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feuer Lexika-Tafeln...

 Chromo-Litographien, Holz- & Stahl-Stiche aus antiquarischen Lexika, Fach- & Sach-Büchern 

"... wissenswertes"

Seit der Antike haben Maler und Zeichner nach Möglichkeiten gesucht, von einem Motiv und/oder einem Text zigfache Kopien erstellen zu können, die in sämtlichen Details weitestgehend der Vorlage entsprachen. Und obwohl es schon einige praktikable Techniken des Druckes gab, waren entweder die Druck-Träger bereits nach kurzer Zeit abgenutzt, die Druck-Farbe erwies sich unter den Einflüssen von Feuchtigkeit, Licht oder Zusammensetzung als mangelhaft oder das Druck-Material selbst war ungeeignet.

Mit dem zur Mitte des 15. Jahrhunderts von Johannes Gutenberg entwickelten mechanischen Druck-Verfahren eröffneten sich dann vollkommen neue Perspektiven: Die in der Regel aus Blei-Legierungen gegossenen oder aus Matrizen geschlagenen Lettern, die nicht nur in verschiedenen Schrift-Typen und –Größen sowie in beliebiger Menge gefertigt sondern im Fall von Beschädigung oder Abnutzung auch schnell ersetzt werden konnten, ermöglichten Druck-Auflagen von mehreren hundert Exemplaren.

Als erstes gedrucktes Werk, das – ähnlich eines Lexikons bzw. einer Enzyklopädie – Begrifflichkeiten "aller Wissenschaften umfaßt", gilt die im Jahr 1541 von Conrad Gesner veröffentlichte »Bibliotheca universalis«. Aufbauend auf den überraschenden Erfolg des Buches, das den Schweizer Arzt und Universal-Gelehrten, Forscher und Enzyklopädisten auch im Ausland bekannt machte, erschien dann zwischen 1551 und 1558 die vier-bändige Reihe »Historia animalium«; 1670 auch als deutsch-sprachige Ausgabe. Illustriert wurden beide Ausgaben u.a. mit Holzschnitten von Albrecht Dürer; weit verbreitet sein weltberühmtes "Rhinocerus"…

Der Druck von Illustrationen erwies sich weiterhin kompliziert.

Gleich ob nun in festes Holz oder in vermeintlich unverwüstliches Metall geritzt; die Druck-Platten mussten nach einigen hundert Drucken wieder aufgearbeitet werden; ein Vorgang, der jedoch nicht ewig wiederholt werden konnte. Früher oder später musste die Druck-Vorlage komplett neu gestochen werden, was begründet, dass sich unter den verschiedenen Ausgaben eines Buches viele Exemplare finden, deren Illustrationen sich bei genauerer Betrachtung in kleineren Details voneinander unterscheiden.

Die 1799 vom Münchener Drucker Alois Sennefelder entwickelte Steindruck-Technik, die auf der Abstoßung von Fett und Wasser basiert, begrenzt die Menge derartiger "Kopier"-Fehler auf ein Minimum: Zur Druck-Vorbereitung wird eine fein gekörnte Steinplatte absolut eben geschliffen. Das zu druckende Motiv wird dann mit Fettkreide oder fetthaltiger Tinte spiegelverkehrt auf die Steinplatte gezeichnet. Anschließend wird die Platte geätzt, wobei die Flüssigkeit nur dort in den Stein eindringt, wo die Oberfläche nicht mit Fett versiegelt wurde. Wird dann die Druckerschwärze aufgetragen, bleibt diese nur an den mit Kreide gezeichneten Stellen haften; die geätzten Bereiche stoßen die Farbe ab. Die Farbübertragung durch den Stein erfolgt dann auf ein spezielles, für dieses Druckverfahren geeignetes Papier (in der Regel Bütten-Papier).

