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feuer Uniformen-Studien…

   … von Adolph von Menzel   

In Bearbeitung:

"Die Armee Friedrichs des Großen in ihrer Uniformierung"

(Erst-Veröffentlichung: Lithographisches Institut L. Sachse & Co.; Berlin, zwischen 1850 und 1860)

Adolph Friedrich Erdmann Menzel (1815-1905, ab 1898 von Menzel), gilt als bedeutendster Vertreter des deutschen Realismus und viel beachteter Maler des Lebens und der Zustände seiner Zeit. Bekannt wurde er jedoch durch seine detailgetreuen, von größtmöglicher Authentizität geprägten, dabei aber weder heroisierenden noch idealisierenden Historien-Gemälde, die bald auch am preussischen Hof Gefallen fanden und durch Menzels Erhebung in den Adels-Stand schließlich höchste Wert-Schätzung und Anerkennung erfuhren. Erfolg hatte der Sohn des Breslauer Lithografen Carl Erdmann Menzel jedoch schon im Alter von 24 Jahren: 1839 erhielt der zeichnerisch äußerst talentierte Autodidakt den Auftrag, die fünf Bücher umfassende »Geschichte Friedrichs des Großen« von Franz Theodor Kugler zu illustrieren (online komplett verfügbar in der externer Link »Bayerischen Staatsbibliothek München«). Für dieses Werk fertigte Menzel innerhalb der nächsten zwei Jahre etwa 450 Feder-Zeichnungen als Druck-Vorlagen, die über die Jahre auch in vielen anderen Biografien, Romanen und Beschreibungen Verwendung gefunden haben und Menzel über die Zahl der Nach-Auflagen ein solides Grund-Einkommen verschafften.

Die Arbeit an den Illustrationen weckte in dem detail-versessenen Künstler das Interesse an originalen Gegenständen aus der friderizianischen Epoche. Belegt ist, dass Menzel zwischen 1839 und 1853 im Rahmen seiner Besuche in den Zeug-Häusern von Dresden und Berlin unzählige Skizzen mit Studien dort befindlicher Waffen und Monturen zeichnete und schließlich wohl auch Zugang zur Uniformen-Sammlung des Königs Friedrich Wilhelm III. erhielt. In einer Mischung aus wissenschaftlicher Akribie und penibelster Versessenheit widmete sich Menzel insbesondere der Erforschung des Erscheinungs-Bildes der alt-preussischen Armee; fertigte Dutzende Abbildungen mit den unterschiedlichen Verzierungen von Mützen-Blechen der einzelnen preussischen Grenadier- und Füsilier-Einheiten und dokumentierte selbst die kleinsten Feinheiten der regiments-spezifischen Posamenten, Arabesken und Effekten, die die Uniformen-Röcke zierten.

Diese Studien-Bücher wurden wiederum Grundlage für Menzels umfangreiches Uniformen-Werk.

Einen ersten Eindruck vermittelte das zusammen mit Eduard Lange entwickelte und vom Leipziger Verlag Avenarius & Mendelssohn 1853 veröffentlichte Werk interner Link »Die Soldaten Friedrichs des Großen«, das als "Compendium" des preussischen Heeres und als Ergänzung von Kuglers Werk eingestuft wurde (online komplett verfügbar in der externer Link »Sächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Dresden«). Die 30 von Menzel für diese Buch-Ausgabe ursprünglich in schwarz-weiß angelegten Holz-Schnitte wurden von der Xylographischen Anstalt von Eduard Kretzschmar in Leipzig gestochen, die bereits Menzels Illustrationen für Kuglers Werk umgesetzt hatte. Dem Zeit-Geschmack entsprechend, veröffentlichte Kretzschmar die von Menzel gezeichneten Illustrationen kurz darauf auch in einer eigenständigen Portfolio-Ausgabe mit Drucken, die nach Menzels strengen (und schon pedantisch wirkenden) Anweisungen hand-coloriert und wohl von diesem auch persönlich geprüft und freigegeben wurden.

Zwischen 1855 und 1860 erschien dann Menzels monumentales Uniformen-Werk »Die Armee Friedrichs des Großen in Ihrer Uniformierung« (andere Quellen nennen bereits 1852 und 1857, wobei hier sehr wahrscheinlich das vorgenannte Werk mit einbezogen wurde). Die Druck-Platten für die mindestens 436 Tafeln umfassende Studien-Sammlung, die die Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten beinahe sämtlicher Regimenter und Einheiten der preussischen Armee zur Zeit des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) bzw. nach dem Reglement von 1752/53 zeigen, fertigte das in Berlin ansässige Lithographische Institut Louis Friedrich Sachse & Co., das unter Menzels Aufsicht auch die Kolorierung ausführte.


In einer Biographie über Menzel aus dem Jahre 1915 heißt es hierzu: "Man kann es kaum fassen, daß ein so großer Künstler es fertiggebracht hat, alle Uniformen der Friderizianischen Armee, vom Rock bis zu den Gamaschen, vom Zopf bis zum Sporn, vom Sattel bis zur Kinnkette so peinlich genau zu zeichnen, daß es ihn dauernd interessieren konnte, darzustellen, wie Schärpe und Portepee geschlungen, wie der Sattel gepackt, der Karabiner angeschnallt, wie Sponton, Stock, Gewehr geführt, wie der Zopf geknotet, die Haarlocke toupiert, der Schnurrbart gewichst, der Hut gesetzt worden sind. Etwas absolut Wissenschaftliches ist erstrebt, aber es ist mit einer hohen künstlerischen Eleganz verwirklicht worden."

(Quelle: externer Link »Friese & Lacina Editionen«)


Bemerkenswert ist der Umstand, dass die von Sachse gedruckte und anschließend hand-colorierte Erst-Auflage lediglich 30 Exemplare umfasste (bei weit mehr als 400 Motiven insgesamt immerhin über 13.000 Einzel-Blätter!), von denen 25 Stück an die europäischen Königs- und Fürsten-Häuser und lediglich 5 Stück in den freien Verkauf gehen sollten. Darüber hinaus verfügte Menzel selbst noch über zwei Vorlagen, die wohl als Kopier- und Kolorier-Vorlage dienten und lange als verschollen galten (die Kolorier-Vorlage wurde 2017 bei Sotheby's versteigert). Ein drittes Exemplar, das mit 283 kolorierten Original-Federzeichnungen und über 200 überwiegend kolorierten Lithographien mehr als Arbeits-Buch zu sehen ist, fand sich im Nachlass des Malers, Menzel-Mitarbeiters und Freundes Alexander Friedrich "Fritz" Werner und wurde 1909 versteigert; am 22. Mai 2017 erzielte diese "Werner-Ausgabe" im Auktions-Haus »Ketterer Kunst« einen Erlös von 36.000 €uro.

Sehr wahrscheinlich diente dieses Muster, das den Quellen nach Titel-Blätter, Texte und Anmerkungen, Ergänzungen und Bild-Unterschriften enthielt, der von Curt Jany und Franz Skarbina im Jahr 1910 herausgegebenen Auswahl von 100 kolorierten Reproduktionen.




Beispiel-Abbildung aus dem am 5. Juli 2017 bei externer Link »Sotheby's« (London) versteigerten Original-Studienwerk von Adolf Friedrich Erdmann (von) Menzel.


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   Die Armee Friedrichs des Großen in Ihrer Uniformierung…    


Deck-Blatt des 1ten Teils   Erster Band: Die Cavallerie


Bei seiner Thron-Besteigung am 31. Mai 1740 verfügte Friedrich II. (der spätere "Große König") über zwölf Regimenter zu Pferde (Kürassiere) mit je fünf Eskadronen, sechs Regimenter berittene Infanterie (Dragoner, wobei hier drei Regimenter mit zehn Eskadronen bzw. – gleich der Infanterie – mit zwei Bataillonen gegeben waren) und ein Husaren-Korps mit neun Eskadronen. Zusammen 114 Eskadronen mit insgesamt 18.515 Mann. Jede Eskadron unterteilte sich in zwei Kompanien, diese wieder in zwei Züge, "deren keiner unter 9 Rotten sein soll". Der Zug wurde somit in der Regel aus drei Abteilungen zu je drei Rotten gebildet.


Obwohl bereits König Friedrich I. vermutlich im Jahr 1708 mit einem Entwurf für ein Reglement der Kavallerie begonnen hatte, gab es im brandenburgisch-preussischen Heer reglementierte Vorschriften zur Organisation, Ausbildung und Dienst-Ordnung sowie zur Stärke, Struktur und Gliederung militärischer Einheiten erstmals mit den königlichen Reskripten vom 26. Februar bzw. 17. Mai 1713 für die Infanterie. Mit Datum vom 1. März 1727 erließ der spätere "Soldaten-König" Friedrich Wilhelm I. dann auch das »Reglement vor die kgl. Preuß. Cavallerie-Regimenter …« in zwölf Teilen, das mit den gleichzeitig an die Dragoner ergangenen Vorschriften weitestgehend identisch ist.

Friedrich II. hatte bzgl. der militärischen Qualitäten – Moral und Disziplin, vor allem aber Ausbildung und daraus resultierende Kampf-Kraft – der von seinem Vater errichteten und ihm vererbten Kavallerie erhebliche Zweifel. Seine Befürchtungen bestätigten sich in der Schlacht bei Mollwitz (10. April 1741) zu Beginn des Ersten Schlesischen Krieges, in der zahlreiche preussische Eskadronen schon im Anblick der überlegenen, jedoch schlecht geführten habsburgischen Kavallerie die Flucht ergriffen; das von den niederländischen Verbündeten entwickelte und im Jahr 1705 auch der preussischen Infanterie befohlene und mit Ausdauer exerzierte schnelle "Peloton-Feuer" rettete die Armee. Noch vor dem "Endgültigen Frieden von Berlin", geschlossen am 28. Juli 1742, wurde mit Datum vom 17. März 1742 die externer Link »Instruction für die Cavallerie für den Fall einer Bataille« verausgabt, mit der König Friedrich II. – in Vorahnung weiterer Auseinandersetzungen mit den Habsburgern – umfangreiche Reformen seiner Armee einleitete.

Auszüge:

… 2ter Artikel: "Sobald befohlen wird, dass die Cavallerie avanciren soll, so muss sie gleich in Trab fallen; wenn sie aber ohngefähr hundert Schritt von den feindlichen Escadrons sind, alsdann sollen sie, gut geschlossen, die Pferde aus vollem Halse hereinjagen und so einhauen." und …

… 8ter Artikel: "Die Commandeurs der Escadrons sollen dafür responsable sein, dass kein Reiter oder Dragoner währender Bataille weder den Carabiner noch die Pistolen gebrauchet, sondern dass solche nur allein mit dem Degen in der Faust agiren, weshalb den Reitern und Dragonern wohl imprimiret und beigebracht werden muss, dass, so lange sie die Carabiner und Pistolen noch geladen haben, solche ihnen noch immer zu gute bleiben."


Ausführlich beschrieben wurden die insgesamt neun Artikel dieser "ersten Hilfe" zur Schlachten-Taktik mit den neuen Reglements für die Kavallerie vom 17. Juni und der Infanterie von 20. Juni 1742; Ergänzungen erfolgten mit den Anhängen vom 1. Juni 1743 (»Reglement Vor die Königlich Preußische Cürassier (Dragoner) Regimenter Worin enthalten die Evolutions zu Pferde und zu Fuß, das Manual und die Chargirung …«) und vom 12. Juni 1744.


Zu Menzels Studien-Blätter der …

lokaler Link Kürassiere

lokaler Link Dragoner

lokaler Link Husaren


Teil I: Die Kürassiere

Infolge bestehender Verpflichtungen im Rahmen der Reichsheeres-Verfassung -, geschlossener Bündnis-Verträge, Partei-Nahmen oder sich hieraus entwickelnder Interessens-Konflikte, aber auch aufgrund der Wahrung oder Durchsetzung berechtigter oder zweifelhafter Erbschafts- und daraus resultierender Territorial-Ansprüche war Brandenburg-Preussen in beinahe sämtliche militärisch ausgetragenen Auseinandersetzungen verwickelt, die nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges um die Vormacht-Stellung in Europa geführt wurden. Da sich das kleine Kurfürstentum (als auch das ab 1701 etwas größere König-Reich) somit permanent in einem Zustand ständiger Kriegs-Bereitschaft befand, waren auch die Kriegs-Kasse sowie die von den Ständen bewilligten Defensions- bzw. Militär-Etats und die daraus resultierende Truppen-Stärke erheblichen Schwankungen unterworfen: Wurde bspw. die Soll-Stärke einer Kürassier-Eskadron nach dem Reglement vom 17. Juni 1742 mit 132 Gemeinem angegeben, waren es im Jahr 1744 bereits 144 Mann. Bei Ausbruch des Siebenjährigen Krieges im Jahr 1756 stieg die Mannschafts-Stärke auf 156 und im Jahr 1757 dann auf 168 Soldaten. Verluste, Schwierigkeiten bei der Anwerbung und die zunehmend prekäre Schief-Lage der Staats-Finanzen hatten zur Folge, dass die Mannschaften ab 1758 wieder auf 144 Mann reduziert wurden (eine Entwicklung, die in allen beteiligten Armeen beobachtet werden konnte). Hingegen konnte der Etat sämtlicher preussischen Einheiten nach dem "Mirakel des Hauses Brandenburg" (infolge des Todes der russischen Zarin Elisabeth konnte Preussen am 5. Mai 1762 mit Russland den Frieden von St. Petersburg schließen) wieder deutlich erhöht werden; die Eskadron wurde auf 174 Mannschaften festgesetzt.


In der von Menzel gewählten Betrachtungs-Zeit der Kriege um Schlesien und des Siebenjährigen Krieges zählte jedes Kürassier-Regiment…


 … nach dem Reglement vom 1. Juni 1743:
 Regiments-Stab:
1 Obrist als Inhaber bzw. Chef
1 Oberst-Leutnant als Kommandeur
1 Major als Stellvertreter
1 Adjutant
 Unter-Stab:
1 Quartier-Meister
1 Zahl-Meister
1 Regiments-Schreiber
1 Stabs-Trompeter
1 Regiments-Pauker
5 Hautboisten
1 Regiments-Feldscher
1 Be- oder Zureiter (für die Remonten)
1 Sattler
 Jede der fünf Eskadronen:
1 Rittmeister als Kommandeur
4 Leutnants als Zug-Führer
1 Kornett als Fahnen-Junker
3 Trompeter
12 Unteroffiziere als Gruppen-Führer
132 Gemeine (in 44 Rotten)
12 Überkomplette (Unberittene)
1 Feldscher
1 Fahnen-Schmied (Ross-Arzt und Huf-Schmied)
… die Eskadron insgesamt 167 Mann

(Stabs-Offiziere waren bei den Kürassieren zugleich Kompagnie- bei den Dragonern Eskadrons-Chefs)
 … bei Kriegs-Beginn im Jahr 1756:
 Regiments-Stab:
1 General als Inhaber bzw. Chef
1 Oberst als Kommandeur und Eskadrons-Chef
1 Oberst-Leutnant als Stellvertreter und Eskadrons-Chef
3 Majore als Eskadrons-Chefs
 Unter-Stab:
1 Quartier-Meister
1 Zahl-Meister
1 Regiments-Pauker
1 Stabs-Trompeter
1 Be- oder Zureiter (für die Remonten)
1 Sattler
1 Feld-Prediger (Kaplan)
1 Regiments-Feldscher (Chirurg)
1 Regiments-Profoss
 Jede der fünf Eskadronen:
1 Rittmeister als Kommandeur
4 Leutnants als Zug-Führer
1 Kornett als Fahnen-Junker
12 Unteroffiziere als Gruppen-Führer
132 Gemeine (in 44 Rotten)
24 Überkomplette
2 Trompeter
2 Hufschmiede
… die Eskadron insgesamt 178 Mann
 … nach dem Reglement vom 1. Februar 1757:
 Regiments-Stab:
1 General als Inhaber bzw. Chef
1 Oberst als Kommandeur und Eskadrons-Chef
1 Oberst-Leutnant als Stellvertreter und Eskadrons-Chef
3 Majore als Eskadrons-Chefs
 Unter-Stab:
1 Quartier-Meister
1 Regiments-Schreiber
1 Kessel-Pauker
1 Stabs-Trompeter
1 Be- oder Zureiter (für die Remonten)
1 Sattler
1 Feld-Prediger (Kaplan)
1 Regiments-Feldscher (Chirurg)
1 Regiments-Profoss
 Jede der fünf Eskadronen:
1 Rittmeister als Kommandeur
1 Premier- oder Capitain-Lieutenant als Stellvertreter und Adjutant
4 Leutnants als Zug-Führer
1 Kornett als Fahnen-Junker
14 Unteroffiziere als Gruppen-Führer
168 Gemeine
2 Trompeter
2 Hufschmiede
1 Feldscher
… die Eskadron insgesamt 194 Mann




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Anmerkung: Die Regiments-Nummern beziehen sich auf das mit A.K.O. vom 1. Oktober 1806 eingeführte Bezeichnungs-System.


lokaler Link Kürassier-Regiment № 1

lokaler Link Kürassier-Regiment № 2

lokaler Link Kürassier-Regiment № 3

lokaler Link Kürassier-Regiment № 4

lokaler Link Kürassier-Regiment № 5

lokaler Link Kürassier-Regiment № 6

lokaler Link Kürassier-Regiment № 7

lokaler Link Kürassier-Regiment № 8

lokaler Link Kürassier-Regiment № 9

lokaler Link Kürassier-Regiment № 10

lokaler Link Kürassier-Regiment № 11

lokaler Link Kürassier-Regiment № 12

lokaler Link Kürassier-Regiment № 13


lokaler Link Anlagen




Kürassier-Regiment № 1 (1757 "von Krockow" - 1806 "von Donnersmarck")

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 1 - Offizier
Offizier

Kurz-Geschichte

Errichtung
 1666Zur Unterstützung von Wilhelm III. von Oranien, Statthalter der Vereinigten Niederlande, Enkel seines Zieh- und Schwieger-Vaters, Friedrich Heinrich von Oranien, und seit 1664 im Zweiten Handels-Krieg mit England, befahl Friedrich Wilhelm von Brandenburg (später "Der Große Kurfürst") aus seinem provisorischen Regierungs-Sitz in Kleve mit Reskript vom 3. Februar 1666 die Errichtung von sieben Regimenter zu Pferd zu je sechs Kompanien mit jeweils 81 Mann (das Regiment zusammen mit dem Stab von 15 Offizieren damit 501 Mann).
 Infolge des Jülich-Cleveschen Vergleichs (Frieden von Kleve, geschlossen am 18. April 1666) wurden die in Berlin und Brandenburg begonnenen Anwerbungen im Juli abgebrochen; Fürst Johann Georg Fürst von Anhalt-Dessau, der als Chef des ersten Regiments vorgesehen war, kehrte Ende Juli 1666 mit einer Eskadron von zwei Kompanien ins Anhaltinische zurück, die um Halberstadt und Dessau garnisoniert wurden.
Garnisonen bzw. Standorte
 1679Ost-Preussen
 1697Anhalt
 1719West-Preussen (u.a. Bischofswerder, Deutsch-Eylau, Marienwerder)
 1743Schlesien (Breslau und Schweidnitz)
Inhaber (bis 1806)
 1666Johann Georg Fürst v. Anhalt-Dessau
 1693Carl Friedrich Graf v. Schlippenbach
 1723Cuno Ernst v. Bredow
 1724Wilhelm Dietrich v. Buddenbrock
 1757Hans Caspar v. Krockow
 1759Gustav Albrecht v. Schlabrendorff
 1765vakant
 1768Friedrich Wilhelm v. Roeder
 1781Levin Friedrich Gideon v. Apenburg
 1784Philipp Christian v. Bohlen
 1787Georg Dietrich v. d. Gröben
 1788Diedrich Goswin v. Dolffs
 1805Elias Maximilian Graf Henckel v. Donnersmarck
Verbleib
 1806Das Regiment unter Befehl von Oberst Elias Maximilian Graf Henckel von Donnersmarck kapitulierte am 29. Oktober bei Pasewalk; das Depot in Breslau ging am 5. Januar 1807 verloren; das Regiment galt somit als verfallen (Versprengte und Ranzionierte wurden im "Dragoner-Regiment von Zieten № 6" gesammelt, das am 7. September 1808 als "Dragoner-Regiment Nr. 2 [1tes Westpreussisches]" gelistet wurde; ab 5. November 1816 "2tes Dragoner-Regiment (Westfälisches)"; mit A.K.O. vom 27. Mai 1819 "4tes Kürassier-Regiment (Westfälisches)").

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 1 - Kürassier
Gemeiner

Kürassier-Regiment № 2 (seit 1730 "Regiment Kronprinz" - 1806 "von Beeren")

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 2 - Offizier
Offizier

Kurz-Geschichte

Errichtung
 1655Mit dem Mandat vom 6. Juli 1525 war die Regentschaft über das polnische Herzogtum Preussen erblich an den jeweiligen brandenburgischen Kurfürsten gefallen. Damit war der brandenburgische Kurfürst dem polnischen König zur Vasallen-Treue verpflichtet. Der Einfall schwedischer Truppen in Polen-Litauen zu Beginn des Zweiten Nordischen Krieges und die damit einhergehende Bedrohung der preussischen Besitzungen forderten die Erfüllung dieser Pflicht: Herzog Friedrich Wilhelm von Preussen, Kurfürst von Brandenburg (später "Der Große Kurfürst") beauftragte den Obristen Adam von Pfuel mit Reskript vom 13. Dezember 1655 zur Werbung eines Regiments zu Pferd mit vier Kompanien, das am 28. Januar 1656 als Teil des brandenburgischen Hilfs-Kontingents nach Polen marschierte (das hier jedoch anfänglich auf schwedischer Seite gegen Polen -, ab 1657 auf polnischer Seite gegen die Dänen kämpfte).
 Nach dem Frieden von Oliva, geschlossen am 3. Mai 1660, blieb das Regiment in Preussen, wurde mit Reskript vom 6. Oktober 1665 schließlich offiziell reguliert und ab 3. Februar 1666 für den Marsch an den Rhein neu formiert. Infolge des Jülich-Cleveschen Vergleichs (Frieden von Kleve, geschlossen am 18. April 1666) kam das Regiment nicht zum Einsatz und wurde zur Abwehr der Schweden, die Pommern, Holstein und Schleswig besetzt hielten, mit dem Schutz der Marken betraut.
Anmerkung:
Während sämtliche Kürassiere die unter König Friedrich Wilhelm I. verausgabten gelb-farbenen Leder-Koller ab 1735 gegen Stücke aus weißen Kirsey tauschten, behielten die "Kronprinzen" die Originale, die ab 1775/76 zitronen-gelb gefärbt wurden.

Garnisonen bzw. Standorte
 1673Mittelmark (Kompanien u.a. in Potsdam, Belzig, Spandau,)
 1705Ost-Preussen
 1733Ruppin und Havelberg (Kyritz, Wittstock, Perleberg, Pritzwalk, Wusterhausen, Gransee, Kremmen und Putlitz)
Inhaber (bis 1806)
 1656Georg Adam v. Pfuel
 1670Johann Christoph v. Strauß
 1672Prinz Friedrich (ab 1674 Kurprinz, 1688 Kurfürst, 1701 König)
 1730der jeweilge Kronprinz
 1786Georg Ludwig v. Wiersbitzki
 1778Christian Rudolf v. Weyherr
 1782Friedrich August v. Saher
 1783Karl v. Backhoff
 1789Gustav Ludwig v. d. Marwitz
 1797Peter Ewald v. Malschitzky
 1802Andreas Dietrich v. Schleinitz
 1805Carl Friedrich Hermann v. Beeren
Verbleib
 1806Die 3te Eskadron kapitulierte am 16. Oktober 1806 in Erfurt; die anderen vier im Korps Blücher am 7. November bei Ratekau. Das in Ost-Preussen gelegene Depot wurde mit A.K.O. vom 16. Oktober 1807 zur Aufstellung der 3ten Eskadron der Kürassier-Brigade "von Stülpnagel" in Tilsit herangezogen; aus der im November 1807 die "Märkische Kürassier-Brigade" unter Kommando von Oberst Friedrich August Freiherr von Maltzahn, bis 1806 Oberstleutnant im Regiment "Gens d'armes", hervorging (mit A.K.O. vom 7. September 1808 dann "Brandenburgisches Kürassier-Regiment Nr. 4", ab 5. November 1816 "3tes Kürassier-Regiment [Brandenburgisches]", ab 20. April 1817 dann "6tes Kürassier-Regiment »Großfürst Nikolaus« [Brandenburgisches]", schließlich ab 27. Januar 1889 "Kürassier-Regiment »Kaiser Nikolaus I. von Russland« [Brandenburgisches] Nr. 6" und als dieses aufgelöst am 1. Oktober 1919).


Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 2 - Kürass
Studie: Offiziers-Kürass der "gelben Reiter".
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 2 - Offizier
Offizier in Interims-Uniform


Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 2 - Trompeter
Trompeter


Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 2 - Kürassier
Gemeiner


Kürassier-Regiment № 3 (auch "Leib-Kürassier-Regiment" - 1806 "von Schwerin")

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 3 - Offizier
Offizier

Kurz-Geschichte

Errichtung
 1656Das "Leib-Kürassier-Regiment" hatte seine Anfänge in dem Ende 1656 für den Krieg gegen Polen geworbenen und 1666 von General-Wachtmeister Alexander von Spaen in der Schlacht bei Warschau (28. bis 30. Juli 1656) kommandierten "Leibregiment zu Roß", das nach dem Frieden von Oliva, geschlossen am 3. Mai 1660, im Herzogtum Preussen verblieb, dort erst reduziert und schließlich bis auf eine kleine Stamm-Truppe aufgelöst wurde.
 1672 erhielt der aus Lauenburg stammende, in kur-brandenburgische Dienste gewechselte Obrist Jakob von Bülow von Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg die Order zur Werbung eines Regiments zu Pferd von vier Kompanien, das kurz nach seiner Formation zum (neuen) "Leib-Regiment" erhoben -, auf sechs Kompanien verstärkt und unter Bülows Kommando als Teil des 20.000 Mann starken brandenburgischen Heeres in den Niederländisch-Französischen Krieg marschierte.
Garnisonen bzw. Standorte
 1714Salzwedel, Tangermünde und Heiligenfelde; dazu ab …
 1720Arendsee, Gardelegen, Kalbe
 1732Alsleben, Seehausen, Wanzleben, Heimersleben, Egeln
Inhaber (bis 1806)
 1672Jakob v. Bülow
 1675Ulrich Graf v. Promnitz
 1679Alexander Magnus v. Sydow
 1679Joachim Balthasar v. Dewitz
 1695Adolph v. Wangenheim
 1709Wolf Christoph v. Hackeborn
 1719Gottfried Albrecht v. Bredow
 1726Friedrich Wilhelm v. Dewitz
 1736Adam Friedrich v. Wreech
 1746Nikolaus Andreas v. Katzler
 1747Johann Friedrich v. Katte
 1758Robert Scipio v. Lentulus
 1778Johann Rudolf v. Merian
 1782Ernst Christian v. Kospoth
 1794Leopold Heinrich v. d. Goltz
 1797August Friedrich v. d. Droessel
 1799Ulrich Karl v. Froreich
 1801Ernst Hermann v. Kölichen
 1805Friedrich August Leopold Karl v. Schwerin
Verbleib
 1806Obwohl das Regiment in der Armee des Königs bei Auerstedt nicht zum Einsatz kam, verlor es während des chaotischen Rückzugs jede Ordnung. Teile wurden hinter Magdeburg gesammelt, kämpften am 17. Oktober bei Nordhausen und zogen dann mit dem Corps Hohenlohe nach Prenzlau, wo es am 28. Oktober kapitulierte. Ein Detachement mit 1 Offizier und 20 Kürassieren ergab sich am 1. November bei Anklam -, ein zweites von 1 Offizier und 40 Kürassieren bei Waren den Franzosen, die am 2. November bei Wolgast auch den Regiments-Tross gefangen nehmen konnten. Einzig der von Rittmeister von Trotha geführten Abteilung gelang der Durchbruch nach Ost-Preussen, die in Tilsit zusammen mit den Resten der "Leib-Carabiniers" (№ 11) zur Aufstellung der 2ten Eskadron der Kürassier-Brigade "von Stülpnagel" herangezogen wurden, aus der im November 1807 die "Märkische Kürassier-Brigade" unter Kommando von Oberst Friedrich August Freiherr von Maltzahn, bis 1806 Oberstleutnant im Regiment "Gens d'armes", hervorging (mit A.K.O. vom 7. September 1808 dann "Brandenburgisches Kürassier-Regiment Nr. 4", ab 5. November 1816 "3tes Kürassier-Regiment [Brandenburgisches]", ab 20. April 1817 dann "6tes Kürassier-Regiment »Großfürst Nikolaus« [Brandenburgisches]", schließlich ab 27. Januar 1889 "Kürassier-Regiment »Kaiser Nikolaus I. von Russland« [Brandenburgisches] Nr. 6" und als dieses aufgelöst am 1. Oktober 1919).

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 3 - Kürassier
Gemeiner

Menzel: Kavallerie-Pistole M 1731
Studie: Pistole für Kürassiere und Dragoner.
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)

Menzel: Skizze eines Kürassiers
Studie: Kürassier im Sattel in drei Ansichten
Kürassiersattel mit Ausrüstung
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)


Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 3 - Offizier
Offiziere (1745)


Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 3 - Kürassier
Gemeiner (1745)


Kürassier-Regiment № 4 (1733 "von Geßler" - 1806 "von Wagenfeld")

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 4 - Offizier
Offizier

Kurz-Geschichte

Errichtung
 1671Mit Resript vom 12. (22.) April 1671 – bzw. im Rahmen der Vorbereitungen für das Eingreifen des brandenburgischen Heeres in den Niederländisch-Französischen Krieg – warb Joachim Ernst von Grumbkow, als kurfürstlicher Amtskammerrat mit Proviantierungs- und Festungsbau-Aufgaben "bestallt", auf Befehl von Friedrich Wilhelm von Brandenburg (später "Der Große Kurfürst") zwei Kompanien zu Pferd mit je 100 Mann, die am Kurfürstlichen Hof mit Wach-, Kurier- und Ordonnanz-Diensten betraut werden sollten.
 Von den regulären Reitern als "Hof- und Küchen-Dragoner" verspottet, wurde die Einheit des zwischen-zeitlich zum Oberst-Wachtmeister beförderten und mit einer Vielzahl von diplomatischen Missionen beauftragten Grumbkow zwischen September und Oktober 1672 für die Feld-Armee um zwei weitere Kompanien verstärkt, mit Reskript vom 21. Juni (1. Juli) 1674 zur Leib-Garde des Kurfürsten erhoben, durch Errichtung zweier weiterer Kompanien auf die Stärke eines Regiments mit sechs Kompanien zu 81 Mann (das Regiment zusammen mit dem Stab von 15 Offizieren damit 501 Mann) gebracht und mit dem Zugang zweier in Ost-Preussen geworbenen Kompanien am 1. Juli 1677 als "Leib- (Garde-) Dragoner" betitelt.
 Unter Friedrich Wilhelm I. ("Der Soldaten-König") verlor es am 27. Februar 1714 seinen Garde-Status als Leib-Garde-Regiment und wurde infolge der Armee-Reformen Anfang des Jahres 1718 in ein Kürassier-Regiment umgewandelt.
Garnisonen bzw. Standorte
 1696Mark Brandenburg
 1714Lyck, Johannesburg, Lötzen (Ost-Preussen)
 1716Rügenwalde, Köslin, Stolp (Pommern)
 1719Mohrungen, Pr. Holland, Ortelsburg, Lötzen, Neidenburg (Ost-Preussen)
 1740Rügenwalde, Belgard, Köslin (Pommern)
 1741Landsberg an der Warthe (Schlesien)
 1743Liegnitz (Schlesien)
 1746Ratibor, Leobschütz, Pleß, Neisse (Schlesien)
 1748Neustadt, Zülz, Ziegenhals, Oberglogau (Schlesien)
 1797Warschau
Inhaber (bis 1806)
 1674Joachim Ernst v. Grumbkow
 1682Dietrich Graf zu Dohna
 1686Joachim Friedrich v. Wreech
 1714Peter v. Blanckensee
 1733Friedrich Leopold v. Geßler
 1758Johann Ernst v. Schmettau
 1764Hans Georg Woldeck v.Arneburg
 1769Georg Christoph v. Arnim
 1785Carl Friedrich Frhr. v. Mengden
 1796Carl Friedrich Ernst Graf Truchseß zu Waldburg
 1800 Ernst Philipp v. Wagenfeld
Verbleib
 1806Das Regiment, das nach der dritten Teilung Polens als Besatzungs-Truppe in Warschau stand, war mit fünf Eskadronen dem Reserve-Corps Kalckreuths zugeteilt, hatte jedoch schon auf dem Anmarsch durch Desertionen seiner polnischen Kantonisten gut die Hälfte der Mannschaften verloren. Mit A.K.O. vom 16. Oktober 1807 wurde das Regiment mit den Resten des Dragoner-Regiments "von Rouquette" (№ 13), des Kürassier-Regiments "von Heising" (№ 8) und des Dragoner-Regiments "von Prittwiz" (№ 2) zu vier Eskadronen aufgefüllt, "ad interim" unter dem Kommando des eigentlich seit dem 15. Dezember 1806 dimittierten Generals Ernst Philipp von Wagenfeld belassen und erhielt mit A.K.O. vom 7. September 1808 den Namen "Schlesisches Kürassier-Regiment Nr. 1" (ab 18. September 1866: "Leib-Kürassier-Regiment [Schlesisches] Nr. 1"; ab 27. Januar 1889: "Leib-Kürassier-Regiment »Großer Kurfürst« [Schlesisches] Nr. 1"). Garnison wurde bis zur Auflösung 1919 Breslau.
Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 4 - Kürassier
Gemeiner

Menzel: Skizze eines Kürassiers
Studie: Zwei Kürassiere aus der Zeit des Königs Friedrich Wilhelms I. im Sattel (vermutlich "Regiment von Geßler" № 4)
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)


Kürassier-Regiment № 5 (1756 "Markgraf von Brandenburg" - 1806 "von Bailliodz")

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 5 - Offizier
Offizier

Kurz-Geschichte

Errichtung
 1683Vollkommen überraschend und ohne zuvor ergangene Kriegs-Erklärung überschritt Mitte September 1681 ein Heer von 30.000 Franzosen die Grenze zum Deutschen Reich. Innerhalb weniger Stunden hatten die Franzosen sämtliche Zugangs-Straßen der bis dahin freien und unabhängigen Reichs-Stadt Straßburg abgeriegelt und die gut befestigte Stadt eingeschlossen. Auf eine Belagerung nicht vorbereitet und ohne Aussicht auf Unterstützung – das Reichs-Heer bereitete sich an der Süd-Ost-Grenze auf einen neuerlichen Groß-Angriff der Osmanen vor – kapitulierte Straßburg am 30. September 1681, wurde besetzt und Teil des französischen König-Reiches. Und obwohl die Religions-Freiheit offiziell noch unangetastet blieb, wurde das Münster rekatholisiert und Straßburg zur Basis für immer größere Gebiets-Erweiterungen, die schließlich das gesamte Elsass umfassten.
 Um den weiteren Expansions-Bestrebungen des französischen Königs Ludwigs XIV. auch am Nieder-Rhein entgegenzuwirken, vor allem um die rheinisch-westphälischen "Kolonien" Brandenburgs – u.a. Lippstadt, Hamm, Soest und Minden – zu schützen, erhielt der im Jahr 1681 aufgrund der wieder aufkommenden Hugenotten-Verfolgung nach Brandenburg emigrierte Baron Henri de Briquemault von Friedrich Wilhelm von Brandenburg (später "Der Große Kurfürst") 1683 die Order, unter den mit ihm geflohenen Glaubens-Freunden ein Regiment zu Pferd von fünf Kompanien zu werben, das zusammen mit der in Minden stehenden Frei-Kompanie von Isselstein (Rest eines von Generalmajor Wolfgang Ernst von Eller im Jahr 1675 geworbenen, in Minden garnisonierten und 1679 aufgelösten Regiments) drei Eskadronen umfasste.
 Isselstein wurde am 8. Januar 1686 zum Oberst befördert; das Regiment von Briquemault wurde 1687 auf zehn Kompanien vergrößert, von denen sechs Kompanien unter Isselstein zwischen 1688 und 1697 in niederländischen Diensten standen. Briquemault gab seine vier restlichen Kompanien Anfang 1689 an Franz du Hamel ab, der aus den beiden Eskadronen mit Reskript vom 19. Februar 1689 den Stamm eines eigenen Regiments zu Pferd (1806 Kürassier-Regiment Nr. 6) formierte.
Anmerkung:
Zugunsten einer besseren Beweglichkeit in dem von Kanälen und Gräben, Poldern und schmalen Deich-Wegen durchzogenen Gelände der Niederlande hatte das hier beschriebene Regiment bereits vor Beginn des Holländischen Feld-Zuges von 1787 seine schwere Ausrüstung – insbesondere die Kürasse – beim Sammeln der Truppen in Wesel abgelegt und zurück-gelassen. Diese anfänglich gescholtene "Eigenmächtig" des Prinzen von Württemberg wurde jedoch von König Friedrich Wilhelm II. protektioniert: Mit Kabinetts-Ordre vom 12. April 1790 befahl er, "daß sämtliche Kürassier-Regimenter bei entstehender Kampagne die Kürasse nicht mitnehmen, sondern solche bei den Depots zurücklassen sollen".

Garnisonen bzw. Standorte
 1683Lippstadt
 1714Kalkar, Kranenburg, Goch, Mülheim/Ruhr, Sonsbeck, Schembeck, Emmerich, Xanten
 1723Schwedt, Wriezen, Bahn, Angermünde, Freienwalde, Neustadt-Eberswalde
 1743Belgard, Dramburg, Neustettin, Zanow, Schivelbein, Polzin, Lahes, Körlin
 1743Rummelsburg, Arnswalde, Lippehne, Schönfließ
 1746Belgard, Dramburg, Neustettin, Zanow, Schivelbein, Polzin, Labes, Körlin, Rummelsburg, Reetz, Arnswalde
 1788Treptow/Rega, Greifenberg, Körlin, Wollin, Dramburg
Inhaber (bis 1806)
 1683Heinrich Baron de Briquemault
 1692Johann Sigismund Frhr. v. Heiden
 1692Philipp Wilhelm Markgraf von Brandenburg
 1712Friedrich Markgraf von Brandenburg
 1771Friedrich Wilhelm Lölhöffel v. Löwensprung
 1780Maximilian v. Mauschwitz
 1782Ludwig Alexander Prinz von Württemberg
 1800Abraham v. Bailliodz
Verbleib
 1806In der Armee des Königs erlitt das Regiment bei Auerstedt erhebliche Verluste; die Reste (15 Offizieren, 37 Unteroffizieren, 7 Trompeter, 3 Chirurgen, 261 Mann und 223 Pferde) erreichten am 29. Oktober 1806 Stettin und entkamen von hier aus nach Ost-Preussen; das Depot rettete sich nach Kolberg; die Reserve-Eskadron zog nach Danzig. Ein Detachement musste am 1. November bei Anklam kapitulieren, ein weiteres Detachement machte den Rückzug von Blücher mit und verfiel am 7. November der Kapitulation bei Ratekau. Zusammen mit den Resten des Dragoner-Regiments "König von Bayern" (№ 1) wurden die Überlebenden und die später Ranzionierten mit A.K.O. vom 16. Oktober 1807 zur Bildung der Dragoner-Brigade "Prinz Wilhelm" zusammen-gezogen, aus der mit A.K.O. vom 7. September 1808 das "Brandenburgische Dragoner-Regiment Nr. 5" hervorging (mit A.K.O. vom 5. November 1816 "5tes Dragoner-Regiment [Brandenburgisches]"; ab 27. Mai 1819 dann "2tes Dragoner-Regiment [Brandenburgisches]", ab 07. November 1867: "1tes Brandenburgisches Dragoner-Regiment Nr. 2").

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 5 - Kürassier
Gemeiner

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 5 - Reitzeug
Reitzeug

Menzel: Kürassierdegen
Detail-Studie eines Kürassier-Pallaschs
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)


Kürassier-Regiment № 6 (1753 "von Schönaich" - 1806 "von Quitzow")

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 6 - Offizier
Offizier

Kurz-Geschichte

Errichtung
 1689Der Tod des Pfalz-Grafen und Kur-Fürsten Karl II. von der Pfalz im Jahr 1685 und die damit aufkommende Streit-Frage um die Erb-Ansprüche, lieferten dem französischen König Ludwig XIV. den Vorwand, seine territorialen Expansions-Bestrebungen auch auf dem Gebiet des Deutschen Reiches mit militärischer Gewalt voranzubringen: Von Straßburg aus kam es am 24. September 1688 zu dem vom Deutschen Reich – noch immer im Krieg mit den Osmanen – befürchteten Einfall in die Pfalz; zwischen Rhein und Neckar verheerten die Franzosen das Land; der Pfälzische Erbfolge-Krieg hatte begonnen.
 Die "armierten Reichs-Stände" (u.a. die Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg und Johann Georg III. von Sachsen, Fürst Ernst August von Braunschweig-Calenberg und Landgraf Karl I. von Hessen-Kassel) verständigten sich am 22. Oktober 1688 in Magdeburg zur Mobilisierung der Nord-Deutschen Streit-Kräfte; im großen Rahmen vereinigten sich dann am 20. Dezember England, die Vereinigten Provinzen und das Heilige Römische Reich in der Augsburger Liga gegen Frankreich.
 Für die nunmehr dringend nötige als auch schnellst-mögliche Heeres-Vermehrung erhielt Baron Henri de Briquemault – 1680 infolge der in Frankreich tobenden Hugenotten-Verfolgung nach Brandenburg emigriert und dort seit dem 1. Januar 1681 Generalmajor – mit kurfürstlichem Reskript vom 19. Februar 1689 die Order, vier von den zehn Eskadronen seines 1683 überwiegend aus calvinistischen Glaubens-Genossen errichteten Regiments zu Pferd an seinen Lands-Mann und Freund, den bereits seit 1672 als General ebenfalls in brandenburgischen Diensten stehenden Franz Graf du Hamel de Querlonde, abzugeben. Da jede dieser vier abgetretenen Stamm-Kompanien jedoch nur über 22 Mann verfügte; der Kaiser am 12. Mai 1689 in Wien mit den Niederlanden ein Bündnis geschlossen und den Reichs-Krieg gegen Frankreich erklärt hatte und zahlreiche Brandenburger im Westphälischen die Werbe-Trommeln schlugen, erwiesen sich die in und um Kleve begonnenen Werbungen für das Regiment "du Hamel" anfänglich schwierig: Bis 1690 konnten nur zwei neue Kompanien errichtet werden; im Folge-Jahr wurden bevorzugt "Réfugiés" geworben.
Garnisonen bzw. Standorte
 1713Recklinghausen, Essen, Werden und Bockum
 1714Minden, Lübbecke, Rahden, Enger
 1718Mansfeld, Seehausen, Salze, Schönebeck, Walsleben
 1724Aschersleben, Oschersleben und Kroppenstedt
Inhaber (bis 1806)
 1689Franz du Hamel
 1702Charles Graf de l‘Ostange
 1704Benjamin Hieronymus Courold du Portail
 1715Wilhelm Gustav Erbprinz v. Anhalt-Dessau
 1737Eugen Prinz v. Anhalt-Dessau
 1744Christoph Ludwig v. Stille
 1753Georg Philipp Gottlob Frhr. v. Schönaich
 1759Heinz Rudolf Wilhelm v. Vasold
 1769Just Rudolf v. Seelhorst
 1779Theophil Ernst Frhr. v. Hoverbeck
 1781Hans Ludwig v. Rohr
 1787Carl August Herzog v. Sachsen Weimar
 1794Carl Wilhelm v. Byern
 1800Christian Heinrich v. Quitzow
Verbleib
 1806Das Regiment verließ die Anhaltinischen Garnisonen mit fünf Kompanien, die bei Auerstedt schwere Verluste hatten und während des chaotischen Rückzuges jede Ordnung verloren, was dazu führte, dass die Reste am 28. Oktober zwischen Prenzlau und Pasewalk getrennte Wege gingen: Bei Anklam kapitulierten am 1. November 95 Mann; 12 Offiziere und rund 250 Mann entkamen über Stettin nach Ost-Preussen, wo sie mit A.K.O. vom 16. Oktober 1807 mit den Resten des Regiments "von Reitzenstein" (№ 7) zur Aufstellung der 4ten Eskadron der Kürassier-Brigade "von Stülpnagel" befohlen wurden, aus der im November 1807 die "Märkische Kürassier-Brigade" unter Kommando von Oberst Friedrich August Freiherr von Maltzahn, bis 1806 Oberstleutnant im Regiment "Gens d'armes", hervorging (mit A.K.O. vom 7. September 1808 dann "Brandenburgisches Kürassier-Regiment Nr. 4", ab 5. November 1816 "3tes Kürassier-Regiment [Brandenburgisches]", ab 20. April 1817 dann "6tes Kürassier-Regiment »Großfürst Nikolaus« [Brandenburgisches]", schließlich ab 27. Januar 1889 "Kürassier-Regiment »Kaiser Nikolaus I. von Russland« [Brandenburgisches] Nr. 6" und als dieses aufgelöst am 1. Oktober 1919).

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 6 - Kürassier
Gemeiner

Menzel: General von Stille
Entwurf des Generals von Stille für das Gemälde "Die Tafelrunde Friedrichs des Großen"
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)


Kürassier-Regiment № 7 (1755 "von Driesen" - 1806 "von Reitzenstein")

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 7 - Offizier
Offizier

Kurz-Geschichte

Errichtung
 1688Mit seiner Bestallung zum Schloss-Hauptmann von Königsberg und seiner Beförderung zum Obristen am 21. Oktober 1688 erhielt Friedrich Wilhelm von Wittenhorst-Sonsfeld von Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg die Order, im Herzogtum Preussen ein Regiment zu Pferd zu errichten, das ab 1689 das brandenburgische Kontingent der Reichs-Armee am Rhein und damit in den Kämpfen gegen das französische Invasions-Heer im Rahmen des Pfälzischen Erbfolge-Krieges verstärken sollte.
 Nach Zugabe der bei Königsberg stehenden Kompanien "Ordonnanz- und Post-Dragoner" (1674 für die Verbindung Königsberg-Warschau in Ost-Preussen errichtet und seit 15. Februar 1684 unter Befehl des Obristen Gottfried von Perband) und einer Kompanie "Küchen-Dragoner" des Königsberger Hof-Marschalls Wilhelm Albrecht von Rauter brach von Wittenhorst-Sonsfeld zu Beginn des Jahres 1689 mit insgesamt vier Kompanien in Richtung Westen auf, warb in Pommern, Brandenburg und im Westphälischen weitere Mannschaften und traf im Frühling mit insgesamt fünf Kompanien am Nieder-Rhein ein, wo es vom 16. April bis 12. Oktober an der Belagerung von Bonn beteiligt war und währenddessen auf acht Kompanien in vier Eskadronen verstärkt wurde. Eine dieser Eskadronen – wahrscheinlich die besten Schützen – ging mit Reskript vom 4. März 1691 zur Aufstellung des neuen Dragoner-Regiments Brandt (Karabiniers) ab. Nach dem Frieden von Rijswijk, geschlossen am 20. September 1697 bzw. 30. Oktober 1697 wurde es im November 1697 auf drei Kompanien verkleinert, blieb aber im Westen.
 Mit Befehl vom 11. Juni 1717 erhielt es von Friedrich Wilhelm I. den Etat eines Kürassier-Regiments.
Garnisonen bzw. Standorte
 1698Magdeburg
 1717Neidenburg, Lyck (Ost-Preussen)
 1772Schwedt, Wriezen, Greifenhagen, Schönfließ
 1775Salzwedel, Tangermünde, Osterburg, Seehausen
Inhaber (bis 1806)
 1688Friedrich Wilhelm v. Wittenhorst-Sonsfeld
 1711George Friedrich v. d. Albe
 1717Ludwig v. Wylich und Lottum
 1729Karl Friedrich v. Papstein
 1733Friedrich Siegmund v. Bredow
 1755Georg Wilhelm v. Driesen
 1758Christian Siegmund v. Horn
 1762Leopold Sebastian v. Manstein
 1777Gustav Ludwig v. der Marwitz
 1784Friedrich Adolf v. Kalckreuth
 1788Otto Friedrich v. Ilow
 1792Hans Friedrich Heinrich v. Borstell
 1804Heinrich August Friedrich v. Reitzenstein
Verbleib
 1806In der Armee des Königs verlor es bei Auerstedt etwa zwei Drittel seiner Mannschaften und Offiziere. Die Reste wurden von Blücher hinter Magdeburg gesammelt, kämpften am 17. Oktober bei Nordhausen und kapitulierten schließlich am 11. November an der Elbe. Das Depot konnte über Danzig nach Ost-Preussen entkommen, wo die Depot-Eskadron und gesammelte Derangierte mit A.K.O. vom 16. Oktober 1807 mit den Resten des Regiments "von Quitzow" (№ 6) zur Aufstellung der 4ten Eskadron der Kürassier-Brigade "von Stülpnagel" befohlen wurden, aus der im November 1807 die "Märkische Kürassier-Brigade" unter Kommando von Oberst Friedrich August Freiherr von Maltzahn, bis 1806 Oberstleutnant im Regiment "Gens d'armes", hervorging (mit A.K.O. vom 7. September 1808 dann "Brandenburgisches Kürassier-Regiment Nr. 4", ab 5. November 1816 "3tes Kürassier-Regiment [Brandenburgisches]", ab 20. April 1817 dann "6tes Kürassier-Regiment »Großfürst Nikolaus« [Brandenburgisches]", schließlich ab 27. Januar 1889 "Kürassier-Regiment »Kaiser Nikolaus I. von Russland« [Brandenburgisches] Nr. 6" und als dieses aufgelöst am 1. Oktober 1919).

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 7 - Kürassier
Gemeiner

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 7 - Reitzeug
Reitzeug


Kürassier-Regiment № 8 (1757 "von Seydlitz" - 1806 "von Heising")

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 8 - Offizier
Offizier

Kurz-Geschichte

Errichtung
 1691Obwohl das türkische Heer in der Schlacht bei Mohács (12. August 1687) eine vernichtende Niederlage erlitten hatte und die Kaiserlichen im Jahr 1688 Belgrad zurück-erobern konnten, waren große Teile Ungarns, Siebenbürgens und der südliche Balkan fest in der Hand der Osmanen. Um einen neuerlichen Vorstoß des türkischen Heeres auf Wien abwehren zu können, wurden dem kaiserlichen Feld-Marschall Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden Anfang des Jahres 1691 Mittel für ein neues Feld-Heer von 50.000 Mann bewilligt, zu denen auch 6.000 Brandenburger gehörten.
 Mit der Führung der Brandenburger wurde Markgraf Christian Heinrich von Bayreuth-Kulmbach betraut, der mit Reskript vom 4. März 1691 auch das Kommando über ein Regiment zu Pferd erhielt, zu dessen Errichtung zwei im Jahr 1690 von Obrist Freiherr Kaspar Friedrich von Lethmate für das Regiment "Kurprinz" (№ 2) geworbene Kompanien -, zwei mecklenburgische sowie zwei bayreuthische Reiter-Kompanien zusammen-geführt und am 4. Mai mit insgesamt 517 nach Ungarn in Marsch gesetzt wurden.
 Mit A.K.O. vom 1. Dezember 1718 wurden die vier bestehenden Eskadronen zu je 150 Gemeinen in fünf zu je 130 Gemeinen umstrukturiert und in ein Kürassier-Regiment umgewandelt.
Garnisonen bzw. Standorte
 1706Preussen, Neu-Mark und Pommern
 1717Ragnit und Tilsit (Ost-Preussen)
 1718Neumark
 1724Labiau, Wehlau, Allenburg, Goldap (Ost-Preussen)
 1742Altmark
 1743Ohlau (Schlesien)
 1746Strehlen, Grottkau, Münsterberg, Löwen (Schlesien)
Inhaber (bis 1806)
 1691Christian Heinrich v. Bayreuth-Kulmbach
 1712Albert Wolfgang v. Bayreuth-Kulmbach
 1716Stephan v. Dewitz
 1723Friedrich v. Egeln
 1734Friedrich Siegmund v. Waldow ("Jung-Waldow")
 1742Friedrich Wilhelm v. Rochow
 1757Friedrich Wilhelm v. Seydlitz
 1774Maximilian Sigmund v. Pannewitz
 1787Karl Friedrich Adam v. Schlitz (gen. Görtz)
 1797Ludwig Ferdinand Friedrich v. Heising
Verbleib
 1806Nach der preussischen Niederlage bei Jena und Auerstedt verfielen die Reste des Regiments der Kapitulation bei Pasewalk am 29. Oktober 1806; das Depot des Regiments ging in der Kapitulation von Schweidnitz am 16. Februar 1807 unter. Ein Detachement entkam bei Pasewalk über Stettin nach Ost-Preussen und wurde hier mit Mit A.K.O. vom 16. Oktober 1807 mit den Resten des Dragoner-Regiments "von Rouquette" (№ 13), des Kürassier-Regiments "von Wagenfeld" (№ 4) und des Dragoner-Regiments "von Prittwiz" (№ 2) zu vier Eskadronen aufgefüllt, "ad interim" unter dem Kommando des eigentlich seit dem 15. Dezember 1806 dimittierten Generals Ernst Philipp von Wagenfeld belassen und erhielt mit A.K.O. vom 7. September 1808 den Namen "Schlesisches Kürassier-Regiment Nr. 1" (ab 18. September 1866: "Leib-Kürassier-Regiment [Schlesisches] Nr. 1"; ab 27. Januar 1889: "Leib-Kürassier-Regiment »Großer Kurfürst« [Schlesisches] Nr. 1"). Garnison wurde bis zur Auflösung 1919 Breslau.



