1865 - † 18.02.1932)
Kurfürst Christian II. Kurfürst Johann Georg I. Kurfürst Johann Georg II. Kurfürst Johann Georg III. Kurfürst Johann Georg IV. Kurfürst Friedrich August I. Kurfürst Friedrich August II. Kurfürst Friedrich Christian Kurfürst Friedrich August III. - König Friedrich August I. König Anton I. König Friedrich August II. König Johann I. König Albert I. König Georg I. König Friedrich August III.
Kurfürst ab 25.09.1591 Kurfürst ab 23.06.1611 Kurfürst ab 08.10.1656 Kurfürst ab 22.08.1680 Kurfürst ab 22.09.1691 Kurfürst ab 27.04.1694
König von Polen 15.09.1697
Kurfürst ab 01.02.1733
König von Polen 17.01.1734
Kurfürst ab 05.10.1763 Kurfürst ab 17.12.1763
König von Polen 03.05.1791
König von Sachsen 20.12.1806
König ab 05.05.1827 König ab 06.06.1836 König ab 09.08.1854 König ab 29.10.1873 König ab 19.06.1902 König ab 15.10.1904
Abdankung am 13.11.1918

 

SAG

Sagittarius

Als "Sagittarii" (von lat.: "Sagitta", der Pfeil; davon "Sagittarius", der Pfeil-Schütze; Plural: "Sagittarii") wurden in der interner Link römischen Legion die interner Link Bogen-Schützen bezeichnet.

Ähnlich wie in den interner Link antiken interner Link griechischen Heeren wurde die interner Link Waffen-Gattung der Bogen-Schützen anfänglich auch von den interner Link Römern unterschätzt. Diese Einstellung änderte sich nach den ersten Bekanntschaften mit den kretischen Bogen-Schützen, die sich in den lokaler Link Heeren diverser Mittelmeer-Staaten als lokaler Link Söldner verdingten, aber auch nach den Erfahrungen mit den skythischen Bogen-Schützen, die ihre Pfeile treffsicher vom Rücken ihrer Pferde verschossen.

Zusammen mit den interner Link "Velites" (leichtbewaffneter Speer-Werfer) und den interner Link "Fundatores" (Schleuderer) wurden die Bogen-Schützen in der Zeit der römischen Republik den interner Link "Rorarius" (Plänkler) zugeordnet. Dort hatten sie u.a. die Aufgabe, einen lokaler Link Angreifer aus der Distanz bzw. aus der interner Link Deckung einer interner Link Befestigung abzuwehren oder den Aufmarsch des gegnerischen Heeres im interner Link Plänkler-Gefecht empfindlich zu stören, die Mannschaften der interner Link Ballisten zu decken oder die eigene interner Link Marsch-Formation abzusichern.

Die interner Link Anwerbung von nicht-römischen Hilfs-Truppen, die sich durch individuelle bzw. regional-typische Kampf-Techniken auszeichneten, war bereits zur Zeit der römischen Republik üblich. Mit der Errichtung eines lokaler Link Stehenden Heeres unter interner Link Kaiser Augustus zu Beginn des 1. Jahrhunderts u.Z. wurden diese Kontingente dann in festen interner Link Einheiten zusammengefasst, in Anlehnung an die interner Link Gliederung der regulären interner Link Kohorten weitestgehend einheitlich organisiert und als interner Link "Auxilia""Auxilia" der schweren interner Link Infanterie einer Legion beigegeben. Bogen-Schützen zu Pferd, die in der Regel in einer interner Link"Ala" dienten, wurden als interner Link "Eques Sagittarii" oder auch "Arquites" bezeichnet und bspw. für interner Link Patrouillen entlang der Grenzen (siehe dazu interner Link "Limes") oder innerhalb einer römischen interner Link Provinz eingesetzt aber auch mit der interner Link Aufklärung und der Verfolgung feindlicher Truppen beauftragt.

Die interner Link Haupt-Waffe der "Sagittarii" waren interner Link Bogen ("Arcus" in "Patalus"- oder Sinus- bzw. Artemis-Form) samt einer unbestimmten Menge interner Link Pfeile ("Sagittae"; wobei hier bevorzugt Pfeile mit Widerhaken vom Typ "Sagitta hamata" Verwendung fanden). Dazu ein Köcher für den Bogen ("Corytus") und ein weiterer für die Pfeile ("Pharetra"), der entweder über dem Rücken, an der linken Seite oder über der rechten Schulter getragen wurde. Zur persönlichen interner Link Verteidigung das interner Link Kurz-Schwert ("Gladius hispanicum") und der kleine lokaler Link Rund- oder Faust-Schild ("Clipeus").An dem Arm, der den Bogen führte, wurde ein sog. Bogner-Spannarmband ("Manica") angelegt, was jedoch das Tragen eines lokaler Link Schildes erschwerte. Zur weiteren lokaler Link Schutz-Ausrüstung zählten der Helm ("Cassis") und der Leder-, Schuppen- oder Ketten-Panzer ("Lorica"; siehe dazu interner Link Rüstung).


... mehr zum Thema: interner Link KATEGORISIERUNG der Waffen


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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röm. Bogen-Schütze zu Pferd
"Sagittarius" um 50 u.Z.
(Illustration aus "History of Rome, and of the Roman people, from its origin to the invasion of the barbarians" (Band III); Victor Duruy, Verlag D. Estes, Boston 1883)


ant. Bogen-Typen
Bogen-Typen (Montage);
von oben nach unten:
♦ skythischer Komposit-Bogen
♦ griechischer "Sinuosus" bzw. "Artemis"-Bogen
♦ griechisch-römischer "Arcus" oder "Cornus" in "Patalus"-Form
♦ Bogen-Köcher "Corytus"
(Illustration aus "Die Kriegswaffen in ihren geschichtlichen Entwickelungen von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart: eine Encyklopädie der Waffenkunde"; August Demmin, Verlag P. Friesenhahn, Leipzig 1893)


SAL

Salpinx

Der Salpinx (griech.: Trompete) ist ein Blechblas-Instrument, das in den interner Link Heeren der interner Link griechischen interner Link Antike zur akustischen lokaler Link Signal-Gebung verwendet wurde. Mit einer Länge von 80 bis 120 cm ist der Salpinx der römischen interner Link Tuba sehr ähnlich.


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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griechische Salpinx
Griechische Salpinx
(Illustration aus: "Meyers-Konversationslexikon"; 7. Auflage, 1929)

 SCH

Streitwagenkorps (Pa-Djetu)
Ägyptisches Streitwagenkorps (Pa-Djetu).
(Lehrbuch-Illustration)

Attische Phalanx
Antike Attische Phalanx.
(Lehrbuch-Illustration)

Makedonische Phalanx
Antike Makedonische Phalanx.
(Lehrbuch-Illustration)

römische Triplex-Phalanx
Römische Manipular-Phalanx.
(Lehrbuch-Illustration)

römische Kohorten-Taktik
Römische Kohorten-Taktik.
(Lehrbuch-Illustration)

Schlacht-Ordnung

(lat.: Acies, die Linie; engl.: Order of battle, Schlacht-Ordnung oder Battle formation, Schlacht-Formation; frz. Ordre de bataille, Schlacht-Aufstellung)

Die taktische interner Link Aufstellung (siehe dazu interner Link Strategie und Taktik) einer interner Link Armee zu einer lokaler Link Schlacht ist im Idealfall die praktische Umsetzung eines in der Theorie erstellten lokaler Link Schlacht-Plans (auch Schlacht-Strategie). In der Realität wird die Planung einer Schlacht-Ordnung hingegen durch diverse Umstände und Zufälle beeinflusst und ist somit von der Erfahrung und Vorbildung - in den meisten Fällen vom Improvisationstalent - des interner Link Feldherrn abhängig. Schon die Strategen der interner Link Antike dokumentierten ihre Erfahrungen zur Vorbereitung und Führung einer Schlacht und schufen so die theoretischen und didaktischen Voraussetzungen für eine sich entwickelnde akademische interner Link Kriegsschule.

Bei der Aufstellung zu einer Schlacht-Ordnung sind neben den Stärken der eigenen und gegnerischen Truppen samt interner Link Reserven und deren Bewegungen vor allem das Terrain bzw. die Topografie (die landschaftliche Gestaltung des ausgemachten Schlachtfeldes), die hier gegebenen Boden-Verhältnisse samt den natürlichen Hindernissen, den Deckungs- und Rückzugsmöglichkeiten, sowie das Vorhandensein von Pfaden, Wegen oder gar befestigten Straßen beachtenswert. Auch sollten die Bewegungen weiterer gegnerischer interner Link Armee-Korps aufmerksam beobachtet werden, denn im Ergebnis nützt es wenig, wenn die Schlacht zwar gewonnen wurde, dafür aber bspw. wichtige Depots oder Magazine, im schlimmsten Fall die eigenen Ländereien verloren gingen.

Die Planung der optimalen interner Link Gliederung der eigenen Truppen im Raum beginnt schon mit dem Aufmarsch: Ziehen bspw. große Verbände der interner Link Kavallerie vor der interner Link Infanterie auf, kann davon ausgegangen werden, dass ein geordneter Aufmarsch der Fuß-Truppen aufgrund des aufgewühlten Bodens behindert - wenn nicht gar unmöglich wird. Bezieht die Infanterie hingegen ohne Bedeckung durch eigene Kavallerie-Verbände die vorgesehenen Positionen, wird der Gegner diese Gelegenheit mit höchster Wahrscheinlichkeit für eine überraschende Kavallerie-Attacke (siehe interner Link Attacke) nutzen.

Die einfache Devise, "getrennt marschieren - vereint schlagen", findet hier ursächliche Begründung.

Die Schlacht kann also noch vor dem eigentlichen Beginn bereits durch Unachtsamkeiten bei der Gliederung bzw. Reihenfolge der aufmarschierenden Truppen -, Fehler bei den zeitlichen Abläufen - und Nachlässigkeiten bei der Sicherung aufmarschierender oder bereits positionierter Kontingente verloren gehen (auch kann eine bereits gewonnen geglaubte Schlacht im Nachhinein noch verloren gehen). Aber auch eine zahlenmäßig schwächere Partei kann durchaus in der Lage sein, einen weit überlegenen Gegner durch eine geschickt arrangierte Schlacht-Ordnung oder dem Beziehen einer vorteilhaften Position vernichtend zu schlagen.