Im Umkehrschluss war es naheliegend, auf einer zweiten Platte ein Negativ des Original-Motives aufzutragen, die Druckplatte wie vorbeschrieben zu behandeln und anschließend einen bereits einfarbig bedruckten Abzug mit einer zweiten Farbe zu bedruckten, die bspw. dem Hintergrund eine Farbstimmung gab. Um Farb-Überlagerungen bzw. Ungenauigkeiten zu vermeiden, war es lediglich erforderlich, auf der Druckplatte als auch auf dem Abzug Markierungen anzubringen, die dann dem Drucker zur exakten Ausrichtung dienten.

Diese Technik wurde von dem deutsch-französischen Lithografen Godefroy Engelmann in der Art weiterentwickelt, dass es im Jahr 1837 schließlich möglich war, Illustrationen mit bis zu 25 verschiedenen Farben fertigen zu können. Die Farbdruck-Variante der Lithografie wurde unter dem Namen Chromolithografie (griech.: "croma"; die Farbe, "lithos"; der Stein und "graphein"; schreiben) patentiert und blieb für die Herstellung farbiger Illustrationen von hoher Qualität bis in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts die allgemein bevorzugte Druck-Technik (siehe dazu externer Link "Chromolithographie"; Abbildung aus dem "Brockhaus Konversationslexikon"; 14. Auflage, 1894-1896; Band XI; F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien; Faksimile der Retrobibliothek).

In der Praxis fand die aufwendige und damit relativ teure Chromolithografie vor allem in der Herstellung von Land-Karten und Druck-Grafiken Verwendung, die neben hand-kolorierten Mono-Lithografien direkt von den Druckern gehandelt oder im Auftrag der expandierenden Verlags-Industrie den immer beliebter werdenden Magazinen und "Journalien" als Beilage zugegeben wurden.

Besonders geeignet waren Chromolithografien in Form s.g. Tafel-Bildern zur Illustration von Lexika u.ä. Nachschlagewerken mit einigen zehntausend Auflagen. Noch heute erfreuen sich die brillanten Abbildungen mit Motiven aus Flora und Fauna aber auch zur Kultur- und Zeit-Geschichte hoher Beliebtheit. Nicht zu vergessen die farben-prächtigen Darstellungen zur Uniformen-Kunde…

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Oberlausitzische Bibliothek
Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften

(Bildquelle: ► Wikipedia)

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Lexika-Tafeln mit Motiven...


Brockhaus Conversations-Lexikon 11. Auflage
Brockhaus Conversations-Lexikon 11. Auflage, 1864-1873

(Bildquelle: ► Antiquariat für Lexika & Enzyklopädien)



  ... aus dem deutschen Raum. 

Brockhaus

Brockhaus' Konversationslexikon/Der Neue Brockhaus

Als sich dem Amsterdamer Kaufmann Friedrich Arnold Brockhaus am 25. Oktober 1808 auf der Leipziger Buchmesse die Gelegenheit bot, die Rechte an einem Werk zu erwerben, das allein schon aufgrund seines wortreichen Titels von Literaten, Kritikern und Händlern mehr belächelt als konstruktiv bewertet wurde, zögerte der ehemalige Wollhändler nicht lange. Brockhaus hatte schnell erkannt, dass das "Conversations-Lexicon oder kurzgefasstes Handwörterbuch für die in der gesellschaftlichen Unterhaltung aus den Wissenschaften und Künsten vorkommenden Gegenstände mit beständiger Rücksicht auf die Ereignisse der älteren und neueren Zeit" das Potential hat, sich auf dem Höhepunkt des Zeitalters der Aufklärung und unter der breiten Masse des "wissensdurstigen" Bildungs-Bürgertums zu einem s.g. Bestseller entwickeln zu können.