Menzel: General Seydlitz

Porträt-Studie des Kavallerie-Generals
Friedrich Wilhelm Freiherr von Seydlitz

Menzel: Blankwaffen

Kürassier-Pallasch mit Tasche und Degen für Kavallerie-Offziere zum kleinen Dienst
jeweils in zwei Ansichten
Quelle(n): externer Link »museum-digital« Kupferstichkabinett (Berlin)

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 8 - Kürassier
Gemeiner

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 8 - Reitzeug
Reitzeug

Menzel: Sattel
Sattel der Kavallerie
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)

Kürassier-Regiment № 9 (1758 "von Bredow" - 1806 "von Holtzendorff")

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 9 - Offizier
Offizier

Kurz-Geschichte

Errichtung
1691Nach den Siegen der Kaiserlichen bei Uerdingen (12. März 1689), Neuss (13. Juni 1689) und Kaiserswerth (27. Juni 1689) sowie den erfolgreich beendeten Belagerungen von Bonn und Mainz hatten sich die Franzosen in ihre Rhein-Festungen zurückgezogen und Kaiser Leopold I. konnte seine Reichs-Stände überzeugen, dem erneut aus Süd-Osten vorstoßenden Truppen des Osmanischen Reiches ein weiteres Reichs-Heer von 50.000 Mann entgegenzustellen.
 Teil dieses Heeres, das im Früh-Jahr 1691 nach Ungarn aufbrechen und die bei Buda stehenden Kaiserlichen Truppen verstärken sollte, war auch ein brandenburgisches Kontingent von 8.000 Mann, dessen Regimenter zu Fuß und zu Pferd überwiegend durch Werbungen oder Abgaben bereits bestehender Einheiten neu formiert wurden.
 Mit Reskript vom 4. März 1691 erhielt Hans Ehrenreich von Schöning, Oberst im "Regiment Kronprinz" (№ 2), das Patent zur Aufstellung eines Regiments zu Pferd zu sechs Kompanien mit einem Etat von insgesamt 501 Mann (und 16 Fuhr-Knechten), zu dessen Errichtung seine Obristen- und die erst bei Bonn geworbene 9ten Kompanie seines Regiments -, eine Kompanie des Regiments "von Anhalt" (№ 1) und zwei Kompanien des Regiments "von Dewitz" (Leib-Regiment № 3) abgestellt wurden. Seine Feuer-Taufe erlebte die bei Errichtung schon als Kürassier-Regiment konzepierte Einheit am 19. August 1691 in der Schlacht bei Slankamen (Serbien).
Garnisonen bzw. Standorte
 1702Im Dienst Englands und Hollands (bis 1713)
 1714Angerburg, Barten, Lötzen, Lyck und Rastenburg
 1741Lauenburg, Stolp
 1742Stendal, Gardelegen, Osterburg, Kalbe/Altmark
 1755Löwen und Groß-Strehlitz
 1796Neustadt (Oberschlesien)
Inhaber (bis 1806)
 1691Hans Ehrenreich v. Schöning
 1703Philipp Ludwig v. Canstein
 1706Hans Heinrich v. Katte
 1741Hermann v. Wartensleben
 1741Johann Adolf v. Möllendorff
 1743Bernhard Heinrich v. Bornstedt
 1751Johann Carl Friedrich v. Schönaich-Carolath (seit 1753 "Alt-Schönaich")
 1758Jakob Friedrich v. Bredow
 1769Friedrich Wilhelm v. Podewils
 1784Christian Friedrich v. Braunschweig
 1787Johann Wilhelm v. Manstein
 1797Jakob Friedrich v. Holtzendorff
Verbleib
 1806Das Regiment stand im Hohenloheschen Korps, das bei Buttelstedt in das Durcheinander der von Auerstedt fliehenden Armee des Königs geriet. Mit dem Befehl, die zerschlagene Armee an der Elbe bei Magdeburg zu sammeln, zog sich Hohenlohe in zwei Kolonnen über Stollberg, Quedlinburg und Egeln bzw. Blankenburg und Halberstadt nach Magdeburg zurück. Verfolgt von französischen Corps und an den Flanken von der feindlichen Kavallerie bedroht, setzte Hohenlohe den Rückzug gegen die Oder fort. Nach der Kapitulation bei Pasewalk am 29. Oktober verfiel das Regiment der Auflösung; das Depot ging in der Grafschaft Glatz verloren. Ranzionierte und Derangierte wurden 1807 dem Kürassier-Regiment "von Wagenfeld" (№ 4) zugeteilt, das mit A.K.O. vom 7. September 1808 den Namen "Schlesisches Kürassier-Regiment Nr. 1" erhielt (ab 18. September 1866: "Leib-Kürassier-Regiment [Schlesisches] Nr. 1"; ab 27. Januar 1889: "Leib-Kürassier-Regiment »Großer Kurfürst« [Schlesisches] Nr. 1"). Garnison wurde bis zur Auflösung 1919 Breslau.
Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 9 - Kürassier
Gemeiner

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 9 - Kürassier
Gemeiner in Rück-Ansicht


Kürassier-Regiment № 10 (von 1691 bis 1806 "Gens d’armes")

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 10 - Offizier
Offizier

Kurz-Geschichte

Errichtung
 1691Löste der überraschende Wechsel des Grafen Friedrich Hermann von Schomberg (auch Graf Armand von Schönburg auf Wesel; von 1673 bis 1685 im Dienste Ludwig XIV. und seit 1675 einer von acht Marschällen von Frankreich) an den brandenburgischen Hof im Sommer 1687 unter den Offizieren des Kurfürsten Friedrich Wilhelm schon einiges Erstaunen aus, so hatten Generäle wie Derfflinger, Dohna, Schöning u.v.a. für Schombergs Ernennung zum Geheimen Staats- und Kriegs-Rat und dessen Bestallung zum Ober-Kommandierenden sämtlicher kur-fürstlichen Truppen nur noch wenig Verständnis. Dies änderte sich, als Schomberg im November 1687 aus jungen hugenottischen Adligen zwei Kompanien "Grands Mousquetaires" zu je 65 Gemeinen formiert hatte, die er dem Kurfürsten als "Pflanzschule für junge Offiziere der Kavallerie und Dragoner" vorstellte und die nach französischem Vorbild der theoretisch-praktischen Ausbildung des Offiziers-Nachwuchses dienen sollte. Schon Anfang 1688 erhielt Obrist-Leutnant Dubislav Gneomar von Natzmer, General-Adjutant des Kurfürsten Friedrich Wilhelm, die Order, bis zum Sommer in Halberstadt eine dritte Kompanie aus deutschen Adligen zu formieren.
 Der "Große Kurfürst" erlebte die Gründungs-Parade seiner neuen Elite-Truppe nicht mehr; er starb am 9. Mai 1688 im Potsdam. Mit Reskript vom 20. Dezember 1688 erhielt von Natzmer dann von Kurfürst Friedrich III. die Order, bei Magdeburg eine weitere Kompanie zu errichten, die zusammen mit der Halberstädter Kompanie – ebenfalls nach Vorbild des "Maison Militaire" des französischen Königs – eine Eskadron "Gensdarmes" zu stellen hatte.
 "Mousquetaires" und "Gensdarmes" bewiesen sich ab 1689 im Feldzug am Nieder-Rhein. Schomberg, der im Spät-Sommer 1689 in englische Dienste getreten war, verlor ein Jahr später in Irland sein Leben; ab 1691 kommandierte von Natzmer beide Eskadronen als "Corps Gens d’armes", das sich insbesondere in den Schlachten von Höchstädt (13. August 1704) und bei Malplaquet (11. September 1709) auszeichnete.
 1713 erhielt die Einheit eine dritte Eskadron; 1715 ging die (alte, aus der "Trabanten-Garde" entstandene) "Garde du Corps" als vierte Eskadron in der exklusiven Garde auf; 1718 wurde das Regiment schließlich auf fünf Eskadronen verstärkt.
Garnisonen bzw. Standorte
 1714Berlin (Gendarmen-Markt sowie Bernau und Ketzin) und ...
 1716... Rathenow und Wriezen
Inhaber (bis 1806)
 1691Dubislav Gneomar v. Natzmer
 1739Wolf Adolf v. Pannwitz
 1743Georg Conrad v. d. Goltz
 1747Nikolaus Andreas v. Katzler
 1761Friedrich Albert v. Schwerin
 1768Hans Friedrich v. Krusemarck
 1775Joachim Bernhard v. Prittwitz
 1777Emanuel Friedrich v. Bredow
 1793Karl Friedrich v. Elsner
Verbleib
 1806Das Regiment, das bei Auerstedt in der Armee des Königs und dort in der nicht zum Einsatz gekommenen Reserve Kalckreuths stand, wurde nach dem chaotischen Rückzug bei Sondershausen dem Hohenloheschen Korps unterstellt und machte mit knapp 350 Mann die Flucht an die Elbe und anschließend in Richtung Oder mit. Im Boitzenburger Land mit der Deckung der rechten Flanke der inzwischen zerrissenen Marsch-Kolonnen betraut, wurden die verbliebenen drei Eskadronen unter Major Otto Gottlieb Ernst von Löschebrand am 27. Oktober bei Wichmannsdorf von der französischen Division de Beaumont gestellt, abgeschnitten und eingekesselt. Ein etwa um 21:00 Uhr gegen den weit überlegenen Gegner unternommener Durchbruchs-Versuch scheiterte, womit Major Löschebrand bei Einbruch der Nacht nur noch die Kapitulation blieb. Nur wenige Garde-Reiter entkamen nach Ost-Preussen, wo sie zusammen mit dem geretteten Depot und gesammelten Gedienten mit A.K.O. vom 16. Oktober 1807 zur Bildung der 1ten Eskadron der Kürassier-Brigade "von Stülpnagel" befohlen wurden, aus der im November 1807 die "Märkische Kürassier-Brigade" unter Kommando von Oberst Friedrich August Freiherr von Maltzahn, bis 1806 Oberstleutnant im Regiment "Gens d'armes", hervorging (mit A.K.O. vom 7. September 1808 dann "Brandenburgisches Kürassier-Regiment Nr. 4", ab 5. November 1816 "3tes Kürassier-Regiment [Brandenburgisches]", ab 20. April 1817 dann "6tes Kürassier-Regiment »Großfürst Nikolaus« [Brandenburgisches]", schließlich ab 27. Januar 1889 "Kürassier-Regiment »Kaiser Nikolaus I. von Russland« [Brandenburgisches] Nr. 6" und als dieses aufgelöst am 1. Oktober 1919).

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 10 - Kürassier
Gemeiner

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 10 - Kürassier
Gemeine und Unteroffizier im Mantel

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 10 - Offizier in Gala
Offizier in Interimsgala

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 10 - Offizier in Gala, Rückansicht
Offizier in Interimsgala, Rückansicht

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 10 - Offizier in Interim
Offizier in einfacher Interimsuniform

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 10 - Offizier in Interim
Offizier in Interimsuniform (1756)


Menzel: Studie Kürassier-Uniformen
Detail-Studien zum Offizier-Rock (interim) der Gens d'Armes sowie Offiziers-Uniformen und Stiefel der Kürassier- und Dragoner-Regimenter
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 10 - Reitzeug
Reitzeug


Kürassier-Regiment № 11 (1759 "von Bandemer" - 1806 "von Bismarck")

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 11 - Offizier
Offizier

Kurz-Geschichte

Errichtung
 1691Für das brandenburgische Hilfs-Kontingent des Korps der Reichs-Armee, das im Früh-Jahr 1691 nach Ungarn aufbrechen und die bei Buda stehenden Kaiserlichen Truppen gegen das Heer des Osmanischen Reiches verstärken sollte, erhielt Obrist Paul von Brandt mit Reskript vom 4. März 1691 das Kommando über ein Regiment Dragoner, das aus Abgaben der Regimenter "Ansbach" (DR № 1) und "Sonsfeld" (KR № 7; hier die Karabinier-Eskadron sowie die Frei-Kompanie des Obristen Gottfried von Perband und die Kompanie "Küchen-Dragoner" des Königsberger Hof-Marschalls Wilhelm Albrecht von Rauter) zu fünf Kompanien mit insgesamt 409 Mann errichtet wurde.
 Mit Beschluss vom 16. März 1693 wurde der Reichs-Krieg gegen das Osmanische Reich verlängert. Für den Erhalt der Kriegs-Tüchtigkeit der Reichs-Armee hatten die einzelnen Fürsten- und Herzogtümer des Deutschen Reiches weitere Kontingente zu stellen bzw. die erfahrenen Verluste der bestehenden zu ersetzen. Das Regiment "von Brandt" wurde durch Übernahme einer weiteren Kompanie der Ansbach-Dragoner auf sechs Kompanien und damit drei Eskadronen verstärkt (wobei die Kompanie "von Rauter" infolge erfahrener Verluste komplett neu aufgestellt werden musste und schluss-endlich sämtliche Kompanien auf einen Etat von je 50 Gemeinen herab-gesetzt wurden).
 Nach der vernichtenden Niederlage der Osmanen in der Schlacht bei Zenta (11. September 1697) und dem Frieden von Rijswijk mit König Ludwig XIV. vom 30. Oktober 1697 wurde das Regiment wie sämtliche kurfürstlichen Einheiten zu Pferd im November 1697 auf drei Kompanien herabgesetzt, bekam aber noch Ende des Jahres drei Kompanien des am Rhein aufgelösten Dragoner-Regiments "von der Marwitz" (davor "Alt-Derfflinger") und wurde – wie das "Leib-Regiment" (№ 3) – dauerhaft auf sechs Kompanien in drei Eskadronen belassen.
 Mit Reskript vom 11. Juni 1717 befahl König Friedrich Wilhelm I. die Umformation zum Kürassier-Regiment, das mit Befehl vom 1. Dezember 1718 auch den Etat für fünf Eskadronen zu je 120 Mann und mit Order vom 28. April 1738 den Titel "Leib-Carabiniers" erhielt.
Garnisonen bzw. Standorte
 1714Landsberg/Warte, Fürstenfelde, Stargard, Werben bei Colbatz
 1716Rathenow, Burg, Wolmirstedt, Havelberg, Neuhaldensleben
 1719dazu Möckern und Loburg, dann Sandau und Genthin
Inhaber (bis 1806)
 1691Paul v. Brandt
 1692Markgraf Albrecht Friedrich v. Brandenburg-Schwedt
 1731Carl Ludwig Erbtruchseß Graf z. Waldburg
 1738Hermann Graf v. Wartensleben
 1741Kaspar Ludwig v. Bredow
 1751Peter Ernst de Pennavaize
 1759Joachim Christian v. Bandemer
 1768Reinhold Friedrich Freiherr v. Hoverbeck
 1770Reimar v. Kleist
 1775Philipp Christian v. Bohlen
 1784Heinrich Sebastian v. Reppert
 1794August v. Bismarck
Verbleib
 1806Das Regiment erlebte den Untergang der preussischen Armee bei Auerstedt, machte den Rückzug über die Elbe in Richtung Oder im Korps Hohenlohe mit und geriet hier am 29. Oktober in die Kapitulation bei Pasewalk; ein weiteres Detachement geriet am 1. November bei Anklam in Gefangenschaft. Nur das Depot und dessen Bedeckung gelangte nach Ost-Preussen, wurde hier Anfang 1807 zusammen mit Resten des "Leib-Regiments" (№ 3) zur Aufstellung der 2ten Eskadron der Kürassier-Brigade "von Stülpnagel" herangezogen, aus der im November 1807 die "Märkische Kürassier-Brigade" unter Kommando von Oberst Friedrich August Freiherr von Maltzahn, bis 1806 Oberstleutnant im Regiment "Gens d'armes", hervorging (mit A.K.O. vom 7. September 1808 dann "Brandenburgisches Kürassier-Regiment Nr. 4", ab 5. November 1816 "3tes Kürassier-Regiment [Brandenburgisches]", ab 20. April 1817 dann "6tes Kürassier-Regiment »Großfürst Nikolaus« [Brandenburgisches]", schließlich ab 27. Januar 1889 "Kürassier-Regiment »Kaiser Nikolaus I. von Russland« [Brandenburgisches] Nr. 6" und als dieses aufgelöst am 1. Oktober 1919).

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 11 - Kürassier
Gemeiner

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 11 - Trompeter
Trompeter


Kürassier-Regiment № 12 (1759 "von Dalwig" - 1806 "von Bünting")

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 12 - Offizier
Offizier

Kurz-Geschichte

Errichtung
 1704Für die offizielle Unterstützung des Kaisers, das mit Mandat vom 6. Juli 1525 erblich an die Kurfürsten von Brandenburg gefallene polnische Herzogtum Preussen zum Königreich erheben zu können, hatte sich Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg mit Kontrakt vom 15. November 1700 gegenüber Leopold I. verpflichtet, gegen Subsidien-Zahlungen von 100.000 Reichs-Talern jährlich dauerhaft ein Truppen-Kontingent von 8.000 Mann zu stellen, das auch außerhalb des Reiches eingesetzt werden konnte. Der Ernst-Fall trat bereits im Februar 1701 mit dem Einzug von Prinz Philipp von Anjou in Madrid ein: Als König Philipp V. von Spanien besetzte der Enkel des französischen Königs Ludwigs XIV. den bis dahin von den Habsburgern besessenen Thron: der Spanische Erbfolge-Krieg hatte begonnen.
 Am 18. Januar 1701 krönte sich Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg in Königsberg zum "König in Preußen"; nur drei Monate später kam das brandenburgische Hilfs-Kontingent in dem vom Herzog von Marlborough gegen die französisch-bayerischen Truppen an Rhein und Donau geführten deutsch-englisch-niederländischen Heer u.a. bei den Belagerungen des kur-kölnischen Kaiserswerth (18. April bis zum 15. Juni) und von Bonn (24. April bis 15. Mai 1703) zum Einsatz und kämpfte in der Ersten Schlacht bei Höchstädt (20. September 1703).
 Auf Befehl vom 27. Februar 1704 wurden sämtliche brandenburg-preussischen Dragoner-Regimenter zum März 1704 für den anstehenden Feldzug auf acht Kompanien zu je 75 Mann vermehrt. Aus Abgaben, Über-Kompletten und Anwerbungen erhielt auch Graf August David zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein, seit Dezember 1701 Ober-Hofmarschall am Hof des preussischen Königs, ein eigenes Dragoner-Regiment, das aus Zusammenlegung seiner zwei Kompanien "Hofstaats-Dragoner" (im Januar 1702 von seinem Amts-Vorgänger Philipp Karl Graf von Wylich und Lottum übernommen; 1689 dem Königsberger Hof-Marschall Wilhelm Albrecht von Rauter unterstellt) mit den zwei Kompanien der 1674 für die Verbindung Königsberg-Warschau in Ost-Preussen errichteten "Ordonnanz- und Post-Dragoner" (vom 15. Februar 1684 bis Dezember 1692 unter Oberst Gottfried von Perbandt und bis 1691 im Regiment "von Brandt" (№ 11)) als Stamm-Einheiten formiert wurde. Ab Mitte Juni 1705 stand Wittgenstein in der Armee Marlboroughs und machte hier die erbitterten Kämpfe an der Maas und am Nieder-Rhein gegen Bayern und Franzosen mit.
 Nach dem Frieden von Rastatt (7. März 1714) kehrte es nach Pommern zurück. Mit Reskript vom 1. Dezember 1718 wurde es auf fünf Eskadronen umformiert und erhielt den Etat eines Kürassier-Regiments.
Garnisonen bzw. Standorte
 1714Rügenwalde, Lauenburg, Bütow dazu ab ...
 1718Königsberg und Samland
 1740Perleberg, Wittstock, Gransee, Kyritz (bis 1746 auch Schweidnitz)
 1742Neustadt, Oberglogau und Ziegenhals in Schlesien
 1752Ratibor und Leobschütz, dazu wechselnd Katscher, Gleiwitz, Bauerwitz
Inhaber (bis 1806)
 1704August v. Wittgenstein
 1711Ludolf v. Pannewitz
 1715Wilhelm Gustav v. Anhalt-Dessau
 1715Benjamin Hieronymus Courold du Portail
 1718Georg Levin v. Winterfeld
 1728Arnold Christoph v. Waldow (ab 34 "Alt-Waldow")
 1743Friedrich Wilhelm v. Kyaw
 1759Johann Heinrich Friedrich v. Spaen
 1763Georg Ludwig v. Dalwig
 1796Jakob Friedrich v. Berg
 1798Georg Ehrenreich v. Werther
 1803Karl Wilhelm v. Bünting
Verbleib
 1806Das Regiment stand in der Haupt-Armee des Königs bei Auerstedt. Nach der chaotischen Flucht mit dem Hohenloheschen Korps vereinigt, ging es bei Magdeburg über die Elbe, machte den Rückzug in Richtung Oder mit und kapitulierte am 29. Oktober bei Pasewalk. Einzig das in Kosel stehende Depot überstand die Katastrophe und wurde mit den gesammelten Resten Anfang 1807 dem Kürassier-Regiment № 4 zugeteilt, das mit A.K.O. vom 7. September 1808 den Namen "Schlesisches Kürassier-Regiment Nr. 1" erhielt (andere Quellen schildern, dass das Depot am 21. November 1806 zur Errichtung des "2ten Schlesischen Husaren-Regiment Nr. 6" befohlen wurde).

Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 12 - Kürassier
Gemeiner


Menzel: Kürassier-Regiment Nr. 12 - Kürassier
Gemeine in Weste


Kürassier-Regiment № 13 (von 1740 bis 1919 "Garde du Corps")

Menzel: Garde du Corps - Standartenjunker
Standarten-Junker

Vor-Geschichte (die alte "Garde du Corps")

 1641als "Leib-Kompanie zu Roß" im 1633 aufgestellten Regiment "Jung-Burgsdorff" formiert
 1652zur "Leib-Garde zu Roß" erhoben
 1688zur "Trabanten-Garde" mit zwei Kompanien zu je 150 Trabanten umgebildet
 1692zur "Garde du Corps" mit zwei Eskadronen zu je zwei Kompanien umgebildet
 1713mit A.K.O. vom 1. Juni 1713 als vierte Eskadron im Regiment "Gens d‘armes" (№ 10) aufgegangen


Kurz-Geschichte

Errichtung
 1740Kron-Prinz Friedrich, Sohn des sog. "Soldaten-Königs" Friedrich Wilhelm I., war vom Kampf-Wert und der Kriegs-Tauglichkeit der brandenburgisch-preussischen Kavallerie nur wenig überzeugt: Nach seiner Einschätzung war die Reiterei (mit Ausnahme der knapp 2.000 Mann im "Königlich-Preussischen Husaren-Korps") zur Parade hübsch anzuschauen, im Feld jedoch zu unbeweglich, im Manövrieren zu langsam und in den verschiedenen Arten der Attacke zu schwerfällig.
 Nur wenige Tage nach dem Tod seines Vaters am 31. Mai 1740 bzw. unmittelbar nach seinem Regierungs-Antritt leitete der neue König eine Vielzahl von Reformen ein, die nicht nur Verwaltung und Wirtschaft, Recht und Justiz, Bildung und Kultur sondern auch das Militär betrafen. Neben der umgehenden Auflösung der europa-weit bestaunten jedoch extrem kost-spieligen und im Feld nicht zu gebrauchenden "Riesen-Garde" befahl Friedrich II. mit A.K.O. vom 23. Juni 1740 die Wieder-Errichtung einer Eskadron "Garde du Corps", die primär als persönliche Leib-Wache dienen sollte. Die 12 Offiziere und 166 Gardisten der neuen Elite wählte der König persönlich aus den jungen, aufgeschlossenen und vor allem gut gebildeten (!) adligen Kavallerie-Offizieren der bestehenden zwölf Kürassier- und sechs Dragoner-Regimenter.
 Nachdem beinahe sämtliche preussischen Kavallerie-Regimenter im ersten Krieg um Schlesien – insbesondere in der Schlacht bei Mollwitz (10. April 1741) – wiederholt den Unwillen des Königs erregt und sich dessen Befürchtungen bezüglich der Qualität bestätigt hatten, waren für die drohenden Folge-Konflikte umfängliche und vor allem schnell in der Truppe einzuführende Modernisierungen konsequent. Die im Berliner Vor-Ort Charlottenburg einquartierte "Garde du Corps" wurde Muster-Einheit für das Erproben und die Vorführung neuer Taktiken zu Pferd und Lehr- und Ausbildungs-Einheit für sämtliche Offiziere der Kavallerie. Unter seiner Aufsicht studierte diese Einheit in den großflächigen Park-Anlagen hinter dem Schloss eine Reihe neuartiger Manöver, die hauptsächlich die Geschwindigkeiten der einzelnen Verbands-Bewegungen steigern sollten. Aufmärsche zur Schlacht-Linie, Schwenkungen und Neuformierungen hatten von nun ab generell im schnellen Trab zu geschehen; als Tempo zur Attacke wurde erstmals der Galopp befohlen. Nach Möglichkeit unterrichtete Friedrich als Chef der Eskadron die Kommilitonen persönlich auch in Strategie und Taktik.
 Ihre Feuer-Taufe erlebte die Garde im Zweiten Schlesischen Krieg in der Schlacht bei Hohenfriedberg am 4. Juni 1745: Hier kam es über die gesamte Schlacht-Front zu einer Vielzahl ausgedehnter Reiter-Gefechte, in denen die 43 preussische Eskadronen über die 65 österreichischen Schwadronen siegreich blieben. Unerwartete Verstärkung erhielt die Eskadron gleich zu Beginn des Siebenjährigen Krieges: Nach der Kapitulation der kursächsischen Armee am 16. Oktober 1756 bei Pirna wurden große Teile der in preussische Gefangenschaft geratenen sächsischen Soldaten in die preussische Armee eingereiht; die Gardisten der sächsischen "Garde du Corps" wurden der preussischen Garde als zweite und dritte Eskadron angegliedert (und desertierten bei jeder sich bietenden Gelegenheit).
 Obwohl die A.K.O. vom 9. März 1798 schließlich die Aufnahme besonders verdienstvoller Kavalleristen aller Regimenter ermöglichte – die Garde wurde bis zum 17. Juli 1798 auf zehn Kompanien verstärkt und offiziell zum Regiment erhoben –, belegt die Stamm-Rolle bzw. die hier aufgeführten Namen brandenburgisch-preussischer Adels-Häuser, dass die Einheit "das vornehmste Regiment" der preussischen Armee blieb.
 Eine im Jahr 1803 erlassene Order, die seit Errichtung der Garde geführten Adler samt Vexillium gegen reguläre Standarten vom Typ der Kavallerie einzutauschen, führte beinahe zu einer Meuterei; erst die Zusage des Königs, die Stücke in die Potsdamer Garnisons-Kirche zu überführen, beruhigt das verletzte Ehr-Gefühl der Gardisten.
Garnisonen bzw. Standorte
 1740Charlottenburg
 1753die "Garde du Corps" wird in Potsdam garnisoniert; am Stadt-Kanal (Türkstraße) beginnen 1752/53 nach Entwürfen Knobbelsdorffs die Bau-Arbeiten für eine Kaserne
 1764die 1te Eskadron wird in Potsdam kaserniert, die 2te Eskadron in Berlin, die 3te in Charlottenburg
 1798die Leib- sowie die 2te, 5te und 9te Kompanie steht in Potsdam, die 4te, 7te und 8te Kompanie in Berlin, die 3te, 6te und 10te Kompanie in Charlottenburg
 