Den besten Vergleich bietet hierfür das Schachspiel, vor dessen Beginn diverse Figuren positioniert werden, die einige interner Link Truppen- und interner Link Waffen-Gattungen symbolisieren (wobei die reglementierte Anzahl und Aufstellung der interner Link Miniatur-Figuren vor Spielbeginn sowie deren festgeschriebenen Reichweiten und Stoßrichtungen pro Zug einzig einer für beide Spieler gerechten Ausgangslage dienen).

In der Regel war eine einmal gewählte Aufstellung auch auf den Schlachtfeldern der Antike bis hin zu den Gefechtsfeldern zum Ende des 19. Jahrhunderts - die ganze Landstriche umfassen konnten - nur noch schwer und unter Hinnahme großer Risiken zu korrigieren. Für offensive bzw. defensive taktische Operationen waren Aufstellungen erforderlich, die einerseits in der Front lang genug waren, um Umfassungen zu vermeiden, andererseits in der Tiefe weit genug gestaffelt waren, um nicht durchstoßen werden zu können. Wichtigstes Kriterium der Aufstellung war jedoch die Deckung offensichtlicher Schwachstellen, wie bspw. die Sicherung offener interner Link Flanken durch Kavallerie-Verbände oder den Schutz der gesamten eigenen Formation durch interner Link Artillerie, die nicht nur den interner Link Angriff des Gegners abwehren - sondern hauptsächlich den Vorstoß der eigenen Truppen vorbereiten soll.

Dementsprechend galt es also nicht nur Reserven bereitzuhalten, die schnell an plötzliche Brennpunkte herangeführt werden und dort eingreifen konnten, sondern auch Räume zu erkennen, die für die volle Entfaltung des eigenen interner Link Heeres beste Voraussetzungen boten.

Als erste klassische Schlachtordnung gilt die griechische interner Link Phalanx, aus der sich die interner Link Treffen-Formation der interner Link römischen Legion entwickelte. Diese Formation war wiederum Vorbild für die interner Link mittelalterlichen interner Link Gewalt- oder Geviert-Haufen, die bis zum externer Link Dreißigjährigen Krieg Standard-Aufstellung der europäischen Heere blieb.

Mit der zunehmenden Verbreitung schwerer und leichter interner Link Feuer-Waffen, insbesondere der interner Link flinten-artigen interner Link Hand-Feuer-Waffen, die im Grunde einzig in der ersten und zweiten Reihe einer Aufstellung eingesetzt und hier aus Gründen diverser technischer Entwicklungs- und Fertigungsmängel nur im Salven-Feuer effektiv zu Wirkung kommen konnten, bildete sich die interner Link Linear-Taktik heraus, an die sich direkt die interner Link Kolonnen-Taktik der napoleonischen Epoche anschloss.

All diesen Schlacht-Ordnungen der vergangenen Jahrhunderte ist gemein, dass die Fuß-Truppen das Zentrum der Aufstellung bildeten. Den Schutz der Flanken übernahmen schnell bewegliche Kavallerie-Einheiten. Und zwischen und hinter den einzelnen Kontingenten decken Artillerie-Einheiten die gesamte Formation. Mit dem Übergang vom Bewegungskrieg zum Stellungskrieg im russisch-japanischen Krieg zwischen 1904 bis 1905 (siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA) und dem Scheitern der deutschen "Blitzkrieg-Strategie" im I. Weltkrieg (siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA) verloren Schlacht-Ordnungen mehr und mehr an Bedeutung.

Zu den klassischen Schlacht-Ordnungen zählen:

Die Aufstellung moderner Armeen vor bzw. innerhalb einer Schlacht wird überwiegend als interner Link Gefechts-Ordnung bezeichnet, die aus einzelnen interner Link Gefechts-Formationen gebildet wird.


... mehr zum Thema: externer Link Schlacht-Ordnungen der Zeit Napoleons


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römisches Treffen
Römisches Kohorten-Treffen.
(Lehrbuch-Illustration)

Schlacht-Haufen
Gewalt- oder Geviert-Haufen,
unten Ordonnanz-Formationen
in: "Nördlingen - 1634"
Stich von Matthäus Merian
(Quelle: ► Wikipedia)

Ordonnanz-Ordnung
Schwedische und Spanische
Ordonnanz-Aufstellungen in:
"Lützen - 1632"
unbekannter Künstler
(Quelle: ► Wikipedia)

Linear-Taktik
Lineare Schlacht-Ordnung
in: "Hohenfriedberg - 1745"
Gemälde von Carl Röching
(Quelle: ► Wikipedia)

Leipzig 1813
Schlacht-Plan
Leipzig, 18./19. Oktober 1813
Position der Armee-Korps
(Quelle: ► Wikipedia)

Kolonnen-Taktik
Kolonnen in Schlacht-Ordnung
in: "Spichern - 1870"
Stich von ► Carl Röching
(Quelle: ► Wikipedia)

SCH

Schlag- und Stoß-Waffen

Schlag- und Stoß-Waffen bilden eine Ordnung des Komplexes der interner Link Blank-Waffen.

Als Schlag- und Stoß-Waffen kommen alle Arten von interner Link Waffen oder waffenähnliche Gegenstände in Betracht, die die zertrümmernde Wirkung einer lokaler Link Schlag-Waffe mit der rammenden Wirkung einer lokaler Link Stoß-Waffe vereinen. Klassische Schlag- und Stoß-Waffen definieren sich somit als Gegenstände mit einem Schlag- oder Stoß-Kopf, der primär darauf ausgelegt ist, einen Körper mit "stumpfer Gewalt" zu prellen. Schlag- und Stoß-Waffen sind somit in der Form-Gebung zu diesen Zwecken gefertigt oder in der Handhabung für diese Zwecke verwendbar. Kurzschäftige Schlag- und Stoß-Waffen gehören in den Bereich der interner Link Kontakt-Waffen, langschäftige Schlag- und Stoß-Waffen werden den interner Link Abstands- oder lokaler Link Stangen-Waffen zugeordnet.

Zur Ordnung der Schlag- und Stoß-Waffen gehören folgende Gruppen:

Da diverse Schlag- und Stoß-Waffen auch in Teilen zum lokaler Link Hieb oder lokaler Link Stich verwendet werden können, sind die Übergänge fließend.


... mehr zum Thema: interner Link KATEGORISIERUNG der Waffen


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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SCH

Schlag-Waffen

Schlag-Waffen bilden eine Ordnung des Komplexes der interner Link Blank-Waffen.

Als Schlag-Waffen kommen alle Arten von interner Link Waffen oder waffenähnliche Gegenstände in Betracht, die nach ihrer Konstruktion dazu bestimmt bzw. als stumpfe Objekte dazu geeignet sind, auf einen Körper mittels der von einer Person bei einer Schlag-Bewegung aufgewendeten Kraft spezifisch einzuwirken. Direkte oder indirekte Folge des Gebrauchs einer Schlag-Waffe sind Prellungen oder Zertrümmerungen. Kurzschäftige Schlag-Waffen gehören in den Bereich der interner Link Kontakt-Waffen, langschäftige Schlag-Waffen werden den interner Link Abstands- oder lokaler Link Stangen-Waffen zugeordnet.

In der Regel wird ein Schlag durch eine bogenförmig-schwungvolle Aushol-Bewegung des waffen-führenden Arms (ähnlich einer interner Link Wurf- oder interner Link Hieb-Bewegung) vorbereitet und anschließend durch eine bogenförmig-kraftvolle Bewegung ausgeführt, wobei der geübte interner Link Angreifer bestrebt sein wird, den Schlag-Kopf seiner jeweiligen Schlag-Waffe schnell und mit Wucht auf einen möglichst ungedeckten und verletzlichen Bereich des gegnerischen Körpers zu lenken.

Bei der waffentechnisch-physikalischen Betrachtung einer Schlag-Waffe ist der Umstand beachtenswert, dass je länger der Schaft einer Schlag-Waffe ist, desto größer die mit dem Schlag übertragene kinetische Energie und die dadurch verursachte Verletzung ist, wobei eine Schlag-Waffe mit zunehmender Schaft-Länge jedoch umso unhandlicher in der Handhabung wird.

Klassische Schlag-Waffen definieren sich somit als Gegenstände mit einem harten, relativ schweren, abgerundeten, stumpfen, stumpfkantigen oder breitflächigen Schlag-Kopf, der fest oder beweglich auf einem starren oder elastischen Schaft montiert ist. Die physischen Einwirkungen einer Schlag-Waffe werden als "stumpfe Gewalt" bezeichnet.

Zur Ordnung der Schlag-Waffen gehören folgende Gruppen:

Da diverse Schlag-Waffen auch zum Wurf, lokaler Link Stich oder lokaler Link Stoß verwendet werden können, sind die Übergänge fließend. Hingegen werden Waffen, die zwar mit einer Schlag-Bewegung zum Einsatz gebracht werden, jedoch über geschliffene Klinge verfügen, als Hieb-Waffen bezeichnet.


... mehr zum Thema: interner Link KATEGORISIERUNG der Waffen


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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Schlag-Waffen
Schlag-Waffen (Montage);
Illustrationen u.a. aus
"Handbuch der Waffenkunde" von Wendelin Boeheim;
Verlag E.A. Seemann, Leipzig, 1890;
online verfügbar im:
Deutschen Textarchiv
zum Register des Handbuchs...

SCH

Schleuder-Waffen

Schleuder-Waffen bilden eine Ordnung des Komplexes der interner Link Blank-Waffen.

Als Schleuder-Waffen kommen alle Arten von interner Link Waffen oder waffenähnliche Gegenstände in Betracht, die nach ihrer Konstruktion dazu bestimmt bzw. als massive Objekte dazu geeignet sind, auf einen Körper mittels der von einer Person nach Freigabe aus einer von Hand bewegten Schleuder-Vorrichtung übertragenen Kraft spezifisch einzuwirken. Direkte oder indirekte Folge des Gebrauchs von Schleuder-Waffen sind Prellungen und/oder Zertrümmerungen, aber auch Penetrationen, in Ausnahmen aber auch biologische, chemische und thermische Verletzungen bzw. Wirkungen aber auch Knall- und Explosions-Traumatas. Durch die Komponenten Schleuder und Geschoss gehören Schleuder-Waffen in den Bereich der interner Link bedingten interner Link Distanz-Waffen.