Schon mehrfach hatte das seit 1796 bearbeitete, bis dahin unvollendete und wohl nur schleppend abverkaufte Lexikon seinen Verleger gewechselt. Brockhaus veröffentlichte 1810 den letzten, noch fehlenden samt einen ergänzenden Band und gab dann eine komplette Überarbeitung in Auftrag, die sich darauf konzentrierte, die hochwissenschaftlichen und komplexen Ansprüche der beiden Autoren - des Gelehrten Renatus Gotthelf Löbel und des Juristen Christian Wilhelm Franke - auf ein allgemein verständliches Niveau zu bringen; das Werk selbst damit einen mehr kurzweiligen Charakter zu geben.

Unter dem kurzen Titel »Conversations-Lexicon oder enzyklopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände« erschien im Früh-Jahr 1812 bereits der erste Band der zweiten - gänzlich überarbeiteten - Auflage. Noch im gleichen Jahr erschien der zweite und im Folge-Jahr der dritte und vierte Band, deren Absatz sich trotz der Wirren, Einschränkungen und Schwierigkeiten infolge der währenden Napoleonischen Kriege zu einem großen finanziellen Erfolg entwickelte und das alsbald mit dem Brockhaus-Verlag verbundene Renommee begründete.


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


... zu den interner Link Illustrationen "Brockhaus' Konversationslexikon"


Logo 1895
Logo des "Bibliographischen Instituts & F. A. Brockhaus" vor 1920

Brockhaus' Bilder-Atlas

Brockhaus' Bilder-Atlas. Ikonographische Encyklopädie der Wissenschaften und Künste. Ein Ergänzungswerk zu jedem Conversations-Lexikon - entworfen und nach den vorzüglichsten Quellen bearbeitet von Johann Georg Heck u.a.

Obwohl zwischen 1837 bis 1841 bereits ein vierbändiges "Bilder-Conversations-Lexikon" und von 1860 bis 1865 ein " Illustriertes Haus- und Familien-Lexikon" in sieben Bänden veröffentlicht worden war, erschienen die Einzel-Werke des "Brockhaus Conversations-Lexikons" bis zur 11. Auflage (15 Bände von 1864 bis 1868; bzw. 12. aktualisierte Auflage bis 1897) ohne Abbildungen, was sich in den hierbei anfallenden Aufwendungen in der Vorbereitung für den Satz, der Herstellung der Druck-Vorlagen selbst und den daraus resultierenden Kosten begründet. Hingegen wurden die Ausgaben der ab dem Jahr 1849 veröffentlichten Auflagen von einer Reihe illustrierter Tafel-Werke ergänzt, die als "Bilder-Atlas zum Conversations-Lexikon" mit der zweiten Auflage von 1869-1875 schließlich zwei Text- und acht Bild-Bände umfasste, die insgesamt über "500 (davon 57 farbigen) Tafeln & Karten in Stahlstich, Kupferstich & Lithographie" beinhalten.

Erschienen die ersten Auflagen des kompletten Werkes ab 1860 überwiegend noch als Einzel-Blätter in leinen- oder leder-gebundenen Portfolios, so wurde die zweite Auflage auch in Buch-Form angeboten. Die einzelnen Tafel-Bilder haben ein durchschnittliches Format von 10,5 x 13,3 Zoll (wobei hier das Rheinländisch-Preussische Zoll mit 26,15412 mm Maßstab ist).

Mit dem folgenden Auszug aus dem vierten Band: "Kriegswesen - Seewesen" bieten wir dem interessierten Leser einen kleinen Eindruck von der hohen grafischen als auch künstlerischen Qualität der Stiche, deren Vorlagen u.a. von so namhaften Künstlern wie interner Link Ludwig Burger (1825 - 1884) gefertigt worden waren.


... zu den interner Link Illustrationen "Brockhaus' Bilder-Atlas"


Einband einer Ausgabe um 1870
Original-Einband des "Brockhaus' Bilder-Atlas" um 1870




Herder

Herders Conversations-Lexikon

Die Auffassung, "…durch Verbreitung guter Schriften in das Leben einzugreifen", führte für den in der schwäbischen Stadt Rottweil geborenen und später dort als Schulbuch-Händler tätigen Bartholomä Herder (1774–1839) zur Konsequenz, dass "wirklich gute Bücher" nur in einer eigenen Verlags- und Druck-Gesellschaft hergestellt werden können. Und "wirklich gute Bücher" konnten für den ehemaligen Kloster-Schüler und streng katholisch erzogen Philosophie-Studenten nur Werke mit theologischen Inhalten sein.