Inhaber (immer der jeweilige König von Preussen)
Kommandeure (bis 1806):
 1740Otto Friedrich v. Blumenthal
 1744Georg Christoph v. Jaschinsky
 1747Hans August v. Blumenthal
 1758Wilhelm Diedrich v. Wacknitz
 1760Carl Heinrich v. Schaetzel
 1773Carl Friedrich v. Mengden
 1785Carl Wilhelm v. Byern
 1794Friedrich Wilhelm v. Zollikofer
 1798Christian Friedrich v. Rabenau
 1801Ernst August v. Wintzingerode
Verbleib
 1806Die "Garde du Corps" überstand die Katastrophe von Auerstedt als Regiment, eskortierte die Flucht der königlichen Familie nach Osten, wo es dem zwischen Oder und Weichsel zusammen-gezogenen Reserve-Corps L‘Estocq angeschlossen wurde und sich 1807 in den Abwehr- und Rückzugs-Gefechten zwischen Liebstadt und Königsberg, der Schlacht bei Preussisch-Eylau (7. bis 9. Februar) sowie in den Gefechten bei Heilsberg (10. Juni) schlug. Nach dem Feldzug von 1807 wurde es provisorisch in Memel (Ost-Preussen; heute Klaipėda, LIT) garnisoniert. Gemäß dem Königsberger Folge-Abkommen vom 12. Juli 1807 war das preussische Heer, das zu Beginn des Feld-Zuges über rund 235.000 Mann verfügte, auf 42.000 Mann zu reduzieren, was Folgen auf die Stärke, Struktur und Gliederung sämtlicher Regimenter hatte: Mit A.K.O. vom 1. April 1808 wurde die "Garde du Corps" auf ein Regiment zu vier Eskadronen vermindert, in die neu-preussische Armee eingereiht, behielt jedoch ihren Garde- und Elite-Status und kehrte am 23. Dezember 1809 nach Berlin-Charlottenburg -, am 24. auch in die Garnison von Potsdam zurück.
 1809 wurde die Uniformierung aller preussischen Einheiten nach Vorbild der russischen Armee reglementiert. Als Geste der Freundschaft erhielt das Regiment vom russischen Zaren Alexander eine komplette Garnitur Helme aus Beständen der russischen Garde-Kavallerie zum Geschenk. Mit A.K.O. vom 16. Februar 1810 wurde die mit A.K.O. vom 17. Februar 1810 zu errichtende "Leib-Ulanen-Eskadron" der "Garde du Corps" als (5te oder leichte) "Garde-Ulanen-Eskadron" zugeteilt (Ausführung 15. März 1810). Zu Beginn der Befreiungs-Kriege erhielt auch die "Garde du Corps" mit A.K.O. vom 03. Februar 1813 Befehl zur Errichtung eines Detachements "Freiwilliger Jäger", die in Anlehnung an die populären russischen Reiter als "Garde-Volontär-Kosaken" uniformiert und bewaffnet wurde (Ausführung 15. März 1813). Mit A.K.O. vom 18. Februar 1813 verlor das Regiment seine Stamm-Nummer und wurde zusammen mit dem per A.K.O. vom gleichen Tag aus den vier Normal-Eskadronen formierten "Leichten Garde-Kavallerie-Regiment" zur Bildung der Garde-Kavallerie-Brigade kommandiert (Ausführung 1. April 1813).
Menzel: Garde du Corps - Offizier
Offizier

Menzel: Garde du Corps - Gemeiner
Gemeiner

Menzel: Garde du Corps - Offizier in Supra-Weste
Offizier in Supra-Weste

Menzel: Garde du Corps - Gardist in Supra-Weste
Gardist in Supra-Weste

Menzel: Garde du Corps - Trompeter
Trompeter

Menzel: Garde du Corps - Gardisten im Mantel
Zwei Gemeine und Unteroffizier im Mantel

Menzel: Garde du Corps - Reitzeug
Reitzeug

Menzel: Garde du Corps
Offizier in Interimsgala

Menzel: Garde du Corps
Offizier in Interimsgala, Rückansicht

Menzel: Garde du Corps
Offizier in einfacher Interimsuniform


Menzel: Garde du Corps - Stiefel-Studie
Stiefel der "Garde du Corps"
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)


Menzel: Garde du Corps - Studie der Supra-Weste
Studie der Supra-Weste für Offiziere und Gemeinen der "Garde du Corps"
Frisuren der Husaren, Dragoner und Kürassiere
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)


Menzel: Studie Kürassier-Uniformen
Rück-Ansicht einer Uniform für Trompeter der Kürassiere sowie Leder-Gamasche der "Gens d'Armes" und der "Garde du Corps" (auf Wache)
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)

Menzel: Garde du Corps - Studie der Tasche
Studie der Pallasch-Tasche für Offiziere der "Garde du Corps" (und Säbel-Tasche für Offiziere des Husaren-Regiments № 6)
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)


Menzel: Garde du Corps - Studien zum Pallasch
Studien zum Pallasch der "Garde du Corps"
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)


Anlagen

Menzel: Anlage Kürassiere - Abzeichen
Schematische Darstellung der Farben, Rabatten und Bortenmuster der Offiziere an den Kolletts der 13 Kürassier-Regimenter

1806 waren die Regiments-Abzeichen für die Offiziere folgende:
 № 1ponceauroth mit Silber und dergl. Chemisettes.
 № 2karmoisinroth mit Silber (Kollets citronengelb, statt weiß).
 № 3dunkelblau mit Gold.
 № 4schwarz mit Gold.
 № 5hellblau mit Gold (Bandelier blau-weiß versetzt).
 № 6ziegelroth mit Gold.
 № 7gelb mit Silber.
 № 8dunkelblau mit Silber (Bandelier blau-weiß gestreift).
 № 9karmoisinroth mit Gold.
 № 10ponceauroth mit Gold und dunkelblaue Chemisettes.
 № 11hellblau mit Silber (Bandelier mit blau-weißen Rauten).
 № 12dunkelorange mit Gold.
 № 13ponceauroth mit Silber und dunkelblaue Chemisettes.
Menzel: Anlage Kürassiere - Abzeichen
Tressen und Abzeichen-Farben, Schabracken, Schabrunken und Mantel-Säcke I

Menzel: Anlage Kürassiere - Abzeichen
Tressen und Abzeichen-Farben, Schabracken, Schabrunken und Mantel-Säcke II

Menzel: Anlage Kürassiere - Abzeichen
Schnitt der Interimsgala- oder Gesellschafts-Röcke für Offiziere der Kürassier-Regimenter und Abzeichen-Farben

Menzel: Studie Kürassiere
Skizze eines Kürassiers
(zu Pferde und zu Fuß nebst Details)
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)

Menzel: Studie Kürassier-Uniformen
Collet der Kürassiere mit Maß-Angaben
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)

Menzel: Studie Kürassier-Uniformen
Weste der Kürassiere mit Maß-Angaben
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)

Menzel: Details Kürassier-Ausrüstung Menzel: Details Kürassier-Uniformen Menzel: Studie Kürassier-Uniformen
Patronen- und Pallasch-Tasche für Kürassiere
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)

Stiefel, Sporen und Feder-Stutz für Kürassiere
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)

Ärmel-Abzeichen verschiedener Kürassier-Regimenter
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)

Menzel: Sattelzeug Kürassiere
Sattel-Zeug der Kürassiere
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)

Menzel: Sattelzeug Kürassiere
Sattel-Zeug der Kürassiere und Dragoner
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)

Menzel: Studie Kandare und Zaum-Zeug
Kandare und Zaum-Zeug für Kürassier- und Dragoner-Pferde
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)



Den Untergang der alt-preussischen Armee und die anschließenden Kapitulationen bei Erfurt (16. Oktober 1806) und Prenzlau (28. Oktober), Pasewalk (29. Oktober), Anklam (1. November) und Ratekau (7. November) sowie der Festung Magdeburg samt den dort gelegenen und bestens gefüllten Munitions- und Verpflegungs-Depots (8. November) überstanden von den dreizehn Kürassier-Regimentern nur zwei (№ 4 und № 13), die mit A.K.O. vom 7. September 1808 als "Schlesisches Kürassier-Regiment (Nr. 1)" und "Regiment Gardes du Corps (Nr. 3)" fort-bestanden.


Das mit A.K.O. vom 7. September 1808 formierte "Ost-Preussische Kürassier-Regiment (Nr. 2)" ging aus dem in Ost-Preussen verbliebenen Regiment "von Zieten" (1806 "von Auer" № 6) hervor, das gemäß Order vom 16. Oktober 1807 auf acht Eskadronen reduziert und nach Übernahme und Aufteilung der Depots der aufgelösten Dragoner-Regimenter "von Herzberg" (№ 9) und "von Heyking" (№ 10) in zwei Regimenter geteilt worden war (I. Bataillon: Zieten-Kürassiere; II. Bataillon: Zieten-Dragoner).


Die von Major Karl Leopold von Stülpnagel (Kommandeur des Kürassier-Regiments № 5) gesammelten Reste seines und des 8ten Kürassier-Regiments wurden im Februar 1807 zur "Kürassier-Brigade Stülpnagel" formiert, aus der mit A.K.O. vom 16. Oktober 1807 die "Märkische Kürassier-Brigade" unter Kommando von Oberst Friedrich August Freiherr von Maltzahn, bis dahin Kommandeur des Dragoner-Regiments "von Baczko" (№ 7) mit vier Eskadronen hervor-ging. Diese Einheit wurde im Rahmen der Reorganisation bzw. mit A.K.O. vom 7. September 1808 als "Brandenburgisches Kürassier-Regiment (Nr. 4)" in die neue preussische Armee eingereiht.

Im Einzelnen wurden formiert …

 1te Eskadron aus den Resten des Regiments Gens d'armes (seit 1652 Kurfürstliche Leibgarde zu Pferde; 1806 10tes).

 2te Eskadron aus den Resten des Leib-Regiments und der Leib-Karabiniers (3tes und 11tes).

 3te Eskadron aus v. Beeren-Kürassieren (2tes).

 4te Eskadron aus v. Ouitzow- und v. Reitzenstein-Kürassieren (6tes und 7tes).


Nach der Reorganisation von 1808 wurden alle Uniformen nach Vorbild der russischen Kürassiere wesentlich vereinfacht. Die vier Kürassier-Regimenter erhielten weiße Kollets mit stehenden farbigen Kragen und Aufschlägen, dunkel-blaue Litewkas mit einem Kragen gleich dem Kollet-Kragen, graue Überknopf-Hosen mit gelben oder weißen Knöpfen, schwarz-lederne Helme mit gelbem Beschlag und schwarzem Roßhaar-Kamm (die Trompeter seit 1814 rot).

Im Einzelnen wurde bestimmt …

 Schlesisches Kürassier-Regiment: schwarze Abzeichen, gelbe Knöpfe und weiße Achsel-Klappen.

 Ost-Preussisches: hell-blaue Abzeichen, weiße Knöpfe und weiße Achsel-Klappen.

 Garde du Corps: ponceau-rote Abzeichen, weiße Knöpfe und weiße Achsel-Klappen.

 Brandenburgisches: licht-blaue Abzeichen, weiße Knöpfe und weiße Achsel-Klappen (die Litewka mit ponceau-rotem Kragen).

~




Teil II: Die Dragoner

Die in allen europäischen Heeren zu Beginn des 17. Jahrhunderts vertretenen Dragoner haben ihre Anfänge in den sog. Arkebusier-Reitern des 16. Jahrhunderts, die zum Transport ihrer schweren Feuer-Waffen während des Marsches Pferde requirierten, die in der Regel als Zug- oder Lasten-Pferde genutzt wurden und als kräftige, aber langsame Kalt-Blüter für die Schlachten-Kavallerie (Kürassiere, Lanciers etc.) unbrauchbar waren. Mit der Verbreitung der leichteren Muskete – insbesondere mit dem Aufkommen des "Dragon", einer Kurz-Version des späteren Tromblons mit einem zierenden Drachen-Kopf an der Mündung – entwickelte sich in Frankreich zur Mitte des Dreißigjährigen Krieges die neue Waffen-Gattung der Dragoner, die anfänglich als berittene bzw. schnell(er) bewegliche Infanterie eingesetzt wurden, im Gefecht jedoch an der Seite der Musketiere zu Fuß kämpften.


Obwohl auch Brandenburg in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges je nach Bedarf eine ganze Reihe von Regimentern zu Pferde geworben und je nach Kriegs- und Kassen-Lage in Teilen oder in Gänze wieder aufgelöst hatte, begann die Geschichte der brandenburgisch-preussischen Dragoner mit dem legendären Kavallerie-General Georg von Derfflinger, der im schwedischen Heer unter König Gustav II. Adolf vom einfachen Reiter zum Obristen aufgestiegen -, 1654 in kurfürstlich brandenburgische Dienste getreten und hier als ungebildeter Nicht-Adliger vom Obristen zum General und bald darauf zum General-Feldmarschall avanciert war und schließlich zum Statthalter von Hinter-Pommern und Ober-Gouverneur aller Festungen erhoben wurde.

Ausgehend von drei zwischen 1655 und 1666 von Derfflinger errichteten Regimentern zu Pferd, aus denen durch Abgaben, Aufteilungen und Umbildungen zwischen 1687 und 1697 eine Reihe von Neu-Formationen hervorgingen, zu denen u.a. die Kürassier-Regimenter № 5 und № 11 zählten, verfügte König Friedrich I. "in Preussen" bereits über zwei dauerhaft bestehende Dragoner-Regimenter, die von seinem Sohn, Soldaten-König Friedrich Wilhelm I., nach dem Pommern-Feldzug von 1715/16 als "Reuter" (Reiter) tituliert wurden, deren Exerzier-Reglement jedoch noch bis 1727 überwiegend auf den Infanterie-Dienst und damit mehr auf das Gefecht zu Fuß als auf das Reiten und die Attacke mit dem blanken Degen ausgerichtet war (was begründet, dass jeder "Reuter"-Eskadron anstelle der Trompeter drei Tambours beigegeben waren). Zwischen 1717 und 1727 errichtete er vier weitere Regimenter, zu denen auch die im Jahr 1717 aus Sachsen übernommenen "Porzellan-Dragoner" gehörten.

Friedrich II. übernahm bei seinem Regierungs-Antritt im Jahr 1740 insgesamt 45 Dragoner-Eskadronen (wobei die Regimenter von Platen № 1, Grenadiers zu Pferde № 3 und Bayreuth № 5 über zehn und № 2, 5 und 6 über je fünf Eskadronen verfügten). Er verdoppelte die Zahl der Regimenter bis 1744 auf zwölf, die nun gleich so wie die Kürassiere eingesetzt wurden. Unter seiner Herrschaft erhielten die "Reuter" ein eigens Reglement und wurden – nunmehr offiziell als Dragoner bezeichnet – der Kavallerie zugeordnet, was insbesondere dadurch belegt ist, dass das Dragoner-Regiment № 2 im Jahr 1745 mit dem Privileg ausgezeichnet wurde, den "Reuter-Marsch … schlagen" zu dürfen. Um neuerliche Verwechslungen mit der österreichischen Kavallerie zu vermeiden, hatten die Dragoner ihre weißen Röcke nach dem zweiten Krieg um Schlesien gegen hellblaue Stücke zu tauschen (bzw. umzufärben).


Gleich den Kürassieren wurden auch die Dragoner-Eskadronen in je zwei Kompanien unterteilt, wobei die Etats mit 837 Mann im Jahr 1740 -, 892 im Jahr 1756 und ab 1757 mit 907 Mann etwas höher als bei den Kürassieren ausfielen. In der von Menzel gewählten Betrachtungs-Zeit der Kriege um Schlesien und des Siebenjährigen Krieges zählte jedes Dragoner-Regiment…


 … nach dem Reglement vom 1. Juni 1743:
 Regiments-Stab:
1 General als Inhaber bzw. Chef
5 Eskadrons-Chefs (Oberst, Oberst-Leutnant, 3 Majore oder Kapitäne)
1 Lieutenant als Adjutant
 Unter-Stab:
1 Regiments-Quartiermeister
1 Regiments-Zahlmeister
1 Regiments-Feldscher
1 Regiments-Pauker
4 bis 5 Hautboisten
1 Auditeur (Militärjustiz-Beamter)
1 Regiments-Profoss
1 Feld-Prediger (Kaplan)
1 Regiments-Büchsenschmied
1 Be- oder Zureiter (für die Remonten)
1 Sattler
 Jede der fünf Eskadronen:
2 Stabs-Kapitäne als Kompanie-Chefs
2 Premier- oder Seconde-Lieutenants
1 Fähnrich als Fahnen-Junker
1 Wacht-Meister
1 Quartier-Meister
3 Tambours
10 Unteroffiziere oder Korporale
132 Gemeine (in 44 Rotten)
10 Überkomplette (Unberittene)
1 Feldscher
1 Fahnen-Schmied (Ross-Arzt und Huf-Schmied)
… die Eskadron insgesamt 164 Mann

 … bei Kriegs-Beginn im Jahr 1756:
 Regiments-Stab:
1 General als Inhaber bzw. Chef
1 Oberst als Kommandeur und Eskadrons-Chef
1 Oberst-Leutnant als Stellvertreter und Eskadrons-Chef
3 Majore als Eskadrons-Chefs
 Unter-Stab:
1 Quartier-Meister
1 Zahl-Meister
1 Regiments-Pauker
1 Stabs-Trompeter
1 Be- oder Zureiter (für die Remonten)
1 Sattler
1 Feld-Prediger (Kaplan)
1 Regiments-Feldscher (Chirurg)
1 Regiments-Profoss
 Jede der fünf Eskadronen:
1 Kapitän als Kommandeur
4 Leutnants als Zug-Führer
1 Fähnrich als Fahnen-Junker
12 Unteroffiziere als Gruppen-Führer
132 Gemeine (in 44 Rotten)
24 Überkomplette
3 Tambours
1 Fahnen-Schmied (Ross-Arzt und Huf-Schmied)
… die Eskadron insgesamt 178 Mann
… nach dem Reglement vom 1. Februar 1757 bzw. durch Aushebungen in Sachsen wurde jede Eskadron um einen Offizier, zwei Unteroffiziere und zwölf Gemeine verstärkt:
 Regiments-Stab:
1 General als Inhaber bzw. Chef
1 Oberst als Kommandeur und Eskadrons-Chef
1 Oberst-Leutnant als Stellvertreter und Eskadrons-Chef
3 Majore als Eskadrons-Chefs
 Unter-Stab:
1 Quartier-Meister
1 Regiments-Schreiber
1 Kessel-Pauker
1 Stabs-Trompeter
1 Be- oder Zureiter (für die Remonten)
1 Sattler
1 Feld-Prediger (Kaplan)
1 Regiments-Feldscher (Chirurg)
1 Regiments-Profoss
 Jede der fünf Eskadronen:
1 Rittmeister als Kommandeur
1 Premier- oder Capitain-Lieutenant als Stellvertreter und Adjutant
4 Leutnants als Zug-Führer
1 Fähnrich als Fahnen-Junker
14 Unteroffiziere als Abteilungs-Führer
168 Gemeine
3 Tambours (ab 1771 1 Tambour und 2 Trompeter)
2 Hufschmiede
1 Feldscher
… die Eskadron insgesamt 194 Mann

Nach dem Hubertusburger Frieden (1763) wurde der Etat der Dragoner-Regimenter mit fünf Eskadronen (die Dragoner-Regimenter № 5 und 6 verfügten als Doppel-Regimenter nach wie vor über zehn Eskadronen) auf 37 Offiziere, 70 Unteroffiziere, 6 Hautboisten, 10 Trompeter, 5 Tamboure, 720 Gemeine, 5 Feld-Scherer und 10 Fahnen-Schmiede reglementiert. Der Unterstab zählte mit Quartier-Meister, Prediger, Auditeur, Regiments-Feldscher sowie einem Bereiter, Sattler und Profoss sieben Angehörige; das Regiment insgesamt 865 Mann.





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Anmerkung: Die Regiments-Nummern beziehen sich auf das mit A.K.O. vom 1. Oktober 1806 eingeführte Bezeichnungs-System.


lokaler Link Dragoner-Regiment № 1

lokaler Link Dragoner-Regiment № 2

lokaler Link Dragoner-Regiment № 3

lokaler Link Dragoner-Regiment № 4

lokaler Link Dragoner-Regiment № 5

lokaler Link Dragoner-Regiment № 6

lokaler Link Dragoner-Regiment № 7

lokaler Link Dragoner-Regiment № 8

lokaler Link Dragoner-Regiment № 9

lokaler Link Dragoner-Regiment № 10

lokaler Link Dragoner-Regiment № 11

lokaler Link Dragoner-Regiment № 12

lokaler Link spätere Formationen № 13 & 14


lokaler Link Anlagen




Dragoner-Regiment № 1 (1755 "von Normann" - 1806 "König Maximilian von Bayern")