Das Schleudern ist eine verstärkte interner Link Wurf-Bewegung. Waffen-technisch setzt das Schleudern neben einem zu schleudernden interner Link Geschoss eine Konstruktion voraus (Bedingung), die es ermöglicht, die Bewegung des waffen-führenden Armes auf das zu schleudernde Objekt zu übertragen, wobei menschliche Kraft in mechanische Energie umgewandelt wird. Die Verstärkung des manuellen Schwunges kann mittels einer Schlinge, einer Schlaufe oder einer starren oder biegsamen Verlängerung des Wurf-Armes erreicht werden. Hierbei kommt bei einer schnellen Rotation die Flieh- bzw. Zentrifugal-Kraft -, beim schwungvollen Katapultieren mit einem festen Schleuder-Arm die Zug- und Hebel-Kraft – und beim Katapultieren mit einem elastischen Schleuder-Arm die Feder-Kraft unterstützend zur Wirkung, wobei alle Schleuder-Arten auch den interner Link ballistischen Kräften unterliegen. Der geübte interner Link Angreifer wird dabei bestrebt sein, das zu schleudernde Objekt in dem Moment freizugeben, in dem der Masse-Schwerpunkt im Ideal-Fall einer parabel-ähnlichen Flug-Bahn folgen kann, die auf das Ziel führt. Die eigentliche Flug-Bewegung kann dabei entweder taumelnd (bspw. Stein), gerade (bspw. lokaler Link Speer) oder rotierend (bspw. Bola) sein.

Bei der waffentechnisch-physikalischen Betrachtung von Schleuder-Waffen sind neben der Aerodynamik drei grundsätzliche Aspekte beachtenswert:

  • Die Flug-Bahn gerader Schleuder-Waffen wird direkt von Masse und Schwerpunkt, Auftrieb, Wind und Luft-Widerstand beeinflusst.
  • Die Flug-Bahn taumelnder Schleuder-Waffen wird von jeweiliger Unwucht, Masse und Form sowie Luft-Widerstand beeinflusst.
  • Rotierende Schleuder-Waffen werden auf ihrer Flug-Bahn durch die Drehung um ihre jeweilige Symmetrie-Achse stabilisiert, die quer zur Flug-Richtung steht. Die Flug-Bahn wird dabei durch Auf- oder Abtrieb, Wind und Luft-Widerstand beeinflusst.

Klassische Schleuder-Objekte oder -Geschosse definieren sich somit als Gegenstände mit Kriterien diverser Waffen-Ordnungen: Geschleuderte Objekte können nicht nur aus unterschiedlichsten Materialien in einem Stück in vielfältigsten Formen gefertigte "Waffen an sich" sein, sondern auch mit stumpfen, spitzen und/oder scharfen Klingen versehen werden, die in der Regel fest oder beweglich montiert sind. Die physischen Einwirkungen einer Schleuder-Waffe können somit "scharfer und/oder stumpfer Gewalt" sein.

Zur Ordnung der klassischen Schleuder-Waffen gehören folgende Gruppen:

Da diverse Schleuder-Objekte bzw. Geschosse auch separat zum lokaler Link Stich, interner Link Hieb oder lokaler Link Schlag verwendet werden können, sind die Übergänge fließend. Hingegen werden Waffen, die ein Geschoss mittels der Spannung einer elastischen Sehne transportieren, als lokaler Link Spann- bzw. Vorspann-Waffen bezeichnet. Größere Schleuder-Waffen, die eine mehrköpfige interner Link Bedienung erfordern und/oder auf einer interner Link Lafette montiert sind, werden als interner Link Katapult- bzw. Schleuder-Geschütze bezeichnet.


... mehr zum Thema: interner Link KATEGORISIERUNG der Waffen


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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Schleuder-Waffen
Stock-Schleuder und römischer Schleuderer
(Illustration aus: "Meyers-Konversationslexikon"; 7. Auflage, 1924)

SCH

Schnäpper (auch "Schnepper")

Volkstümliche Bezeichnung für die leichtere Version der interner Link Armbrust.


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SCH

Schneller

Handlanger oder erster Lehrlings-Grad eines interner Link Büchsen- oder Geschütz-Meisters der interner Link Arkeley. Der Schneller gehörte im interner Link Mittelalter der interner Link Bedienung eines interner Link Geschützes an und hatte im interner Link Gefechts-Fall die Aufgabe, für die Heranschaffung bzw. Bereitstellung der erforderlichen interner Link Munition zu sorgen.

In der der interner Link Waffen-Technik interner Link Armbrust.


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SCH

Schuss-Waffen

Schuss-Waffen bilden neben den interner Link Blank-Waffen einen Komplex des Gebietes der sogenannten interner Link Gebrauchs-Waffen.

Als Schuss-Waffen kommen alle Arten von interner Link Waffen oder waffenähnliche Gegenstände in Betracht, die aufgrund ihrer technischen Konstruktion dazu geeignet sind, interner Link Geschosse oder interner Link Projektile (siehe dazu interner Link Munition) energetisch zu beschleunigen und über eine gewisse Entfernung in Form einer interner Link ballistischen Kurve gezielt zu verschießen. Spezifische bzw. direkte oder indirekte Wirkungen der jeweils verwendeten Munition sind neben dem Auftreffen das Ein- und/oder Durchdringen des Ziel-Mediums. Aufgrund ihrer Verwendung im Kampf "Mann gegen Mann" können Schuss-Waffen auch nach Reich-Weiten klassifiziert werden. Zu unterscheiden sind hier die Bereiche der interner Link Distanz-Waffen und der interner Link Nahbereichs-Waffen.

Als Gebrauchs-Waffen gehören Schuss-Waffen zu den interner Link Hand- (oder Nah-Kampf-) Waffen. Schuss-Waffen definieren sich über die Weise der Handhabung bzw. über den eigentlichen Zweck oder die Möglichkeiten der manuellen Verwendung (bspw. kann eine Schuss-Waffe, die praktisch für den gezielten Schuss bestimmt ist, auch zum lokaler Link Schlagen oder lokaler Link Stoßen bzw. durch die Montage eines interner Link Bajonetts auch zum lokaler Link Stechen geeignet sein). Somit sind die Übergänge fließend. Hingegen werden Schuss-Waffen ab einem interner Link Kaliber von 20mm der interner Link Artillerie und somit dem Gebiet der interner Link Kriegs-Waffen zugeordnet.

Zu unterscheiden sind demnach folgende Ordnungen:

Je nach Verwendung oder Bestimmung können Schuss-Waffen zu Zwecken des interner Link Angriffs oder der interner Link Verteidigung, der lokaler Link Signal-Gebung, zur Jagd oder im Rahmen des sportlichen Trainings oder Wettkampfes zum Einsatz kommen.

Anmerkung: Obwohl technisch eindeutig bestimmbar, ist die juristische Zuordnung eines interner Link Bogens in Deutschland beachtlich. Laut externer Link Anlage 1 Punkt 1.2.2. zum WaffG (zu Paragraph § 1 Absatz 4 WaffG) werden Gegenstände "... bei denen bestimmungsgemäß feste Körper gezielt verschossen werden, deren Antriebs-Energie durch Muskel-Kraft eingebracht und durch eine Sperr-Vorrichtung gespeichert werden kann (z. B. Armbrüste)..." den Schuss-Waffen zugeordnet. Nach dieser Definition gehört der Bogen juristisch gegenwärtig nicht zum Komplex der Schuss-Waffen.


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SCH

Schutz-Waffen

Als Schutz-Waffen werden alle Arten von Gegenstände bezeichnet, die zu dem Zweck gefertigt wurden oder dazu geeignet sind, die spezifische Wirkung von interner Link Waffen auf einen Körper abzufangen, teilweise zu mildern oder vollständig zu verhindern, jedoch nicht zu einem direkten interner Link Angriff geeignet sind. Schutz-Waffen dienen somit primär der Abwendung von Sach-, Körper- und/oder Personen-Schäden bzw. dem Schutz vor Verletzungen und somit der interner Link Verteidigung; sekundär zur unbeschadet vorgetragenen Ausführung eines Angriffs.

Seit der interner Link Antike ging die Herstellung der Waffen mit der Entwicklung entsprechender Schutz-Waffen einher, die in erster Hinsicht mit der Zielsetzung gefertigt wurden, den menschlichen Körper in Teilen oder in Gänze zu bedecken, wobei die technische Konstruktion darauf ausgelegt sein sollte, in der Praxis weitestgehenden Schutz vor möglichst vielen Arten von interner Link Gebrauchs- bzw. interner Link Hand- (oder Nah-Kampf-) Waffen zu gewährleisten, ohne dabei die Beweglichkeit bzw. die Mobilität des Trägers einer Schutz-Waffe (bspw. im Rahmen eines interner Link Zwei-Kampfes) zu behindern.

Im interner Link Mittelalter unterschied man im deutsch-sprachigen Raum zwischen der s.g. interner Link Trutz-Waffen, die ausschließlich für einen Angriff geeignet waren, und den Schutz-Waffen, die vor eben diesen schützen sollten. Die Kombination von Schutz- und Trutz-Waffen wurde als "Rüstzeug" bezeichnet, das wiederum zusammen mit der interner Link Rüstung eines interner Link Ritters bspw. in der interner Link "Rüstkammer" eines schützenden Bauwerks (siehe dazu interner Link Befestigungen) aufbewahrt bzw. bereitgehalten wurde.

Wichtigste Komponenten der klassischen Schutz-Waffen waren:

Mit dem Aufkommen der interner Link Feuer-Waffen im 14. Jahrhundert und der baldigen Entwicklung und Verbreitung immer effektiverer Arten von interner Link Hand- und interner Link Faust-Feuer-Waffen, insbesondere der interner Link Artillerie-Geschütze, verloren die klassischen ritterlichen Schutz-Waffen zunehmend ihre Schutz-Funktion, somit an militärischer Bedeutung und wurden spätestens ab dem 16. Jahrhundert nur noch aus Prestige-, Repräsentations- oder Status-Gründen angelegt. Hingegen erwiesenen sich einzelne "Schutz-Stücke" in modifizierter Form weiterhin geeignet, um der Wirkung diverser Arten von interner Link Blank-Waffen widerstehen zu können.

Die legendären Ritter wandelten sich in die s.g. "Kürissers", besser bekannt als interner Link Kürassiere.