Der junge Herder wird es als göttliche Fügung gesehen haben, dass der Konstanzer Fürstbischof Karl Theodor von Dalberg im Herbst des Jahres Jahr 1801 seinen Vorschlag, nach diesen Grundsätzen nachhaltig auf die Bildung der Geistlichen und des Schulwesens einzuwirken, nicht nur wohlwollend aufgenommen sondern in seiner Antwort Herder auch das Angebot unterbreitet hat, in der fürst-bischöflichen Residenz zu Meersburg (Bodensee) "eine Buchdrukerey und Verlag … als eine Quelle zwekmäsiger Einnahmen" einzurichten. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die ersten Publikationen des Herder-Verlages "… um der moralischen Verwilderung ebenso wie der einseitigen und eben darum gefährlichen Verstandeskultur auf eine wirksame Weise entgegenzuarbeiten… " dem Wunsch des Bischofs gemäß ausschließlich fundamental-religiöse Inhalte hatten.

1802 wurde Dalberg auch Fürst-Bischof von Mainz; 1803 wurde das Erzbistum Mainz im Rahmen der Säkularisation vom Reichsdeputations-Hauptschluss aufgelöst; die Residenz Meersburg fiel mit den Ländern des Hochstifts Konstanz an die Markgrafschaft Baden; Herders Vision, die "Liebe zur Literatur unter dem Klerus zu verbreiten und gute Schriften unter das Volk zu bringen", fand in der verklärten Erinnerung an das zehn-jährige Jubiläum der Mainzer Republik -, unter dem wieder erwachenden Interesse an der Aufklärung für die Ideale der Französischen Revolution (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) sowie der Forderung für die Gründung einer deutschen Republik immer weniger Begeisterte.

1808 verlegte Herder seine Verlags-Buchhandlung nach Freiburg im Breisgau.

Nach der Veröffentlichung einiger religiöser Schriften und geschichtlicher Werke für die Freiburger Universität bzw. "für Freunde der vaterländischen Geschichte" verlegte Herder sein Geschäftsfeld infolge der in den Befreiungskriegen gesammelten Eindrücke auf die Illustration des Zeit-Geschehens. So fertigte er im Auftrag der Alliierten die »Teutschen Blätter, wie selbe bis jetzt bei Herrn Brockhaus in Altenburg und Leipzig erschienen sind«, verlegte bald darauf den Sitz seines Verlages nach Freiburg und veröffentlichte hier zwischen u.a. 1812 bis 1827 die neunbändige »Allgemeine Geschichte vom Anfang der historischen Kenntniss bis auf unsere Zeiten«. Infolge der Ausbildung von zahlreichen jungen Männer zu Zeichnern und Kupferstechern verfügte das "Herdersche Kunstinstitut in Freiburg" (mit Dependancen in Wien und Paris) nicht nur über eine Reihe von sehr begabten Illustratoren; vor allem trugen die hier gefertigten, künstlerisch als auch qualitativ hochwertigen Drucke zum Renommee der Druck- und Verlags-Anstalt bei und machten Herders Unternehmen europaweit bekannt.

In Ergänzung der damals noch unbebilderten Konversations-Lexika von Brockhaus und Meyer entstand im Zeit-Raum von 1825 bis 1827 eine »Systematische Bildergalerie zur Allgemeinen deutschen Real-Encyclopädie« mit rund 4000 Abbildungen auf 226 lithographischen Tafeln. Diese Sammlung gilt als Vorarbeit zu »Herders Conversations-Lexikon«, dessen erste Auflage mit fünf Bänden bzw. rund 35.500 Hauptstichwörtern zwischen 1854 und 1857 von Herders Söhnen Raphael und Benjamin herausgegeben wurde.