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 1 - Offizier
Offizier

Kurz-Geschichte

Errichtung
 1689Das Regiment ging aus zwei Kompanien Dragoner hervor, die unter Markgraf Georg Friedrich von Ansbach zum Reichs-Krieg gegen Frankreich (Pfälzischer Erbfolgekrieg 1688-1697) für das Reichs-Kontingent geworben -, im Frühjahr 1689 in brandenburgischen Dienst übernommen und in das bei Köln stehende, 30.000 Mann starke Korps des Kurfürsten Friedrich III. von Brandenburg eingereiht worden waren. Durch Aufstellung einer weiteren Kompanie in und um Köln und einer vierten und fünften Kompanie 1691 wurde die Truppe zum Regiment erhoben, dessen Kommando der Markgraf von Ansbach führte (als sechste Kompanie wird eine in Ost-Preussen verwaiste Einheit Ordonnanz-Dragoner genannt, die jedoch nicht heran-gezogen wurde).
 Nach dem Frieden von Rijswijk am 30. Oktober 1697 wurde das Regiment im November auf drei Kompanien reduziert und im Frühjahr 1698 nach Ost-Preussen verlegt, wo es Wach-, Eskorten- und Kurier-Dienste auszuführen hatte und 1699 wieder eine vierte Kompanie erhielt.
 Gegen die Versicherung, die von Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg beabsichtigte Erhebung des Herzogtums Preussen zum Königreich anzuerkennen, verpflichtete sich Brandenburg mit dem am 15. November 1700 geschlossenen Preussischen Kontrakt, Kaiser Leopold I. gegen Subsidien von 100.000 Talern nicht nur ein Hilfs-Kontingent von jährlich 8.000 Mann bereitzustellen, die auch außerhalb des Reiches – und damit in Vorbereitung des drohenden Spanischen Erbfolge-Krieges – eingesetzt werden durften, sondern leistete auch das Versprechen, bei künftigen Kaiser-Wahlen stets für das Haus Habsburg zu stimmen.
 Friedrichs III. von Brandenburg wurde am 18. Januar 1701 zum König Friedrich I. "in Preussen" gekrönt; im Frühjahr 1702 besetzten die Kaiserlichen die deutschen Fürstentümer, die sich auf die Seite des französischen Königs Ludwigs XIV. gestellt hatten; und wie vereinbart mobilisierte König Friedrich I. das nunmehr kurfürstlich-brandenburgische und königlich-preussische Hilfs-Kontingent.
 Das Dragoner-Regiment "Ansbach vakant" (Markgraf Georg Friedrich von Ansbach war als General der Reichs-Armee am 29. März 1703 im Kampf gegen die abtrünnigen Bayern gefallen) wurde im Juni 1703 auf sechs Kompanien zu je 60 Gemeinen -, 1704 auf acht Kompanien zu je 85 Gemeinen in vier Eskadronen verstärkt und zog im Sommer 1706 im Korps Lottum über Lüttich-Ath in den Spanischen Erbfolge-Krieg.
 Nach dem Frieden von Rastatt (7. März 1714) fand das seit Februar von General Andreas Reveillas du Veyne geführte Regiment in der Alt-Mark Winter-Quartier und zog von hier aus im Frühjahr 1715 direkt in den am 1. Mai erklärten Pommern-Feldzug gegen die Schweden.
 Mit Order vom 11. Juni 1715 hatten die bestehenden vier Eskadronen Mannschaften und Offiziere zur Aufstellung einer neuen (ab 1718 fünften) Eskadron abzugeben, die dem rund 8.000 Mann starken brandenburgischen Kontingent von General-Major Georg Friedrich von der Albe zugeteilt wurde, das zusammen mit einem dänischen Verband Ende Juni die Belagerung von Wismar aufnahm. Zwei Eskadronen standen im Belagerungs-Detachement vor Stralsund; die restlichen beiden Eskadronen gingen im Sommer in das 19.000 Mann starke alliierte Korps des Generals Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau und nahmen unter seinem Kommando am 15. November 1715 an der Landung auf Rügen teil.
 Während viele Regimenter nach dem Frieden von Stockholm, geschlossen am 21. Januar 1720 zwischen Preussen und Schweden, der Auflösung verfielen, wurde das Regiment 1721 in Hinter-Pommern garnisoniert. Mit Reskript vom 1. September 1722 erhielt es nach Vorbild der französischen Chevau-legers eine leichte (sechste) Eskadron von 150 Gemeinen, wurde bis 1725 auf insgesamt zehn Eskadronen zu je 110 Mann vermehrt, die mit Befehl vom 13. August 1725 geteilt wurden und mit selben Datum das neue Dragoner-Regiment "von Sonsfeld" (№ 2) stellten. Als eines der vier Kavallerie-Regimenter im Feldzug von 1734/35 am Rhein wurden die Eskadronen auf 132 Gemeine verstärkt; das Regiment errichtete erneut fünf zusätzliche Eskadronen und verfügte nun über fünf schwere und fünf leichte Eskadronen zu je zwei Kompanien, die bereits am 16. April 1741 taktisch getrennt wurden. Durch erneute Teilung der abgetrennten leichten Kompanien und intensiven Werbungen im In- und Ausland konnten mit Datum vom 27. Oktober 1743 das Regiment "von Holstein" (№ 9) bzw. am 14. November 1743 das Regiment "von Möllendorff" (№ 10) formiert werden.
Garnisonen bzw. Standorte
 1695Berlin
 1699Ost-Preussen
 1721Körlin, Belgard, Rummelsburg und Neu-Stettin (Pommern)
 1728Tempelburg (Pommern)
 1746Wriezen, Lippehne, Schönfließ, Greifenhagen, Banie (Pommern)
 1763Stab in Schwedt
Inhaber (bis 1807)
 1691Markgraf Georg Friedrich v. Ansbach
 1703bis 1713 vakant
 1714Andreas Reveillas du Veyne
 1717Georg Joachim v. d. Wense
 1725Hans Friedrich v. Platen
 1741Carl Friedrich v. Posadowsky
 1747Berend Christian v. Katte
 1751Johann Ernst v. Alemann
 1755Carl Ludwig v. Normann
 1761Johann Wenceslaus v. Zastrow
 1774Friedrich Albrecht Carl Hermann v. Wylich und Lottum
 1794Prinz Ludwig v. Preussen
 1797Herzog Maximilian J. v. Pfalz-Zweibrücken (ab 1799 Kurfürst -, ab 1806 König von Bayern)
 1807Wilhelm Prinz von Preussen
Verbleib
 1806Nachdem das Regiment noch im April im Korps des Generals Kalkreuth gegen Schwedisch-Pommern marschiert war, hatte es am 10. September Befehl erhalten, über das Depot in Schwedt in voller Stärke nach Sachsen zu ziehen und sich hier der vom Herzog Carl August von Sachsen-Weimar gegen die anrückende französische Armee geführten Avant-Garde anzuschließen. Am 1. Oktober stand es in der Nähe von Leipzig, brach am 8. Oktober von Arnstadt nach Schmalkalden auf und rückte über Wasungen, Hildburghausen, Eisfeld die Werra entlang. Hier bekam es am 12. Oktober die Order, nunmehr den Anschluss an das von General Ernst von Rüchel geführte Korps zu suchen. Das Regiment zog über Frauenwald nach Ilmenau und traf am Morgen des 14. Oktober wieder bei Arnstadt ein, wo es einen Ruhe-Tag und die Nachricht erhielt, dass die gesamte Bagage bei Langensalza von den Franzosen aufgebracht worden war. Am Abend traf die Nachricht von den Niederlagen bei Jena und Auerstedt ein.
 Während die Reste der Haupt-Armee bei Nordhausen gesammelt werden sollten, hatte sich die zerschlagene Kavallerie zwischen Gotha und Langensalza in Richtung Erfurt-Mühlhausen-Duderstadt auf den Harz zurückzuziehen. Das Regiment, das als eine der wenigen vollständigen Einheiten nun in der Arrière-Garde stand, passierte am 18. Oktober Duderstadt, erreichte am 21. Braunschweig, am 24. Gardelegen, ging am 26. nahe Stendal über die Elbe und noch am gleichen Tag bei Havelberg über die Havel.
 Nach 4-tägigen Eil-Märschen rückte das Regiment bei Zechlin in Mecklenburg ein, zog am 1. November durch Plauen (Plau am See; Müritz) und traf am 3. zwischen Pokrent und Klein-Welzin auf Posten des Blücherschen Korps. Mit dem Marsch-Ziel Lübeck zog das Regiment am Morgen des 5. November durch Gadebusch, wo es auf dem Weg nach Ratzeburg gegen 9:00 Uhr auf einen weit überlegenen Verband der französischen Kavallerie traf; ein weiterer Verband verlegte den Rückweg. Unter Aufgabe der Regiments-Nachhut, die der französischen Übermacht ein hinhaltendes Scharmützel lieferte und sich schließlich gegen Mittag nahe dem Dorf Möllin ergab, entkam das Regiment "mit vier geretteten Standarten" über freies Feld in südliche Richtung, ging über die Steckeniz (heute Teil des Elbe-Lübeck-Kanals) und erreichte am 6. November bei Lauenburg die Elbe. Verfolgt von den Franzosen wurde das Regiment am 8. November weiter nach Lüneburg abgedrängt. Am 10. November überbrachte ein französischer Parlamentär die Nachricht von Blüchers Kapitulation am 7. November bei Ratekau, die auch für sämtliche detachierten Kommandos, im Anmarsch befindliche Einheiten oder versprengte Reste Geltung hatte.
 Das Regiment kapitulierte am Morgen des 12. November bei Lüneburg und zog bei Boizenburg in Gefangenschaft. Die Reste sammelten sich in Danzig und Ost-Preussen und wurden mit dem Depot sowie den Resten des Kürassier-Regiments "von Bailliodz" (№ 5) mit A.K.O. vom 16. Oktober 1807 zur Bildung der Dragoner-Brigade "Prinz Wilhelm" zusammen-gezogen, aus der mit A.K.O. vom 7. September 1808 das "Brandenburgische Dragoner-Regiment Nr. 5" hervorging (ab 27. Mai 1819: "2tes Dragoner-Regiment [Brandenburgisches]", ab 7. November 1867: "1tes Brandenburgisches Dragoner-Regiment Nr. 2").

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 1 - Dragoner
Gemeiner

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 1 - Trompeter
Trompeter

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 1 - Reitzeug
Reitzeug

Menzel: Patronentaschen
Detail-Studie der auf den Patronentaschen-Klappen verschiedener Dragoner-Regimenter gezeigten Kartusch-Bleche (bzw. -Schilde).
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)


Dragoner-Regiment № 2 (1757 "von Krockow" - 1806 "von Prittwitz")

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 2 - Offizier
Offizier

Kurz-Geschichte

Errichtung
 1725Schon im Ergebnis des Pommern-Feldzuges von 1715 waren die Schweden gezwungen, große Teile des im Westfälischen Friedens von 1648 gewonnenen Pommerns bis auf Rügen und die Festungs-Stadt Stralsund wieder aufgeben zu müssen: Die Gebiete nördlich der Peene wurden von Dänemark beansprucht; das südlich gelegene Territorium wurde von brandenburgisch-preussischen Truppen besetzt. Mit dem Frieden von Stockholm, geschlossen nach dem Großen Nordischen Krieg am 21. Januar 1720 zwischen Schweden und Brandenburg-Preussen, wurden Teile Schwedisch-Pommerns samt der Hauptstadt Stettin König Friedrich Wilhelm I. zugeschlagen. Zum Besatzungs-Kontingent, das die nunmehr als "Vor-Pommern" bezeichneten Gebiete nunmehr gegen die Expansions-Bestrebungen des dänischen Königs Friedrich IV. zu sichern hatte, gehörte auch das 1689 aus dem Ansbach‘schen Reichs-Kontingent formierte Dragoner-Regiments "von der Wense" (№ 1). Mit Reskript vom 1. September 1722 hatte dieses Regiment eine sechste Eskadron von 150 Gemeinen zu errichten, die nach Vorbild der französischen Chevau-legers als leichte Reiterei vor allem in der Aufklärung und im Vorposten-Dienst zum Einsatz kommen sollten. Innerhalb der nächsten drei Jahre wurde die Zahl der leichten Eskadronen auf fünf erhöht, womit das Regiment 1725 über fünf schwere und fünf leichte Eskadronen verfügte. Diese Eskadronen zu je 120 Gemeinen wurden mit Befehl vom 13. August 1725 geteilt und zur Aufstellung eines weiteren Dragoner-Regiments befohlen, das in der Rang-Folge bzw. der späteren Nummerierung an zweiter Stelle eingeordnet wurde.
 Mit dem Aufkommen und der schnellen Vermehrung der Husaren gingen die Aufgaben der leichten Kavallerie an diese neue Waffen-Gattung über; die leichten Dragoner wurden wieder der Linie zugeteilt; gewandte, bevorzugt klein-gewachsene Dragoner wurden an das stetig verstärkte Husaren-Corps abgegeben.
 Mit A.K.O vom 19. August 1739 wurde das Regiment von König Friedrich Wilhelm I. wieder in zehn Kompanien gegliedert und damit erneut verdoppelt. Die geplante Teilung kam unter der Regierung des "Soldaten-Königs" nicht mehr zu Stande; Friedrich Wilhelm I. starb am 31. Mai 1740. Am 8. November 1740 befahl König Friedrich II. die Mobilmachung, und das Regiment wurde Teil des von Fürst Leopold von Anhalt-Dessau kommandierten Observations-Korps.
Garnisonen bzw. Standorte
 1725Hinter-Pommern: Treptow a.d. Rega, Wollin, Massow, Naugard sowie wechselnd in Polzin und Greifenhagen.
 1736Herzogtum Kleve-Berg: Duisburg, Dinslaken, Rees.
 1742Schlesien: Bunzlau, Lüben, Raudten, dann (statt Bunzlau) Haynau, Polkwitz, ab 1796 auch Beuthen/Oder.
Inhaber (bis 1806)
 1725Friedrich Otto v. Sonsfeld
 1742Ludwig Eugen Johann Prinz v. Württemberg
 1749Reimar Julius v. Schwerin
 1754Christian Friedrich v. Blanckensee
 1757Anton v. Krockow
 1778Friedrich Wilhelm Carl Prinz v. Württemberg
 1781Johann Christoph v. Mahlen
 1790Carl Wilhelm Friedrich v. Schmettau
 1797Wolf Moritz v. Prittwitz
Verbleib
 1806Das Regiment stand im preussisch-sächsischen Korps des Fürsten Friedrich Ludwig zu Hohenlohe-Ingelfingen bei Jena, machte hier die chaotische Flucht über die Elbe bei Magdeburg durch Neuruppin in Richtung Stettin mit, geriet jedoch am 28. Oktober rund 50 Kilometer vor der Oder mit 19 Offizieren und 258 Mann in die "schmachvolle Kapitulation von Prenzlau". Das Regiment wurde aufgelöst; die nach Schlesien und weiter nach Ost-Preussen entkommenen Reste wurden samt dem Depot über Neu-Formationen verteilt.

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 2 - Dragoner
Gemeiner

Menzel: Pferdekopf - Studie
Menzel: Studie eines Pferdekopfes mit Halfter.
Quelle: externer Link »zeno.org« (Kupferstichkabinett)


Dragoner-Regiment № 3 (1757 "von Meinicke" - 1806 "von Irwing")

Menzel: Grenadiere zu Pferd - Grenadier
Grenadier der Grenadiere zu Pferd

Kurz-Geschichte

Errichtung
 1705Nachdem im Jahr 1703 schwedische Dragoner die Freie und Hanse-Stadt Elbing überfallen und besetzt hatten, die samt Umland vom polnische König Johann II. Kasimir mit dem im Jahr 1657 geschlossenen Vertrag von Wehlau an den Großen Kurfürsten verpfändet worden war, befürchtete Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg – seit 1701 als Friedrich I. "König in Preussen" – ein Übergreifen des Großen Nordischen Krieges auf das Territorium der gerade gewonnenen "pruzzischen" Provinzen. Zur Sicherung der neuen Besitzungen gegen die schwedischen Expansions-Bestrebungen erhielten die insgesamt 80 bestehenden Kompanien der kurfürstlichen Kavallerie (64 "Reuter-Compagnien" in 32 Eskadronen sowie 16 Kompanien Dragoner in 8 Eskadronen) mit Reskript vom 30. Dezember 1704 Order zur Abgabe von je zehn Gemeinen pro Kompanie, die mit "Capitulation" zum 3. Januar 1705 (hier der Vollzug der Übergabe und Unterstellung in ein neues Dienst-Verhältnis) zur Bildung eines neuen Dragoner-Regiments von vier Eskadronen bei Königsberg gesammelt und hier dem Kommando von General-Major Friedrich Freiherr von Derfflinger (ältester Sohn des Feld-Marschalls) unterstellt wurden. Durch Werbungen konnten die acht Kompanien zu anfänglich je 50 Mann bis zum Frühjahr 1705 auf 75 Mann verstärkt werden.
 Bis 1708 hatte das Regiment Derfflinger verschiedene Stand-Lager in Ost-Preussen. Im Jahr 1709 wurde das Regiment dem von Graf Lottum geführten brandenburgischen Hilfs-Korps zugeteilt; marschierte nach Brabant und damit in den Spanischen Erbfolge-Krieg. Seine Feuer-Taufe erlebte das Regiment zwischen Juni und August 1709 in den Scharmützeln während der Belagerung von Dornick, kämpfte am 11. September 1709 bei Malplaquet im rechten Flügel unter General Schulenburg und stand anschließend in den Belagerungen von Mons, Douai und Béthune. 1712 bezog es in Geldern Winter-Quartier und wurde anschließend in die Grafschaft Ravensberg (Kleve-Berg) verlegt, wo es bis zum Frieden von 1714 verblieb und bis 1718 die Neu-Ordnung des Verwaltungs-Gebietes Minden-Ravensberg sicherte.
 Während der Stationierung in Westfalen benennt die Regiments-Geschichte die Gesamt-Stärke des Regiments mit 712 Soldaten und Offiziere, zusammen mit den 14 Stabs-Offizieren in Minden insgesamt 726 Mann (24 Offiziere, 56 Unteroffiziere, 8 Feldschers, 8 Fahnenschmiede, 16 Tambours und 600 Gemeine).
 Für die im Feldzug erbrachten Verdienste wurde das Regiment am 22. August 1714 von König Friedrich Wilhelm I. mit dem Titel "Grenadiers zu Pferde" ausgezeichnet. Unteroffiziere und Mannschaften erhielten die typischen Grenadier-Mützen sowie den acht-strahligen Stern des Adler-Ordens auf Mützen-Schild und Kartusch-Tasche. Die seit Errichtung geführten blauen Abzeichen wurden durch ponceau-rote Stücke ersetzt.
 1724 wurde das Regiment auf fünf Eskadrons zu je 130 Gemeinen verstärkt; zwischen 1725 und 1726 dann zum Doppel-Regiment mit zehn Eskadronen zu je 110 -, Ende 1726 dann mit je 120 Gemeinen pro Eskadron umformiert.
 In der Schlacht von Mollwitz (10. April 1741) enttäuschte die Kavallerie – insbesondere die Grenadiere zu Pferd – in der Art, dass Friedrich II. noch im Frühjahr umfangreiche Reformen einleitete: Mit A.K.O. vom 21. April 1741 wurde das Regiment umgebildet (tatsächlich wohl aufgelöst): Die 1te, 5te, 6te, 7te und 10te Eskadron wurde am 23. April als neues Regiment dem Kommando von Oberst Friedrich Rudolf von Rothenburg unterstellt; die 2te, 3te, 4te, 8te und 9te Eskadron erhielt Oberst Wilhelm Ludwig von Bissing. Mit Befehl vom 4. September verloren Unteroffiziere und Mannschaften auch ihre Grenadier-Mützen. Die 1713 verliehenen weißen Standarten blieben beiden Regimentern erhalten; der auf den Feld-Zeichen wohl bis dahin gezeigte goldene Adler wurde schwarz.
Garnisonen bzw. Standorte
 1718Neumark und Kurmark (Stab in Landsberg/Warthe, Wriezen, Briest)
 1720dazu Arnswalde, Göritz, Woldenberg
 1739Küstrin, Bärwalde, Dramburg, Friedeberg/Neumark
 1746Küstrin, Neudamm, Bärwalde
 1755Friedeberg/Neumark, Driesen, Arnswalde, Berlinchen
 1763Friedeberg/Neumark, Arnswalde, Bärwalde, Neudamm
 1773Friedeberg/Neumark, Arnswalde, Driesen, Berlinchen
Inhaber (bis 1806)
 1704Friedrich v. Derfflinger
 1724Adolf Friedrich v. d. Schulenburg
 1741Friedrich Rudolf v. Rothenburg
 1752Georg Philipp Gottlob v. Schönaich
 1753Friedrich Ludwig Truchseß z. Waldburg
 1757Peter v. Meinicke
 1761Kurt Friedrich v. Flanß
 1763Achaz Heinrich v. Alvensleben
 1777Otto Balthasar v. Thun
 1788Georg Ludwig v. Gilsa
 1792Wolf Moritz v. Prittwitz und Gaffron
 1797Hans Carl Ludolf v. Strantz
 1800Friedrich Wilhelm v. Irwing
Verbleib
 1806Bei Auerstedt in der Haupt-Armee unter dem Herzog von Braunschweig, traten die Reste des Regiments mit rund 10.000 weiteren Versprengten im Corps Blücher den Rückzug über Brandenburg in Richtung Elbe an. Hier hoffte der General eine Auffang-Linie zu bilden, an der es ihm möglich war, weitere Truppen zu sammeln und den nachrückenden Franzosen bis zum Eintreffen von Verstärkungen aus den östlichen Provinzen oder der verbündeten russischen Armee und der Ankunft von Munition und Proviant aus den Arsenalen der Elbe-Festungen hinhaltenden Widerstand leisten zu können.
 Blüchers Hoffnungen erfüllten sich nicht.
 Obwohl sich sein Corps an der Grenze zu Mecklenburg mit weiteren rund 10.000 Mann unter Führung des Herzogs von Weimar vereinigen konnte, war an eine Feld-Schlacht nach den Kapitulationen der bestens ausgestatteten Festungen Erfurt (14. Oktober), Spandau (25. Oktober) und Küstrin (1. November) sowie der Besetzung von Berlin am 27. Oktober nicht mehr zu denken; die mit Blüchers Verfolgung beauftragten französischen Marschälle Soult, Bernadotte und Murat verfügten zusammen über etwa 55.000 Mann. Da nunmehr aber auch die Routen über die Oder und damit nach Pommern, West- bzw. Ost-Preussen verlegt waren, blieb Blücher nur noch die Option, nach Norden auszuweichen. Über den souveränen und neutralen Stadt-Staat Lübeck plante Blücher die Evakuierung seiner Truppen über die Ostsee an die ost-preussische Küste.
 Am 5. November traf Blüchers Corps vor Lübeck ein. Am 6. November lieferten die infolge der zurück-gelegten Gewalt-Märsche und der fehlenden Verpflegung geschwächten Truppen den Corps der Marschälle Soult, Bernadotte und Murat noch eine heftige Abwehr-Schlacht, in deren Ergebnis auch das Regiment "von Irwing" mit nur noch 160 Mann am 7. November bei Ratekau kapitulierte. Die Reste gingen am 30. Oktober 1807 in der 1ten Dragoner-Brigade "von Wedell" auf, aus der mit A.K.O. vom 7. September 1808 das "1te Neumärkische Dragoner-Regiment Nr. 6" formiert wurde (ab 5. November 1816 "6tes Dragoner-Regiment [Neumärkisches]"; ab 27. Mai 1819 dann "3tes Dragoner-Regiment [Neumärkisches]"; 1914 letztendlich "Grenadier-Regiment zu Pferde »Freiherr von Derfflinger« [Neumärkisches] Nr. 3"). Erste Garnisonen wurden Reppen, Sternberg, Schwiebus und Züllichau; ab 1809 dann wieder die Garnisons-Stadt Landsberg an der Warthe und deren Umgebung (Neumark).

Menzel: Grenadiere zu Pferd - Oberst
Christoph Friedrich von Schöning (1690–1769).
Von 1733 bis 1739 Regiments-Kommandeur.

Menzel: Mollwitz
10. April 1741 - Schlacht bei Mollwitz: Flucht der preussischen Kavallerie.
Illustration von Adolph von Menzel in »Wir von der Kavallerie« von Karl Litzmann (Verlagsanstalt Buntdruck; Berlin, 1913), online verfügbar in der externer Link "Staatsbibliothek zu Berlin"

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 3 - Offizier
Offizier

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 3 - Dragoner
Gemeiner


Dragoner-Regiment № 4 (1757 "von Czettritz" - 1806 "von Katte")

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 4 - Offizier
Offizier

Kurz-Geschichte

Errichtung
1741Friedrich II. war bei seinem Regierungs-Antritt von der Qualität der von seinem Vater geerbten Schlachten-Kavallerie wenig überzeugt: Abgesehen von der schlechten Remonte waren die schweren Kürassiere als auch die "Reuter" und Dragoner im Marsch zu langsam, im Angriff – insbesondere in der Attacke – zu schwerfällig, im Gefecht mit Degen oder Pallasch weitestgehend ungeübt und in der Aufklärung bzw. Verfolgung des Gegners (mit Ausnahme der Husaren) praktisch nicht zu gebrauchen; oder zu "nichts nutz" sei, weil sie immer zu spät komme. Seine Befürchtungen bewahrheiteten sich am 10. April 1741 bei Mollwitz: Bereits im Anblick der zwar überlegenen, jedoch schlecht geführten habsburgischen Kavallerie ergriffen zahlreiche preussische Eskadronen die Flucht; das von den niederländischen Verbündeten entwickelte und im Jahr 1705 auch der preussischen Infanterie befohlene und mit Ausdauer exerzierte schnelle "Peloton-Feuer" rettete die Armee.
 Der Zorn des Königs traf insbesondere die "Grenadiers zu Pferde" (siehe dazu lokaler Link Regiment von Schulenburg [№ 3]), die von seinem Vater für bewiesene Tapferkeit in der Schlacht bei Malplaquet (11. September 1709) zum Elite-Regiment erhoben -, mit dem Stern des Adler-Ordens ausgezeichnet und zwischen 1725 und 1726 zum Doppel-Regiment mit zehn Eskadronen verstärkt worden waren. Und obwohl König Friedrich bereits vor Beginn seiner Regierung umfangreiche Reformen für seine Kavallerie geplant hatte, die u.a. die Teilung der bestehenden Doppel-Regimenter vorsahen, verhinderte der Ausbruch des Ersten Schlesischen Krieges die Umsetzung der Vorhaben.
 Mit A.K.O. vom 21. April 1741 wurde das Regiment umgebildet (tatsächlich wohl aufgelöst): Die 1te, 5te, 6te, 7te und 10te Eskadron wurde am 23. April als neues Regiment dem Kommando von Oberst Friedrich Rudolf von Rothenburg unterstellt; die 2te, 3te, 4te, 8te und 9te Eskadron erhielt Oberst Wilhelm Ludwig von Bissing. Mit Befehl vom 4. September verloren Unteroffiziere und Mannschaften auch ihre Grenadier-Mützen. Die 1713 verliehenen weißen Standarten blieben beiden Regimentern erhalten; der auf den Feld-Zeichen wohl bis dahin gezeigte goldene Adler wurde schwarz.
Garnisonen bzw. Standorte
 1741Neumark (Landsberg/Warthe, Woldenberg, Friedeberg)
 1763Landsberg/Warthe, Woldenberg
 1795Landsberg/Warthe, Woldenberg, Bärwalde
Inhaber (bis 1806)
 1741Wilhelm Ludwig v. Bissing
 1742Friedrich Wilhelm v. Kannenberg
 1742Carl Ludwig v. Spiegel
 1743Casimir Wedig v. Bonin
 1752Henning Ernst v. Oertzen
 1756Carl Emil v. Katte
 1757Ernst Heinrich v. Czettritz
 1772Georg Ludolf v. Wulffen
 1782Carl Ludwig v. Knobelsdorff
 1786Carl Ludwig v. Götzen
 1789Georg Balthasar v. Normann
 1792Friedrich Heinrich v. Katte
Verbleib
 1806Bei Jena im Corps Rüchel wurde das Regiment während des Rückzugs getrennt: Während zwei Eskadronen im Durcheinander der fliehenden Truppen in das Corps Blücher und damit am 7. November in die Kapitulation von Ratekau gerieten, gelang den drei im Corps Rüchel verbliebenen Eskadronen und dem Depot die Flucht nach Ost-Preussen. Zusammen mit einer bei Danzig gesammelten Reserve-Eskadron wurden die Reste des Regiments samt den zwischen-zeitlich Ranzionierten und den verbliebenen Mannschaften des weitestgehend zerschlagenen Regiments "von Irwing" [№ 3] am 30. Oktober 1807 in der 1ten Dragoner-Brigade "von Wedell" zusammen-gefasst. Aus dieser provisorischen Einheit wurde mit A.K.O. vom 7. September 1808 das "1te Neumärkische Dragoner-Regiment Nr. 6" formiert (ab 5. November 1816: "6tes Dragoner-Regiment [Neumärkisches]"; ab 27. Mai 1819 dann "3tes Dragoner-Regiment [Neumärkisches]"; 1914 letztendlich "Grenadier-Regiment zu Pferde »Freiherr von Derfflinger« [Neumärkisches] Nr. 3"), womit das 1705 errichtete Regiment wieder vereint war.


Menzel: Mollwitz - 1741
"Die Schlacht bei Mollwitz - 1741"
Entwurf für die Tafel 9 der »Denkwürdigkeiten aus der Brandenburgisch-Preussischen Geschichte« in 12 Blättern, 1836. Quelle: externer Link »museum-digital«; Kupferstichkabinett (Berlin).