Erwiesen sich klassische Schutz-Waffen in den Kriegen des endenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts bis auf den "Stahlhelm" als vollkommen ineffektiv, so führte die Entwicklung neuartiger Werkstoffe wie Keramik, Plastik, Polyamid- oder Carbon-Fasern ab den sechziger Jahren zur Einführung innovativer Schutz-Waffen wie diverse moderne Gefechts- oder Einsatz-Helme samt geeigneter Schutz-Masken, schlag-, schuss-, splitter- bzw. stich-hemmende Schutz-Westen samt Protektoren bzw. s.g. Exo-Skelette.

In der Bundesrepublik Deutschland bilden Schutz-Waffen bzw. dazu geeignete Gegenstände seit 1989 laut externer Link § 17a Versammlungsgesetz (VersG) ein besonderes Gebiet der Waffen. Hinter-Grund dieser Gesetz-Gebung ist die Zielsetzung, staatlichen Hoheits-Kräften rechtssichere Möglichkeiten zu verschaffen, Identifizierungs- und/oder Vollstreckungs-Maßnahmen einleiten und durchführen zu können, die von den ausgemachten Delinquenten nicht durch passiven oder aktiven Widerstand behindert oder eingeschränkt bzw. durch das Tragen von Schutz-Waffen abgewehrt werden können. In diesem Sinne kommen als Schutz-Waffen bzw. s.g. Schutz-Stücke alle Gegenstände in Betracht, die zwar nicht zu einem Angriff oder zur Zufügung von Verletzungen geeignet sind, aber vor Beeinträchtigungen bzw. Verletzungen schützen. Dazu gehören bspw. schnittfeste Handschuhe, Motorad- bzw. Integral-Helme, Atem- bzw. Gesichts-Schutzmasken, Leder-Kombinationen, Schutzwesten oder improvisierte Körper-Panzerungen aller Art.


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antike Waffen 1
antike griechische, etruskische und römische Schutz-Waffen
Tafel aus dem russischen
"Enzyklopädisches Wörterbuch von Brockhaus und Efron"; siehe dazu:
"Энциклопедическiй Словарь Брокгауза и Ефрона, 1890—1907"
(Quelle: ► Wikipedia)

Schutz-Waffen
Helme, Rüstungen und Schilde
antike, mittelalterliche und moderne Schutz-Waffen aus drei Jahrtausenden (Montage)
Illustrationen u.a. aus
"Meyers Konversations-Lexikon" (siehe Wikipedia)
Boeheim, Wendelin; "Handbuch der Waffenkunde" (siehe Deutsches Textarchiv)
"Enzyklopädisches Wörterbuch von Brockhaus und Efron" (siehe Wikipedia)

SCH

Schwadron (auch interner Link Eskadron)

(engl.: Squadron; franz.: Escadron; russ.: Эскадрон)

Allgemein versteht man unter einer Schwadron eine interner Link Teil-Einheit der interner Link Kavallerie, die hierarchisch zwischen der interner Link Kompanie und dem interner Link Regiment -, in Ausnahmen auch dem interner Link Bataillon oder der interner Link Division eingeordnet wird.

Der Begriff Schwadron ist eine deutsche Ableitung des italienischen "Squadrone" (lat.: Quadra: Karo, Quadrat, Karree bzw. Exquadra: Schlacht-Haufen, davon ital.: Squadra: Gruppe oder Trupp; daraus port.: Esquadro; Fläche, Raute). Die Schwadron ist etymologisch somit gleichzusetzen mit der im deutschen, skandinavischen und slawischen Sprach-Raum verbreiteten Eskadron. Die Bezeichnung geht historisch zurück auf die sogenannte interner Link Haufen-Taktik des späten interner Link Mittelalters und bezeichnete hier eine Aufteilung der lokaler Link Schlacht-Ordnung in einzelne lokaler Link Schlacht-Haufen. Die Kavallerie, die in der Regel die interner Link Flügel der klassischen interner Link Linear-Formation mit bis zu siebzehn (!) Gliedern tiefen interner Link Aufstellungen zu decken hatte, fand mit dem Aufkommen der interner Link Feuer-Waffen mehr und mehr als schnell-bewegliche interner Link Reserve Verwendung und wurde aus diesem Grund ebenfalls in interner Link taktische Teil-Einheiten untergliedert. Ab dem externer Link Dreißigjährigen Krieg unterteilten sich europaweit beinahe alle interner Link Lanzier-, interner Link Dragoner- und interner Link Kürassier-Regimenter samt den aufkommenden interner Link "Huszári" (Husaren) in Schwadronen oder Eskadronen.

Seit dem 16. Jahrhundert verbreitete sich der Begriff vor allem in den interner Link Armeen Spaniens und Portugals und etablierte sich annehmbar während der diversen englisch-spanischen Konflikte zwischen 1559 und 1604 auch in der interner Link englischen und späteren britischen Armee. Hier galt die "Squadron" anfänglich als Bezeichnung für ein kleines interner Link Karree der interner Link Infanterie, wurde dann auch von der Kavallerie übernommen und hier Bezeichnung einer Unter-Einheit eines Regiments von unbestimmter Stärke. Bis 1776 konnte die "Squadron" einerseits von zwei bis vier Kompanien gebildet -, andererseits mit einer Kompanie gleichgesetzt werden. Ab 1788 wurde die britische Schwadron in zwei "Troops" gegliedert, die vom jeweils dienst-älteren bzw. lokaler Link "Senior-Captain" kommandiert wurde. Während der sogenannten interner Link Halbinsel-Kriege zwischen 1809 und 1814 verfügte ein Troop etat-mäßig über einen Captain, zwei interner Link "Lieutenants", einen interner Link "Cornet", einen lokaler Link "Sergeant-Major", einen interner Link "Furrier", vier lokaler Link "Sergeants", vier interner Link "Corporals", einen interner Link "Trumpeter" und mindestens fünfundachtzig "Troopers" - zusammen hundert Mann. Bei interner Link Waterloo lag die durchschnittliche Stärke einer Schwadron zu zwei Troops bei etwa hundertachtzig Mann; zwei bis vier Schwadronen bildeten ein Regiment, das von einem interner Link "Lieutenant-Colonel" kommandiert wurde, dem auch die interner Link Depot-Schwadron unterstand. Jede Schwadron führte eine lokaler Link Standarte, wobei die erste Schwadron die sogenannte "King´s Standard" (siehe dazu interner Link King´s Color) präsentierte, alle weiteren Schwadronen ein sogenanntes "Regimental guidon" (siehe dazu interner Link Regimental Color) zeigten.

Die Kavallerie-Regimenter der interner Link US-Army waren in der Regel in zehn bis zwölf Kompanien unterteilt, die (unter Ausnahme des Buchstabens "I") alphabetisch benannt - und nur in der interner Link Garnison bzw. während eines interner Link Feld-Zuges in Bataillone zusammengefasst wurden (kurios waren die ab 1864 in der konföderierten Kavallerie formierten "Q-Kompanien", deren Angehörige aufgrund fehlender Pferde zwar als Kavalleristen geführt jedoch einstweilig als Infanteristen eingesetzt wurden). Bis zur offiziellen Abschaffung der Bataillons-Ebene im Jahr 1862 bildeten regulär zwei Kompanien eine Schwadron, zwei Schwadronen wiederum ein Bataillon (wobei nach 1862 auch taktische Aufteilungen zu drei Kompanien vorkamen). Orientierte sich eine Dragoner-Kompanie der US-Kavallerie gliederungs-mäßig anfänglich am britischen Vorbild, so bewegte sich die etat-mäßige Soll-Stärke bei etwa fünfundneunzig Mann: Neben dem "Captain" als Kompanie-Führer standen der "First Lieutenant" und der "Second Lieutenant" als Stellvertreter bzw. Zug-Führer. Dazu der "First Sergeant", ein "Quartermaster Sergeant", zwei "Cornetts", vier "Line Sergeants", acht "Corporals", zwei "Trumpeters", zwei "Farriers" (Sattler und Fahrer) und zweiundsiebzig "Privates". Dazu der Chirurg, der jedoch in der Regel als Nicht-Kombattant geführt wurde. Im Fall der Zusammen-Legung mehrerer Kompanien zu einer Schwadron bzw. zu einem Bataillon übernahm entweder der dienst-älteste Kompanie-Chef das Kommando oder das Regiment betraute einen lokaler Link Stabs-Offizier ab dem Rang eines interner Link Majors mit dem Ober-Befehl.

In der Gegenwart bezeichnet die Eskadron bzw. Schwadron in verschiedenen Armeen eine Teil-Einheit der (vorwiegend leichten) interner Link Panzer-Truppe bzw. der interner Link Marine oder der interner Link Luftwaffe in der ungefähren Stärke eines Bataillons (siehe auch interner Link Geschwader).


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Taktisches Zeichen:

Siehe dazu ausführlich
Taktische Zeichen

Symbol Kavallerie-Eskadron
Zeichen einer Schwadron
der ► Kavallerie

Simkin: Inniskilling
Schwadron in der Attacke
"6th Inniskilling Dragoons"
Gemälde von
Richard Simkin
(Quelle: ► "armchairgeneral")

Butler: Scots Greys
Schwadron in der Attacke
"Waterloo (Scots Greys)"
Gemälde von
Elizabeth (Thompson) Butler
(Quelle: ► WIKIPEDIA)

US-Cavalry um 1855
US-Kavallerie um 1855,
aus der Uniform-Serie:
"Cavalry and Dragoons" von
Henry Alexander Ogden
(Quelle: ► "1st Cavalry Division")

US-Cavalry um 1867
"Get 'Em Boys!"
"7th US-Cavalry" um 1867
Gemälde von
Jerry Thomas
(Quelle: ► "Fort Wallace Museum")

STA

Stangen-Waffen

Stangen-Waffen bilden eine Ordnung des Komplexes der interner Link Blank-Waffen.

Als Stangen-Waffen kommen alle Arten von interner Link Waffen oder waffenähnliche Gegenstände in Betracht, die objektiv die spezifischen Kriterien von lokaler Link Schlag- und/oder lokaler Link Stoß- bzw. interner Link Hieb- und/oder lokaler Link Stich-Waffe aufweisen, jedoch subjektiv an einem verlängerten Schaft (Stange) befestigt sind. In der Regel sind Stangen-Waffen darauf ausgelegt, ihre optimale Wirkung auf einen Körper erst durch die beid- oder zwei-händige Führung von einer Person zu erzielen. Sekundär können Stangen-Waffen auch dazu geeignet sein, durch die stabilisierenden Eigenschaften des stab-förmigen Griff-Stückes auch auf ein Ziel mittels eines interner Link Wurfs gelenkt zu werden. Stangen-Waffen werden den interner Link Abstands- oder unbedingten interner Link Distanz-Waffen zugeordnet.