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


... zu den interner Link Illustrationen "Herders Conversations-Lexikon"


Logo 1854
Logo "Herders Conversations-Lexikon" vor 1920




Meyer

Meyers Conversations-Lexikon

Wissbegierig und strebsam, ehrgeizig und tatkräftig, dabei ungestüm und risiko-freudig sind wohl die Eigenschaften, die das Wesen des im Jahr 1796 in Gotha geborenen Carl Joseph Meyer charakterisieren. Dem insbesondere in Gotha – der Stadt der Naturwissenschaften und Künste – herrschenden Zeit-Geist der Aufklärung folgend, waren seine Eltern, einfache aber tüchtige und aus diesem Grund geschätzte Handwerker, daran interessiert, ihren Söhnen eine gute Bildung nach humanistischen, progressiven und liberalen Werten zu ermöglichen. Doch bereits im Alter von elf Jahren flog der junge, als hoffnungslos beurteilte Carl Joseph infolge wiederholter Schulhof-Prügeleien vom Gymnasium. Im herzoglich-sächsisch-weimarischen Schulinspektor Salomo Grobe fand er einen wohlwollenden Gönner, der ihm nach den philanthropischen Grundsätzen der Menschen- und Nächstenliebe eine umfassende Allgemein-Bildung vermittelte.

Im Jahr 1809 begann Meyer in einer Kolonialwaren-Handlung in Frankfurt am Main eine Ausbildung zum Kaufmann 1809 die Lehre zum Kaufmann, kehrte 1813 nach Gotha zurück und erhielt Dank der ihm eröffneten Beziehungen zum herzoglichen Hof ein Volontariat bei einem Londoner Ex- und Import-Geschäft, wo er im Auftrag des Herzogs August von Sachsen-Gotha Stücke für dessen orientalische Sammlung erwerben sollte. Da er die ihm anvertrauten 100.000 Taler jedoch bei einem privaten Geschäft an der Londoner Börse verspekulierte und wegen des Bankrotts aus London fliehen musste; der Herzog das Vermögen des Vaters beschlagnahmen ließ, tauchte Meyer erst einmal bei seinem ehemaligen Lehrer Salomo Grobe, der ihm zwischenzeitlich zum Freund gewordenen war, unter.

Nach einem erneuten Bankrott – dieses Mal mit einer Färberei – kehrte Meyer 1824 in seine Heimat-Stadt Gotha zurück, arbeitete hier in der Henningschen Buchhandlung u.a. als Übersetzer, Redakteur und schließlich als Herausgeber eines Korrespondenz-Blattes für Kaufleute, das bald wöchentlich erschien und großen Erfolg hatte. Diese Arbeiten begeisterten Meyer in der Art, dass er sich mehr und mehr auf die Gründung einer eigenen Verlags-Gesellschaft konzentrierte, die auf die Publikation von bibliografischen und enzyklopädischen Werken ausgerichtet wurde.

Mit der Veröffentlichung der »Bibliothek der deutschen Klassiker«, einer Edition von 150 Werken zu einer außerordentlich günstigen Preis-Gestaltung und entsprechend hohen Verkaufs-Zahlen, begründete Meyer am 1. August 1826 die Erfolgs-Geschichte des "Bibliographischen Instituts zu Gotha". Dem großen Interesse des aufgeklärten Bürgertums an jeder Art von Reise-Beschreibungen und Expeditions-Geschichten sowie von Dokumentation aus dem Nahen und Fernen Orient folgend, brachte Meyer noch im gleichen Jahr die erste Ausgabe von » Meyer‘s Hand-Atlas« heraus, dessen Nach-Auflagen und Ergänzungen ("Meyer‘s Neuer Großer Schulatlas", "Meyer‘s Universal-Atlas" und "Meyer‘s Zeitungsatlas für Krieg und Frieden") bald in einer eigenen »Artistisch-geographischen Anstalt« erschienen.