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 4 - Dragoner
Gemeiner


Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 4 - Offiziere
Offiziere um 1750


Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 4 - Dragoner
Gemeiner um 1750


Dragoner-Regiment № 5 (ab 1731 "von Bayreuth" - 1806 "Königin von Preussen"
   [mit A.K.O. vom 4. August 1810 die jeweilige Königin])

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 5 - Offizier
Offizier

Kurz-Geschichte

Errichtung
 1717Im Rahmen der im Frühjahr 1717 begonnenen Reformen zur Reorganisation und Verstärkung der brandenburgisch-preussischen Armee erhielten die 15 bestehenden Kavallerie-Regimenter mit Reskript vom 2. April 1717 die Order, zur Errichtung eines neuen Regiments Dragoner (zu erst einmal vier Eskadronen) je drei Unteroffiziere und zwanzig Gemeine abzugeben. Das neue Regiment wurde zum 1. Juni 1717 in Halberstadt in den Dienst gestellt. Erster Regiments-Chef wurde Oberst Achaz von der Schulenburg (1730 Vorsitzender des Kriegs-Gerichts über Kron-Prinz Friedrich), der die Einheit im Jahr 1718 mit Anwerbungen aus den Fürstentümern Ansbach und Bayreuth (fränkische Hohenzollern) auf den Soll-Etat von 689 Mann brachte.
 Erste (und bald darauf dauerhafte) Garnison wurde im Jahr 1720 Pasewalk in Vorpommern, das nach dem Frieden von Stockholm (geschlossen nach dem Großen Nordischen Krieg am 21. Januar 1720 zwischen Schweden und Brandenburg-Preussen) zusammen mit Stettin und den Inseln Usedom und Wollin an König Friedrich Wilhelm I. gefallen war. In Vorpommern löste es 1721 das Regiment zu Pferde "Kronprinz" (Kürassier-Regiment № 2) ab, das näher an die Residenz Berlin-Potsdam verlegt wurde.
 Mit Order vom 12. Mai 1725 wurde das Regiment – nach der Bestallung von Achaz´ Vetter Adolf Friedrich von der Schulenburg zum Chef des Dragoner-Regiments № 3 nunmehr "Alt-Schulenburg" betitelt – zum Doppel-Regiment (bzw. gleich einem Infanterie-Regiment mit Bataillonen) bestimmt und bis 1730 auf zehn Eskadronen ohne Kompanie-Einteilung verstärkt. So unterstanden Erb-Prinz Friedrich III. von Bayreuth, Schwiegersohn des Königs, mit seinem Dienst-Antritt als neuer Regiments-Chef am 7. August 1731 insgesamt 62 Offiziere, 10 Fahnen-Junker, 120 (im Jahr 1740 dann 140) Unteroffiziere, 30 Trommler, 5 Hautboisten (nach Hohenfriedberg 1 Pauker und 6 Hautboisten), 1.320 Gemeine sowie 50 (120 im Jahr 1740) Über-Komplette (Unberittene); im Unter-Stab 1 Quartier-Meister, 1 Feld-Prediger, 1 Auditeur, 1 Chirurg, 8 Feldscher sowie 1 Sattler und 1 Stall-Meister. Rekrutierungs-Kreise waren Bütow, Daher, Lauenburg, Wollin und Teile der Amts-Kreise Saatzig und Greifenhagen mit den Städten Bütow, Daber, Fiddichow, Garth, Gollnow, Greifenhagen, Lauenburg, Pasewaik, Treptow a.d. Tollense und Ückermünde.
 Bemerkenswert: Laut Jany erhielten die Bayreuth-Dragoner bereits am 16. April 1745 einen Befehl zum Empfang der neuen blauen Uniformen in Breslau; Kling gibt an, dass die Bayreuth-Dragoner ihre neuen hell-blauen Uniformen "wahrscheinlich" in der Nacht vor Hohenfriedburg (3/4. Juni 1745) erhielten.
Garnisonen bzw. Standorte
 1717Halberstadt und Umgebung (Dornburg, Hamersleben, Veltheim)
 1718Neumark (Kyritz, Lenzen, Königsberg, Gartz a.d. Oder, Arneburg, Ruppin, dazu bis 1724 Schwedt, Neustadt a.d. Dosse, Penkun)
 1720Stab und 2 Eskadronen in Pasewalk; je eine Eskadron in Schwedt, Ueckermünde und Alt-Damm
 1721Pommern (Pasewalk, Gartz a.d. Oder, Gollnow, Ückermünde und Treptow a.d. Tollense mit einigen kleineren wechselnden Ortschaften)
Inhaber (bis 1806)
 1717Achaz v. d. Schulenburg
 1731Friedrich Erbprinz v. Bayreuth
 1763Friedrich Christian Markgraf v. Bayreuth
 1769Christian F.C.A. Markgraf v. Ansbach und Bayreuth
 1806Luise Königin v. Preussen
Verbleib
 1806Das Regiment, das mit dem Tod von Alexander von Brandenburg-Ansbach am 5. Januar 1806 als "von Bayreuth - vacant" geführt wurde, bekam mit A.K.O. vom 5. März 1806 Königin Luise von Preussen zur Chefin, die dafür eine Ernennung zum Major (h.c.) erhielt (nach dem überraschenden Tod der Königin am 19. Juli 1810 wurde dem Regiment mit A.K.O. vom 4. August 1810 der Titel "Regiment der Königin" dauerhaft verliehen).
 Bei Auerstedt der Haupt-Armee des Herzogs von Braunschweig beigegeben, wurden die "Königin-Dragoner" zu Beginn des bald vollkommen chaotischen Rückzugs am 14. Oktober zur Arriere-Garde unter General Christian Ludwig Schimmelpfennig von der Oye, Chef des Regiments "Bosniaken", bestimmt: Da die Routen nach Norden (Berlin), Süden (Weimar und Erfurt) und Osten (Dresden) von französischen Corps verlegt waren, blieb den Resten der Haupt-Armee nur noch der Rückzug nach Westen: Nordhausen wurde zum Sammel-Punkt bestimmt; die Flucht ging über Sömmerda (Nacht vom 15./16.) und Sondershausen (Nacht vom 16./17.) nach Nordhausen, wo das Regiment in Rückzugs-Gefechte mit den Corps der Marschälle Davoust und Murat verwickelt wurde. Die weitere Route verlief im weiten Bogen über den Harz (Hasselfelde 18. Oktober; am 19. Blankenburg und Halberstadt am 20.) in Richtung Elbe, die zwischen dem 21./22. bei Hohen-Warthe passiert wurde. Nächste Etappen waren Burg, Rathenow, Fehrbellin-Wustrau nahe Ruppin und Gransee, wo es am 26. Oktober auf der Allee nach Zehdenick zu erneuten Scharmützeln kam, die sich entlang der Straße nach Templin hinzogen. Die Königin-Dragoner, vier Schwadronen stark, trieben die Husaren des französischen Generals Antoine Charles Louis de Lasalle zurück, wurden dann aber im Gegen-Angriff von den Dragonern unter Marschall Emmanuel de Grouchy beinahe vollständig vernichtet. Das Regiment verlor neben einer Fahne 14 Offiziere und 250 Mann durch Tod, Verwundung oder Gefangennahme. Die Oder wurde am 27. Oktober bei Schwedt passiert; am Morgen des 28. erreichten die restlichen Königin-Dragoner die Festung Stettin; wo das Regiment hinter Gollnow (heute Goleniów; POL) gesammelt wurde. Mit nur noch 21 Offizieren, 4 Unteroffizieren, 13 Trompetern und 375 Gemeinen erhielt das vor drei Wochen noch zehn Eskadronen starke Regiment am 6. November in den Danziger Vorstädten Quartier, wo es im Frühjahr 1807 zusammen mit weiteren dort gesammelten und zwischen-zeitlich eingetroffenen russischen Einheiten in die von polnisch-sächsisch-französischen Verbänden unter Marschall Lefebvre begonnene Belagerung geriet. Nachdem die Festung aus Mangel an Munition am 26. Mai kapitulieren musste, wurde der 22.000 Mann starken preussisch-russischen Besatzung ein ehrenvoller Abzug nach Pillau gewährt. Neues Quartier wurde am 12. Juli die Umgebung von Bjelostock (Białystok; POL), das 1796 unter preussische Herrschaft gefallen war, mit dem Frieden von Tilsit jedoch an Russland ging und wieder geräumt werden musste.
 Mit A.K.O. vom 16. Oktober 1807 wurden sämtliche Reste des Regiments – die zwischen-zeitlich Ranzionierten und zwei bei Insterburg provisorisch reorganisierte Eskadronen, die zusammen mit den Resten der Regimenter "von Herzberg" № 9 und "von Heyking" № 10 die Dragoner-Brigade "Quitzow" gebildet hatten – bei Tilsit zusammen-gefasst und in vier Eskadronen bis zum November 1807 als "Dragoner-Regiment Königin" neu geordnet.
 1808 erhielt die nun als "Dragoner-Regiment »Königin« Nr. 1" bezeichnete Einheit in Stargard (Pommern) Garnison; ab 1818 dann Woldenberg, Naugard, Treptow a.d. Rega und wechselnd in anderen Städten Hinterpommerns. Mit A.K.O. vom 27. Mai 1819 wurde die Truppe schließlich in das "2te Kürassier-Regiment (Pommersches) genannt Königin" umgewandelt (ab 08. November 1846 "2tes Kürassier-Regiment [Königin]"; ab 07. Mai 1861 dann "Kürassier-Regiment »Königin« [Pommersches] Nr. 2") und bis zur Auflösung im Februar 1919 wieder in Pasewalk – nunmehr "Kürassier-Stadt" – kaserniert.


Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 5 - Dragoner
Gemeiner


Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 5 - Tambour
Gemeiner


Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 5 - Zwei Gemeine und Unteroffizier im Mantel
Zwei Gemeine und Unteroffizier im Mantel


Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 5 - Zwei Gemeine in Weste
Zwei Gemeine in Weste

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 5 - Reitzeug
Reitzeug

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 5 - Markgraf Friedrich III. von Brandenburg-Bayreuth
Markgraf Friedrich III. von Brandenburg-Bayreuth (1711 - 1763),
Schwager Friedrichs des Großen.
Zeichnung nach einem externer Link Gemälde von Antoine Pesne (seit 1945 verschollen).
Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 5 - Details
Tambour-Bandelier und Säbel-Tasche vom Dragoner-Regiment Bayreuth (No. 5)
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)
 
Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 5 - Details
Tambour-Bandelier und Kragen vom Dragoner-Regiment Bayreuth (No. 5)
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)
 
Menzel: Adolph-Friedrich von Kalckreuth
General-Feldmarschall Friedrich Adolf Graf von Kalckreuth, 1788 Kommandeur en Chef und ab 1810 Chef des Regiments Königin-Dragoner Nr. 5
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)
Menzel: 4. Juni 1745 - Hohenfriedberg
4. Juni 1745 - Hohenfriedberg: "Angriff der Bayreuther Dragoner auf die österreichische Infanterie"
Illustration nach einer Vorlage von Adolph von Menzel aus »Geschichte Friedrichs des Grossen« von Franz Kugler (online komplett verfügbar in der externer Link »Bayerischen Staatsbibliothek München«).

Menzel: Hohenfriedberg
"Ein preußischer Dragoner hält vor den bei Hohenfriedberg erbeuteten Fahnen und Kanonen, den Trophäen des Sieges"
Illustration nach einer Vorlage von Adolph von Menzel aus »Geschichte meiner Zeit« von Friedrich II. (online verfügbar im externer Link "Projekt Gutenberg"; Quelle: »Adolph Menzel's Illustrationen zu den Werken Friedrichs des Grossen»; 1ter Band, R. Wagner Kunst- und Verlagshandlung, 1886)

Dragoner-Regiment № 6 (1747 "von Schorlemmer" - 1806 "von Auer")

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 6 - Offizier
Offizier

Kurz-Geschichte

Errichtung
 1717Im Mai des Jahres 1716 stand Friedrich August I. von Sachsen (1670-1733; umtriebiger Bau-Herr, Mäzen der Künste und Veranstalter pompöser Feste, Frauen-Held und Porzellan-Liebhaber, seit 1694 Kurfürst von Sachsen, ab dem 27. Juni 1697 als August II. dann auch gewählter König von Polen und Groß-Fürst von Litauen; besser bekannt als "der Starke") vor dem Dilemma, einerseits in Dresden und Warschau einen prunkvollen Hof-Staat unterhalten zu wollen, der durchaus mit dem Glanz des "Sonnen-Königs" mithalten sollte, der aber andererseits zu einer derartigen Finanz-Krise geführt hatte, dass das gesamte Staats-System – Staats- und Landes-Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft, Militär- und Defensions-Wesen – vor dem vollständigen Bankrott stand.
 Der Finanz-Haushalt war ruiniert; deutliche Einsparungen wurden nötig, die vor allem den Militär-Etat betrafen: Die Soll-Stärken der bestehenden sächsischen sowie auf deutschem Fuß errichteten königlich-polnischen Regimenter wurden deutlich reduziert; von den bestehenden fünfzehn Kavallerie- und neun Infanterie-Regimenter wurden bis Ende 1717 schließlich je fünf aufgelöst.
 König Friedrich Wilhelm I. von Preussen (1688-1740, Verächter jeder Art von Prunk-Sucht, Luxus, höfischer Verschwendung oder glamouröser Ausschweifungen; bald bekannt als "der Soldaten-König") sah sich nach dem am 11. April 1713 geschlossenen Frieden von Utrecht in der Pflicht, die am Nieder-Rhein für Brandenburg-Preussen zugewonnenen Teile Ober-Gelderns (die Amts-Kreise Geldern, Kessel, Krickenbeck und Straelen sowie die Exklave Viersen) gegen die Franzosen als auch die nördliche Grenze der Mark gegen die Expansions-Bestrebungen von Dänen und Schweden sichern zu müssen und war dementsprechend bemüht, umfangreiche Reformen zur Reorganisation und Verstärkung seiner Armee einzuleiten.
 Angesichts der oft schwierigen, zeit-aufwendigen und in der Regel kostspieligen Werbungen lag es nahe, seinem befreundeten Amts-Kollegen das Problem abzukaufen…
 Zum Vorteils-Preis von zwanzig Talern pro Kopf (und einer persönlichen Gratifikation von 151 erlesenen Stücken aus den wertvollen Sammlungen der Oranienburger und Charlottenburger Porzellan-Kabinette; darunter auch 18 blau bemalte Monumental-Vasen aus der Ming- und Qing-Dynastie) sicherte sich Friedrich Wilhelm die Option, aus rund 780 zur Entlassung stehenden Kavalleristen insgesamt 600 Mann auswählen zu können. Aus diesen "Porzellan-Dragonern" wurde mit Königlicher Kabinetts-Order vom 19. April 1717 ein neues Dragoner-Regiment errichtet, das am 1. Mai (Stiftungs-Tag) zu vier Eskadronen formiert in Köpenick vor dem König zur Inspektion paradierte -, mit Order vom 17. Juli 1717 in den Dienst gestellt -, General Heinrich Jordan von Wuthenow unterstellt und in Ost-Preussen garnisoniert wurde. Die 24 Offiziere, 48 Unteroffiziere, 8 Fähnriche und 8 Tamboure sowie die Posten für den Unter-Stab wurden aus bestehenden Regimentern "translocirt".
 Im September 1718 auf fünf Eskadronen vermehrt, wurde die Kompanie-Einteilung im Oktober 1725 abgeschafft und die nunmehr zehn Eskadronen ab 1726 schrittweise auf 120 Gemeine verstärkt; die Einheit somit wie ein Infanterie-Regiment mit zwei Bataillonen. Mit Dekret vom 15. Juni 1727 wurden fünf Eskadronen unter Oberst Martin Arend von Dockum mit Stab in Tilsit zur Bildung eines neuen Dragoner-Regiments (№ 7) abgeteilt. Im Jahr 1734 gegen die Franzosen in den Rhein-Feldzug entsandt, wurden die Eskadronen im Rahmen der allgemeinen Verstärkungen zwischen 1733 und 1734 auf 132 Gemeine gebracht und mit Dekret vom 19. August 1739 wieder in Kompanien unterteilt, um eine neuerliche Umformierung auf zehn Eskadronen und damit eine weitere Teilung vorzubereiten, was jedoch durch den Tod des Königs Friedrich Wilhelm I. am 31. Mai 1740 nicht mehr zur Ausführung kam.
 Ende 1740 erhielt das Regiment Order, wieder zehn Eskadronen zu formieren; diesmal wurde die für den März 1741 geplante Teilung jedoch durch den Ausbruch des Ersten Schlesischen Krieges verhindert. Die Einheit behielt den Status eines Doppel-Regiments nunmehr bis zur Umformierung im Jahr 1807.
Anmerkung:
Aus einem Stamm von 30 Husaren ließ König Friedrich Wilhelm I. nach der Werbung von 150 Ungarn mit A.K.O. vom 21. Mai 1721 ein Korps leichter Kavallerie aufstellen, das im Vorposten- und Streifen-Dienst, in der Aufklärung, der Bewachung und Sicherung des Lagers, im verstreuten Gefecht, der Verfolgung des Gegners und von Deserteuren zum Einsatz kommen sollte. Mit Order vom 1. November 1721 wurden die beiden Kompanien dem hier beschriebenen Regiment als "Wuthenauische Husaren" beigegeben und in Memel und Tilsit in Garnison gelegt. Bei der Teilung des Regiments wurde die inzwischen auf vier Kompanien vermehrte Truppe dem neuen Regiment unter General Martin Arend von Dockum unterstellt.

Garnisonen bzw. Standorte
 1717Mark (Beelitz, Mittenwalde, Treuenbriezen, Teltow)
 1718Ost-Preussen: Insterburg, Tilsit, Heiligenbeil, Ragnit, Stallupönen, Goldap, Pillkallen
 1727Insterburg und Umgebung
 1731Insterburg, Ragnit, Stallupönen, Goldap, Pillkallen
 1743Insterburg, Gumbinnen, Darkehmen
 1746Königsberg, Wehlau, Allenburg, Labiau, Drengfurth und Gerdauen
 1786Königsberg, Darkehmen, Wehlau, Gerdauen, Tapiau, Allenburg
Inhaber (bis 1806)
 1717Heinrich Jordan v. Wuthenau
 1727Johann Caspar v. Cosel
 1734Friedrich Christoph v. Möllendorff
 1747Ludwig Wilhelm v. Schorlemmer
 1760Carl Friedrich v. Meier
 1777Christian Wilhelm Sigmund v. Posadowsky
 1787Hans Heinrich Ludwig v. Rohr
 1790Philipp August Wilhelm v. Werther
 1803Johann Kasimir v. Auer
 1807Christoph Joh. Frdr. Otto v. Zieten
Verbleib
 1806Das Regiment gehörte 1806 zu dem von Anton Wilhelm von L'Estocq – seit 1803 kommandierender General in Neu-Ostpreussen – an der Weichsel zusammengezogenen Reserve-Corps und stand am 6. Dezember 1806 bei Thorn in den Gefechten an der Weichsel und am 25./26. Dezember 1806 bei Soldau, kämpfte vom 7. bis 9. Februar 1807 als Bedeckung der reitenden Batterien Nr. 6 und 8 in der Schlacht bei Preussisch-Eylau, wo es auch den Rückzug deckte, und schlug sich am 10. Juni 1807 unter General Otto von Zieten mit Auszeichnung (und hohen Verlusten) in der Schlacht bei Heilsberg, wo es zusammen mit L'Estocqs Ulanen ("Towarczys") die französische Kürassier-Division des Generals Jean-Louis-Brigitte Espagne abwehrte, eine Tirailleur-Formation und eine feindliche Batterie zusammenritt, ein Bataillons-Karree sprengte und schließlich die attackierende französische Kavallerie in die Flucht schlug.
 In Tilsit wurden die Reste des Regiments gesammelt, geordnet und mit A.K.O. vom 7. Oktober 1807 neu gegliedert: Nach Übernahme und Aufteilung der Depots der aufgelösten Dragoner-Regimenter "von Herzberg" (№ 9) und "von Heyking" (№ 10) und Verteilung der Mannschaften und Offiziere der 4ten und 7ten Eskadron über die so wieder aufgefüllten verbliebenen Eskadronen wurde die Einheit zu acht Eskadronen bzw. mit zwei Bataillonen wieder-errichtet und mit Order vom 16. Oktober 1807 in zwei Regimenter geteilt: Das I. Bataillon wurde zum Kürassier-Regiment "von Zieten" umformiert, das mit A.K.O. vom 7. September 1808 als "Ostpreussisches Kürassier-Regiment (Nr. 2)" gelistet und in Riesenburg, Saalfeld, Osterode und Christburg garnisoniert wurde (mit A.K.O. vom 16. November 1813 dann "Kürassier-Regiment »Großfürst Konstantin«", ab 5. November 1816 "2tes Kürassier-Regiment [Ostpreussisches]", ab 27. Mai 1819 "3tes Kürassier-Regiment [1tes Ostpreussisches]"; 1919 als "Kürassier-Regiment »Graf Wrangel« [Ostpreussisches] Nr. 3" aufgelöst); das II. Bataillon bildete mit Stand-Orten in Wehlau, Allenburg und Gerdauen das Dragoner-Regiment "von Zieten" (ab 7. September 1808 "Dragoner-Regiment Nr. 2 [1tes Westpreussisches]", das zwischen 1815 und 1817 in Frankreich stand, mit A.K.O. vom 5. November 1816 dann "2tes Dragoner-Regiment [Westfälisches]" und ab 1817 dauerhaft in Münster, Coesfeld, Hamm und Dortmund stationiert -, dort mit A.K.O. vom 27. Mai 1819 zum "4ten Kürassier-Regiment [Westfälisches]" umgewandelt und 1919 als "Kürassier-Regiment »von Driesen« [Westfälisches] Nr. 4" aufgelöst wurde).


Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 6 - Dragoner
Gemeiner


Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 6 - Reitzeug
Reitzeug


Menzel: Dragoner - Details
Reithose "August" (des Starken?) und Binde.
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)


Menzel: Dragoner - Details
Studie eines Dragoners aus der Zeit Friedrichs II. in Rück-Ansicht.
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)


Dragoner-Regiment № 7 (1756 "von Plettenberg" - 1806 "von Baczko")

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 7 - Offizier
Offizier

Kurz-Geschichte

Errichtung
 1727Im Oktober 1725 erhielt das Dragoner-Regiment "von Wuthenau" (№ 6) Order, die Mannschafts-Stärken der zehn bestehenden Kompanien von 75 Dragonern binnen Jahres-Frist auf 120 Gemeine zu vermehren und die Einheit wie ein Infanterie-Regiment in zwei Bataillone zu organisieren. Ende 1726 wurde der Etat jeder Kompanie um drei Unteroffiziere, einen Tambour und einen Offizier erhöht und die Kompanie-Einteilung abgeschafft; die zehn bestehenden Kompanien wurden zu Eskadronen -, die Einheit damit zum Doppel-Regiment erklärt. Mit Dekret vom 15. Juni 1727 (zehn Tage nach dem Tod des Regiments-Chefs Heinrich Jordan von Wuthenau) wurde der Verband geteilt: Eine Neuformation erhielt den Obristen Johann Caspar von Cosel – bis dahin Kommandeur des Kürassier-Regiments "von Wylich und Lottum" – zum Chef, (siehe dazu lokaler Link Dragoner-Regiment № 6); die hier beschriebene Formation ging mit 21 Offizieren, 45 Unteroffizieren, 5 Fähnrichen und 10 Tambouren sowie 625 Gemeinen an Oberst Martin Arend von Dockum, bis dato Kommandeur des Regiments. Und obwohl das hier beschriebene Regiment "von Dockum" die Leib-Eskadron nebst zugehöriger Leib-Standarte erhalten hatte (zur Unterscheidung bekamen die Dockum-Dragoner anstelle der weißen Abzeichen unter Verzicht von Rabatten nunmehr krapp- bzw. dunkel-rote Stücke; dazu goldene Knöpfe und Effekten), wurde es hinter den Cosel-Dragonern rangiert, was darin Begründung findet, dass Cosel bereits seit Juli 1716 Oberst war, Dockum hingegen erst im Mai 1717 seine Beförderung zum Obristen erhalten hatte und damit über das jüngere Patent verfügte. Beide Offiziere erhielten am 6. Juni 1728 ihre Ernennung zum General-Major.
 Mit der Teilung wurde das Regiment mit allen fünf Eskadronen nach Tilsit verlegt. Hier waren auch die 1721 errichteten und inzwischen auf vier Kompanien vermehrten Husaren garnisoniert, über die Dockum bis zur Ausgliederung als eigenständiges "Preussisches Husaren-Corps" im Jahr 1737 ebenfalls das Kommando führte.
 Im Rhein-Feldzug von 1733/35 kamen die nunmehr von Prinz Eugen von Anhalt-Dessau geführten Dragoner als Teil des preussischen Hilfs-Kontingents nicht zum Einsatz: Um dem preussischen König keine Zugeständnis im jülich-bergischen Erbfolge-Streit einräumen zu müssen, hatte Kaiser Karl VI. die Unterstützung Friedrich Wilhelms I. abgelehnt; als Reserve für die Sicherung der preussischen Besitzungen am Nieder-Rhein wurde das Regiment 1735 in die Nähe der Rhein-Grenze verlegt und erhielt anfänglich im Fürst-Bistum Paderborn -, anschließend im Fürst-Bistum Osnabrück Quartier. Hier wurde im Februar 1735 bzw. im Rahmen der zwischen 1733 und 1734 eingeleiteten allgemeinen Verstärkungen der preussischen Armee auch der Etat der "Prinz Eugen"-Dragoner um 11 Offiziere, 15 Unteroffiziere, 60 Gemeine und 5 weitere Tamboure erhöht; die Eskadron damit zu 132 Dragonern (am Rhein wurden erstmals auch die mit Silber-Fäden durchwirkten Offiziers-Portepees verausgabt).
 Mit Order vom 19. August 1739 erhielt das Regiment Befehl, seine fünf Eskadronen wieder auf je zwei Kompanien zu setzen, diese auf je 3 Offiziere, 6 Unteroffiziere, 2 Tamboure und 69 Gemeine zu bringen und zum Januar 1741 eine weitere Teilung vorzubereiten, die infolge der Mobilmachung für den Ersten Schlesischen Krieg im Dezember 1740 jedoch verschoben werden musste und erst am 1. November 1744 erfolgen konnte.
Garnisonen bzw. Standorte
 1727Stab und alle Eskadronen in Tilsit
 1734Stab und alle Eskadronen in Köpenick bei Berlin
 1735Melle, Quakenbrück, Bramsche und Badbergen (Hoch-Stift Osnabrück)
 1736Tilsit
 1741Berlin, Potsdam
 1742Berlin-Köpenick, Treuenbrietzen, Beelitz, Mittenwalde, Fürstenwalde
 1743Tilsit
 1744Magdeburg
 1746Tilsit
Inhaber (bis 1806)
 1727Martin Arend v. Dockum
 1732Friedrich Heinrich Eugenius v. Anhalt-Dessau
 1737Christoph Friedrich v. Thümen
 1741Ernst Ferdinand v. Werdeck
 1742Friedrich Alexander v. Roell
 1745Ernst Erdmann v. Ruiz
 1756Christoph Friedrich Stephan v. Plettenberg
 1761vakant
 1763Levin Gideon Friedrich v. Apenburg
 1781Gottlieb Matth. Siegfried v. Borck
 1790Johann Ernst v. Zabeltitz
 1792Wilhelm Friedrich v. Schenck
 1803Friedrich Ludwig v. Passau
 1805Adrian Gottlieb v. Rhein
 1806Joseph Theodor Sigismund v. Baczko
Verbleib
 18061806 beim Reserve-Korps des General-Leutnants Anton Wilhelm von L'Estocq, der mit 23 Bataillonen und 74 Eskadronen an der Weichsel zwischen Danzig und Plock das bei Thorn errichtete Haupt-Quartier des Königs deckte, stand das Regiment zwischen dem 6. und 26. Dezember u.a. in den Abwehr- und Rückzugs-Gefechten zwischen Thorn und Soldau (heute Toruń und Działdowo; POL), vom 7. bis 9. Februar 1807 in der Schlacht bei Preussisch-Eylau und am 10. Juni 1807 bei Heilsberg.
 Wie das Regiment "von Zieten" (№ 6) wurden die Reste der Einheit in Tilsit gesammelt, geordnet und mit A.K.O. vom 7. Oktober 1807 neu gegliedert: Nach Übernahme und Aufteilung der Depots der aufgelösten Dragoner-Regimenter "von Herzberg" (№ 9) und "von Heyking" (№ 10) verlor die Einheit gemäß Kabinetts-Order vom 7. September 1808 den Namen des Chefs, wurde über die Garnisonen Tilsit und Insterburg verteilt und im Rahmen der Reorganisation als "Ostpreussisches Dragoner-Regiment" in die neue preussische Armee eingereiht (ab 14. September 1808 "Litthauisches Dragoner-Regiment Nr. 3", mit A.K.O. vom 27. Mai 1819 dann "1tes Dragoner-Regiment [Lithauisches]", ab 18. Oktober 1861 "Lithauisches Dragoner-Regiment Nr. 1 (»Prinz Albrecht von Preussen«)" und am 30. September 1919 als "Dragoner-Regiment »Prinz Albrecht von Preussen« [Lithauisches] Nr. 1" aufgelöst).