Im Bestreben, einen u.U. überlegenen Gegner oder ein gefährliches Tier im Rahmen einer Jagd oder eines interner Link Zwei-Kampfes auf Abstand bekämpfen -, halten oder angreifen - bzw. interner Link Angriffe aus einer gewissen Entfernung abwehren (siehe dazu interner Link Verteidigung) oder selbst ausführen zu können, wurden Waffen bereits in der frühen Vorzeit mit hölzernen Schäften verlängert. Und obwohl sich lokaler Link Speer, lokaler Link Spieß und interner Link Lanze auf den ersten Eindruck in ihrer Funktion nur wenig voneinander unterscheiden, entwickelten sich schon sehr früh diverse Unter-Ordnungen, die sich durch die taktisch-technische Verwendung voneinander abgrenzten.

Zur Ordnung der Stangen-Waffen gehören folgende Unter-Ordnungen:

Neben den vorgenannten Kriterien zeichneten sich Stangen-Waffen vor allem durch ihre vielfältigen Kombinationen und daraus abzuleitenden Verwendungs-Möglichkeiten aus. Neben Hieb- und Stich-Wirkungen gibt es diverse "Hybrid"-Modelle, die aufgrund der Klingen-Form als effektive Schlag- und Durchschlags-, Zug- und Stoß-Waffen eingesetzt werden können.

Bereits im interner Link Altertum gehörten Stangen-Waffen zur Standart-Bewaffnung interner Link antiker interner Link Heere. So führten bspw. die interner Link Krieger der griechischen interner Link Phalanx- Spieße mit einer Schaft-Länge von bis zu acht Metern (siehe dazu lokaler Link Sarissa). In der interner Link römischen Legion kamen Stangen-Waffen hauptsächlich als Wurf-Waffe (siehe interner Link Hasta oder interner Link Pilum) zum Einsatz. Im frühen interner Link Mittelalter entwickelten sich wimpel- und banner-verzierte Stangen-Waffen neben lokaler Link Schwert und lokaler Link Streit-Kolben zur Haupt-Waffe der interner Link Ritter. Die breite Masse der Knechte und lokaler Link Söldner in den mittelalterlichen lokaler Link Schlacht-Haufen führten als bevorzugte Bewaffnung zu großen Teilen sogenannte "Bauern-Waffen", die ursprünglich in der Land-Wirtschaft Verwendung fanden, durch technische Modifikationen anfänglich als improvisierte Kampf-Werkzeuge abgewertet oder auch als gefährliche Werkzeuge tituliert -, bald jedoch zu vollwertigen Kampf-Waffen umfunktioniert wurden. Und obwohl Stangen-Waffen mit dem Aufkommen der interner Link Feuer-Waffen bzw. dem interner Link Bajonett mehr und mehr aus den lokaler Link "Stehenden Heeren" der frühen interner Link Neuzeit verdrängt wurden, blieben Hellebarde, interner Link Partisane und lokaler Link Sponton noch geraume Zeit Status-Symbol von Leib- oder Haus-Garden (siehe dazu interner Link Garde), interner Link Offizieren und interner Link Unteroffizieren (aber auch von sogenannten Nacht-Wächtern). Dem entgegen erfuhr die metallene Rohr-Lanze zwischen dem 19. und frühen 20. Jahrhundert eine zweifelhafte Aufwertung durch die europaweite Wiederbelebung der interner Link Lanzen-Reiter bzw. der interner Link Ulanen. Im Rahmen von bewaffneten Erhebungen dienten Stangen-Waffen zur improvisierten Not-Bewaffnung von Aufständischen. Noch heute werden Stangen-Waffen bei zeremoniellen Anlässen präsentiert. So führen bspw. die Angehörigen der lokaler Link "Schweizer Garde" des Vatikans Hellebarden als Interims-Waffen.


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STI

Stich-Waffen

Stich-Waffen bilden eine Ordnung des Komplexes der interner Link Blank-Waffen.

Als Stich-Waffen kommen alle Arten von interner Link Waffen oder waffenähnliche Gegenstände in Betracht, die nach ihrer Konstruktion dazu bestimmt bzw. als gespitzte Objekte dazu geeignet sind, in einen Körper mittels der von einer Person bei einer Stoß-Bewegung aufgewendeten Kraft spezifisch einzudringen. Direkte oder indirekte Folge des Gebrauchs einer Stich-Waffe sind Penetrationen (Durchdringungen) bzw. Perforationen (Durchlöcherungen). Kurzschäftige Stich-Waffen gehören in den Bereich der interner Link Kontakt-Waffen, langschäftige Stich-Waffen werden den interner Link Abstands- oder lokaler Link Stangen-Waffen zugeordnet.

In der Regel wird ein Stich durch eine geradlinig-schwungvolle Aushol-Bewegung des waffen-führenden Arms vorbereitet und anschließend durch eine geradlinig-kraftvolle Stoß-Bewegung ausgeführt, wobei die lokaler Link Klinge beim Auftreffen auf den gegnerischen Körper durch ihr spitz zulaufendes Ende (Ort) eine durchdringende -, unter Voraussetzung einer geschliffenen Klinge und in Verbindung mit einer anschließenden Zug-Bewegung auch eine schneidende Wirkung haben. Derartige Bewegungen werden allgemein in der "Fecht-Kunst" vermittelt.

Klassische Stich-Waffen definieren sich somit als Gegenstände mit einer harten, geraden, spitzen oder gespitzten Breit- oder Blatt-, Rund- oder Hohl-Klinge, die fest an einem Griff-Stück (Heft) montiert ist bzw. dort fest arretiert, wobei Klinge und Griff-Stück bei optimalen Stich-Waffen auf eine mittige Linie in Stoß-Richtung ausgelegt sind. Die physischen Einwirkungen einer Stich-Waffe werden als "scharfe Gewalt" bezeichnet.

Zur Ordnung der klassischen Stich-Waffen gehören folgende Gruppen:

Da diverse Stich-Waffen auch zum interner Link Wurf, lokaler Link Schlag oder interner Link Hieb verwendet werden können, sind die Übergänge fließend. Waffen, die zugleich Stich- und Schnitt-Wirkungen haben, werden als interner Link Hieb- und Stich-Waffen bezeichnet. Hingegen werden Waffen, die mit einer Stich-Bewegung zum Einsatz gebracht werden, jedoch nicht über ein spitz zulaufendes Ende verfügen, lokaler Link Stoß-Waffen genannt.


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STO

Stoß-Waffen

Stoß-Waffen bilden eine Ordnung des Komplexes der interner Link Blank-Waffen.

Als Stoß-Waffen kommen alle Arten von interner Link Waffen oder waffenähnliche Gegenstände in Betracht, die nach ihrer Konstruktion dazu bestimmt bzw. als stumpfe Objekte dazu geeignet sind, auf einen Körper mittels der von einer Person bei einer Ramm-Bewegung aufgewendeten Kraft spezifisch einzuwirken. Direkte oder indirekte Folge des Gebrauchs einer Stoß-Waffe sind Prellungen oder Zertrümmerungen. Kurzschäftige Stoß-Waffen gehören in den Bereich der interner Link Kontakt-Waffen, langschäftige Stoß-Waffen werden den interner Link Abstands- oder lokaler Link Stangen-Waffen zugeordnet.

In der Regel wird ein Stoß durch eine weitestgehend geradlinig-schwungvolle Aushol-Bewegung vorbereitet und anschließend durch eine geradlinig-kraftvolle Ramm-Bewegung ausgeführt, wobei die Stoß-Waffe entweder ein- oder zweihändig geführt werden kann. Der geübte interner Link Angreifer wird dabei bestrebt sein, den Stoß-Kopf seiner jeweiligen Stoß-Waffe schnell und mit Wucht auf einen möglichst ungedeckten und verletzlichen Bereich des gegnerischen Körpers zu lenken. Eine besondere Stoß-Waffen-Art ist die fest am Körper angelegte Turnier-Lanze, deren Wirkung (die Impuls-Übertragung) durch die Masse und die Geschwindigkeit des galoppierenden Pferdes noch potenziert wird.

Bei der waffentechnisch-physikalischen Betrachtung einer Stoß-Waffe ist der Umstand beachtenswert, dass je schwerer die Stoß-Waffe ist, desto größer die mit dem Stoß übertragene kinetische Energie und die dadurch verursachte Verletzung ist, wobei eine Stoß-Waffe jedoch mit zunehmendem Gewicht und ausweitender Schaft-Länge umso unhandlicher in der Handhabung wird.

Klassische Stoß-Waffen definieren sich somit als Gegenstände mit einem harten, relativ schweren, abgerundeten, stumpfen, stumpfkantigen oder breitflächigen Ramm-Kopf, der fest auf einem starren Schaft montiert ist. Die physischen Einwirkungen einer Sroß-Waffe werden als "stumpfe Gewalt" bezeichnet.

Zur Ordnung der Stoß-Waffen gehören folgende Gruppen:

Da diverse Stoß-Waffen auch zum lokaler Link Schlag verwendet werden können, sind die Übergänge fließend. Hingegen werden Waffen, die zwar mit einer Stoß-Bewegung zum Einsatz gebracht werden, jedoch von mehreren Männern geführt werden, als interner Link Rammen oder Ramm-Waffen bezeichnet.


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Stoss-Waffen
Stoß-Waffen (Montage);
Turnier-Lanzen, auch "Renn-Spieße" oder "Störtzer" genannt
oben rechts: "Krönig" für die Tjost (Turnier); unbenutzt und benutzt
unten rechts: Spitze für das oft tödliche "Scharf-Rennen"

STR

Streitkräfte (auch Teil-Streitkräfte)

(engl.: Military forces bzw. Armed forces; franz.: Forces armées; russ.: Вооружённые силы)

Unter dem Begriff Streitkraft (auch Streitmacht, umgangssprachlich als interner Link Armee bezeichnet) versteht man die Gesamtheit sämtlicher militärischen Kräfte, die einem nationalen Territorial-Staat bzw. einer politisch-militärischen interner Link Allianz für lokaler Link strategische interner Link Verteidigungs- und/oder interner Link Angriffs-Zwecke zur Verfügung stehen bzw. die von oder im Auftrag einer souveränen Instanz zur Wahrung, Sicherung und Durchsetzung der äußeren hoheitlichen Rechte eines Staates auch unter Anwendung von interner Link Waffen-Gewalt errichtet und unterhalten wurden (und werden).