Das Verlags-Haus in Gotha wurde für das expandierende "Bibliographische Institut" bald zu klein. Mit Unterstützung und Beteiligung des Herzogs Bernhard II. von Sachsen-Meiningen, der als progressiver Förderer der Wissenschaft und Künste galt und persönlich der aufkommenden industriellen Produktion bzw. dem kapitalistischen Unternehmertum bestehende feudalstaatliche Hemmnisse aus dem Weg zu räumen suchte, siedelte Meyers Verlags-Gesellschaft als " … Unternehmen mit Weltgeltung …" im Dezember 1828 nach Hildburghausen und dort in das "Brunnquellsche Palais".

Unter der Devise "Bildung macht frei" veröffentlichte Meyer u.a. hier seine »Groschen-Bibliothek« (eine Anthologie in 300 illustrierten Bändchen, erweitert um 65 Supplement-Büchlein; tatsächlich eine Ergänzung bzw. Fortsetzung der »Bibliothek der deutschen Klassiker«). Der Erfolg als auch die vereinnahmten Gewinne ermöglichten Meyer die Finanzierung der Vorbereitungen und Vorarbeiten zu dem von ihm geplanten Lexikon, das aufgrund der gegebenen Markt- und Konkurrenz-Lage – im Jahr 1830 war die bereits 7. Ausgabe der »Allgemeinen deutschen Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände« (ConversationsLexikon) von Brockhaus erschienen; seit 1827 vertrieb Herder mit großem Erfolg seine über 4.000 Illustrationen umfassende »Systematische Bilder-Galerie zur Allgemeinen deutschen Real-Encyclopädie « – mit einigen Innovationen aufwarten musste:

  • Zur besseren Übersichtlichkeit und leichteren Orientierung -, zur schnelleren Auffindung der Stichwörter als auch zur guten Lesbarkeit, führte Meyer ein durchnummeriertes Zweispalten-System ein.
  • Verweise auf weiterführende Informationen bzw. Begriffe zu ergänzenden Einträgen werden grundsätzlich mit einem "siehe …" markiert (spätere Ausgaben benennen auch die Spalten-Nummer).
  • Unter Verwendung bereits gegebener Illustrationen der Atlanten- und der Klassiker-Serie sowie der Anfertigung diverser neuer Stahl- und Kupfer-Stiche wurden die "Meyerschen Lexika" die erste bebilderte Enzyklopädie.
  • Einführung des Subskriptions-Vertriebes, das dem Käufer die Sicherheit gab, garantiert mit dem nächsten Folge-Band beliefert zu werden – dem Verlag den Vorteil bot, die Kosten der Herstellung bereits vorab decken zu können.

Der zwischen 1840 und 1852 in 46 Bänden veröffentlichte »Ur-Meyer« (zwischen 1853 und 1855 folgten noch sechs Supplement-Bände) entwickelte sich zu einem derartigen Erfolg, dass Meyer Dependancen " … zu nachdrücklichem Vertriebe seines Verlages … in London, Paris, Amsterdam, Pest, Philadelphia und New-York" eröffnete.


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


... zu den interner Link Illustrationen "Meyers Conversations-Lexikon"


Logo 1925
Logo "Bibliographisches Institut" (Meyers) nach 1920


Bibliographisches Institut

Mit dem Untergang des Groß-Deutschen Reiches und der Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungs-Zonen wurde die in Sachsen ansässige Verlags-Gesellschaft 1946 enteignet und am 1. Juli 1948 offiziell in den Volkseigenen Betrieb (VEB) Bibliographisches Institut Leipzig umgewandelt, womit es nach 1949 in beiden deutschen Staaten jeweils einen Verlag Brockhaus und ein Bibliographisches Institut gab.