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 7 - Dragoner
Gemeiner

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 7 - Tambour
Tambour

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 7 - Tambour
Studie zur Tambour-Uniform vom Dragoner-Regiment Plettenberg № 7.
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)


Dragoner-Regiment № 8 (1757 "von Platen" [ab 1758 Alt-Platen] - 1806 "von Esebeck")

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 8 - Offizier
Offizier

Kurz-Geschichte

Errichtung
1744Bereits mit Order vom 19. August 1739 hatte das Dragoner-Regiment "von Thümen" (№ 7) Befehl erhalten, für die im Januar 1741 geplante Aufstellung eines neuen Regiments eine Teilung der fünf bestehenden Eskadronen vorzubereiten. Bis Ende 1740 bzw. binnen Jahres-Frist hatte jede der zehn Kompanien den Etat um je 3 Offiziere, 6 Unteroffiziere, 2 Tamboure und 69 Gemeine zu erhöhen; wieder durchstreiften die gefürchteten preussischen Werber das Reichs-Gebiet.
 Zwischen Januar und Februar 1741 wurden die zehn Kompanien mit insgesamt 1.483 Gemeinen und Unteroffizieren sowie 55 Offizieren in zwei Bataillone zu je fünf Eskadronen umformiert, wobei die geplante Teilung jedoch aufgeschoben wurde; Berichten zufolge war das Regiment zu Beginn des Ersten Schlesischen Krieges gegen das zunehmende Räuber- und Banden-Unwesen in Ost-Preussen und entlang der Grenzen zu Polen und Russland im Einsatz; erst im Früh-Sommer 1741 wurde das Regiment nach Berlin und damit zu dem sich bei Genthin sammelnden Observations-Corps des Fürsten Leopold von Anhalt-Dessau befohlen.
 Die Teilung wurde dann mit Order vom 1. November 1744 durchgeführt: Während General-Major Friedrich Alexander von Roell als Regiments-Chef das I. Bataillon mit der Leib-, der 4ten, 6ten, 7ten und 9ten Eskadron behielt, ging das II. Bataillon mit 37 Offizieren, 75 Unteroffizieren, 15 Tambours, 5 Feldscheeren, 10 Fahnen-Schmieden, 720 Gemeinen und 750 Pferden als neues (achtes) Regiment an Oberst Friedrich von Stosch, bis dahin Kommandeur des Verbandes.
 Die Abzeichen – Kragen-, Ärmel- und Schoß-Umschläge als auch die hier wieder gezeigten Rabatten – wie Regiment № 7 von krapp- oder dunkel-roter Farbe; zur Unterscheidung die Knöpfe silbern.
 Nach dem ersten Etat von 1744 hatte jede Eskadron zusammen mit dem Chef der Eskadron 7 Offiziere, 15 Unteroffiziere, 1 Fahnen-Schmied, 1 Feldscheer, 124 Dragoner und 3 Tambours (ab 1771/72 dann 1 Tambour und 2 Trompeter); zusammen 151 Mann; das Regiment mit Unterstab – 1 Regiments-Quartiermeister (Zahl-Meister), 1 Auditeur, 1 Feld-Prediger, 1 Feldscheer, 1 Pauker, 1 Stabs-Trompeter, 1 Sattler, 1 Profoß, 1 Bereiter – insgesamt 764 Mann. Standorte blieben Insterburg und Ragnit.
 Bei Kesselsdorf am 15. Dezember 1745 kam die neue Einheit erstmals zum Kampf-Einsatz.
Garnisonen bzw. Standorte
 1744Insterburg
 1746Insterburg und Ragnit
 1755Insterburg
Inhaber (bis 1806)
 1744Friedrich v. Stosch
 1751Adolf Friedrich v. Langermann
 1757Dubislaw Friedrich v. Platen (ab 1758 Alt-Platen)
 1787Karl Wilhelm v. Brausen
 1790Georg Friedrich Christoph v. Bardeleben
 1801Karl Gottfried Ferdinand v. Busch
 1803Christian Karl v. Esebeck
Verbleib
 1806Das Regiment gehörte 1806 zu dem von Anton Wilhelm von L'Estocq – seit 1803 kommandierender General in Neu-Ostpreussen – an der Weichsel zusammengezogenen Reserve-Corps und stand am 6. Dezember 1806 bei Thorn in den Gefechten an der Weichsel, am 25./26. Dezember 1806 bei Biezun an der Soldau und nach der Schlacht bei Preussisch-Eylau in den Abwehr- und Rückzugs-Gefechten zwischen Braunsberg (26. Februar 1807; heute Braniewo; POL) und Königsberg (14./15. Juni 1807; heute Kaliningrad; RUS).
 Nach dem Frieden von Tilsit (7./9. Juli 1807) kehrte das Regiment in die Garnison Insterburg zurück, von wo aus es Anfang 1808 nach Danzig verlegt wurde. Im Rahmen der Reorganisation wurde die Einheit mit A.K.O. vom 7. Oktober 1808 als "2tes West-Preussisches Dragoner-Regiment Nr. 4" in die neue preussische Armee eingereiht und mit vier Eskadronen in Riesenburg, Saalfeld, Osterode und Christburg garnisoniert (mit A.K.O. vom 5. November 1816 dann mit geänderter Provinzial-Bezeichnung "4tes Dragoner-Regiment [Ostpreussisches]"; ab 3. November 1817 "4tes Dragoner-Regiment"; durch A.K.O. vom 27. Mai 1819 in ein Kürassier-Regiment umgewandelt und als "5tes Kürassier-Regiment [2tes Ostpreussisches]" bezeichnet; ab 10. März 1823 nur "5tes Kürassier-Regiment"; ab dem 4. Juli 1860 schließlich "Westpreussisches Kürassier-Regiment Nr. 5" und als "Kürassier-Regiment »Herzog Friedrich Eugen von Württemberg« [Westpreussisches] Nr. 5" im Herbst 1919 in Riesenburg aufgelöst).

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 8 - Dragoner
Gemeiner

Menzel: Kavallerie-Pistole M 1731
Studie: Pistole für Kürassiere und Dragoner.
M1731 (ältere Ausführung): Kaliber 16,2 mm, Gewicht 1.496 g, Gesamt-Länge 546 mm, Lauf-Länge 364 mm, Schloss-Länge 136 mm, Schloss-Breite 26,5 mm, Schlangen-Länge 130 mm.
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)

Dragoner-Regiment № 9 (1743 "von Holstein-Gottorp" [ab 1761 "von Pomeiske"]
   1806 "von Herzberg")

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 9 - Offizier
Offizier

Kurz-Geschichte

Errichtung
 1741Bereits mit Reskript vom 13. August 1725 hatte das zwischen den Jahren 1722 und 1725 auf insgesamt zehn Eskadronen zu je 110 Mann vermehrte Dragoner-Regiment "von der Wense" (№ 1) fünf Eskadronen zur Errichtung eines neuen Dragoner-Regiments abzugegeben, das am 13. August 1725 Oberst Friedrich Otto v. Sonsfeld unterstellt und in der Rang-Liste als "Nummer Zwei" geführt wurde. Die auf Befehl vom 1. September 1722 nach Vorbild der französischen Chevau-legers errichtete leichte Eskadron von 150 Gemeinen, die als schnell bewegliche Avant-Garde für Aufklärungs- und Sicherungs-Dienste zum Einsatz kommen sollte, verblieb beim Stamm-Regiment.
 1729 verfügte das Regiment dann über zwei leichte Eskadronen zu je 130 Gemeinen.
 Für den Feldzug von 1734/35 am Ober-Rhein auf 132 Gemeine pro Eskadron verstärkt, erhielt das Regiment während der Kampagne den Befehl, erneut fünf zusätzliche Eskadronen zu formieren, womit der Verband nach dem Rückzug der französischen Truppen infolge der Niederlage in der Schlacht bei Klausen (20. Oktober 1735) bzw. bei Inkraft-Treten des im November 1735 vereinbarten Waffen-Stillstands über fünf schwere und fünf leichte Eskadronen zu je zwei Kompanien verfügte.
 Gemäß den Planungen zur weiteren Verstärkung der Armee sollte der in Pommern garnisonierte Verband ab 1739 um fünf weitere (leichte) Eskadronen vermehrt werden; der Tod des "Soldaten-Königs" und die von Friedrich II. am 8. November 1740 befohlene Mobilmachung verhinderte die im Rahmen einer neuerlichen Teilung notwendigen Umstrukturierungen. Das Doppel-Regiment wurde dem Corps des Feld-Marschalls Kurt Christoph Graf von Schwerin zugeteilt und marschierte am 16. Dezember 1740 in Schlesien ein. Mit A.K.O. vom 16. April 1741 (und damit 6 Tage nach der für die preussische Kavallerie wenig glorreichen Schlacht bei Mollwitz) wurde der Verband taktisch in zwei praktisch selbstständige Einheiten geteilt, wobei der Regiments-Kommandeur Oberst Carl Friedrich von Posadowsky die "schweren" (alten) Eskadronen erhielt, General-Leutnant Hans Friedrich von Platen, bis dahin Chef des Gesamt-Verbandes, die "leichten" (jungen) Eskadronen übernahm.
 Nach der Bestätigung des Präliminar-Friedens von Breslau durch den "Endgültigen Friede von Berlin", geschlossen am 28. Juli 1742, konnte General Platen die Zahl seiner leichten Dragoner-Eskadronen durch intensive Werbungen im In- und Ausland und Rekrutierungen in den pommerschen Ersatz-Kreisen Bütow, Lauenburg, Rummelsburg und im west-preussischen Elbing binnen Jahres-Frist erneut verdoppeln; ein Ergebnis, das der König am 12. Mai 1743 mit der Ernennung zum General der Kavallerie anerkannte (General Hans Friedrich von Platen starb fünf Tage später). Neuer Kommandeur wurde am 27. Oktober der erst 24-jährige Herzog Georg Ludwig von Schleswig-Holstein-Gottorp, bis dahin Oberst-Leutnant im Kürassier-Regiment "von Rochow" (№ 5) und mit Patent vom 5. Dezember 1743 zum General-Major befördert; zum Chef bestimmte der König am 14. November 1743 Johann Adolf von Möllendorff, seit 1741 Chef des Kürassier-Regiments (№ 9) und am 18. Mai 1743 zum General-Major ernannt.
 Mit A.K.O. vom 1. Dezember 1743 befahl König Friedrich II. schließlich offiziell die (Drei-) Teilung: Die fünf schweren Eskadronen unter Carl Friedrich von Posadowsky behielten als Regiment "von Posadowsky" den ersten Rang; die zehn leichten Eskadronen des von General Möllendorff übernommenen Doppel-Regiments "von Platen vakant" stellten nach der Teilung die Regimenter "von Holstein"(-Gottorp) (№ 9) und "von Möllendorff" (№ 10).
Garnisonen bzw. Standorte
 1741Angerburg und Insterburg
 1742Wriezen, Angermünde, Pasewalk, Schwedt, Freienwalde und Gartz a.d. Oder
 1743Riesenburg, Marienwerder, Freystadt und Deutsch-Eylau (West-Preussen)
 1744Magdeburg
 1746Riesenburg, Marienwerder, Freystadt, Deutsch-Eylau und Liebemühl
 1780ohne Freystadt, dafür Bischofswerder
 1789ohne Marienwerder, dafür Christburg
 1802ohne Liebemühl, dafür Saalfeld
Inhaber (bis 1806)
 1741Hans Friedrich v. Platen
 1743Georg Ludwig Herzog von Holstein-Gottorp
 1761Nikolaus Alexander v. Pomeiske
 1785Johann Bogislav v. Zitzewitz
 1788Hans Friedrich Heinrich v. Borstell
 1792Hieronymus v. Brückner
 1798Friedrich Wilhelm Graf v. Herzberg
Verbleib
 1806Mit der Mobilisierung dem sich bei Magdeburg sammelnden 15.000 Mann starken (West-Preussischen) Reserve-Korps unter Kavallerie-General Eugen Friedrich Heinrich Herzog von Württemberg zugeteilt, gerieten die Dragoner-Regimenter "von Herzberg" (№ 9) und "von Heyking" (№ 10) am 17./18. Oktober 1806 bei Halle in die Gefechte gegen das Corps des französischen Marschalls Jean-Baptiste Jules Bernadotte. Überrascht, geschlagen und unter hohen Verlusten zog sich Eugen von Württemberg westwärts zurück, womit für Napoleon der Weg nach Berlin frei war. Die verbliebenen knapp 10.000 Mann wurden daraufhin dem Fürsten Hohenlohe unterstellt, wobei die beiden Dragoner-Regimenter im allgemeinen Durcheinander in das Corps Blücher und hier in die Kapitulation von Ratekau am 7. November 1806 gerieten. Beide Regimenter verfielen danach der Auflösung.
 Die Depots beider Regimenter wurden mit A.K.O. vom 7. Oktober 1807 zwischen den erhalten gebliebenen Regimentern "von Zieten" (№ 6) und "von Baczko" (№ 7) aufgeteilt; gesammelte Mannschaften und Offiziere wurden mehrheitlich über die Zieten-Dragoner verteilt, die so wieder acht Eskadronen stellen konnten und mit Order vom 16. Oktober 1807 in zwei Regimenter geteilt wurden: Das I. Bataillon wurde zum Kürassier-Regiment "von Zieten" umformiert, das mit A.K.O. vom 7. September 1808 als "Ostpreussisches Kürassier-Regiment (Nr. 2)" gelistet und in Riesenburg, Saalfeld, Osterode und Christburg Garnison erhielt (mit A.K.O. vom 16. November 1813 dann "Kürassier-Regiment »Großfürst Konstantin«", ab 5. November 1816 "2tes Kürassier-Regiment [Ostpreussisches]", ab 27. Mai 1819 "3tes Kürassier-Regiment [1tes Ostpreussisches]"; 1919 als "Kürassier-Regiment »Graf Wrangel« [Ostpreussisches] Nr. 3" aufgelöst); das II. Bataillon – in das wohl viele der ehemalige Herzberg-Dragoner versetzt wurden – bildete mit Stand-Orten in Wehlau, Allenburg und Gerdauen bzw. ab 1809 dann Grünberg, Freistadt und Sagan das Dragoner-Regiment "von Zieten" (ab 7. September 1808 "Dragoner-Regiment Nr. 2 [1tes Westpreussisches]", das zwischen 1815 und 1817 in Frankreich stand, mit A.K.O. vom 5. November 1816 dann "2tes Dragoner-Regiment [Westfälisches]" und ab 1817 dauerhaft in Münster, Coesfeld, Hamm und Dortmund stationiert -, dort mit A.K.O. vom 27. Mai 1819 zum "4ten Kürassier-Regiment [Westfälisches]" umgewandelt und 1919 als "Kürassier-Regiment »von Driesen« [Westfälisches] Nr. 4" aufgelöst wurde).


Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 9 - Dragoner
Gemeiner

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 9 - Dragoner
Gemeiner (2. Version)

Herzogs Georg Ludwig von Holstein-Gottorp
General Georg Ludwig von Holstein-Gottorp – vom 27. Oktober 1743 bis 27. März 1761 Chef – in der Uniform seines Regiments.
Gemälde von Johann Heinrich Tischbein im Residenz-Schloss Eutin (Quelle: externer Link WIKIPEDIA).

Menzel: Hand des Herzogs von Holstein
"Hand am Degengriff"
Studie Menzels nach dem oben stehenden Porträt.
Quelle: externer Link »museum-digital«
(Kupferstichkabinett Berlin)

Menzel: Dragoner-Röcke
Studie: Waffenrock der Dragoner mit Maßangaben und Notizen.
Quelle: externer Link »museum-digital«
(Kupferstichkabinett Berlin)

Menzel: Hüte - Infanterie und Kavallerie
Studie: "Genaue Größenunterschiede zwischen Infanterie- und Kavallerie-Hüten" mit Maßen.
Quelle: externer Link »museum-digital«
(Kupferstichkabinett Berlin)


Dragoner-Regiment № 10 (1754 "von Finck" - 1806 "von Heyking")

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 10 - Offizier
Offizier

Kurz-Geschichte

Errichtung
 1743Hatte das Dragoner-Regiment "von Platen" (zwischen 1717 und 1725 "von der Wense" № 1) bereits mit Befehl vom 13. August 1725 fünf seiner zehn Eskadronen zur Errichtung des Dragoner-Regiments "von Sonsfeld" № 2) abgeben, erhielt es 10 Jahre später – während der Rhein-Kampagne von 1734/35 – die Weisung, erneut fünf zusätzliche (nunmehr leichte und damit in Ausstattung und Unterhalt kosten-günstigere) Eskadronen zu werben, die anfänglich bei der Sicherung der Rhein-Gebiete -, anschließend in Pommern zum Einsatz kamen und schließlich im Ersten Schlesischen Krieg auf Befehl vom 16. April 1741 bzw. im Rahmen der von Friedrich II. infolge der Schlacht bei Mollwitz eingeleiteten Reformen taktisch getrennt wurden: Die "schweren" (alten) Eskadronen wurden dem Befehl des Obristen und Regiments-Kommandeurs Carl Friedrich von Posadowsky unterstellt; General-Leutnant Hans Friedrich von Platen, Chef des Regiments, übernahm die leichten Eskadronen.
 Nach dem "Endgültigen Friede von Berlin", geschlossen am 28. Juli 1742, erhielt Platen vom König Befehl, die leichten Eskadronen seines Verbandes binnen Jahres-Frist erneut um fünf weitere Eskadronen zu vermehren, womit das 1te Regiment nach intensiven Werbungen in den umliegenden brandenburgisch-preussisch-pommerschen und nunmehr auch schlesischen Provinzen sowie auf dem Territorium benachbarter Reichs-Staaten im Sommer 1743 über insgesamt drei Bataillone – ein Bataillon mit zehn schweren Kompanien und zwei Bataillone mit insgesamt zwanzig leichten Kompanien – verfügte (Platen wurde am 12. Mai 1743 zum General der Kavallerie ernannt und starb fünf Tage später). Zehn dieser leichten Kompanien, die bis dahin das zweite Bataillon stellten, wurden mit Datum vom 27. Oktober 1743 zu fünf Eskadronen zusammen-gefasst und dem Kommando des zum Obristen beförderten Herzogs Georg Ludwig von Holstein-Gottorp übergeben; das dritte Bataillon ging am 14. November 1743 an Johann Adolf von Möllendorff, bis dahin Chef des Kürassier-Regiments (№ 9) und am 18. Mai 1743 zum General-Major ernannt.
 Mit A.K.O. vom 1. Dezember 1743 befahl König Friedrich II. dann offiziell die (Drei-) Teilung des Regiments: Die schweren Eskadronen des Regiments "von Platen" (vakant № 1) bildeten nunmehr das Dragoner-Regiment "von Posadowsky" (№ 1); die zehn leichten Eskadronen stellten nach der Teilung die Regimenter "von Holstein" (№ 9) und das hier beschriebene Regiment "von Möllendorff" (№ 10).
Garnisonen bzw. Standorte
 1741Schlawe, Lauenburg und Bütow (zwischen Pommern und Pomerellen)
 1743Riesenburg (West-Preussen)
 1746Osterode, Mohrungen, Hohenstein, Saalfeld und Neidenburg
 1780Osterode, Mohrungen, Hohenstein, Saalfeld und Liebstadt
 1789Allenstein, Mohrungen, Hohenstein, Saalfeld und Liebstadt
 1796Osterode, Mohrungen, Wormditt, Saalfeld und Liebstadt
 1797Praschnitz, Mlawa, Bialla, Szuczyn und Johannisburg
 1798Praschnitz, Mlawa, Bialla, Szuczyn und Mycinicz
 1801Osterode
 1802Osterode, Hohenstein, Ortelsburg, Löbau und Strasburg (West-Preussen)
Inhaber (bis 1806)
 1741Hans Friedrich v. Platen
 1743Johann Adolf v. Möllendorff
 1754Friedrich Ludwig Graf Finck v. Finckenstein
 1785Wilhelm Leopold v. Rosenbruch
 1790Carl Wolfgang v. Franckenberg
 1795Carl Gottlieb v. Busch (ab 1801 dann Chef des DR 8)
 1801Christian Heinrich v. Manstein
 1806Ulrich Leberecht v. Heyking
Verbleib
 1806Wie das stamm-verwandte Regiment "von Herzberg" № 9 wurde das von Ulrich Leberecht von Heyking (erst am 6. Juni 1806 zum General-Major befördert und am 19. August zum Chef ernannt) geführte Regiment dem Korps des Kavallerie-Generals Eugen Friedrich Heinrich Herzog von Württemberg zugeteilt und traf am 31. August vor der zum Sammel-Punkt bestimmten Festung Magdeburg ein. Von hier aus marschierte die Einheit in den Untergang und kapitulierte am 7. November bei Ratekau; die Depots der Zwillings-Regimenter (samt Offizieren 137 Mann bei Regimentern mit 5 Eskadronen und 273 bei Verbänden von 10 Eskadronen) wurden mit A.K.O. vom 7. Oktober 1807 zwischen den erhalten gebliebenen Regimentern "von Zieten" (№ 6) und "von Baczko" (№ 7) aufgeteilt.