In der Regel untersteht die Streitmacht eines Landes dem Befehl einer staatlich-parlamentarischen -, in vielen Teilen der Welt auch monarchistischen bzw. diktatorischen Autorität, wobei die administrative Gewalt in der Regel einem interner Link Kriegsrat (bzw. einem Kriegs- oder Verteidigungs-Ministerium) übergeben wurde, der wiederum als exekutive Gewalt einen obersten interner Link General-Stab (o.ä.) mit dem Ober-Kommando über sämtliche interner Link Verbände und interner Link Truppen-Teile dieser Streitmacht betraut hat. Aus organisatorischen, logistischen und taktisch-operativen Gründen unterteilt sich eine militärische Streitmacht in einzelne Teil-Streitkräfte, die wiederum eigene Führungs-Stäbe haben, die jedoch dem Ober-Kommando unterstehen.

Nach der klassischen Militär-Philosophie operieren die Teil-Streitkräfte in elementaren Räumen.

Zu den klassischen Teil-Streitkräften gehören:

Zu den modernen Teil-Streitkräften gehören:

In der Entwicklung bzw. im annehmbaren Aufbau befinden sich folgende Teil-Streitkräfte:

  • Raum-Streitkräfte oder "Outerspace-Forces" (siehe dazu externer Link WIKIPEDIA)
  • "Cyberspace-Forces" (siehe dazu externer Link WIKIPEDIA)

Nach der hierarchischen Ordnung militärischer Verbände gliedern sich die Teil-Streitkräfte in verschiedene interner Link Truppen-Gattungen, die aus den einzelnen interner Link Waffen-Gattungen gebildet werden.

Die in sämtlichen Armeen dieser Welt vorhandenen interner Link Reservisten, die im Fall einer interner Link Mobilmachung bestehende bzw. aktive Einheiten ergänzen oder in der Vergangenheit zur Formation s.g. interner Link "Landwehr"-Verbände herangezogen wurden, gelten als besonderer Bestandteil der Streitkräfte.


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STU

Burgkmair - Schweres Geschütz
Schweres Geschütz
Holzschnitt von Hans Burgkmair (1473-1531)
Illustration aus »Der Krieg in Bildern« von Alfred Steinitzer und Wilhelm Michel; Verlag: R. Piper & Co, München, 1912 (siehe dazu ► »archive.org«
(Quelle: eigene Sammlung)

Stück (Regiments- oder Bataillons-Stück bzw. -Geschütz)

Als "Stück" wurde in der frühen deutschen interner Link Artillerie (siehe dazu interner Link Arkeley) ein einzelnes interner Link Geschütz bezeichnet, das bspw. während der interner Link Belagerung einer interner Link befestigten Stätte gleichsam zum interner Link Angriff als auch zur interner Link Verteidigung verwendet werden konnte, wobei bis zum Ende des interner Link Mittelalters keine Unterscheidung zwischen einem mechanischen interner Link Wurf- oder einem pyrotechnischen interner Link Rohr-Geschütz gemacht wurde. Kommandiert wurde das Stück von einem Lokaler Link Stück- bzw. interner Link Büchsen-Meister oder stellvertretend von einem Lokaler Link Stück-Junker; als interner Link Bedienung fungierten spezialisierte Lokaler Link Stück-Knechte, als Hilfs-Kräfte wurden sog. Lokaler Link "Schneller" eingesetzt. Vorsteher sämtlicher Stück-Mannschaften war der aus der Runde der Stück-Meister gewählte interner Link Geschütz-Meister.

Da mittelalterliche Geschütze in der Regel "Stück für Stück" von fachkundigen Handwerker-Meistern in manueller Einzel-Produktion gefertigt wurden -; auch die Reparatur und Instandhaltung sowie die einzelnen Abläufe zur Bedienung eines Geschützes eine Vielzahl handwerklicher Künste und Tätigkeiten erforderte, bildeten die Angehörigen des sog. interner Link "Antwerkes" ab dem 14. Jahrhundert eigene Zünfte (so nennen diverse Lexika des 19. Jahrhunderts bspw. die interner Link "Zunft der Blydner"; auch leiten eine Vielzahl von Schützen- und/oder Böller-Vereinen im deutsch-sprachigen Raum ihre Geschichte von der Tradition früh-bürgerlicher Schützen–Gilden ab). Diese historische Entwicklung begründet die Ausnahme, dass in der bald aufkommenden interner Link Truppen-Gattung der Artillerie auch Angehörige der bürgerlichen Stände ein interner Link Offiziers-Patent erhalten konnten. Und hatten die aus den Städten geworbenen, angemieteten oder gemäß bestehender Verträge zur allgemeinen interner Link Heeresfolge verpflichteten Stück-Mannschaften samt ihren Stücken noch im interner Link Heer als auch im interner Link Lager der im späten 15. Jahrhundert aufkommenden interner Link Landsknechte eine rechtliche, organisatorische und finanzielle Sonderstellung, so änderte sich der Status der freien Meister und ihrer zunftmäßigen Kunst während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA).

Unter militär-historischen Aspekten wurden leichte und damit schnell bewegliche Stücke der feuernden Artillerie effektiv und massiv erstmals zwischen 1419 und 1424 als "Begleit-Geschütz" im Heer der insbesondere für die Taktik der interner Link Wagen-Burgen bekannt gewordenen interner Link Hussiten verwendet. Zur Unterstützung einer geschlossenen Lokaler Link Schlacht-Formation wurden leichte Feld-Geschütze erstmals im Jahr 1467 vom italienischen interner Link Condottiere Bartolomeo Colleoni (1400-1475; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) gegen die Medici in Florenz eingesetzt.


... mehr zum Thema: interner Link KOMPENDIUM der Waffenkunde - Stück


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Sell - Artillerie
Szene aus dem Dreißigjährigen Krieg: Einrichten eines leichten Feld-Stückes
Gemälde von Christian Sell (1831-1883)
(Quelle: ► »MutualArt Services, Inc.«)

Sell - Artillerie
Szene aus dem Dreißigjährigen Krieg: Laden eines leichten Feld-Stückes
Gemälde von Christian Sell (1831-1883)
(Quelle: ► »Artist Auction Records«)

STU

Callot - L'exercice du canon
Stück-Knechte an der Kanone.
La préparation (Die Vorbereitung).
Abbildungen aus der 14-teiligen Serie »Les exercices militaires« (Militärische Übungen)
L'exercice du canon - Übungen an der Kanone von Jacques Callot (1592-1635)
(Quelle: ► »Bibliothèque nationale de France«)

Stück-Junker

Als Stück-Junker wurde in der frühen deutschen interner Link Artillerie (siehe dazu interner Link Arkeley) der von einem interner Link Büchsen- oder lokaler Link Stück-Meister ausgewählte Lehrling bezeichnet, der aufgrund familiärer Bindungen oder auch durch Zahlung eines außerordentlichen Lehr-Geldes bestrebt -, infolge seines persönlichen Engagements oder seiner wissenschaftlich-technischen Vorbildung geeignet war, im Ergebnis einer Gesellen-Prüfung ein interner Link Patent zu erhalten, das es ihm ermöglichte, selbst zum Stück-Meister aufsteigen bzw. zum interner Link Offizier "avanciren" zu können. Nach Abschluss seiner Lehre befehligte der Stück-Junker im interner Link Rang eines interner Link Konstablers (später interner Link Korporal) mindestens ein interner Link "Stück" (siehe dazu auch interner Link Geschütz). Der älteste Stück-Junker, seit 1411 in Frankreich als "Maître Cannonier" betitelt, war als Stellvertreter des Meisters für die interner Link Instandhaltung der Geschütze und die Lagerung der interner Link Munition verantwortlich und kommandierte die interner Link Wache des interner Link Zeug-Hauses oder der interner Link Geschütz-Stellung, leitete die interner Link Ausbildung, kontrollierte interner Link Ordnung und interner Link Disziplin und hatte auch strafrechtliche Gewalt. In der Regel trat er die Nachfolge des Stück-Meisters an.

Da die interner Link Bedienungen der Geschütze gleich den Mannschaften der interner Link pionier- und ingenieur-technischen Truppen von den bürgerlichen Handwerker-Ständen einer mittelalterlichen Stadt gestellt wurden und etwa bis zum ersten Drittel des 17. Jahrhunderts eigene interner Link Zünfte bildeten, hatten die Angehörigen dieser Gewerke anfänglich den Status von Nicht-Kombattanten. In dieser Tradition mittelalterlicher Zunft-Ordnungen begründet sich die Ausnahme, dass in der bald aufkommenden interner Link Truppen-Gattung der Artillerie auch Angehörige der bürgerlichen Stände ein reguläres Offiziers-Patent erhalten konnten.

Mit dem Aufkommen der lokaler Link "Stehenden Heere" nach dem Dreißigjährigen Krieg (siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) wurde der Stück-Junker bzw. der Frei-Korporal der Artillerie mit einem interner Link Fahnen-Junker bzw. einem interner Link Fähnrich der interner Link Infanterie bzw. dem Standarten-Junker oder interner Link Kornett der interner Link Kavallerie gleichgestellt und rangierte damit bis 1807 als Offizier-Anwärter vor den interner Link Unteroffizieren.