Anfängliches Hauptgeschäftsfeld am Leipziger Standort war die Herausgabe von Reise-Führern, Wander- und Straßen-Karten der DDR.

Ab 1964 wurde der Verlag Enzyklopädie an das Bibliographische Institut Leipzig angegliedert, der ab 1967 die Meyers Lexikon-Reihe wieder publizierte; darunter Meyers Konversations-Lexikon, Meyers Kleines Lexikon (3 Bände nebst Ergänzung, 1967 ff.), Meyers Neues Lexikon (18 Bände, 1971 ff.), Meyers Universallexikon (4 Bände, 1978 ff.) und Meyers Handlexikon.

1982 erschien dann das zwei-bändige BI-Handlexikon.


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


... zu den interner Link Illustrationen "Bibliographisches Institut"


Logo 1982
Logo "Bibliographisches Institut" um 1980





  ... aus dem westeuropäischen Raum. 

Éditions Larousse

Encyclopédie Larousse u.a.

Obwohl mit der zwischen 1782 und 1832 veröffentlichten »Encyclopédie méthodique« in Frankreich bereits ein äußerst umfangreiches Nachschlage-Werk erschienen war, das auf den 35 Bänden der zwischen 1751 und 1780 veröffentlichten »Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers« (Enzyklopädie oder ein durchdachtes Wörterbuch der Wissenschaften, Künste und Handwerke) aufbaute, erwies sich das in 50 Sach-Gebiete unterteilte, systematisch gegliederte, insgesamt jedoch 206 Bände umfassende Gesamt-Werk als zu umfangreich, um vom durchschnittlichen französischen "Bildungs-Bürger" erworben -, geschweige denn ins Regal geschoben werden zu können.

Der Aufgabe, das Wissen der Zeit in kompakter Buch-Form unter das Volk zu bringen, nahm sich zwanzig Jahre später der am Pariser Elite-Gymnasien "Charlemagne" unterrichtende Schul-Meister Pierre Athanase Larousse (1817-1875) an. Der aus einfachen Verhältnissen stammende Lehrer – sein Vater war Schmied; seine Mutter Gastwirtin – veröffentlichte bereits im Jahr 1849 auf eigene Kosten seine »La lexicologie des écoles primaires«, ein einfaches Lexikon, das eigentlich als Nachschlage-Werk für seiner Schüler gedacht war. Aufgrund der streng-wissenschaftlichen Inhalte gewann das Lexikon schnell das Interesse einer Kundschaft, die sich mehr und mehr von der von Dogmen geprägten Erbauungs-Lektüre der katholischen Kirche abkehrte, die bislang die Hoheit über die in französischen Schulen verkündete Bildung inne hatte.

Zusammen mit Augustin Boyer (1821–1896) - wahrscheinlich ein Kollege am Lyzeum "Charlemagne", Gleichgesinnter an der Entwicklung von Lehr-Büchern und Freund im Leben - gründete er 1852 den Verlag "Librairie Larousse et Boyer", der neben der Veröffentlichung von Fach-, Sach- und Schul-Büchern eine Heft-Reihe herausgab, die unter dem Titel "Grand Dictionnaire universel du XIXe siècle" im 14-tägigen Turnus erschien und als Basis der zwischen 1864 und 1876 in 15 Bänden und zwei Supplementen (1878 und 1887) unter gleichem Titel veröffentlichten Enzyklopädie diente. Dieses Werk wurde wiederum Grundlage des von seinen Nachfolger gegründeten Verlags »Éditions Larousse«, der u.a. mit dem »Petit Larousse illustré« das erfolgreichste französische Nachschlage-Werk herausgab (und nach wie vor hergibt).


... siehe dazu ausführlich externer Link WIKIPEDIA


... zu den interner Link Illustrationen der "Encyclopédie Larousse"


Logo 1866
Logo der "Éditions Larousse" von 1866 bis 1910





Letzte Änderung 07.01.2022: Eintrag Éditions Larousse

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