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 10 - Dragoner
Gemeiner

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 6 - Reitzeug
Reitzeug


Dragoner-Regiment № 11 (1757 "von Stechow" [ab 1758 Jung-Platen] - 1806 "von Krafft")

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 11 - Offizier
Offizier

Kurz-Geschichte

Errichtung
 1741Mit dem Tod des römisch-deutschen Kaisers Karl VI. aus dem Haus Habsburg am 20. Oktober 1740 sah der erst fünf Monate zuvor zum König von Preussen gekrönte Friedrich II. die Gelegenheit, seine rohstoff-arme "Brandenburgische Streusand-Kiste" um die reichen Blei-, Kupfer- und Eisenerz- sowie Braun- und Steinkohle-Lagerstätten der österreichischen Provinz Schlesien zu bereichern. Begründung lieferte die umstrittene "Liegnitzer Erbverbrüderung" aus dem Jahr 1537, die bestimmte, dass die schlesischen Fürstentümer Liegnitz, Wohlau und Brieg nach dem Aussterben der schlesischen Piasten an Brandenburg übergehen sollten (deren Rechtmäßigkeit jedoch schon im Jahr 1546 vom böhmischen König Ferdinand aufgehoben worden war; tatsächlich war der letzte schlesische Herzog im Jahr 1675 gestorben; die Liegenschaften waren darauf von Kaiser Leopold I. für die Habsburg-Dynastie kassiert worden, und der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg hatte 1686 schließlich offiziell auf sämtliche Ansprüche verzichtet).
 Am 11. Dezember 1740 erhielt Franz Stephan von Lothringen, als Ehemann von Maria Theresia, der Tochter des verstorbenen Kaisers, auch Mit-Regent über Österreich, ein Ultimatum von Friedrich II.: Gegen die sofortige Abtretung Schlesiens sicherte der König von Preussen dem Lothringer Herzog seine Unterstützung bei der Wahl zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation zu. Ohne eine Antwort abzuwarten rücke Friedrich II. am 16. Dezember an der Spitze einer Armee von 27.000 Soldaten und unter dem Jubel der zu großen Teilen protestantisch gesinnten Bevölkerung in Schlesien ein.
 Neben Frankreich, Schweden, Bayern u.a. hatte sich auch Sachsen auf der Seite Preussens bzw. gegen die Habsburger Hegemonial-Politik positioniert. Und waren infolge der ab 1733/34 eingeleiteten Spar-Maßnahmen nach dem Tod des Kurfürsten Friedrich August I. (besser bekannt als "August der Starke") bereits Dutzende auf Halb-Sold gesetzte kursächsische Offiziere in brandenburgisch-preussische Dienste gewechselt, setzte Friedrich II. mit der "Capitulation" (hier der Vollzug der Übergabe und Unterstellung in ein neues Dienst-Verhältnis) des kursächsischen Obristen Christoph Ernst von Nassau – bis 1738 Chef des von ihm im Jahr 1731 geworbenen Kürassier-Regiments – darauf, möglichst viele entlassene sächsische Soldaten für seine Armee gewinnen zu können. Oberst von Nassau wurde am 18. Dezember 1740 zum preussischen General-Major ernannt und erhielt ein Patent zur Aufstellung eines neuen Dragoner-Regiments von zehn Eskadronen. Und die Erwartung des Königs ging in Erfüllung: Innerhalb von nur vier Monaten hatte der recht populäre Offizier in Sachsen und im besetzten Schlesien rund 600 Mann angeworben, die Ende April 1741 zur ersten Besichtigung paradierten, mit Order vom 21. Juni 1741 als Dragoner-Regiment "von Nassau" zu fünf Eskadronen in die preussische Armee eingereiht und in Nieder-Schlesien nahe der Oder einquartiert -, später garnisoniert und kantoniert wurden.
Garnisonen bzw. Standorte
 1743Beuthen, Freystadt, Grünberg, Sprottau und Wartenberg
 1746Beuthen, Grünberg, Sprottau und Sagan
 1779Beuthen, Freystadt, Grünberg, Sprottau und Sagan
 1796Freystadt, Grünberg, Sprottau und Sagan
Inhaber (bis 1806)
 1740Christoph Ernst v. Nassau
 1755Christoph Ludwig v. Stechow
 1758Leopold Johann v. Platen
 1770Franz Gustav v. Mitzlaff
 1778Friedrich Leopold v. Bosse
 1789Carl Wilhelm v. Tschirschky
 1793Ludwig Ernst v. Voß
 1806August Friedrich Erdmann v. Krafft
Verbleib
 1806Mit Patent vom 4. Juni 1806 hatte Oberst August Friedrich Erdmann von Krafft, Kommandeur des hier beschriebenen Regiments ("von Voß", seit 1804 vakant) endlich seine Beförderung zum General-Major und am 19. August 1806 – zehn Tage nach der von König Friedrich Wilhelm III. angeordneten Mobilmachung der preussischen Armee – seine Ernennung zum Regiments-Chef und … für sein Regiment auch den Marsch-Befehl zur Festung von Magdeburg erhalten. Dort angekommen wurde das Regiment dem preussisch-sächsischen Korps des Fürsten Friedrich Ludwig zu Hohenlohe-Ingelfingen zugeteilt und stand damit bei Jena, wo es längere Zeit untätig im Feuer gehalten, nicht angegriffen [habe], "weil keine Masse des Gegners zu sehen war", und dann den Befehl "zum Retirieren erhalten" hat, wie der Bericht zur Untersuchung der Kriegs-Ereignisse des Jahres 1806 heraus-stellte.
 Zusammen mit dem "Regiment Bosniaken" des Generals Christian Ludwig Schimmelpfennig von der Oye wurden die fünf Eskadronen Krafft-Dragoner unmittelbar nach der Doppel-Schlacht zur Bedeckung des Königs befohlen, dann aber von den Königin-Dragonern abgelöst und machten schließlich zusammen mit den Quitzow-Kürassieren (№ 6), den Prittwitz-Dragonern (№ 3) und den Wobeser-Dragonern (№ 14) die chaotische Flucht des Korps Hohenlohe über die Elbe und weiter durch Neuruppin in Richtung Stettin mit, wo die zerschlagene preussische Feld-Armee im Schutz der dortigen Festung gesammelt, versorgt und geordnet werden sollte.
 Gejagt von der französischen Kavallerie unter Marschall Joachim Murat, hatte das Korps am 27. Oktober die Gegend des Boitzenburger Landes erreicht. Hier, rund 60 Kilometer vor der Oder, glaubte der preussische Oberst Christian von Massenbach, General-Quartiermeister und Stabs-Chef im Korps von Hohenlohe-Ingelfingen einen weit überlegenen Gegner von über 90.000 Mann auszumachen, die den Beobachtungen zufolge die Flanken der Marsch-Kolonne bedrohten und die Stadt Prenzlau und damit das nächste Etappen-Ziel besetzt hatten, wo die ausgehungerte Truppe Proviant und Fourage aufzunehmen hoffte. Vor Ort erwiesen sich sämtliche Hoffnungen und Meldungen als falsch; die Stadt hatte sämtliche Vorräte bereits nach Stettin verbracht, und die ausgesandten Patrouillen stießen erst hinter Prenzlau auf den Feind. Nach einem kurzen Scharmützel der Avant-Garden und dem Verlust einer reitenden Batterie kamen die preussischen Stabs-Offiziere nach kurzer Beratung überein, angesichts des desolaten Zustands des Korps, des Mangels an Verpflegung und vor allem an Munition den sinnlosen Tod der verbliebenen rund 10.000 bis 12.000 Soldaten – immerhin ein Zehntel der mobilisierten Armee – abzuwenden und die von Marschall Jean-Baptiste Jules Bernadotte angebotene Kapitulation anzunehmen.
 Mit der Kapitulation am 28. Oktober verfielen sämtliche im Korps stehenden Einheiten der Auflösung. Als sich später heraus-stellte, dass das Korps Hohenlohe lediglich vor sechs bis acht Regimentern französischer Kavallerie mit etwa 5.000 Mann kapituliert hatte, die auf Murats Befehl viel Staub aufgewirbelt und Lärm für drei französische Corps veranstaltet hatten, erhielt die Kapitulation von Prenzlau das Attribut "schmachvoll". Sämtliche Stabs-Offiziere verloren nach der Entlassung aus der Kriegs-Gefangenschaft ihr Kommando; General von Krafft wurde auf Halb-Sold gesetzt und 1815 verabschiedet; die nach Schlesien und weiter nach Ost-Preussen entkommenen Versprengten wurden samt dem Depot und den später eintreffenden Ranzionierten über die sog. "Zieten-Dragoner" (ab 7. September 1808 "1tes Westpreussisches Nr. 2") verteilt.


Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 11 - Offizier
Offizier in Rück-Ansicht

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 11 - Dragoner
Gemeiner

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 11 - Dragoner
Gemeiner in Rückansicht

Menzel: Sattel
Sattel der Kavallerie
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)

Dragoner-Regiment № 12 (1749 "von Württemberg" - 1806 "von der Osten")

Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 12 - Offizier
Offizier

Kurz-Geschichte

Errichtung
 1741Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg hinterließ mit seinem Tod am 31. Oktober 1733 neben einem leer-stehenden Thron – sein einziger Sohn mit Henriette Marie von Brandenburg-Schwedt war bereits 1731 verstorben – auch die Anfänge eines dauerhaft "Stehenden Heeres", das zwar kost-spielig und dementsprechend umstritten war, seine Begründung jedoch in den während des Pfälzischen und des kurz darauf folgenden Spanischen Erbfolge-Krieges (1688–1697 bzw. 1701–1714) erfahrenen Verheerungen und der auch von Ludwig XV. – Nachfolger des "Sonnen-Königs" – fortgesetzten Expansions-Politik Frankreichs (und des wiederholt mit Frankreich verbündeten Bayerns) fand. Gemäß den Regelungen zur Thron-Folge ging die Regentschaft an den Cousin des erbenlos verstorbenen Herzogs, Carl Alexander aus der nächst-ältesten Neben-Linie Württemberg-Winnental, der anlässlich seiner Vermählung mit Prinzessin Marie Auguste von Thurn und Taxis im Jahr 1727 aus ausgesuchten Mannschaften seiner Haus-Truppe eine Ehren-Garde zu Pferd formiert hatte, die anschließend die Leib-Garde der Herzogin stellte und im Jahr 1734 bzw. kurz nach seinem Regierungs-Antritt als "1te Escadron Cuirassiers" durch Zusammenlegung mit der Eskadron "Garde du Corps" und der Eskadron "Garde-Carabiniers" schließlich das Kürassier-Regiment "Herzogin Maria Auguste" bildete.
 Als dann auch Herzog Carl Alexander am 12. März 1737 überraschend früh verstarb, hatte Carl Eugen, der älteste seiner drei Söhne, erst im Februar seinen neunten Geburtstag gefeiert. Diese Nachfolgschaft – insbesondere der lange Thron-Leerstand – löste unter den zahlreichen Neben-Linien des Württembergischen Herzogtums nicht nur ein Gerangel um die Vormundschaft und damit um die Position des Landes-Regenten aus, sondern bedeutete für Württemberg auch ein gefährliches Macht-Vakuum: Noch tobte der Polnische Thronfolge-Krieg; der Kaiser hatte in den Friedens-Verhandlungen mit Frankreich wiederholt zum Nachteil Württembergs entschieden und der am 11. November 1735 geschlossene Waffen-Stillstand konnte jederzeit in Rauch aufgehen. Auch hatten die Kriege, die Verheerungen und die verschwenderische Hof-Haltung beider Vorgänger die Staats-Kasse ruiniert, und der Vatikan drängte im Bund mit den Habsburgern auf die schnelle und vollständige Rekatholisierung des Schwäbischen Reichs-Kreises.
 Um die Einflussnahmen der Habsburger abwehren und ihrem minder-jährigen Erst-Geborenen die Thron-Folge dauerhaft sichern zu können, war Herzogin-Witwe Marie Auguste neben finanzieller Unabhängigkeit vor allem auf Verbündete angewiesen. Beides hoffte sie in der Person des protestantischen Kurfürsten von Brandenburg und Königs "in" Preussen zu finden. Wissend um die Passion des "Soldaten-Königs" bot sie Friedrich Wilhelm I. in Anlehnung an dessen Transfer-Geschäft mit den "Porzellan-Dragonern" neben dem württembergischen Infanterie-Regiment "Prinz Alexander" auch das ihr unterstehende Kürassier-Regiment zum Kauf oder zur Miete an. Da beide Einheiten jedoch in Teilen oder in Gänze aus Subsidien der österreichischen bzw. niederländischen Habsburger bezahlt wurden, kam der Handel nicht zustande.
 König Friedrich II. von Preussen nahm hingegen im August 1740 (und damit kurz nach seinem Regierungs-Antritt bzw. in Vorbereitung der "Beschlagnahme" Schlesiens) die Verhandlungen wieder auf, ermöglichte den drei Söhnen der Herzogin eine umfangreiche Ausbildung am preussischen Hof und ernannte sie bald darauf auch zu hoch-rangigen Offizieren seiner Armee. Am 2. Mai 1741 wurde das Infanterie-Regiment "Prinz Alexander" in Lauffen am Neckar auf den preussischen König vereidigt, anschließend nach Wesel verschifft und dort garnisoniert. Über die 300 Herzogin-Kürassiere wurde am 28. September 1741 ein Options-Vertrag abgeschlossen. Die Einheit sollte in ein (kosten-günstigeres) Dragoner-Regiment umgewandelt -, binnen eines halben Jahres durch die Anwerbung württembergischer Rekruten verdoppelt und damit auf preussischen Etat gebracht werden sowie neue Waffen und Monturen erhalten (wobei die hier verausgabten Röcke im württembergischen hell-blau sehr wahrscheinlich als Muster für die ab November 1745 allen preussischen Dragoner-Regimentern befohlenen und bis Ende 1746 eingeführten himmel- oder kornblumen-blauen Uniformen dienten). Mit zwei berittenen und drei unberittenen Eskadronen unter Befehl von Oberst Konrad Leberecht Marschall von Biberstein traf die Truppe am 14. Juni 1742 in Berlin ein, wurde nach der ersten Besichtigung nach Halle abkommandiert und dort neu formiert (wobei Preussen die der Herzogin durch Werbung und Ausrüstung entstandenen Schulden "großzügig" übernahm und diese samt den Kosten für fehlende Pferde, Sattel- und Zaum-Zeug mit dem Kauf-Preis verrechnete). Erste Garnison wurde nach der Verlegung des Dragoner-Regiments "Prinz Louis von Württemberg" (№ 2) nach Schlesien die Provinz Hinter-Pommern mit Quartieren in Treptow a.d. Rega und Umgebung; Ersatz kam aus den Kreisen Bütow, Lauenburg und Teilen von Rummelsburg (heute Bytowski, Lębork und Miastko, POL).
Anmerkung:
Am 17. Oktober 1756, einen Tag nach der offiziellen Kapitulation der sächsischen Armee im Ergebnis der Belagerung von Pirna und damit gleich zu Beginn des Siebenjährigen Krieges, wurden die vier Schwadronen des sächsischen Chevau-legers Regiments "Graf Rutowsky" – jede mit sechs Offizieren, acht Unteroffizieren, zwei Tambours, 100 Gemeinen und einem Fahnen-Schmied – den Württemberg-Dragonern zwangsweise als zweites Bataillon angegliedert.

Garnisonen bzw. Standorte
 1743Treptow a.d. Rega, Wollin, Greifenberg, Massow und Naugard (Hinter-Pommern)
 1773Hohensalza (West-Preussen)
 1775zurück in Hinter-Pommern
 1785Wollin, Greifenberg, Massow, Naugard und Reetz
 1796Kosten, Koschmin, Schmiegel, Karge, zeitweise Krotoschin und Peisern (Süd-Preussen)
 1799Kosten, Meseritz, Schmiegel, Peisern und Krotoschin
Inhaber (bis 1806)
 1734Herzogin Marie Auguste von Württemberg
 1749Friedrich Eugen Prinz von Württemberg
 1769Carl Erdmann v. Reitzenstein
 1780Johann Nikolaus v. Kalckreuth
 1793Carl Gustav v. Biberstein
 1797Carl Friedrich v. Brüsewitz
 1806Friedrich v. d. Osten
Verbleib
 1806Das nach der Dritten Teilung Polens in die neue Provinz Süd-Preussen verlegte Regiment wurde 1806 dem von Anton Wilhelm von L'Estocq – seit 1803 kommandierender General in Neu-Ostpreussen – an der Weichsel zusammengezogenen Reserve-Corps zugeteilt, dann aber zur Sicherung der rückwärtigen Verbindungen der an der Elbe geplanten Auffang-Linie abkommandiert, womit es im Corps Blücher am 6. November in den Gefechten um Schwartau nahe Lübeck gegen die inzwischen vereinigten Corps der französischen Marschälle Bernadotte, Soult und der Kavallerie unter Murat in Teilen zersprengt wurde, am 7. November in die Kapitulation von Ratekau geriet und dadurch der Auflösung verfiel. Das in Kosel (Schlesien) verbliebene Depot ging zusammen mit anderen in der Provinz befindlichen bzw. dorthin geretteten Depots, Ranzionierten etc. auf Befehl des Königs vom 21. November 1806 in der Formation von insgesamt zwanzig Eskadronen in vier Bataillonen auf, aus denen mit A.K.O vom 9. November 1807 die Husaren-Brigaden Dziengel und Zieten formiert wurden, aus denen mit A.K.O. vom 7. September 1808 das Ober-Schlesische und das Nieder-Schlesische Husaren-Regiment hervor-gingen, wobei sich die Reste des hier beschriebenen Regiments schließlich im "2ten Schlesische Husaren-Regiment Nr. 6" wieder-fanden, das in Frankenstein (Nieder-Schlesien) Garnison erhielt.


Menzel: Dragoner-Regiment Nr. 12 - Dragoner
Gemeiner


Menzel: Kavallerieröcke - Studie
Studie: Details zum Dragoner-Rock.
Quelle: externer Link »museum-digital«
Kupferstichkabinett (Berlin)


Menzel: Pferdekopf - Studie
Menzel: Studie eines Pferdekopfes mit Halfter.
Quelle: externer Link »zeno.org« (Kupferstichkabinett)



Erwähnenswert und der Vollständigkeit halber noch die beiden Dragoner-Regimenter, die nach der Regierung des Großen Königs errichtet und mit dem Untergang der Alten Armee der Auflösung bzw. der Aufteilung verfielen:


Dragoner-Regiment "von Rouquette" № 13


Errichtung

Im Ergebnis der Zweiten Polnischen Teilung war im Jahr 1793 auch die bis dahin von Russland besetzte Freie Stadt-Republik von Danzig samt dem umliegenden Gebiet an der Mündung der Weichsel an das König-Reich Preussen und damit an Brandenburg-Preussen gefallen. Zur Sicherung der Handels-Verbindungen gegen das Banden-Unwesen und der wieder-gewonnenen Post-Straße Stettin-Königsberg befahl König Friedrich Wilhelm II. noch im Jahr 1793 Oberst Jakob von Zülow, bis dahin Obrist-Leutnant und Eskadrons-Chef im Kürassier-Regiment "von Dalwig" (№ 12), die Aufstellung einer Dragoner-Eskadron, zu deren Errichtung Danziger Freiwillige geworben wurden, die in Alt-Schottland bei Danzig erst Quartier und später auch Garnison erhielten. Durch Anwerbungen polnischer Rekruten und Abgaben bestehender Kavallerie-Regimenter wurde die Einheit mit A.K.O. vom 16. Februar 1802 zum Stamm eines neuen Dragoner-Regiments erklärt, dessen Kommando und spätere Chef-Stelle Hans Stephan von Rouquette erhielt.


Verbleib

Das Regiment, das 1806 dem Corps L'Estocq's zugeteilt war und in den Gefechten zwischen Schneidemühl und Bromberg (14. November) und Schulitz (15. November); 1807 dann bei Preussisch-Holland (21. Januar), Preussisch-Eylau (8. Februar) und zwischen Marienwerder und Mewe (11. Februar) stand und schließlich nach Danzig zurück-kehrte, blieb nach der ehrenvollen Kapitulation der Stadt am 24. Mai 1807 bestehen, ging aber während der Neu-Formation mit A.K.O. vom 16. Oktober 1807 im prov. Kürassier-Regiment "von Wagenfeld" auf, aus dem im Rahmen der Reduktionen infolge der Pariser Konvention vom 7. September 1808 das "Schlesische Kürassier-Regiment Nr. 1" gebildet wurde, das am 3. Dezember 1808 Breslau als Garnison erhielt.



Dragoner-Regiment "von Wobeser" № 14


Errichtung

Nachdem Preussen mit dem Frieden von Basel im Jahr 1795 seine links-rheinischen Besitzungen und damit große Teile des Herzogtums Kleve an Frankreich hatte abtreten müssen, wurden die dortigen Garnisonen Hamm, Minden und Bielefeld – insbesondere die Festung Wesel – in Erwartung neuerlicher Auseinandersetzungen aber auch revolutionärer Umtriebe erheblich verstärkt. Zur Sicherung der neuen Demarkations-Linie am Rhein wurde neben den Leib-Kürassieren "von der Goltz" (№ 3) auch das Regiment "Leib-Carabiniers" (№ 11) in die niederrheinisch-westfälischen Provinzen verlegt. Kommandeur der in Münster und Umgebung einquartierten Einheit war seit dem 23. Januar 1797 Karl Georg Friedrich von Wobeser, der am 24. Januar 1803 seine Ernennung zum Chef eines im Vor-Jahr aus Abgaben seines Regiments, Münsteraner Dragonern und angeworbenen Münsterländer Rekruten neu formierten und mit Stand-Orten in Münster, Warendorf, Warburg, Hildesheim und Duderstadt garnisonierten Dragoner-Regiments wurde.


Verbleib

1806 in der Haupt-Armee des Herzogs von Braunschweig zogen sich Teile des Regiments von Auerstedt über Sömmerda in Richtung Weimar zurück und gerieten im Korps Hohenlohe am 28. Oktober in die Kapitulation von Prenzlau; die Masse des Regiments zog sich im Korps Rüchel zurück und kapitulierte im Korps Blücher am 7. November bei Ratekau. Die verbliebenen Reste wurden um Heilsberg und Königsberg gesammelt und fanden bei der Errichtung der aus Versprengten, Ranzionierten und verwaisten Depots neu formierten West-Preussischen Dragoner-Regimenter Nr. 2 und 4 Verwendung.



Anlagen

Menzel: Anlage Dragoner - Abzeichen
Ärmel-Aufschläge, Schabrunken, Schabracken, Mantel-Säcke und Lager-Mützen I

Menzel: Anlage Dragoner - Abzeichen
Ärmel-Aufschläge, Schabrunken, Schabracken, Mantel-Säcke und Lager-Mützen II

Bis 1806 waren die Farben (Abzeichen, Knöpfe und Achsel-Schnüre) folgende:
№ 1schwarz mit Gold.
№ 2weiß mit Gold.
№ 3alt-rosa mit Silber.
№ 4paille mit Silber.
№ 5dunkel-rot mit Silber.
№ 6weiß mit Silber
№ 7krapp-rot mit Gold.
№ 8krapp-rot mit Silber.
№ 9hell-blau mit Silber.
№ 10ponceau- oder ziegel-rot mit Silber.
№ 11gelb mit Silber.
№ 12schwarz mit Silber .
№ 13ponceau- oder ziegel-rot mit Gold.
№ 14gelb mit Gold.


Der Friede von Tilsit, geschlossen am 9. Juli 1807, reduzierte das bei Kriegs-Beginn im Jahr 1806 rund 240.000 Mann starke preussische Heer auf 42.000 Mann. Mit Weisung vom 15. Juli 1807 berief König Friedrich Wilhelm III. dann eine Militär-Reorganisationskommission, die nach ihrer Konstituierung ab dem 25. Juli neben der Aufarbeitung der Gründe für die katastrophale Niederlage bei Jena und Auerstedt auch mit der Neu-Aufstellung der infolge des chaotischen Rückzugs -, der im Herbst 1806 bzw. im Frühjahr 1807 mit wenig glücklichem Ausgang geführten Feld-Züge und vor allem der aufgrund von Kapitulationen untergegangenen "alten" Armee bzw. der Einteilung der bei Kriegs-Ende 1807 verbliebenen Streit-Macht von 63.000 Mann betraut wurde.

Mit A.K.O. vom 16. Oktober 1807 – und damit ein Jahr nach dem Untergang der alt-preussischen Armee – begann für die Kavallerie die Neuaufstellung. Bis auf die Garde du Corps (und das Husaren-Regiment Nr. 5 sowie die Ulanen) wurden alle Regimenter von 5 auf 4 Eskadronen mit einem Etat von je 6 Offizieren, 15 Unteroffizieren, 132 Gemeinen, 3 Trompetern und nur 125 Pferden verkleinert.

Bei den Dragonern blieben bestehen:

 Dragoner-Regiment "Königin" (№ 5).

 Dragoner-Regiment "von Baczko" (№ 7).

 Dragoner-Regiment "von Esebeck" (№ 8).

Wie die Reste der Infanterie wurden auch die zerschlagenen, verstreuten und/oder aufgelösten Regimenter der Kavallerie in den nicht-besetzten Provinzen Ost-Preussen, Schlesien und Pommern gesammelt und über provisorisch errichtete Verbände verteilt, die mit A.K.O. vom 16. Oktober 1807 als Brigaden bezeichnet wurden. So gingen die Dragoner-Regimenter "von Irwing" (№ 3) und "von Katte" (№ 4) in der Dragoner-Brigade "von Wedell" auf; die beiden Bataillone des Dragoner-Regiments "von Auer" (№ 6) stellten die Dragoner-Brigade "von Zieten"; dazu kam die Dragoner-Brigade "Prinz Wilhelm", die überwiegend aus Ranzionierten (aus der Kriegs-Gefangenschaft entlassene oder entkommene Soldaten) aufgestellt wurde.

Der Auflösung verfielen:

 Dragoner-Regiment "König von Bayern" (№ 1; Reste in Dragoner-Brigade "Prinz Wilhelm").

 Dragoner-Regiment "von Prittwitz" (№ 2; Reste in Dragoner-Brigade "von Wedell").

 Dragoner-Regiment "von Herzberg" (№ 9; Reste in Dragoner-Brigade "von Zieten").

 Dragoner-Regiment "von Heyking" (№ 10; Reste in Dragoner-Brigade "von Zieten").

 Dragoner-Regiment "von Krafft" (№ 11; Reste in Dragoner-Brigade "von Zieten").

 Dragoner-Regiment "von der Osten" (№ 12; Reste in Husaren-Brigaden).

 Dragoner-Regiment "von Rouquette" (№ 13; Reste im Kürassier-Regiment "von Wagenfeld").

 Dragoner-Regiment "von Wobeser" (№ 14; Reste in Dragoner-Brigade "von Zieten").


Die Pariser Konvention vom 8. September 1808 legte dann die maximal zugestandenen Gesamt-Stärken der einzelnen Truppen- und Waffen-Gattungen fest (wobei nun auch Preussen – ohne Mitglied des Rhein-Bundes zu sein – verpflichtet wurde, die Hälfte seiner Truppen im Fall neuerlicher Konflikte der Grande Armée zu unterstellen):

 Die Infanterie mit 22.000 Mann in 10 Regimentern.

 Die Kavallerie mit 8.000 Mann in 32 Schwadronen (8 Regimenter).

 Die Artillerie samt techn. Truppen mit 6.000 Mann.

 Die Garde des Königs mit 6.000 Mann.


Mit A.K.O. vom 16. November 1808 wurden die sog. Truppen- oder Provinz-Brigaden aufgestellt (Ost-Preussische Brigade, West-Preussische Brigade, Pommersche Brigade, Brandenburgische Brigade, Nieder-Schlesische Brigade und Ober-Schlesische Brigade), wobei jede Brigade je zwei der verbliebenen Infanterie- und zwei bis drei der bestehenden Kavallerie-Regimenter zugeteilt bekam, die nunmehr Bezeichnungen erhielten, die die jeweilige Provinz und die Nummer der neuen Rang-Folge benannten.

In die Neu-Preussische Armee wurden eingereiht:

 … Regiment Königin-Dragoner als "Regiment Königin-Dragoner Nr. 1".

 … Dragoner-Regiment "Zieten" (aus der Brigade "Zieten") als "1tes Westpreussisches Dragoner-Regiment Nr. 2".

 … Ostpreussisches Dragoner-Regiment (aus Baczko-Dragonern № 7) als "Litthauisches Dragoner-Regiment Nr. 3".

 … Dragoner-Regiment "Esebeck" № 8 als "2tes Westpreussisches Dragoner-Regiment Nr. 4".

 … Dragoner-Brigade "Prinz Wilhelm" als "Brandenburgisches Dragoner-Regiment Nr. 5".

 … Dragoner-Brigade "von Wedell" als "Neumärkisches Dragoner-Regiment Nr. 6".

~




In Vorbereitung:

Teil III: Die Husaren





Deck-Blatt des 2ten Teils   Zweiter Band: Die Infanterie



In Vorbereitung:

Die Feld-Regimenter (№ 1 bis 36)




Deck-Blatt des 3ten Teils   Dritter Band: Rest der Infanterie



In Vorbereitung:

Die besonderen Corps und Chargen, Anhang u. Ergänzungen




Letzte Änderung 01.05.2026: Vorstellung "Erster Band: Die Cavallerie - Zweiter Teil: Die Dragoner"

Besuche seit dem 01. Dezember 2015

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