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Hoffmann - Konstabler
Konstabler am Geschütz...
Hoffmann - Artillerist
Artillerist Ende 17. Jahrhundert...
Illustrationen von Anton Hoffmann in »Das deutsche Soldatenbuch« von Major a.D. Friedrich Wilhelm Deiss; Verlag A. Froehlich, Leipzig 1926.
(Quelle: eigene Sammlung)

STU

Callot - L'exercice du canon
Stück-Knechte beim Richten.
Le pointage (Das Zielen).
Abbildungen aus der 14-teiligen Serie »Les exercices militaires« (Militärische Übungen)
L'exercice du canon - Übungen an der Kanone von Jacques Callot (1592-1635)
(Quelle: ► »Bibliothèque nationale de France«)

Stück-Knecht

Im Unterschied zum lokaler Link "Schneller", der in der frühen deutschen interner Link Artillerie (siehe dazu interner Link Arkeley) die groben Arbeiten an einem interner Link Wurf-Geschütz verrichtete und mit dem Aufkommen der interner Link Rohr-Waffen anfänglich auch hier schwere Lasten zu bewegen, zu heben und zu tragen hatte, war der Stück-Knecht ein spezialisiertes Mitglied einer eingespielten interner Link Geschütz-Bedienung mit einer konkreten Aufgabe (wobei ein guter lokaler Link Stück-Meister Wert darauf legte, dass seine interner Link Kanoniere mit der Verrichtung sämtlicher Aufgaben vertraut und damit im Fall eines Ausfalls ersetzbar waren).

Zu diesen Aufgaben gehörte neben dem interner Link Auf- bzw. Abprotzen eines interner Link lafetten-getragenen Geschützes vom Zug-Karren (bzw. der späteren Protze) die Bereitstellung der interner Link Munition und die Vorbereitung der interner Link Ladung sowie das Laden und Richten, Abfeuern und Reinigen des Geschütz-Rohres. Der Transport von Geschütz-Gespann, Munitions- und Pulver-Wagen, des interner Link Artillerie-Trosses und häufig auch einer interner Link Feld-Schmiede war Sache des interner Link Fuhr-Meisters und seiner interner Link Fuhr-Knechte. Die Er- und Einrichtung der interner Link Geschütz-Stellung(en) samt mehreren interner Link Munitions-Bunkern wurde in der Regel von lokaler Link Schanz-Knechten erledigt, die diese Anlagen nach den Anweisungen des interner Link Geschütz- oder Stück-Meisters errichteten.

Aufgrund der Vielzahl handwerklicher Gewerke, die vor -, während oder nach dem Einsatz der Artillerie als Bedienungs-, Wartungs- oder Instandsetzungs-Mannschaft im Zusammenspiel oder im Einzelnen zum Einsatz kamen, galt die Artillerie innerhalb des interner Link mittelalterlichen interner Link Heeres-Wesens als eigene interner Link Zunft, deren Angehörige anfänglich den Status von "Nicht-Kombattanten" hatten und dem entsprechend nur in Ausnahmen in direkte bzw. persönlich ausgetragene interner Link Nah- oder interner Link Zwei-Kämpfe verwickelt wurden.

Der sog. Stuckknecht-Spieß, der auf vielen Abbildungen dargestellt ist, hatte im interner Link Landsknechts-Heer mehr symbolische Bedeutung und zeichnete wahrscheinlich den Geschütz-Führer oder den interner Link Wachhabenden des Arkeley-Lagers aus, das aufgrund des mitgeführten lokaler Link Schieß-Pulvers abgetrennt vom eigentlichen interner Link Feld-Lager errichtet wurde. In praktischer Verwendung dürfte dieser Spieß jedoch überwiegend die Funktion eines einfachen interner Link Lunten-Spießes gehabt haben.


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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Stück-Knechte beim Laden einer Kanone (vorn) und eines Mörsers (hinten).
Stück-Knecht mit Rohr-Wischer.
Postkarten aus einer Serie von Anton Hoffmann (1863-1938).
(Quelle ► eigene Sammlung)

STU

Callot - L'exercice du canon
Le tir (Das Schießen).
Abbildungen aus der 14-teiligen Serie »Les exercices militaires« (Militärische Übungen)
L'exercice du canon - Übungen an der Kanone von Jacques Callot (1592-1635)
(Quelle: ► »Bibliothèque nationale de France«)

Schoen - Richten
Das Richten zweier Geschütze
Holzschnitt von Erhard Schoen (1491-1542)
(Quelle: ► »zeno.org«)

Amman - "Falkana"
Freies Zielen über das Rohr einer "Falkana" (auch Halbe Schlange oder Falkonet; Gewicht ca. 600kg; Geschoss-Gewicht ca. 2,5kg).
Amman - "Halben Nothschlange"
Zielen nach Augen-Maß über das Rohr einer "Halben Nothschlange" (auch Falke; Gewicht ca. 1.000kg; Geschoss-Gewicht ca. 3,5kg).
Amman - "Quartanschlange"
Richten einer "Quartanschlange" (auch Quartierschlange; Gewicht ca. 1.250kg; Geschoss-Gewicht ca. 5kg) mittels eines Richt-Stabes.
Amman - "Quartanschlange"
Richten einer großen "Quartanschlange" (auch große Quartierschlange; Gewicht ca. 1.500kg; Geschoss-Gewicht ca. 8kg) mittels eines Quadranten.
Amman - "Singerin"
Freies Zielen über das Rohr einer "Singerin" (Gewicht ca. 2.000kg; Geschoss-Gewicht ca. 10kg).
Amman - "Nachtigal"
Richten einer "Nachtigal" (Gewicht ca. 3.000kg; Geschoss-Gewicht ca. 25kg) mittels eines Visier-Stabes.
Amman - "Basiliseus"
Richten eines "Basiliseus" (Gewicht ca. 3.750kg; Geschoss-Gewicht ca. 35kg) mittels eines Quadranten.
Illustrationen von Jost Amman (1539-1591) für das 3-teilige Werk »Kriegßbuch« von Leonhart Fronsperger (1520-1575); siehe dazu ► "Von Schantzen unnd Befestunngen...".

Stück-Meister

Als Stück- oder interner Link Büchsen-Meister wurden im interner Link spät-mittelalterlichen deutschen Raum ab der Mitte des 14. Jahrhunderts die fachkundigen Handwerker-Meister bezeichnet, die in der Herstellung aller Arten von interner Link Geschütz vertraut waren. Da die Fertigung von Geschützen auch Erfahrungen im praktischen Umgang mit derartigen interner Link Waffen bedingte, wurden die Meister in der frühen deutschen interner Link Artillerie (siehe dazu interner Link Arkeley) auch mit der interner Link Geschütz-Führung von mindestens einer schweren interner Link Wurf- oder interner Link Rohr-Waffe betraut. Im Fall eines bewaffneten interner Link Konflikts – vor allem im Rahmen einer interner Link Belagerung – kommandierten die Stück- und/oder Büchsen-Meister innerhalb oder vor einer interner Link Befestigung bzw. als Angehörige eines interner Link Heeres Geschütze verschiedenster Art und unterschiedlichstem interner Link Kaliber samt deren interner Link Bedienungs-Mannschaften. In der Regel gingen die Stück- oder Büchsen-Meister aus den früh-bürgerlichen Handwerker-Ständen der Zimmerer, Schreiner und Stellmacher und/oder (Glocken-) Gießer und Schmiede hervor, die innerhalb einer Stadt-Gesellschaft in abgegrenzten interner Link Zünften organisiert waren.

Da die Herstellung, die Reparatur und Instandhaltung aber auch die einzelnen Abläufe zur Bedienung eines Geschützes eine Vielzahl handwerklicher Künste und Tätigkeiten erforderte, bildeten die Stück- und/oder Büchsen-Meister, die sich insbesondere dadurch auszeichneten, dass sie mit der Technik und der Bedienung, dem Leistungs-Spektrum aber auch den Besonderheiten "ihres lokaler Link Stückes" professionell vertraut waren, bald eine eigene Zunft, deren Mitglieder sich einem eigenen, selbst-verfassten Regel-Werk unterstellen. Gemäß der Tradition mittelalterlicher Zunft-Ordnungen hatten die Meister der Arkeley damit nicht nur das Recht, Gehilfen in den Dienst zu nehmen, die als lokaler Link Stück-Knechte die Geschütz-Bedienung stellten, sondern auch die Pflicht, Gesellen auszubilden und Lehr-Briefe auszustellen, die es dem Inhaber wiederum möglich machten, als lokaler Link Stück-Junker eine Prüfung abzulegen; selbst zum Meister aufzusteigen oder die Nachfolge eines Meisters anzutreten (in dieser mittelalterlichen Zunft-Ordnung begründet sich die Ausnahme, dass in der bald aufkommenden interner Link Truppen-Gattung der Artillerie auch Angehörige der bürgerlichen Stände ein interner Link Offiziers-Patent erhalten konnten).

Gegen Ende des 14. Jahrhunderts ist eine Abgrenzung in den Tätigkeits-Profilen eines Stück- und eines Büchsen-Meistern festzustellen: Spezialisierten sich die Büchsen-Meister mehr und mehr auf die Herstellung und Entwicklung von interner Link Feuer-Waffen und wurden sie aufgrund ihres technischen Sach-Verstandes vom Rat einer Stadt oder vom jeweiligen Regenten als interner Link Büchsen-Macher interner Link "bestallt", waren die Stück-Meister zunehmend und gegen Ende des 15. Jahrhunderts ausschließlich für sämtliche interner Link taktisch-organisatorischen Bereiche zuständig und hatten damit vor allem die Verantwortung für die grundsätzliche Einsatz-Bereitschaft und damit den praktischen interner Link Einsatz der Geschütze. Der Stück-Meister befehligte die Montage, die Aufstellung und Ausrichtung seines Geschützes. Zusammen mit dem lokaler Link Schanz-Meister beaufsichtigte er die Anlage der lokaler Link Stellung samt Einrichtung der/des interner Link Munitions-Depots. Bei mechanischen Wurf-Geschützen bestimmte er die Zuladung an Gegen-Gewichten durch die sog. lokaler Link "Schneller"; bei pyrotechnischen Rohr-Geschützen die Menge der interner Link Pulver-Ladung und die Art des interner Link Geschosses. Er war für das Zielen bzw. Richten zuständig; er gab den Feuer-Befehl. Höchste Autorität und entsprechendes Ansehen besaß aufgrund seines Fach-Wissens, seiner Erfahrung und seines bewiesenen Könnens der interner Link Geschütz-Meister, der traditionell aus der Runde der Stück-Meister gewählt wurde. Zusammen mit dem interner Link Wacht-Meister, der die interner Link Wachen der städtischen lokaler Link Spieß-Bürger kommandierte, und dem interner Link Zeug-Meister, dem das interner Link Zeug-Haus mit den hier eingelagerten interner Link Kriegs- und interner Link Rüst-Zeug unterstand, war der Geschütz-Meister für die Gewährleistung des interner Link militärischen Schutzes und der interner Link Verteidigung einer befestigten Stadt verantwortlich.

Im Fall einer interner Link kriegerischen Auseinandersetzung bzw. der Stellung eines interner Link Aufgebots für das Heer des Landes-Fürsten hatten die Städte und Herrschaften festgesetzte interner Link Kontingente an "Zeug und Mannschaft" -, interner Link Reit- und Zug-Tieren, interner Link Fuhr-Knechten und -Werken aufzubieten, wobei diese Dienste gemäß der mit den Landes-Ständen ausgehandelten und in (Miet-) Verträgen fixierten Konditionen zur interner Link Landes-Defension interner Link besoldet wurden. Den Transport der Geschütze übernahmen mittels geeigneter Karren (ab dem 17. Jahrhundert dann interner Link Lafetten und interner Link Protzen) angeworbene Fuhr-Knechte, die von einem interner Link Fuhr- oder Geschirr-Meister geführt wurden. Munition und der zur Artillerie gehörende interner Link Tross unterstanden dem interner Link Zeug-Wart. Die Herstellung bzw. Bevorratung, Lagerung und Bereitstellung des Schiess-Pulvers oblag der Verantwortung des interner Link Feuerwerker-Meisters, dessen Gehilfe(n) in der Regel auch die zur Zündung nötigen interner Link Lunten fertigten.

Obwohl die Stück-Meister samt ihren Bedienungs-Mannschaften anfänglich den Status von "Nicht-Kombattanten" hatten und dementsprechend nur in Ausnahmen in direkte bzw. persönlich ausgetragene interner Link Nah- oder interner Link Zwei-Kämpfe verwickelt wurden, hatte die städtische Vermietungs-Praxis die Folge, dass zahlreiche Meister unter den sich zuspitzenden konfessionellen und politischen Kontroversen im Streit um den wahren Glauben und die Vormacht im Reichs-Gebilde sich "selbstständig" machten und ihre Qualifikation und Profession samt ihrem Geschütz dauerhaft in den interner Link Dienst eines der beiden Glaubens-Lager (Schmalkaldischer Bund; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA bzw. Nürnberger Liga; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) stellten. Als angestellte interner Link Artilleristen im interner Link Landsknechts-Heer unterstanden sie zwar dem interner Link Befehl des interner Link Feldzeug-Meisters, genossen rechtlich, organisatorisch und finanziell jedoch eine Reihe von außergewöhnlichen Privilegien wie bspw. höhere Besoldung, bessere Verpflegung und eigene interner Link Disziplinar- und interner Link Strafrechts-Ordnungen.

Mit der zu dieser Zeit aufkommenden Unterscheidung von schweren interner Link Kanonen, interner Link Haubitzen und interner Link Mörsern und immer leichteren interner Link Büchsen bzw. der von Kaiser Maximilian (1459-1519; siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) veranlassten Unterteilung der ihm gegebenen Artillerie nach Kaliber und dem davon abzuleitenden Geschoss-Gewicht entwickelte sich die Artillerie von einer lokaler Link Hilfs-Streitkraft mehr und mehr zu einer neuen Truppen-Gattung mit eigenen interner Link Waffen-Gattungen wie bspw. der interner Link Kanoniere und interner Link Bombardiere. Damit einher ging auch die Herausbildung militärischer Hierarchien und interner Link Rang-Klassen. In Anlehnung an die französischem Artillerie wandelte sich der Stück-Meister zum "Maître Cannonier", der dem Kommando eines bestallten interner Link Artillerie-Hauptmanns unterstand. Die Zusammenfassung mehrerer von ihm kommandierten Geschütze wurde – ebenfalls nach französischem Vorbild – interner Link "Batterie" genannt. Und wurde der Stück-Meister in den deutschen interner Link Armeen zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert vom interner Link Konstabler, Feuerwerks- oder Wacht-Meister verdrängt, tauchte die Bezeichnung gegen Ende des 19. Jahrhunderts in der Kaiserlichen Deutschen Marine wieder auf ging auf einen interner Link Unteroffizier im interner Link Feldwebel-Rang über, der unter dem Kommando eines Geschütz-Meisters auf interner Link Linien-Schiffen oder interner Link Kreuzern als Geschütz-Führer die Bedienung eines schweren Zwillings- oder Drillings- Geschützes bzw. eines interner Link Geschütz-Turmes befehligte.


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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... Buch-Empfehlungen:

externer Link »Zeugbuch Kaiser Maximilians I.«

Inventar-Verzeichnis des kaiserlichen Arsenals, illustriert von Jörg Kölderer; Innsbruck um 1502; vollständige Ausgabe in der Digitalen Sammlung der Bayerischen Staatsbibliothek.


externer Link »Vortrab zu der Arckalay.«

Feuerwerker-, Büchsenmeister und Artillerie-Buch von Walther Litzelmann; Ingoldstadt, 1582; vollständige Ausgabe in der Digitalen Sammlung der Bayerischen Staatsbibliothek.


externer Link »Neuwe geometrische Büchsenmeisterey.«

Fach-Buch von Leonhard Zubler; Zürich 1608; vollständige Ausgabe in der Digitalen Sammlung der Bayerischen Staatsbibliothek.


externer Link »Neue curieuse Beschreibung Der gantzen Artillerie.«

Fach-Buch von Michael Miethen; Dresden - Leipzig 1736; vollständige Ausgabe in der Digitalen Sammlung der Bayerischen Staatsbibliothek.


... insbesondere das »Kriegßbuch« von Leonhart Fronsperger (1520-1575), Franckfurt am Mayn, 1573; in der Digitalen Sammlung der Bayerischen Staatsbibliothek:

Teil 1: externer Link "Von Kayserlichen Kriegß-Rechten..."

Teil 2: externer Link "Von Wagenburgk umd die Feldleger..."

Teil 3: externer Link "Von Schantzen unnd Befestunngen..."


 

»Ain Pixen- oder Stück-Maister anno D 1406«
Abbildung aus einer Postkarten-Serie von Anton Hoffmann (1863-1938).
(Quelle ► eigene Sammlung)

Schoen - Büchsenmeister
Büchsenmeister
Abbildung aus der Serie: »Heereszug der Landsknechte« von Erhard Schoen (1491-1542)
(Quelle: ► »zeno.org«)

Weigel - Konstabler und Bombardier
"Constabel u. Bombardire"
Stich von Christoph Weigel (1654-1725)
(Quelle: ► »Deutsche Fotothek.«)

Boeheim - Luntenspieß
Werkzeug, Waffe und Status-Symbol des Stück-Meisters:
♦ Ital. Lunten-Spieß. 17. Jhd.
♦ Preuss, Lunten-Spieß, 1720.
♦ Engl. Linstock, 16.Jhd.
♦ Lunten-Spieß. 18. Jhd.
♦ Büchsenmeister-Luntenspieß, zweite Hälfte 16. Jhd.
Abbildungen aus dem "Handbuch der Waffenkunde" von Wendelin Boeheim; Verlag E.A. Seemann, Leipzig, 1890;
(online verfügbar im: ► »Deutschen Textarchiv«)

Waldorf-Astoria - Stückmeister an Land
Stückmeister an Land
Abbildung Nr. 28 aus der Waldorf-Astoria-Zigarettenbilder-Serie »Uniformen der Marine und Schutztruppen«
(Quelle: befreundeter Sammler)

SUB

Subaltern-Offiziere (auch Junior oder Feld-Offiziere)

(engl.: Junior oder Company Officer; russ.: Субалтерн-офицер)

Als Subaltern-Offiziere (lat.: "subalternus"; untergeordnet, von niederem Rang oder auch "sub alter"; unter einem) wurden in der interner Link Armee des interner Link Deutschen Reiches sämtliche interner Link Offiziere bezeichnet, die als Gehilfen eines interner Link Kompanie-, interner Link Eskadrons- oder interner Link Batterie-Chefs dienten, jedoch keine eigene interner Link Befehls- und Straf-Gewalt inne hatten (siehe dazu interner Link Disziplin). Die interner Link Dienstgrad-Gruppe der Subaltern-Offiziere stand zwischen den interner Link Unteroffizieren und den lokaler Link Stabsoffizieren. Zu ihnen gehörten:

… sowie Hauptleute ohne Kommando:


Etwa zur Mitte des 17. Jahrhunderts wurden die Offiziere der interner Link französischen Armee in nachgeordnete interner Link Rang-Klassen unterteilt, die die interner Link Kommando-Hierarchie und damit die Befehls-Gebung bzw. die damit verbundenen -Gewalten eindeutig regelten: Dem König als obersten Befehlshaber direkt unterstellt war die lokaler Link strategische Ebene der interner Link "Officiers Généraux", die wiederum das Kommando über die interner Link operative Ebene der "Officiers supérieurs" ausübten. Ausgeführt wurden die Befehle in der Regel von der interner Link taktischen Ebene der "Officiers Subalterne", die zu diesem Zweck ein Kommando bzw. eine Anweisung erhielten.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg (siehe dazu externer Link WIKIPEDIA) bzw. mit der Errichtung der s.g. lokaler Link "Stehenden Heere" wurde die Einteilung in Generalität, Stabs- und Subaltern-Offiziere auch in den interner Link Heeren übernommen, wobei hier anfänglich nur die Leutnante (früher Leutnants) und Fähnriche – häufig Offiziers-Anwärter – im Kompanie-Dienst subaltern gestellt und mit der Führung der einzelnen interner Link Züge beauftragt wurden. Mit der Abschaffung der interner Link Kompanie-Wirtschaft im Rahmen der interner Link Militär-Reformen von 1807 wurden die Stabs-Hauptleute, die die Kompanie bis dahin in Stellvertretung bzw. im Auftrag des Kompanie-Chefs befehligten, überflüssig; nach anfänglichen Widerständen wurde nunmehr die Hauptmannschaft ebenfalls den Subaltern-Offizieren zugeordnet.


In den deutschen Armeen nach 1945 war der Begriff offiziell nicht mehr im Gebrauch.


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


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Preussen: Subaltern-Offiziere 1711 - 1866
Subaltern-Offiziere der preussischen Infanterie
(Quelle: "Uniformen des preussischen Heeres (1700-1850)" von L.Burger und E.F.T. Rabe




Letzte Änderung 18.03.2022: Eintrag Stück, Stückknecht etc.

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